Lars Saabye Christensen Nachtschatten

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 20 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(7)
(4)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Nachtschatten“ von Lars Saabye Christensen

Komisch, melancholisch, aufwühlend - die Geschichte eines jungen Mannes, der mit sich selbst und dem Leben kämpft „Ich hatte eine schöne Kindheit. Mutter ging früh zu Bett. Vater starb, als ich zwölf war.“ So unverwechselbar und lakonisch beginnt die Geschichte von Adrian – Sohn einer depressiven Mutter und eines geheimnisumwitterten Vaters, der sich erschießt, als der Junge zwölf Jahre alt ist. Kurz zuvor hatte Adrian ihn noch an seinem Arbeitsplatz besucht, und noch Jahre später wird er das Schild an der Bürotür des Vaters vor sich sehen: „Bin gleich zurück.“ Im Leben bleibt Adrian ein Außenseiter, näheren Kontakt scheint er nur zu Emilie, einem Mädchen aus der Nachbarschaft zu haben. Bis diese eines Tages spurlos verschwindet …

Stöbern in Romane

Der Frauenchor von Chilbury

Tolles Buch über starke Frauen in einer schwierigen Zeit!

Stephi90

Die Phantasie der Schildkröte

Ganz langsam schlürfen, äh lesen - und mit Edith er/aufwach(s)en :)

Cappukeks

Sieben Nächte

Gute Ansätze und schöne Sprache.

Lovely90

QualityLand

Bitterböse, saukomisch und einfach nur genial!

Estel90

Das geheime Leben des Monsieur Pick

Interessanter Stil, eine Geschichte, die ich so nicht vorhergesehen habe, liebenswerte Charaktere, "Bücher" als zentrales Thema - gefällt!

once-upon-a-time

Der gefährlichste Ort der Welt

der gefährlichste Ort liegt in dir selbst, wenn du noch nicht weißt, was dein Handeln für Folgen hat

ulliken

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Nachtschatten" von Lars Saabye Christensen

    Nachtschatten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. September 2010 um 20:35

    Adrian wächst in Oslo auf, in den 60er Jahren. Das ist eine Zeit, in der für die Menschen im Allgemeinen Fassaden mehr zählen, als innere Werte. Adrian ist 12, als sich sein Vater erschießt. Dadurch ausgelöst bricht die Welt der Familie, die neben dem Jungen selbst aus seiner Mutter und der Schwester des Vaters besteht, in sich zusammen. Die Mutter schließt sich in ihrem Zimmer ein und kommt nicht mehr hervor, bis sie vom Krankenwagen abgeholt werden muss. Adrian selbst ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt, unter der Kontrolle seiner mageren Tante. Beide versuchen, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen . . . Es ist sehr schwierig, dieses Buch mit Sternen zu bewerten. Zu viele Aspekte spielen hier eine Rolle, die berücksichtigt werden müssen, die den Roman zu dem machen, was er ist - Aspekte, die mir als Leser nicht unbedingt zugesagt haben müssen, für das Buch aber von größter Wichtigkeit sind. Die gesamte Geschichte wird aus der Ich Perspektive erzählt, d.h., man sieht die Welt allein durch Adrians Augen. Deshalb verlangt das Buch eine hohe Interpretationsgabe, da man meist nur erfährt, was passiert ist, aber nie die genauen Hintergründe. Sein Vater bringt sich um - Man erfährt bis zum Schluss nicht genau, wieso. Seine einzige Freundin stirbt auf seltsame Weise, doch das Thema wird erst ganz zum Schluss, auf den letzten Seiten, wieder aufgegriffen. Zeitliche Sprünge zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft gehören zumindest am Anfang des Buches zur Normalität. Es kommt auch vor, dass bestimmte Schlüsselszenen dreimal auf unterschiedliche Weise wiederholt werden. Es bleibt Aufgabe des Lesers, zu entscheiden, welche der Varianten nun wahr war, da auch das vom Autor bzw. vom Erzähler später nicht erläutert wird. Bestimmte Dinge kann man als Leser nur erahnen, zum Beispiel, welche Krankheit es ist, die Emilie - die einzige Freundin von Adrian, die später stirbt - denn nun hat, welche Krankheit er selbst hat. Immer wieder sind Frauen, mit denen er sexuelle Handlungen hat, schockiert, sobald sie ihn nackt sehen. Sein Arzt erwähnt im Gespräch mit seiner Mutter auch eine "Operation, die durchgeführt werden sollte, bevor der Junge erwachsen ist". Warum? Auch das kann man als Leser nur spekulieren. Hermaphroditismus oder Transsexualität? Auch sprachlich ist das Buch eine ziemliche Herausforderung. Wer einen Roman erwartet, der alle Fragen aufklärt, ist bei diesem Buch definitiv falsch. Man wird regelrecht zur Interpreation gezwungen. Ich musste das Buch auch nach dem Ende noch in der Hand behalten und Schlüsselszenen erneut lesen, um meine eigene Deutung zu finden. Dieses Buch ist anspruchsvoll, aufwühlend und mitreißend - Also definitiv kein Roman zur reinen Unterhaltung. Auch sollte man der Inhaltsangabe auf dem Buch nicht allzu sehr glauben, da diese sehr irreführend ist. Dort scheint es, als würde Emilies Tod im Vordergrund stehen, und sich nach diesem alles aufklären. Emilies Tod ist aber zuerst eher ein Nebengeschehnis dem kaum Bedeutung zugemessen wird. Ich gebe 3 von 5 Sternen. Ein bisschen Interpretationsarbeit ist ja ganz okay, aber eine Szene dreimal auf verschiedene Weise zu erzählen und dann so tun, als wären irgendwie alle drei wahr, das war mir dann doch zu verwirrend!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks