Lasha Bugadze Der Literaturexpress

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Inhaltsangabe zu „Der Literaturexpress“ von Lasha Bugadze

Was passiert, wenn man hundert Autoren in einem Zug quer durch Europa schickt?

Zaza, Autor eines einzigen, wenig erfolgreichen Erzählbandes, bekommt eine überraschende Einladung aus Deutschland: In einem Zug zusammen mit 99 weiteren Autoren soll er eine literarische Fahrt quer durch Europa antreten. Stationen des Literaturexpresses sind Lissabon, Madrid, Paris, Brüssel, Frankfurt, Moskau, Warschau, Berlin. Warum gerade er für diese abenteuerliche Lesereise ausgewählt wurde, ist Zaza schleierhaft. Als kurz darauf der Kaukasuskrieg ausbricht, seine Freundin Elene sich von ihm trennt und er erfährt, dass der hochneurotische Lyriker Zwiad der zweite georgische Autor an Bord sein wird, ahnt er, diese Reise wird sein Leben auf den Kopf stellen. Und tatsächlich: Im Literaturexpress erwartet ihn eine denkbar ausgefallene Schicksalsgemeinschaft.

Ich find´s toll!

— Ronne

Das war leider ein Reinfall...

— Bibliomania

Ein Buch, von dem ich weit mehr erwartet hätte und dennoch auch nach dem Ende erst nochmal meine Gedanken sammeln muss.

— Eltragalibros

Leider fährt dieser Express schnurrstracks an meinem Lesegeschmack vorbei!

— TochterAlice

Ein Bummelzug, der seinen Versprechungen hinterherrollt.

— miss_mesmerized

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  • Die Reise im Literaturexpress

    Der Literaturexpress

    Bibliomania

    17. March 2017 um 23:29

    Zaza ist georgischer Schriftsteller. Zumindest hat er ein wenig erfolgreiches Buch veröffentlicht und wird in den Literaturexpress eingeladen. Dort finden sich 100 Literaten aus unterschiedlichsten Ländern wieder, um von Lissabon aus eine Europareise zu unternehmen. Den Schriftstellern werden verschiedene Aufgaben übertragen, doch bleibt das Verständigungsproblem. Dann lernt Zaza eine Griechin kennen und seine persönliche Reise verwandelt sich in eine Achterbahnfahrt.Leider konnte ich mit der Reise recht wenig anfangen. Ich hatte wenigstens ein paar Bekannte erwartet, doch die gibt es gar nicht. Mir ist auch schleierhaft, was die Geschichte aussagen sollte. Die Dialoge sind teilweise schwachsinnig und geht es geht permanent um den Zwist zwischen Russland und Georgien. Wahrscheinlich hat Nino Haratischwili noch das beste durch die Übersetzung herausgeholt (eine sehr sympathische Frau), konnte mich aber leider nicht abholen.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            --- 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Yolande                                       --   233 Punkte

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  • Tut, tut, tut die Eisenbahn

    Der Literaturexpress

    TochterAlice

    23. July 2016 um 16:13

    wer will mit durch Europa fahrn?Viele Autoren möchten mit auf diesen Zug springen, ist dies doch eine gesponserte Reise, bei der sie auf Kollegen aus anderen Ländern treffen und möglicherweise gar ihren Bekanntheitsgrad erhöhen können. Ausserdem - und das macht das Unterfangen vor allem für Teilnehmer aus ärmeren Ländern spannend - kann man eine Reihe von europäischen Metropolen wie Lissabon, Madrid, Paris, Berlin und Warschau kennenlernen. Und das alles per Zug.Da hätte sich vieles draus machen lassen können aus diesem spannenden Thema, es hätte eine eigene Dynamik entwickeln können. Doch leider liest es sich wie eine mißlungene Veranstaltung des Goethe-Instituts. Natürlich würde diese Einrichtung nie so einen Flop anbieten, doch das liest sich in der Tat wie ein Worst-Case-Szenario. Wirklich nicht meines, muss ich sagen, fand ich die Idee doch wirklich spannend und innovativ. Doch leider ist irgendwie zu wenig daraus gemacht worden und auch wenn es sich sehr locker und flockig las, hatte ich nicht das Gefühl, einen Mehrwert durch die Lektüre zu erlangen. Geplänkel und Hahnenkampf unter unwichtigen Autoren ohne sonderliche Höhepunkte weder literarisch noch soziokulturell noch politisch betrachtet. Nein, kein Buch, das ich weiterempfehlen möchte, definitiv nicht!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Lasha Bugadze - Der Literaturexpress

    Der Literaturexpress

    miss_mesmerized

    02. July 2016 um 15:42

    Eine Horde von eher unbekannten Autoren aus allerlei Ländern besteigt in Lissabon einen Zug, um quer durch Europa zu reisen und zu schreiben. Unter ihnen die beiden Georgier Zaza, der bisher nur einen dünnen Erzählband veröffentlicht hat sowie sein Landsmann Zwiad, seinerseits Lyriker. Schnell werden politische Fragen diskutiert, die insbesondere unter den Osteuropäern ein erhöhtes Konfliktpotential haben. Aber auch Liebesbande fehlen in dem rollenden Gefährt nicht. Immer wieder unterbricht ein Stopp in einer der Metropolen die Reise. Dazwischen sollen die Eindrücke in Worte gefasst werden, doch gar zu sehr sind die Literaten mit sich selbst beschäftigt.Ich hatte hohe Erwartungen an den Roman, klang doch der Klappentext vielversprechend. Leider geht es kaum um Literatur, sondern mehr um verhinderte Beziehungen und unerfüllte Sextriebe. Von Lesegenuss war ich weit entfernt, zähes Quälen quer durch Europa war eher angesagt und das obwohl das Büchlein nicht wirklich lange ist.

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  • Zug der Glücklosen

    Der Literaturexpress

    serendipity3012

    26. April 2016 um 18:28

    Zug der GlücklosenZaza ist ein junger georgischer Schriftsteller, der bisher ein Buch veröffentlicht hat: Einen Band mit Erzählungen, der sich kaum verkauft hat. Seitdem hat er nichts mehr geschrieben, wird aber trotzdem in den „Literaturexpress“ eingeladen, der eine 1-monatige Zugreise quer durch Europa unternimmt mit insgesamt 100 Schriftstellern an Bord. Oder war es gerade seine relative Erfolglosigkeit, die Zaza die Einladung eintrug? Bevor es losgeht, trennt sich seine Freundin Elene von ihm, da er im Schlaf bzw. Rausch seine Untreue ausgeplaudert hat und außerdem bricht der Kaukasuskrieg aus. Die meiste Zeit seiner Reise verbringt Zaza mit dem zweiten georgischen Schriftsteller, der dabei ist, dem Lyriker Zwiad. Stets ist er hin- und hergerissen, ob Zwiad nun bemitleidenswert ist, weil er Gedichte schreibt:„’Sind Sie ein Lyriker?’Wie schrecklich, wenn man wirklich ein Lyriker ist und auf diese Frage eine positive Antwort geben muss: Ja, ich bin ein Lyriker. Hört sich merkwürdig an, oder? Ich schreibe Geschichten klingt irgendwie weniger eitel.“ S. 58fAußerdem ist da noch Iliko, ein georgischer Student aus Deutschland, der eine Art Reiseführer für seine beiden Landsmänner ist.Lasha Bugadzes Roman „Der Literaturexpress“ beginnt beschwingt und vielversprechend: Zaza erzählt aus seiner Perspektive von der Anreise, vom Kennenlernen der anderen Autoren, von seinen Beobachtungen. Mit nationalen Klischees wird man da mehrfach konfrontiert, auch die Deutschen werden ohne Skrupel und augenzwinkernd über einen Kamm geschert:„Die Deutschen lassen einen nie sitzen, ausgeschlossen“ S. 25„… er verfügte, wie jeder waschechte Deutsche, über die psychologischen Tricks, einen Menschen zu versklaven.“ S. 57„… die Deutschen haben einfach nur ihre Komplexe und keiner weiß, was sie wirklich im Schilde führen.“ S. 112Mit dem Literaturexpress reisen keine renommierten, erfolgreichen Schriftsteller. Erfolgreiche Schriftsteller lassen sich, so glaubt Zaza, nicht in einem Zug durch halb Europa karren, sie sind zu Hause, wo sie die Tür hinter sich schließen können, um zu arbeiten. Wie es sich gehört. Im Zug sieht das anders aus: Zwar versucht man zu arbeiten, denn natürlich soll die Reise literarisch festgehalten werden, aber gerade Zaza ist dazu gar nicht in der Lage. Stattdessen verliebt er sich in die griechische Musikkritikerin Helena, die ihren polnischen Mann, einen Übersetzer, begleitet. Zaza steigert sich immer mehr in seine Gefühle hinein, scheint irgendwann regelrecht besessen von Helena und kann nur noch an sie denken. Und auch die anderen Schriftsteller interessieren sich irgendwann mehr für die Mitreisenden und eventuelle amouröse oder wohl eher sexuelle Abenteuer als für ihre schriftstellerische Karriere. Unrealistisch ist das alles wohl nicht. Aber eben auch nicht tragend für einen ganzen Roman, in dem der Schwerpunkt weniger auf der Zurschaustellung des Literaturbetriebs, auf den Qualen erfolgloser Schriftsteller, vielleicht auf den Beziehungen zu anderen Autoren, womöglich auch auf Neid oder Missgunst ihnen gegenüber liegt, als man das vielleicht erwarten könnte. Nun bleiben auch die anderen Personen neben der Handvoll Hauptfiguren so sehr im Hintergrund, dass man sie kaum fassen kann. Natürlich kann man keine Geschichte über 100 Schriftsteller und ihre Befindlichkeiten erzählen, aber außer Zaza, Zwiad, Iliko und Helena spielt sich kaum jemand in den Vordergrund. Das ist ein wenig einseitig.Dass mit Zaza die Hauptfigur aus der Ich-Perspektive erzählt, schränkt die Möglichkeiten des Romans natürlich ein. Zaza ist zwar ein guter Beobachter und verfügt auch ein Stück weit über Selbstironie, aber er ist auch naiv und wenig erwachsen. Es kommt einem als Leser so vor, als spiele er sowohl den anderen Figuren im Buch als auch dem Leser seine Naivität vor, um durchblicken zu lassen, dass er keineswegs unbedarft ist. Auf der anderen Seite aber hat man das Gefühl, dass er sich da selbst überschätzt und eben doch schlichter ist, als er es selbst von sich glaubt und hofft. Wenn so jemand zum Erzähler eines Romans wird, jemand, der außerdem wie besessen von einer verheirateten Frau ist, und an kaum etwas anderes denken kann, dann sind die Möglichkeiten dieser Geschichte begrenzt. Und so es dann auch Zaza selbst, der irgendwann feststellt, dass die eigentliche Geschichte, die, über die man einen Roman hätte schreiben sollen, nicht die seine war, sondern dass der Hauptstrang wohl ein anderer hätte sein müssen. Vielleicht gilt das auch für Bugadzes Roman?So ist die Idee eines „Literaturexpress“ und damit auch des vorliegenden Romans sehr reizvoll, er überzeugt aber nur teilweise. Die Liebesgeschichte trägt nicht durchgehend, ist aber so dominant, dass die anderen Schriftsteller und deren Eitelkeiten mehr und mehr in den Hintergrund geraten. Die Art des Erzählens von Bugadzes Hauptfigur schränkt die Möglichkeiten ein. „Der Literaturexpress“ ist kein schlechtes Buch, kann aber letztendlich nicht überzeugen.

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  • Ein paneuropäischer Irrsinn?

    Der Literaturexpress

    renie

    15. April 2016 um 11:12

    Im Jahr 2000 gab es ein paneuropäisches Projekt namens "Literaturexpress 2000": Über 100 Autoren aus 43 europäischen Ländern, bestiegen in Lissabon den Literaturexpress und begaben sich auf eine Reise quer durch Europa. Über einen Zeitraum von 6 Wochen waren sie in besagtem Literaturexpress unterwegs, um Europa die Vielfalt der europäischen Literatur näher zu bringen. Während ihrer Stopps fanden Lesungen und Podiumsdiskussionen statt, bei denen die teilnehmenden Autoren die Gelegenheit hatten, ihre Werke dem geneigten Ohr der europäischen Leserschaft zu präsentieren. Lasha Bugadze hat zu dieser spektakulären Literaturreise quer durch Europa einen Roman geschrieben, die - laut Klappentext - ein "paneuropäischer Irrsinn" war. Im Mittelpunkt dieses Roman steht der 28-jährige Zaza, ein georgischer Autor, der bisher einen einzigen, leider wenig erfolgreichen Erzählband in seiner Heimat veröffentlicht hat. Er erhält die Einladung zur Teilnahme an dem Literaturexpress und fragt sich, warum man ausgerechnet auf ihn gekommen ist. Berechtigte Frage! Hat Georgien nichts Besseres zu bieten? Nun gut, zur georgischen Delegation gehört noch Zwiad. Aber der ist Lyriker. Und einen Lyriker mit einem Prosaisten zu vergleichen? Das ist, als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht. Warum also Zaza? Leider erhält Zaza keine Antwort auf diese Frage, die er sich so häufig in diesem Roman stellen wird. "Es ist schrecklich, als georgischer Schriftsteller geboren zu werden! Niemand interessiert sich für dich, du aber, durch diese Scheißegal-Haltung deiner Mitbürger bedrückt, schreibst trotzdem weiter ... Wobei es immer noch besser ist, Lyriker zu sein als Prosaist. Als Lyriker kannst du dich in deinem Hotelzimmer einsperren, dich besaufen, die anderen angiften, und später, wenn du Glück hast, schreibst du ein paar wutentbrannte Strophen runter. Und ich? Was zum Geier soll ich machen? Mit dem Trinken habe ich aufgehört, und Gedichte schreiben kann ich auch nicht." (S. 134 f.) Zaza steckt voller Selbstzweifel. Während der Reise vergleicht er sich mit den anderen Schriftstellern. Er beobachtet und wundert sich. Die europäischen Kollegen stecken voller Ehrgeiz, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Eindrücke dieser Reise in möglichst geniale schriftstellerische Ergüsse einfließen zu lassen.Zaza kann deren Ehrgeiz und Elan nicht teilen. Fehlt ihm das Schriftsteller-Gen, das ihn dazu bringt aus einer Idee eine Geschichte entwickeln zu können? Und so verbringt er seine Zeit in dem Literaturexpress mit Nachdenken. Dabei versucht er, möglichst unauffällig zu bleiben - bloß nicht auffallen, und beim nächsten Halt noch eine Lesung durchführen müssen! Im Klappentext dieses Romans wird folgende Frage gestellt:"Was passiert, wenn man hundert Schriftsteller in einen Zug steckt und quer durch Europa schickt?"Eine Frage, die große Erwartungen beim Leser schürt! Hundert unterschiedliche, (hoffentlich) exzentrische Charaktere, die aufeinander prallen und über etliche Wochen miteinander klar kommen müssen. Das schreit doch nach einem Festival der Eitelkeiten! Aber das bietet dieses Buch leider nicht. Stattdessen gewinnt man den Eindruck, dass die Teilnehmergruppe fast ausschließlich aus osteuropäischen Autoren besteht. Zwischendurch taucht mal ein Westeuropäer auf, der aber keinen Einfluss auf die Handlung hat und auch keinen bleibenden Eindruck beim Leser hinterlässt. Die Osteuropäer scheinen unter sich zu bleiben. Hier hätte ich mir doch mehr Konfliktpotenzial beim Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Mentalitäten erhofft. Zudem findet generell wenig Interaktion zwischen den Autoren statt. Insofern ist die Frage aus dem Klappentext ein wenig irreführend. "Ich war mir sicher, dass alle ihre jeweiligen gegenwärtigen Eindrücke beschreiben und ihre romantisch-professionellen Seelenzustände schriftstellerisch, lyrisch oder was weiß ich noch wie festhalten wollten. Vor meinen Augen entstand bereits ein Riesenberg an literarischem Schund - der reinste Literaturersatz ohne jede Bedeutung! Ja, niemand hätte mich davon überzeugen können, dass genau jetzt, wenige Augenblicke nachdem sich unser Zug in Gang gesetzt hatte, auch nur einer imstande war, etwas literarisch Wertvolles und Interessantes zustande zu bringen. Alles nur Schwindler, weiter nichts!" (S. 48) Bei diesem Roman bekommt man es also nicht mit einem Kulturkampf zu tun. Stattdessen präsentiert Lasha Bugadze eine Satire auf osteuropäische Schriftsteller. Dabei bedient er sämtliche Klischees, angefangen bei der Trinkfestigkeit, dem ungehobelten Benehmen und dem Ehrgeiz, in den Texten eine politische Botschaft zu verpacken und ihnen somit einen pseudo-intellektuellen Anstrich zu verpassen. Bugadze verwendet dabei einen Sprachstil, der mich überrascht hat. Mit osteuropäischer Literatur verbinde ich eine schwermütige, ein wenig düstere Sprache. Nicht so bei Bugadze. Er ist witzig, vermittelt die Geschehnisse während der Reise in einem sehr lockeren Stil, der an manchen Stellen fast schon eine heitere Stimmung produziert. Eine Stimmung, die einen stellenweise an die Ausgelassenheit einer Oberstufenklasse bei einem Schulausflug erinnert. "Oder interessiert sich der New Yorker ausschließlich für Bulgarien? Wie soll ein Autor erraten, welche Region zum Beispiel im kommenden Jahr dran sein wird? Wo etwa ist der nächste Krieg geplant? Wo werden als Nächstes die Köpfe von Entführungsopfern rollen? Man sollte Ausschreibungen machen wie: 'Im Jahre 2030 werden Romane gefragt sein, die sich mit der UN beschäftigen!'" (S. 198) Neben der Satire präsentiert Bugadze dem Leser noch eine Liebesgeschichte, die doch gewisse Parallelen zu Goethes "Die Leiden des jungen Werther" aufweist. Also er (Zaza) verliebt sich in sie (Helena), sie erwidert seine Liebe .... oder auch nicht ... blöderweise ist sie jemand anderem versprochen (bei Bugadze ist sie schon verheiratet)... zurück bleibt der unglücklich Verliebte, der sich bei Goethe das Leben nimmt, bei Bugadze aber nicht. Unglücklich ist Zaza trotzdem. Während der Zugfahrt schmachtet er Helena an, sucht ständig ihre Nähe und gewährt dem Leser einen tiefen Einblick in seine von Liebeskummer durchtränkte Seele. Die Gedanken, welche sich um seine Angebetete drehen, haben streckenweise spätpubertierende Ausmaße. Das kann für den Leser nervig werden, kann aber auch amüsant sein, vermutlich je nach Altersklasse des Lesers. Fazit:Mich konnte dieser Roman leider nicht überzeugen. Aufgrund des Klappentextes hatte ich auf eine Satire gehofft, die sich auf Eitelkeiten, Neid und Missgunst unter Autoren konzentriert. Ich habe auf Streitereien und Zickereien gehofft. Doch aufgrund der fehlenden Interaktion der Autoren, blieben die erhofften Reibereien zwischen unterschiedlichen Mentalitäten aus. Stattdessen bekam ich einen Einblick in die osteuropäische Schriftstellerseele.Hinzu kommt, dass die Handlung mich nicht mitreißen konnte. Stetiges Dahinplätschern ist auf Dauer langweilig. Ein paar unvorhersehbare Wendungen hätten dem Spannungsbogen sicherlich gut getan.Positiv hervorheben möchte ich den Sprachstil von Bugadze. Seine Leichtigkeit und Ironie entschädigen den Leser um einiges in diesem Buch. Auf alle Fälle hat Bugadze mit seinem Sprachstil bewiesen, dass man ihn als Schriftsteller durchaus auf dem Leseradar behalten sollte. © Renie

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