Laura Antoni

 4.3 Sterne bei 24 Bewertungen

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Im Land der Kaffeeblüten

Im Land der Kaffeeblüten

 (24)
Erschienen am 10.12.2012

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Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Spurensuche in Guatemala
Schlehenfeevor 7 Monaten

Isabell muss von Guatemala nach Deutschland, um die Schule abzuschließen, während ihre Eltern sich neuen Forschungen in Mittelamerika widmen. Dort wird sie zu einem Geschichtsprojekt über den Kaffeehandel zur Kolonialzeit mit Julia, der Tochter eines alten Bremer Kaffeeunternehmens verdonnert. Während die beiden Mädchen sich langsam anfreunden, entdecken sie, dass ihre Urgroßmütter sich in Guatemala kennengelernt haben. Margarete Seler, die auf einer Kaffeeplantage aufwuchs, war in einen Indio verliebt und Elise kam mit ihren Eltern in das Land, um Maya-Ruinen zu entdecken.

Guatemala, auch Land des ewigen Frühlings genannt, war mir bisher unbekannt. Laura Antonis Roman hat mir da quasi nebenbei einiges an neuen Kenntnissen beigebracht. Der Roman funktoniert gut auf beiden Zeitebenen: Margarete und Elise 1902 und Julia und Isabell 2011. Doch der in Guatemala spielende Zeitstrang 1902 war für mich der interessantere.

Die Autorin hat zwei interessante Frauencharaktere geschaffen: die zupackende und tolerante Margarete, die Indio Juan liebt und gegen die Vorurteile ihrer Gesellschaft ankämpft, sowie Elise, die zunächst verängstigt und zimperlich ist, das jedoch zunehmend ablegt und ihre Liebe für das Land und seine Geschichte entdeckt.
Laura Antoni hat Elemente aus der gualtemaltekischen Geschichte, Kultur und Landschaft geschickt in die Handlung eingeflochten, so dass landestypisches Flair aufkam und das Fernweh bei mir geweckt wurde.

Dramatisch wird es, als sich die Handlung dem Höhepunkt zuspitzt: einem Vulkanausbruch und einem Familiengeheimnis. Dieses Geheimnis war zwar leicht voraussehbar, aber für mein Lesevergnügen unerheblich.
Insgesamt war die Story flüssig und abwechslungsreich erzählt und hat mir vor allem dadurch gut gefallen, dass man mehr über ein eher „unscheinbares“ Land erfahren hat.

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bookblossoms avatar

Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Land des ewigen Frühlings
bookblossomvor 3 Jahren

Erster Satz: "Margarete!" Die Stimme ihrer Gouvernante klang verärgert.

Guatemala Anfang des 20. Jahrhunderts. Das ängstliche junge Mädchen Elise fällt aus allen Wolken, als sie ihre Forschereltern in den Dschungel Guatemalas begleiten soll. Für sie ist diese Reise eine einzige Strapaze! Margarete, die Tochter eines hiesigen Kaffeebarons, weiß jedoch längst um die Faszination des tropischen Paradieses. Sie liebt Land und Leute, allen voran den attraktiven Maya Juan. Über ein Jahrhundert später lernen Isabell und Julia einander kennen und entdecken durch Zufall die Lebensgeschichten ihrer beiden Ururgroßmütter. Vier Frauen, tief verbunden durch das Land des ewigen Frühlings: Guatemala. 

Isabell ist gerade frisch nach Deutschland gezogen, da soll sie auch schon mit Zicke Julia ein Schulprojekt über ihre Heimat in Lateinamerika schreiben. Anfangs stehen sich beide Mädchen skeptisch gegenüber und finden nur schwer einen Draht zueinander. Doch dann entdeckt Isabell unverhofft eines der Tagebücher ihrer Ururgroßmutter und findet heraus, dass die Mädchen weit mehr miteinander verbindet als anfangs gedacht. Denn ihre beiden Ururgroßmütter sind sich bereits damals, im Jahre 1902, in Guatemala begegnet. Dieser "glückliche Zufall" ist natürlich sehr realitätsfern, bietet aber einen schönen Grundstein für die Geschichte. Zusätzlich lockern die handschriftlich gedruckten Tagebucheinträge nicht nur optisch, sondern auch erzählerisch auf. 

Die Handlung selbst wird aus der Sicht aller vier Figuren erzählt, wobei die beiden Protagonistinnen der Gegenwart am Schlechtesten bei mir abschnitten. Sie blieben verglichen zu Elise und Margarete eher blass und unausgereift. Auch das Familiengeheimnis, dass vor allem in der Gegenwart eine große Rolle spielt, war für mich weder spektakulär noch überraschend.
Umso besser gefielen mir Handlung und Charaktere der Vergangenheit. Elise ist ein sehr ruhiges Mädchen, das lieber in Büchern über große Abeneteuer liest, als sie selbst zu erleben. Bald sieht sie sich allerdings dazu gezwungen mit ihren Eltern und ihrem heimlichen Schwarm George nach Guatemala zu reisen. Eine große Umstellung und eine noch größere Erfahrung für sie, die das junge Mädchen auch nachhaltig prägt. Mit Margaretes Geschichte und ihrer bittersüßen Liebe zu dem Indio Juan spricht die Autorin auch die damaligen Probleme zwischen Einheimischen und den weißen Ausländern an. Ihre Liebe muss im Verborgenen blühen und eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich.

Laura Antoni gelingt es, die verschiedenen Zeitebenen spielend leicht zu verknüpfen, sodass der Wechsel zwischen den Jahrzehnten flüssig von statten geht und beide Handlungsstränge gleichermaßen mit Spannung aufwarten können. Besonders die Passagen der Vergangenheit, die beinahe ausschließlich in Guatemala erzählt werden, konnten mich für sich einnehmen. Die Autorin beschreibt das Land mit viel Feingefühl und Gespür für Details. Hier wird ganz klar an das Fernweh der Leser appelliert! 
Der sehr jugendliche Schreibstil weißt auch nochmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um einen historisch anghauchten Schmöker für junge Erwachsene handelt. Zweifellos werden aber auch ältere Leser ihren Gefallen an dem Buch finden. ;)

Cover

Das Cover zeigt eine wunderschöne Küstenaufnahme Guatemalas, über der sich majestätisch der Quetzalvogel durch die Lüfte schwingt. Der Schutzumschlag wurde außerdem aus festem, matten Papier hergestellt und wirkt dadurch nicht nur schöner, sondern auch hochwertiger. Fernweh weckt auch die tolle Innengestaltung des Buches, denn über jedem Kapitelbeginn findet sich die Zeichnung einer Hibsiskusblüte, oder des Quetzalvogels.

Fazit 

Ein mitreißender Ausflug in das traumhafte Land Guatemala! Die Geschichte der Vergangenheit packte mich sofort, nur mit den Figuren der Gegenwart war ich nicht ganz so zufrieden. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle Reiselustigen und Liebhaber von spannenden Geschichten mit einem Hauch Romantik.



© BookBlossom 
http://book-blossom.blogspot.co.at/ 

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Katzenpersonal_Kleeblatts avatar

Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Guatemala, das Land des Kaffees
Katzenpersonal_Kleeblattvor 5 Jahren

Julia und Isabell sind zwei siebzehnjährige Mädchen, die beide neu in eine Klasse kommen. Während Julia die Tochter eines Kaffeeunternehmers ist und später die Firma übernehmen soll, ist Isabell von ihren abenteuerlichen Eltern aus Guatemala für ein Jahr nach Bremen geschickt worden, um dort ihr Abi zu machen.
Während einer gemeinsamen Projektarbeit , die sie in die Vergangenheit führt, stellen sie fest, dass ihr Ururgroßmütter sich kannten. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen kommen sie einem Geheimnis auf die Spur.
Die beiden Mädels werden Freunde, und sie müssen feststellen, dass nicht nur die Vergangenheit Geheimnisse hat ...

Zwei Mädchen, die durch eine gemeinsame Projektarbeit Freundinnen werden und einen Blick auf das Leben ihrer Ururgroßmutter werfen dürfen. Wer wünscht sich nicht, auch auf Tagebuchaufzeichnungen zugreifen zu können, um vergessene Geheimnisse ergründen zu können.

Julia und Isabell können dies tun und stellen fest, dass ihre Ururgroßmütter auf demselbenSchiff nach Guatemala kamen.
Margarete, die Ururgroßmutter von Julia liebte seinerzeit einen Indio, die Liebe wurde von deren Vater jedoch unterbunden. Er führte eine Kaffeeplantage und schickte seine Tochter für ein Jahr nach Deutschland, damit sie ihre Liebe vergisst. Als sie nach einem Jahr wiederkam, steht die Plantage vor dem Ruin und eine Heirat soll sie wieder konkurrenzfähig machen. Margarete weigert sich, den von ihrem Vater Erwählten zu heiraten, stattdessen versucht sie, ihren inzwischen vom Alkohol umnebelten Vater auf der Plantage zu ersetzen und diese aus der Schuldenmisere herauszuholen.
Elise, die Ururgroßmutter von Isabell, kommt nach Guatemala, um ihre Eltern bei ihren Forschungen um die vergessenen Mayaschätze zu begleiten, jetzt, wo sie alt genug ist. Aber Elise will das eigentlich nicht, sie ängstigt sich in dem Land, wo Dschungel und Schlangen und noch vieles andere auf sie wartet. Sie will nichts weiter, als weg und wieder nach Hause. Ihre Eltern nehmen jedoch keine Rücksicht auf sie, bis sie eines Tages durch ein Ereignis gezwungen werden, ihre Sicht auf die Dinge zu ändern.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart, wo Julia und Isabell in eine Klasse gehen und im Jahr 1902 in Guatemala, wo die Ereignisse von Margarete und Elise ihren Lauf nehmen.
Der Autorin gelingt es sehr gut, die Atmosphäre in Guatemala einzufangen und wiederzugeben. Die Beschreibung des Dschungels und der Suche nach verlorenen und vergessenen Mayatempeln führten dazu, dass ich mich nahezu vor Ort fühlte und ebenfalls auf der Suche war.
Die Gesellschaftsdünkel wie eine etwaige Beziehung zwischen Plantagenbesitzer und Indio wurden genauso aufgezeigt, wie der Kampf gegen die Ausbeutung dieser Besitzer.
Gekonnt wechselt die Autorin zwischen den beiden Zeitebenen. Der Ortswechsel, in dem der jeweilige Abschnitt spielt, wurde optisch mittels eines Hibiscus für Deutschland oder einem Vogel für Guatemala angezeigt, was mir sehr gut gefallen hat.

Auch Naturereignisse hat die Autorin in ihren Roman mit eingewoben. So wurde zum Beispiel der Ausbruch des Vulkans Santa Maria im Jahre 1902 Thema im Buch mit weitreichenden Folgen.
Laura Antoni hat ihren Roman sehr gut recherchiert, was man anhand von geschichtlichen Ereignissen sehr gut nachvollziehen kann.

Was ich vermisst habe, war ein wenig mehr Tiefe, wie es Margarete gelungen ist, die Plantage wieder auf Vordermann zu bringen. Da gab es meines Erachtens zu viele Andeutungen nur auf Margarete und ihre Großmutter, aber nichts Greifbares.
Auch konnte ich nicht nachvollziehen, warum Julias Eltern sich so seltsam benommen haben, als es  um die Geheimnisse aus der Vergangenheit ging. Wäre meines Erachtens in der heutigen Zeit kein Thema mehr.

Auf alle Fälle hat man mit diesem Roman ein fantastisches Buch in der Hand, in der es um Liebe und Freundschaft geht, aber auch um Geheimnisse und Abenteuer.
Das Buch ist als Jugendbuch für Leser ab 13- 16 Jahre konzipiert, was aber Erwachsene nicht davon abhalten sollte, dieses Buch ebenfalls zu lesen. 
Mir hat es Spaß gemacht, in die Welt von Guatemala abzutauchen und ein wenig aus der Zeit um 1902 kennenzulernen.

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