Laura Antoni

 4.2 Sterne bei 25 Bewertungen

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Cover des Buches Im Land der Kaffeeblüten (ISBN: 9783522201605)

Im Land der Kaffeeblüten

 (25)
Erschienen am 10.12.2012

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Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Zwei unterschiedliche Welten: Deutschland und Guatemala
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Deutschland 2011. Als sich Isabell und Julia, beide 17 Jahre alt, in der Schule das erste Mal begegnen, wissen sie noch nicht, wie eng die Geschichte ihrer beiden Familien miteinander verknüpft sind. Die eine, die verwöhnte Tochter eines Kaffeeimporteurs, die andere, die eines Forscherehepaars, die um den letzten gesellschaftlichen Schliff zu vervollständigen, bei ihrer Großmutter in Deutschland leben soll.

Erst bei der Recherche für eine gemeinsame Projektarbeit entdecken sie, dass sich ihre Urgroßmütter Elise und Margarethe um 1900 in Guatemala kennengelernt und so manches Geheimnis miteinander geteilt haben.

Meine Meinung:

Der auf zwei Zeitebenen spielende Roman spricht verschiedene Themen, wie Landraub durch die Europäer, Ausbeutung der indigenen Völker, Plünderung der prähistorischen Tempel sowie gewaltsame Christianisierung der Mayas an. Einiges, wie die Ausbeutung von Land und Leuten passiert heute noch.

Die Geschichte ist spannend erzählt, wobei mir der Handlungsstrang, der um 1902 spielt, deutlich fesselnder als der in der Gegenwart ist. Nun, ja - man begegnet in Hamburg selten Giftschlangen auf der Straße und statt eines Maultieres reitet man das Fahrrad oder ein Moped.

Auch die Figuren der Vergangenheit sind ein wenig besser gelungen. Sie können sich so richtig schön gegen das „Brave-Töchter-Image“ auflehnen. Allerdings kann es auch daran liegen, dass Elise und Margarethe ein wenig (deutsche) Exotik in Guatemala bedeuten. Leicht haben es beide nicht.

Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Hin und wieder werden auf Worte aus der Sprache der Ureinwohner eingeflochten.

Neben den mehrfachen Wechseln der Zeitebene, geben die wörtlichen Zitate aus den Tagebüchern ein farbenprächtiges Bild der Landschaft und das mühsame Leben auf der Kaffeeplantage wieder.

Gut sind auch die gesellschaftlichen Zwänge zu Beginn des 20. Jahrhunderts dargestellt. So soll Margarethe einen reichen Mann heiraten, um die Plantage vor dem Ruin zu retten. Dabei hat sie ihr Herz an Juan, einen Maya verloren. Eine Beziehung, die so gar nicht geht. Der rettende Engel, der von ihrem Geheimnis weiß, hat selbst eines.

Fazit:

Eine flott und lebendig erzählte Geschichte, der ich gerne 4 Sterne gebe.

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Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Spurensuche in Guatemala
Schlehenfeevor 2 Jahren

Isabell muss von Guatemala nach Deutschland, um die Schule abzuschließen, während ihre Eltern sich neuen Forschungen in Mittelamerika widmen. Dort wird sie zu einem Geschichtsprojekt über den Kaffeehandel zur Kolonialzeit mit Julia, der Tochter eines alten Bremer Kaffeeunternehmens verdonnert. Während die beiden Mädchen sich langsam anfreunden, entdecken sie, dass ihre Urgroßmütter sich in Guatemala kennengelernt haben. Margarete Seler, die auf einer Kaffeeplantage aufwuchs, war in einen Indio verliebt und Elise kam mit ihren Eltern in das Land, um Maya-Ruinen zu entdecken.

Guatemala, auch Land des ewigen Frühlings genannt, war mir bisher unbekannt. Laura Antonis Roman hat mir da quasi nebenbei einiges an neuen Kenntnissen beigebracht. Der Roman funktoniert gut auf beiden Zeitebenen: Margarete und Elise 1902 und Julia und Isabell 2011. Doch der in Guatemala spielende Zeitstrang 1902 war für mich der interessantere.

Die Autorin hat zwei interessante Frauencharaktere geschaffen: die zupackende und tolerante Margarete, die Indio Juan liebt und gegen die Vorurteile ihrer Gesellschaft ankämpft, sowie Elise, die zunächst verängstigt und zimperlich ist, das jedoch zunehmend ablegt und ihre Liebe für das Land und seine Geschichte entdeckt.
Laura Antoni hat Elemente aus der gualtemaltekischen Geschichte, Kultur und Landschaft geschickt in die Handlung eingeflochten, so dass landestypisches Flair aufkam und das Fernweh bei mir geweckt wurde.

Dramatisch wird es, als sich die Handlung dem Höhepunkt zuspitzt: einem Vulkanausbruch und einem Familiengeheimnis. Dieses Geheimnis war zwar leicht voraussehbar, aber für mein Lesevergnügen unerheblich.
Insgesamt war die Story flüssig und abwechslungsreich erzählt und hat mir vor allem dadurch gut gefallen, dass man mehr über ein eher „unscheinbares“ Land erfahren hat.

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Rezension zu "Im Land der Kaffeeblüten" von Laura Antoni

Land des ewigen Frühlings
bookblossomvor 5 Jahren

Erster Satz: "Margarete!" Die Stimme ihrer Gouvernante klang verärgert.

Guatemala Anfang des 20. Jahrhunderts. Das ängstliche junge Mädchen Elise fällt aus allen Wolken, als sie ihre Forschereltern in den Dschungel Guatemalas begleiten soll. Für sie ist diese Reise eine einzige Strapaze! Margarete, die Tochter eines hiesigen Kaffeebarons, weiß jedoch längst um die Faszination des tropischen Paradieses. Sie liebt Land und Leute, allen voran den attraktiven Maya Juan. Über ein Jahrhundert später lernen Isabell und Julia einander kennen und entdecken durch Zufall die Lebensgeschichten ihrer beiden Ururgroßmütter. Vier Frauen, tief verbunden durch das Land des ewigen Frühlings: Guatemala. 

Isabell ist gerade frisch nach Deutschland gezogen, da soll sie auch schon mit Zicke Julia ein Schulprojekt über ihre Heimat in Lateinamerika schreiben. Anfangs stehen sich beide Mädchen skeptisch gegenüber und finden nur schwer einen Draht zueinander. Doch dann entdeckt Isabell unverhofft eines der Tagebücher ihrer Ururgroßmutter und findet heraus, dass die Mädchen weit mehr miteinander verbindet als anfangs gedacht. Denn ihre beiden Ururgroßmütter sind sich bereits damals, im Jahre 1902, in Guatemala begegnet. Dieser "glückliche Zufall" ist natürlich sehr realitätsfern, bietet aber einen schönen Grundstein für die Geschichte. Zusätzlich lockern die handschriftlich gedruckten Tagebucheinträge nicht nur optisch, sondern auch erzählerisch auf. 

Die Handlung selbst wird aus der Sicht aller vier Figuren erzählt, wobei die beiden Protagonistinnen der Gegenwart am Schlechtesten bei mir abschnitten. Sie blieben verglichen zu Elise und Margarete eher blass und unausgereift. Auch das Familiengeheimnis, dass vor allem in der Gegenwart eine große Rolle spielt, war für mich weder spektakulär noch überraschend.
Umso besser gefielen mir Handlung und Charaktere der Vergangenheit. Elise ist ein sehr ruhiges Mädchen, das lieber in Büchern über große Abeneteuer liest, als sie selbst zu erleben. Bald sieht sie sich allerdings dazu gezwungen mit ihren Eltern und ihrem heimlichen Schwarm George nach Guatemala zu reisen. Eine große Umstellung und eine noch größere Erfahrung für sie, die das junge Mädchen auch nachhaltig prägt. Mit Margaretes Geschichte und ihrer bittersüßen Liebe zu dem Indio Juan spricht die Autorin auch die damaligen Probleme zwischen Einheimischen und den weißen Ausländern an. Ihre Liebe muss im Verborgenen blühen und eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich.

Laura Antoni gelingt es, die verschiedenen Zeitebenen spielend leicht zu verknüpfen, sodass der Wechsel zwischen den Jahrzehnten flüssig von statten geht und beide Handlungsstränge gleichermaßen mit Spannung aufwarten können. Besonders die Passagen der Vergangenheit, die beinahe ausschließlich in Guatemala erzählt werden, konnten mich für sich einnehmen. Die Autorin beschreibt das Land mit viel Feingefühl und Gespür für Details. Hier wird ganz klar an das Fernweh der Leser appelliert! 
Der sehr jugendliche Schreibstil weißt auch nochmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um einen historisch anghauchten Schmöker für junge Erwachsene handelt. Zweifellos werden aber auch ältere Leser ihren Gefallen an dem Buch finden. ;)

Cover

Das Cover zeigt eine wunderschöne Küstenaufnahme Guatemalas, über der sich majestätisch der Quetzalvogel durch die Lüfte schwingt. Der Schutzumschlag wurde außerdem aus festem, matten Papier hergestellt und wirkt dadurch nicht nur schöner, sondern auch hochwertiger. Fernweh weckt auch die tolle Innengestaltung des Buches, denn über jedem Kapitelbeginn findet sich die Zeichnung einer Hibsiskusblüte, oder des Quetzalvogels.

Fazit 

Ein mitreißender Ausflug in das traumhafte Land Guatemala! Die Geschichte der Vergangenheit packte mich sofort, nur mit den Figuren der Gegenwart war ich nicht ganz so zufrieden. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle Reiselustigen und Liebhaber von spannenden Geschichten mit einem Hauch Romantik.



© BookBlossom 
http://book-blossom.blogspot.co.at/ 

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