Laura Coleman

 4,1 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Laura Coleman wurde in Südengland geboren und hat Anglistik und Kunstgeschichte studiert. Mit Anfang zwanzig ging sie nach Bolivien und schloss sich der Tierauffangstation Comunidad Inti Wara Yassi an, wo sie mehrere Jahre aktiv war. Heute lebt Coleman wieder in ihrer britischen Heimat. Nach den Jahren im Dschungel genießt sie nun die Nähe zum Meer, schreibt und setzt sich mit ihrer gemeinnützigen Organisation ONCA für den Tierschutz ein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Laura Coleman

Cover des Buches Spaziergang mit Puma (ISBN: 9783431050424)

Spaziergang mit Puma

(7)
Erschienen am 28.10.2022
Cover des Buches The Puma Years: A Memoir (ISBN: 9781542022187)

The Puma Years: A Memoir

(0)
Erschienen am 01.06.2021

Neue Rezensionen zu Laura Coleman

Cover des Buches Spaziergang mit Puma (ISBN: 9783431050424)
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Rezension zu "Spaziergang mit Puma" von Laura Coleman

NiWa
Wichtiges Buch

Mit Anfang zwanzig weiß Laura Coleman nicht so recht, wohin ihr Weg führen soll. Sie bricht kurzerhand zu einer Reise durch Bolivien auf. Dort landet sie in einer Tierauffangstation, ein Ort, der ihr ganzes Leben verändern wird.

Schon bei Erscheinen hat „Spaziergang mit Puma“ meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich liebe Tiere und ganz besonders Katzen, wobei deren Größe für mich ehrlich gesagt keine Rolle spielt. Trotzdem hat es einige Jahre gedauert, bis dieses Buch den richtigen Lesemoment gefunden hat. Im Nachhinein bin ich froh darüber, denn diese wahre Geschichte hat mich tief bewegt und auf eine Weise berührt, mit der ich nicht gerechnet hatte.

In ihrem fast biografischen Werk erzählt Laura Coleman von der Entscheidung, die ihr Leben vor mehr als zwanzig Jahren grundlegend verändert hat. Eigentlich wollte sie nur dem Alltag entfliehen und durch Südamerika reisen. Doch als sie in einer Tierauffangstation mitten im Dschungel landet, nimmt ihr Weg eine völlig andere Richtung.

Anfangs ist sie von den Zuständen regelrecht geschockt. Die Unterkünfte sind einfach, gefährliche Spinnen machen selbst den Gang zur Toilette zu einem kleinen Abenteuer und die Affen treiben ihre ganz eigenen Späße mit den freiwilligen Helferinnen und Helfern. Mehr als einmal spielt sie gedanklich bereits durch, wie sie möglichst schnell wieder verschwinden könnte. Und dann passiert etwas, womit sie selbst wohl nie gerechnet hätte. Sie bleibt. Gefangen in der Liebe zu den Tieren und in der Aufgabe, die sie übernommen hat.

Laura Coleman berichtet von den unterschiedlichsten Bewohnern der Station, erzählt von Vögeln, die sie ins Herz geschlossen hat, von interessanten Begegnungen mit Affen und natürlich davon, wie es ist, mit einem Puma spazieren zu gehen. Dabei entsteht eine außergewöhnliche Nähe zu den Tieren, die mich trotz der Ernsthaftigkeit immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.

Der schonungslose Blick hinter die Kulissen solcher Auffangstationen hat mich arg mitgenommen. Bisher habe ich diese Orte immer als sichere Häfen wahrgenommen, in denen Tiere nach schweren Zeiten wieder gesund werden, um irgendwann in die Freiheit zurückzukehren. Dieses Buch hat mir gezeigt, dass die Realität oft viel trauriger aussieht. Viele der Tiere haben gar keine Chance mehr auf ein Leben in freier Wildbahn. Pumas fürchten sich vorm Dschungel, Vögeln wurden die Flügel gestutzt und Affen leiden unter schweren Verhaltensstörungen, weil sie wie Menschenkinder aufgezogen wurden. Beim Lesen war ich immer wieder erschüttert. Nicht nur darüber, wie grausam Menschen sein können, sondern auch darüber, wie viel Leid aus Unwissenheit und Gedankenlosigkeit entstehen kann.

Ebenso beeindruckt haben mich die Menschen, die ihr Herzblut in diese Arbeit stecken. Laura Coleman schildert, wie freiwillige Helferinnen und Helfer im Dreck wühlen, mit Schweinen spielen, Gehege bauen und dabei ständig über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen. Manche bleiben nur wenige Wochen, andere viele Jahre. Gemeinsam haben sie alle, dass sie ihr Bestes geben und oft mit gebrochenem Herzen weiterziehen.

Auch die ständigen Geldsorgen und die Herausforderungen, genügend Futter und geeignete Unterkünfte für die Tiere zu finanzieren, werden eindrucksvoll geschildert.

Richtig schwer zu lesen waren für mich die Kapitel über einen verheerenden Dschungelbrand. Mehrmals musste ich das Buch zur Seite legen, weil mich die Schilderungen so aufgewühlt haben. Denn wenn ein Wald brennt, verschwinden nicht nur Bäume. Diese Erkenntnis hat sich tief bei mir eingebrannt.

Trotz aller ernsten Themen ist es nicht durchweg bedrückend. Es gibt viele wunderbare Momente voller Lebensfreude. Es wird gemeinsam gegessen, herumgealbert, manchmal ein wenig gefeiert und natürlich über die kleinen und großen Eigenheiten der Tiere gelacht. Die Mischung aus bewegenden, erschütternden und schönen Augenblicken hat das Buch für mich schon sehr besonders gemacht, auch wenn es sich stellenweise etwas zu nostalgisch, zu glorifizierend liest. 

„Spaziergang mit Puma“ ist meiner Meinung nach ein ungemein wichtiges Buch. Es hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass wir Menschen längst nicht so weit sind, wie ich es mir wünschen würde. Manche Geschichten unterhalten. Andere verändern den Blick. Laura Colemans Erinnerungen gehören für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Cover des Buches Spaziergang mit Puma (ISBN: 9783431050424)
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Rezension zu "Spaziergang mit Puma" von Laura Coleman

RenaM
Laura Coleman - Spaziergang mit Puma

So kann man sich irren. Als ich dieses Buch entdeckte, ließen mich Titel und Klappentext einen Roman erwarten. Doch weit gefehlt. Laura Coleman erzählt hier ihre eigene Geschichte. Die jedoch mindestens so fesselnd und interessant ist wie ein gelungener Roman.

Laura ist erst Anfang Zwanzig, fühlt sich aber rastlos und unausgefüllt. Sie reist durch Südamerika und in Bolivien kommt sie so, weniger aus Idealismus als aus Ziellosigkeit, in die Tierauffangstation „Comunidad Inti Wara Yassi“. Hier kümmert man sich vor allem um traumatisierte Tiere, Tiere, die aus ihrer artgerechten Umgebung, ihrer angestammten Gemeinschaft, von Menschen herausgerissen worden waren und dann oft unter völlig unzureichenden Umständen gehalten wurden, vielleicht gequält wurden.

Das Lager muss man sich dabei nicht als gut gepflegtes, perfekt ausgestattetes Tierasyl vorstellen. Es gibt dort kaum Wasser, wenig Strom, baufällige Käfige und rattengeplagte Unterkünfte. Die wenigen festen Gebäude versinken ebenso im Schlamm wie die hölzernen Verschläge, die als Toiletten, Waschräume oder Versorgungsstationen genutzt werden.

Es gibt dort wenige dauerhafte Mitarbeiter, die meisten, die in dieser Station arbeiten, sind Freiwillige, meist sehr junge und sehr idealistische Menschen. Diesen Idealismus braucht es auch, um die Zustände und die Situation der Tiere ertragen zu können.

Laura bekommt, wie die anderen auch, feste Aufgaben. Eine davon ist die Betreuung des verstörten Pumaweibchens Wayra. Täglich führt Laura das traumatisierte Tier nun spazieren, immer voller Angst und gleichzeitig fasziniert von dem eigenwilligen, wunderschönen Puma.

Die Schilderungen, die Beschreibungen sind so plastisch, dass man beim Lesen meint, die Nässe und den Schlamm zu spüren, die vielfältigen Geräusche des Dschungels zu hören und den Gestank in den Gehegen der Tiere zu riechen. Der Bericht ist so spannend wie ein Thriller, so berührend wie eine Liebesgeschichte und so erschütternd wie ein Drama.

All die Vorfälle, die Probleme, mit denen die Menschen in dieser Station zu kämpfen haben, lassen viele von ihnen verzweifeln, aufgeben. Auch Laura versucht immer wieder den Absprung, will heimkehren, nur um dann doch wieder zu Wayra zurückzukommen.

Ein gut geschriebenes Buch, ein Plädoyer für die Tiere, die Natur und die Menschlichkeit.

Laura Coleman - Spaziergang mit Puma
aus dem Englischen von Jasmin Humburg
Lübbe, Oktober 2022
 Klappenbroschur, 350 Seiten, 16,00 €

Cover des Buches Spaziergang mit Puma (ISBN: 9783431050424)
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Rezension zu "Spaziergang mit Puma" von Laura Coleman

MartinA
Interessante Aussteigergeschichte

SPAZIERGANG MIT PUMA beginnt wie viele ähnliche Bücher: Die Autorin ist unzufrieden mit ihrem Berufsleben und sucht eine Herausforderung … die sich dann als anders herausstellt als erwartet. Eine Art Abschreckung oder Herausforderung für den Leser, der vielleicht ähnlich empfindet. Bolivien war das Ziel Laura Colemans und so erzählt sie von ihren Erfahrungen in einer Auffangstation im Dschungel. Katzen, Vögel und vorwitzige Affe bestimmen nun ihren Alltag, aufgelockert durch die Gefahr durch Waldbrände und den Tücken fernab der Zivilisation. Ergreifend und sehr bildlich beschreibt die Autorin ihre Erfahrungen, von der Ankunft und dem ersten Zusammentreffen mit Wayra, der Pumadame, für die sie verantwortlich war. Fast glaubt man als Leser dabei gewesen zu sein.

Aber, so intensiv der erste Teil des Buchs auch ist, so enttäuschend wird der Rest. Nachdem die erste Zeit mit Wayra beendet ist bekommt die Autorin Sehnsucht und sie fährt erneut nach Bolivien (und das wird auch nicht das letzte Mal sein … weitere Aufenthalte folgen). Aber irgendwie ist dann die Luft raus. Das merkt man leider auch am Stil der Autorin, der sich geändert hat und viele Abfolgen interessanter Ereignisse nur noch oberflächlich abhandelt. Der Besuch der Mutter, der ein ergreifendes Ereignis hätte sein können, ist nicht mehr als ein Nebensatz. Schade eigentlich, denn was sehr emotional, ergreifend und bildhaft beschrieben wurde, wird mehr und mehr zur inspirationslosen Aneinanderreihung von Begegnungen und Ereignissen. Was gut begonnen wurde endet langweilend. Und das hat das Buch an sich nicht verdient, denn es regt zum Nachdenken an, zeigt es doch den Zustand sogenannter Auffangstationen für Wildtiere und ihren Kampf um das Überleben und mehr Platz. Nebenbei sind die Schicksale der körperlich und/oder seelisch beschädigten Tiere nahegehend, ebenso wie die Schicksale ihrer Betreuer.

Kann ich das Buch also empfehlen? Ich sollte es tun, alleine wegen des wirklich gut geschriebenen ersten Teil und weil die Botschaft des Buches nie oft genug erwähnt werden kann und auch wenn der Schauplatz Bolivien ist … auch in Deutschland haben Auffangstationen und Tierheime Probleme.

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