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feinekleine

vor 4 Jahren

(16)

Inhaltsangabe

Mhorín sagt: »Zieh eine Karte, Zauberer.« Ich ziehe, ich drehe sie um, ich schaue sie an. Ich spiele sie. Sie ist: DER FLUSS. Ich kenne diese Karte. Ich weiß, wohin sie führt. Ich weiß, dass ich dort nichts verloren habe, und womöglich alles ... Mhorín wirft den Kopf zurück, sie lacht, dann stößt sie mich über den Rand, und ich falle. Ich frage mich, ob es das wert sein wird, aber ich habe keine Wahl: Das Irr-Licht ist ansteckend. Ich will nicht, dass es meinen Sohn befällt. Der Sternenlichtschatten ist vorübergezogen. Der Nachtschattenthron ist verwaist, und der Dunkle Fremde, der das Unglück über die Welt gebracht hat, ist fort. Menschen, Geflügelte, Unsterbliche und andere Völker hoffen auf ein besseres Morgen. Doch der grausame König hat ein düsteres Erbe hinterlassen ... Ein großes Epos um Liebe und Verrat, um Flüche, Bestimmungen und die Suche nach dem Nirgendland, wo alle Antworten zu finden sein sollen ... oder vielleicht auch der Tod.

Meine Meinung

In dieser Geschichte geht es um den jungen Arkhalaéyi Jeónathar, der sein Volk verlässt um sich auf die Suche nach seinem zweiten Namen zu begeben. Denn nur mit seinem zweiten Namen, der sein Wesen beschreibt, kann er sich vollständig fühlen, ist er ein akzeptiertes Mitglied seines Volkes. Doch diese Geschichte handelt auch von einer Welt die sprichwörtlich in Scherben liegt. So muss Jeónathar um seinen wahren Namen zu erfahren viele Hindernisse überwinden, auf Spiegelfährten, wie auch Sternenpfaden wandern und sich vor der Irrlichtfährte hüten. Einzig das Geheimnis um seinen Vater, kann ihm bei seiner Suche nach seinem Namen helfen und so beginnt sein Abenteuer. "Nirgendland" ist eine poetische Darstellung einer Welt die zwischen den Zeiten im Verfall gefangen ist. Zwar erweist sich der Einstieg auf Grund vieler fremdartiger Namen und den anfangs etwas schwer verständlichen Schreibstil als etwas knifflig (vielleicht auch einfach, da man ihn einfach nicht gewohnt ist), aber liest man weiter findet man irgendwann in die Story hinein und empfindet gerade diesen sehr bildhaften, fantasiegeladenen Schreibstil als eine sehr willkommene Abwechslung zu den sonstigen "Fastfood-Büchern", die man so liest. (Womit ich keinesfalls diese Art von Büchern abwerten will, nur finde ich die Abwechslung schön!) Gerade diese wundervollen Beschreibungen von Orten wie Charakteren machen das Buch zu einem besonderen Erlebnis. Spiegel und Schatten, wie auch Irrlilien spielen eine große Rolle im Buch und in der Leserunde in der ich das Buch gelesen habe sagte ich es bereits und diesen Eindruck habe ich immernoch wenn ich an das Buch zurückdenke: Es glitzert überall in meinem kopf von Spiegelscherben. Wer das Buch nun liest und weis welche Rolle Spiegelscherben in dieser Geschichte haben... dem wird schnell klar sein, wäre ich eine Figur in "Nirgendland", wäre es wohl nicht sonderlich erstrebenswert einen Kopf voller Spiegelscherben zu haben, aber man versteht was ich meine, denke ich. Diese Bildwelten die Laura Flöter geschaffen hat, haben sich einfach in meinem Kopf festgesetzt und meine Vorstellungskraft um einiges erweitert. Allein wegen dieser zauberhaften Schauplätze und all der Ideen die in diesem Buch stecken, würde ich euch das Buch schon empfehlen.  Zur Geschichte selbst: Die Geschichte ist in zwei Teile geteilt, sozusagen. Der erste beschäftigt sich mit der Vorgeschichte, der zweite mit Jeónathars Suche. Auch wenn viele Fragen und auch Verwirrungen beim lesen aufkommen, finden die Handlungsstränge am Schluss zusammen und ergeben ein Gesamtbild. Kritikpunkt hier wäre von mir, dass sich für mich ein paar Fragen noch nicht ausreichend geklärt hatten, bzw. ich mir bestimmte Handlungsstränge noch etwas weiter ausgeführt gewünscht hätte. Allerdings wäre das durchaus alles Material für eventuell einen zweiten Teil. Hätte ich nun das Buch allerdings nicht in der Leserunde gelesen und hätte nachfragen können, wäre ich bei manchen Kleinigkeiten die sich ergeben haben wohl ratlos geblieben.   Zu den Charakteren kann ich sagen, dass ich sie eigentlich durchweg ins Herz geschlossen habe. Es sind nicht alles typische Heldenfiguren mit deren Handlungen ich immer einverstanden war, trotzdem macht gerade dies sie zu so vorstellbaren, greifbaren Charakteren, denn auch in der wirklichen Welt trifft nicht jeder immer die richtige Entscheidung und handelt selbstlos. Trotzdem, oder gerade deshalb fühlt man mit den Figuren von Nirgendland mit. Man leidet mit ihnen, wenn sie Schlimmes erfahren müssen und ist froh mit ihnen, wenn sich für sie etwas zum Besseren wendet. So habe ich gerade Jeónathar sehr ins Herz geschlossen, ein Außenseiter unter den Sternenstürmern, gemieden ohne etwas dafür zu können und trotzdem voller Mut und Hoffnung und bereit das Nest zu verlassen, etwas wirklich zu riskieren um sich seinen Platz in der Welt zu erkämpfen.

Fazit

Dieses Buch ist nichts für mal schnell zwischendurch. Es ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte und ist man bereit dazu, wird man mit einer sehr fantasievollen Welt belohnt, die einen verzaubern kann, aber auch erschrecken. Der Einstieg gestaltet sich aufgrund vieler fremdartiger Namen und einem anfangs ungewohnten Schreibstil als etwas komplizierter und ich glaube Leute die durchweg leichtere Lektüre bevorzugen werden nicht glücklich mit "Nirgendland". Denn es ist mitdenken erfodert um das Gesamtbild erfassen zu können und den Anschluss nicht zu verlieren. Dennoch würde ich raten, dem Buch eine Chance zu geben, allein der wundervollen Beschreibungen wegen. Oftmals dachte ich: "Dieser Person würde ich gerne mal gegenüberstehen", oder "Diesen Ort würde ich auch gerne mal besuchen" (oder auch nicht... bei den weniger schönen ;D).
Abzug gibt es von mir nur für den doch etwas mühsamen Einstieg, ich weiß jedoch nicht ob man das hätte besser lösen können oder ob es an der anfänglichen Umstellung liegt und die nicht geklärten oder für mich nicht genügend geklärten Fragen.

Autor: Laura Flöter
Buch: Nirgendland
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