Laura Flöter

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Interview mit Laura Flöter

7 Fragen an Laura Flöter

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Ich glaube, diese Frage kann ich sehr präzise beantworten: Ich wollte das schon immer. Das Schreiben von Geschichten und das Buch als der Gegenstand, der sie enthält, haben mich schon immer fasziniert. Es war immer ein großer Traum von mir, so etwas auch einmal selbst zu tun – und jetzt ist es tatsächlich passiert. Unglaublich! Ich fing mit dem Schreiben an, sobald ich Rechtschreibung und Alphabet einigermaßen beherrschte – also in der Grundschule. Mein erstes Schreibgerät war ein Aufziehfüller, schwarz mit dunkelrotem Muster, das weiß ich noch genau, den haben mir meine Eltern zur Einschulung geschenkt. Ich war völlig entzückt von diesem Füller! Damals liebte ich die Nils Holgersson-Zeichentrickserie über alles, und so schrieb ich zunächst vor allem Gänsegeschichten – Abenteuer von Däumling und Martin, die ich mir selbst ausgedacht hatte, aber auch Geschichten über unsere vielen Haustiere. Ich schrieb auf unliniertes Papier, malte Bilder dazu und tackerte dann alles zusammen – fertig war das ‚Buch’! Diese 'Erstlingswerke' habe ich auch heute noch. Geschichten waren aber schon immer in meinem Kopf; als ganz kleines Kind habe ich mit meinen Freundinnen stundenlang Fantasiespiele gespielt. Aufs Papier fanden die Geschichten aber erst mit dem Schreibenlernen.

2) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese natürlich sehr gerne Phantastisches, insbesondere Patrick Rothfuss, Stephen King, Tad Williams, Walter Moers und Michael Ende – und einiges von Zafón, z.B. „Der Schatten des Windes.“ Magischer Realismus ist ja auch in gewisser Weise Phantastik. Aber ich schränke mich da nicht ein; vor einiger Zeit habe ich „The Road“ von Cormac McCarthy gelesen, außerdem etwas von Juli Zeh und Jonathan Franzen – also auch Fiktiv-Realistisches. Ich finde es wichtig, sich mit möglichst vielen unterschiedlichen Texten auseinanderzusetzen, gerade, wenn man selber schreiben möchte, um seinen literarischen Horizont und damit auch den eigenen Vorstellungsschatz und das persönliche Ausdrucksvermögen zu erweitern. Gutes Erzählen beruht auf Regeln, die über Genre und Gattung hinaus gültig sind. Bei Neuzugängen für das eigene Bücherregal verlasse ich mich auf die guten alten Empfehlungen von Freuden – die wissen, was ich mag, und es kommt nur selten vor, dass sie sich irren :)

3) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Das ist nicht so einfach – am meisten vielleicht von 'unserem' deutschen Altmeister Michael Ende, aber leider ist er bereits vor einiger Zeit verschieden, deshalb wird es da wohl nicht zu kommen... Ansonsten würde ich mich bei jedem der oben genannten Autoren wahnsinnig freuen, wenn sie mir diese Ehre erweisen würden – jeder von ihnen hat meinen Stil beeinflusst, deshalb möchte ich da keine Wertung vornehmen. Vielleicht kommt es ja eines Tages dazu, das wäre phantastisch :)

4) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Mein allerliebstes Hobby sind phantastische Rollenspiele – ich spiele seit etwas mehr als zehn Jahren mit annähernd der gleichen Clique, und zwar jeden Sonntag Abend. Das ist ein fester Termin in der Woche, und der ist mir sehr wichtig; wir wechseln dabei zwischen fantasy und Phantastik und spielen „Das Schwarze Auge“ oder „World of Darkness“/Crossover. Dabei spielt Melanie eine besonders große Rolle; wir spielen schon sehr lange zusammen und arbeiten unsere Geschichten und die Figuren darin akribisch aus, was ein riesiger Fundus an Anregungen ist. Aber ich gehe auch gern ins Kino, ins Theater und in die Oper oder in Museen und Kunstgalerien – eigentlich fällt immer irgendwo ein 'Kreativitätspartikelchen' ab :)

5) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Also, da, muss ich sagen, passe ich nicht ganz in’s Schriftsteller-Klischee – ich setze mich morgens an meinen Arbeitstisch und schreibe los. Punktum. Ausflüchte gelten nicht – naja, zumindest nicht immer ;) Ich habe keine exklusive Schreib-Zeit, auch wenn es natürlich Tage gibt, an denen die Worte einfach nicht so richtig wollen. Aber das ändert sich dann meistens auch für heute nicht mehr – deshalb lasse ich es dann einfach ganz und mache etwas Anderes, z.B. an meiner Dissertation schreiben; die möchte ja auch nicht vernachlässigt werden! Wenn ich aber sowieso nicht den ganzen Tag Zeit für’s Schreiben habe, dann lege ich meine Schreibstunden in den Nachmittag. Zwischen 16 und 20 Uhr bin ich eigentlich am kreativsten. Auch, wenn ich malen möchte, bevorzuge ich diese Zeit. Ganz allgemein sind bei mir die Morgenstunden besser für ‚Sachliches’, und der Nachmittag für ‚Kreatives’ – jedenfalls empfinde ich das so. Früher habe ich beim Schreiben gern Musik gehört, die von der Stimmung her gerade zum Text passte; irgendwann habe ich dann zu rein instrumentaler Musik gewechselt, ohne Vocals – z.B. Apocalyptica. Inzwischen empfinde ich aber ständige Nebengeräusche an sich als störend, brauche also besondere Ruhe. Keine Ahnung, wie das kommt – vielleicht ist Metal an sich einfach zu laut für leise Gedanken....

6) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Naja, das ist nicht schwierig – ich wünsche mir natürlich, dass sie ein geneigtes Publikum finden und ich weiterhin die Möglichkeit habe, zu schreiben und zu malen. Darüber hinaus hoffe ich, dass sich mein Dissertationsprojekt gut und zügig entwickelt und in der akademischen Welt ein wenig Beachtung findet!

7) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Man kann es einfach nicht glauben. Auch, wenn man das Buch gedruckt, gebunden und signiert in Händen hält – das ist eins der großartigsten Dinge, die mir bisher passiert sind!