Laura Freudenthaler

 5 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Königin schweigt, Die Königin schweigt und weiteren Büchern.

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Geistergeschichte

Erscheint am 08.02.2019 als Hardcover bei Droschl, M.

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Die Königin schweigt

Die Königin schweigt

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Erschienen am 11.08.2017
Geistergeschichte

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Erschienen am 08.02.2019
Die Königin schweigt

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Erschienen am 09.09.2019
Der Schädel von Madeleine

Der Schädel von Madeleine

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Erschienen am 01.02.2014

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Rezension zu "Die Königin schweigt" von Laura Freudenthaler

Die Königin soll weitererzählen
Luis_Stabauervor 5 Monaten

Mit dem dünner werdenden Blätterpaket auf der rechten Buchseite wuchs meine Sehnsucht: Die Königin möge nicht aufhören, mir zu erzählen.

Der Bauernhof, der Wald, der Gemüsegarten, das Schulmeisterhaus, das Dorf, die Kleinstadt, die Hauptstadt werden behutsam als Kulissen aufgebaut, in denen Fanny ein Leben lang beobachtet, sucht und gestaltet.

Das Unglück wird von der Verdrängung gehalten, die Vergangenheit bis an die Grenze des Schmerzes entwickelt. Die Schönheit der Sprache, die kreativen Formulierungen und die Liebe zum Detail bewahren mich als Leser, das Unglück als Unglück zu spüren – die Königin bleibt in ihrem selbstgebauten Schloss, behält ihren Stolz. Die Rettung aus dem Sumpf, als wunderbare Metapher, macht Fanny aus. Und wie sie erzählt, ohne viel zu reden, das ist literarische Kunst, geschmiedet von Laura Freudenthaler. Ich bin begeistert.

Bleibt zu hoffen, noch viel von der geistvollen, österreichischen Literatin zu lesen zu bekommen.

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Rezension zu "Die Königin schweigt" von Laura Freudenthaler

Erinnerungsfragmente als Momentaufnahmen eines Lebens
WinfriedStanzickvor einem Jahr



In ihrem Debütroman „Traurige Freiheit“  hatte die Österreicherin Laura Freudenthaler im Jahre 2016 überzeugend und sehr einfühlsam das Scheitern, den Absturz und die Einsamkeit einer jungen Frau in ihrem Konflikt zwischen ihrer Beziehung und ihrer Arbeit beschrieben. Sie schilderte damals ihre Hauptfigur drastisch, gleichzeitig aber mit großer Sensibilität, viel sprachlichem Geschick ohne sentimental zu werden.

Dieses sprachliche Geschick hat sie auch bei ihrem zweiten Roman unter Beweis gestellt, der unter dem Titel „Die Königin schweigt“ 2017 ebenfalls bei dem kleinen ambitionierten österreichischen Droschl Verlag erschienen ist, und der soeben mit dem Bremer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet wurde. Die Jury schreibt dazu:
„Mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises wird Laura Freudenthaler für „Die Königin schweigt“ ausgezeichnet. Ein stiller, konzentrierter Roman, der eine alte Frau, die sich gegen das Erinnern und das Erzählen sperrt, auf ihr von Verlusten bestimmtes Leben zurückblicken lässt. Freudenthaler zeichnet das eindringliche Porträt einer Generation, die ein scheinbar unspektakuläres Dasein führte, in dem sich aber tatsächlich die große Geschichte verbirgt.“


„Die Königin, die schweigt“  ist Fanny. Eine Frau, die immer aufrecht bleibt, vieles für sich behält und dennoch viele Geschichten kennt. Aus ihrem langen und bewegten Leben erzählt Laura Freudenthaler, und sie tut es so, als hätte sie diese Frau gut gekannt. Sie erinnert sich an die tragischen und die schönen Ereignisse ihres Lebens, an das Leben mit Bruder und Eltern auf dem Bauernhof,  an den Besuch der Wirtschaftsschule, wo sie das einzige Mädchen war.

Als der Bruder im Krieg fällt, ist dies das erste Lebensunglück, dem sich in den folgenden Jahrzehnten weitere anschließen werden. Nachdem Fanny nach dem Krieg den in der KPÖ aktiven Schulmeister geheiratet hat und ins Schulmeisterhaus gezogen ist, muss trotz ihrer tatkräftigen Unterstützung der elterliche Hof verkauft werden. Ihr Mann verunglückt tödlich und auch die Eltern sterben. Nachdem Fanny in der Großstadt gezogen ist, doch bald schon wieder in einer kleinen Stadt in der Nähe des Heimatsdorfes seßhaft wird, bleibt ihr nur ihr Sohn Toni, der, ihr im Wesentlichen fremd, schließlich erwachsen wird und sein eigenes Leben lebt.

Irgendwann wird Toni seinem Leben ein Ende setzen und seine Tochter Hanna zurücklassen. Doch auch mit ihr kann Fanny nicht wirklich Nähe aufbauen:
„Fanny schaute Hanna an. Noch so eine Vergangenheitsfahrerin. Wie die Enkeltochter, wie Toni auch. Alle wollen sie hingehen, wo irgendwann einmal etwas gewesen war, und begriffen nicht, dass eine Rückkehr unmöglich war.“

Erinnerungsfragmente als Momentaufnahmen eines Lebens, das Fanny zu einer unnahbaren und schweigsamen Frau gemacht hat: Laura Freudenthaler zeigt auch in ihrem zweiten Roman  ein feinsinniges Gespür für Stimmungen und Emotionen.

Hier wurde ein literarisches Talent ausgezeichnet, von dem wir sicher in den nächsten Jahren noch mehr hören und lesen werden.



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