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_bunteszebra

vor 2 Jahren

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Es geht ganz schnell. Knall auf Fall und zack Sienna hat sich in Austin verliebt, als dieser sie vor zwei betrunkenen Typen beschützt. Liebe auf den ersten Blick nennt man das Phänomen, dass auch Austin erwischt. Doch es soll nicht sein. Sie kommen aus unterschiedlichen Welten und dann ist da auch noch Austins Vergangenheit, die es Sienna und Austin eigentlich unmöglich macht zusammen zu sein.


Leider muss ich sagen, dass ich den Klappentext etwas ungeschickt finde. Er weist auf eine verbotene Liebe hin, die man, meines Erachtens, nicht im Buch findet. Jedoch ist das meine Ansichtssache. Ich denke der Ein oder Andere wird dies genau passend sehen.


Der Einstieg in die Geschichte um Sienna und Austin jedoch gelingt einem sehr gut. Laura Johnston fängt mit einem, na ja eine Art Epilog an, aber irgendwie auch nicht. Der Titel des kleinen Abschnittes ist „Bis zum nächsten Mal“, der uns das ein oder andere Mal noch über den Weg läuft und auch eine gewisse Bedeutung hat. Man kann ihn ein bisschen mit „Bereit? - Bereit, wenn du es bist.“ aus der Edelstein-Trilogie vergleichen. Ich mag es sehr, wenn gewisse Insider sich in einem Buch verstecken und mir dadurch im Kopf bleiben.

Zuerst lernen wir Sienna und mit ihr auch ihre Flashbacks kennen, die sie plagen seitdem ihr Vater gestorben ist. Zusammen mit ihrem kleinen Bruder und ihrer Mutter verbringt Sienna den Sommer auf Tybee. Dort lernt sie Austin kennen, der seit ungefähr einem Jahr in Savannah in der Nähe von Tybee wohnt.


Geschrieben ist das Buch von Laura Johnston in der Ich-Form, wobei sie zwischen der Sichtweise von Austin und Sienna immer wechselt. Ich persönlich mag diesen Schreibstil sehr gerne. So gibt der Autor einem die Möglichkeit immer noch mehr Emotionen und Gefühle und Gedanken, die die Protagonisten so beschäftigen, wahrzunehmen. Man kann noch tiefer mit dem Charakter verschmelzen und die Handlungen mehr nachvollziehen. Natürlich hat es auch seinen Reiz, wenn die Geschichte nur aus einer Sichtweise erzählt wird, aber momentan geht ja der Hang dazu, dass das Buch dann noch mal aus der anderen Sichtweise geschrieben wird.

Sienna ist ein Charakter, den man entweder liebt oder hasst. Ich persönlich hatte einige Male das Bedürfnis sie ein wenig zu schütteln, damit sie nicht diesen Weg geht, sondern eher den anderen. Wobei man sagen muss, dass sie das mit ihrer Mutter, die eine sehr strenge Schiene fährt, auch nicht unbedingt leicht hat. Dennoch fiel es mir nicht immer unbedingt leicht mit Sienna auszukommen. Auch wenn gerade ihre Handlungsweisen menschlich wirken, fand ich ihre Reaktionen manchmal ein wenig überzogen.

Bei Austin fiel mir das schon leichter. Er war mir sympathisch. Wenn ich seine Handlungen manchmal auch ein wenig merkwürdig fand. Wenn ihr das Buch lest, denkt bei der Schuhszene am Anfang an mich, dann werdet ihr wissen was ich meine. Er ist ein bisschen glatt und man sucht nach Kanten, die sich erst im späteren Verlauf ein wenig auftun. Sie lassen Austin realer wirken. Übermenschen kann keiner gebrauchen. Die Nebencharaktere bleiben manchmal ein bisschen blass. Wie Siennas bester Freund oder auch ihr Bruder.


Bei dem Schreibstil von Laura Johnston hat mir sehr gefallen, dass die Unterhaltungen zwischen den Charakteren nicht so hochgeschraubt vom Wortschatz her waren, sondern sehr dem Alter angepasst. Sonst lässt sich das Geschriebene auch sehr schön lesen. Allerdings verwirrt es manchmal, da Flashbacks optisch nicht gekennzeichnet sind. Wobei hier die Frage ist, woran das liegt.

Mein größtes Problem hatte ich damit, dass die Autorin wirklich viele Themen anschneidet und versucht in ihrem Buch unterzubringen. Was sich leider negativ auf das Buch auswirkt. Dadurch, dass Laura soviel unterbringen will, kommen die einzelnen Themen leider viel zu kurz und werden sehr schnell abgehandelt. Bei dem ein oder anderen Thema hätte ich mir umfangreichere Schilderungen gewünscht und andere hätten auch gut und gerne unter den Tisch fallen können.


Für eine kurzweilige Unterhaltung ist das Buch, meiner Meinung, nach geeignet. Doch man sollte nicht zu viel darüber nachdenken, weil einem dann immer mehr Sachen auffallen, die nicht ganz so perfekt waren. So ist es bei mir jedenfalls gewesen. Im Rahmen einer Leserunde habe ich das Buch (krankheitsbedingt) erst gelesen und später meine Eindrücke verfasst. Insbesondere, wenn man dann die anderen Leseeindrücke liest, regt das noch mal an über das Buch nachzudenken.

Da ich keine halben Herzen vergeben kann, habe ich auch 3 aufgerundet, weil ich mich doch im ersten Lesen unterhalten gefühlt habe.

Autor: Laura Johnston
Buch: Zwischen uns nur der Himmel
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