Laura McHugh Die Schwere des Blutes

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 6 Rezensionen
(3)
(2)
(2)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die Schwere des Blutes“ von Laura McHugh

Jedes Geheimnis hat seinen Preis Das kleine Städtchen Henbane liegt tief in den Bergen Missouris verborgen. Noch immer tuscheln die Bewohner hinter vorgehaltener Hand über Lucys schöne Mutter Lila, die vor sechzehn Jahren spurlos und unter ungeklärten Umständen verschwand. Auch Lucys Schulfreundin Cheri wird seit einem Jahr vermisst, und ihr Verschwinden scheint auf mysteriöse Weise mit Lilas Schicksal verknüpft zu sein. Als Cheris Leiche – übersät mit Tattoos und Brandmalen – gefunden wird, ist Lucy fest entschlossen herauszufinden, was ihr zugestoßen ist. Doch schon bald erkennt sie, dass in einem abgeschiedenen Ort wie Henbane zahlreiche Geheimnisse verborgen liegen – Geheimnisse, die zu beschützen die Bewohner über Leichen gehen würden

Sehr gute Geschichte, mit einem (leider) sehr schwachen Ende

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Laura McHugh ist für mich DIE Neuentdeckung des Jahres. Dieses Buch muss man gelesen haben.

— hans-bubi
hans-bubi

Düstere Atmosphäre in schauriger Umgebung! Beeindruckendes Debüt!

— SillyT
SillyT

Laura McHugh mixt in ihrem Debüt zwei sehr junge Protagonistinnen, intelligenten Plot und passendes Setting zu einem stimmigem Thriller

— Devona
Devona

Ein ganzer Ort hält kollektiv den Mund über das Verschwinden junger Mädchen. Sehr düster und schwer nachzuvollziehen

— Cambridge
Cambridge

Stöbern in Krimi & Thriller

In tiefen Schluchten

Leider für mich weit weg vom Krimi, dafür viel spannendes und interessante für die Hugenotten

isabellepf

Der Nebelmann

subtiler, spannender Thriller!

Mira20

Nachts am Brenner

spannend, fesselnd mit einer Reise in die Vergangenheit

Gartenkobold

Finster ist die Nacht

Sympathische Ermittlerin und ein gemütlicher Krimi

mareikealbracht

Die Bestimmung des Bösen

Ein spannender Einblick in die biologischen Analysen eines Kriminalfalles

Caro_Lesemaus

Kalte Seele, dunkles Herz

Eine Geschichte, die ich mit keinem bis jetzt gelesenen Buch vergleichen könnte.

SweetSmile

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Geheimnisse in einer Kleinstadt....

    Die Schwere des Blutes
    lievke14

    lievke14

    14. November 2016 um 09:48

    Das kleine Städtchen Henbane liegt tief in den Bergen Missouris verborgen. Noch immer tuscheln die Bewohner hinter vorgehaltener Hand über Lucys schöne Mutter Lila, die vor sechzehn Jahren spurlos und unter ungeklärten Umständen verschwand. Auch Lucys Schulfreundin Cheri wird seit einem Jahr vermisst, und ihr Verschwinden scheint auf mysteriöse Weise mit Lilas Schicksal verknüpft zu sein. Als Cheris Leiche – übersät mit Tattoos und Brandmalen – gefunden wird, ist Lucy fest entschlossen herauszufinden, was ihr zugestoßen ist. Doch schon bald erkennt sie, dass in einem abgeschiedenen Ort wie Henbane zahlreiche Geheimnisse verborgen liegen – Geheimnisse, die zu beschützen die Bewohner über Leichen gehen würden…. Die Kurzbeschreibung las sich unwahrscheinlich spannend und rätselhaft. Die junge Lucy lebt allein mit ihrem Vater in dem kleinen Städtchen Henbane. Die Mutter ist vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden. Als junge Frau kam sie in die Gemeinde, um dort eine Arbeit bei Crete, dem Onkel von Lucy aufzunehmen. Eine aufregende Schönheit war sie….permanent Männerblicke nach sich ziehend und dennoch war sie nicht erwünscht. Lucy und ihr Vater leiden noch heute unter den ungewissen Verbleib der Mutter…. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lila und Lucy erzählt. Der Handlungsstrang um Lila in der Vergangenheit hat mich durch seine Intensität wesentlich mehr angesprochen, als die Handlung in der Gegenwart. Lila hat es von Anfang an nicht leicht in Henbane Fuß zu fassen. Sie erledigt ihre Arbeiten auf dem Feld und im Restaurant sehr gewissenhaft, wird aber aufgrund ihres Äußeren auf ein männerfangendes Frauenzimmer reduziert. Sehr schnell muss sie außerdem feststellen, dass sich auch das Verhalten von Crete ihr gegenüber immer mehr ändert…. Auch Lucy’s Welt gerät aus den Fugen, als eine ihrer Freundinnen tot und verstümmelt aufgefunden wird. Wer in Gottes Namen ist zu einer solchen Freveltat fähig? Sie beginnt auf eigene Faust nach der Wahrheit zu suchen und verfängt sich immer mehr in den Geheimnissen ihrer Heimatstadt und auch in die ihrer eigenen Familie. Die Story spielt die ganze Zeit über in Henbane….mit diesem einzigen Spielort wirkt die Geschichte beinahe wie ein Kammerspiel. Aufgrund des Klappentextes bin ich von einem nervenaufreibenden Thriller ausgegangen: "denn die Bewohner sollten ja Geheimnisse bewahren, bei deren Geheimhaltung sie über Leichen gehen würden…." Na ja! Das ist in diesem Fall leider sehr übertrieben. Der Hintergrund zu den Ereignissen in der Vergangenheit und Gegenwart war zwar durchaus interessant und makaber, allerdings auch immer wieder irgendwie vorhersehbar. Aufgrund der Charakterbeschreibungen und deren Verhaltensweisen, die allesamt sehr einfach gestrickt waren, konnte man schnell selbst auf die eine oder andere Lösungsvariante kommen. Auch kam  insgesamt wenig Spannung auf, da viele Handlungen von vornherein absehbar waren. Alles in allem lies sich das Buch gut lesen. Ein guter Roman mit viel Potenzial, das meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft worden ist.

    Mehr
  • Düstere Atmosphäre durch und durch

    Die Schwere des Blutes
    SillyT

    SillyT

    22. August 2016 um 18:01

    Willkommen in Henbane, dem kleinen Ort mitten in den Bergen Missouris. Ein Ort mit gerade einmal 700 Einwohnern, vielen Geheimnissen und einem ungesundem Misstrauen allen und allem Fremden gegenüber. Henbane ist auch der Ort, in dem Lucys Mutter Lila vor beinahe 16 Jahren spurlos verschwand, eine junge Frau, die nicht aus Henbane stammte und in dem kleinen Ort für viel Aufregung sorgte. Als plötzlich 16 Jahre später Lucys geistig behinderte Freundin Cherie spurlos verschwindet, vermuten alle, dass sie durchgebrannt ist, denn mit ihrer Mutter hatte sie es nicht leicht. Doch ein Jahr nach ihrem Verschwinden findet man Cheries zerstückelte Leiche in einen hohlen Baumstamm gestopft. Spuren zum Täter sucht man vergebens. Lucy hingegen beginnt das schlechte Gewissen zu quälen, denn Cherie war ihr eigentlich eher lästig und Cherie hat Lucy verehrt. Wenn sie sich mehr um Cherie gekümmert hätte, wäre sie dann noch am Leben? Heimlich beginnt Lucy Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf Geheimnisse, die nicht nur mit Cherie zusammenhängen. Gibt es Parallelen zum Verschwinden der eigenen Mutter? Warum sagt ihr niemand genaueres, was damals passiert ist? Denn eines ist klar, hier weiß so manch einer mehr, als er zugibt.Meine Meinung: Gleich vorweg: wow, dieses Debüt hat mich wirklich fesseln und beeindrucken können. Dabei legt die Autorin Laura Hugh hier nicht den Schwerpunkt auf das wirklich grausige Verbrechen, sondern viel mehr auf Lucys Nachforschungen, die nicht nur die Gegenwart betreffen. Die Beschreibungen von Orten und Personen sind so präzise, dass ich durchweg passende Bilder des Settings und der Charaktere vor Augen hatte. Der Schreibstil ist flüssig, aber nicht unbedingt einfach, denn hier wird viel Wert auf die Atmosphäre gelegt. Es gibt in der Erzählung nicht nur Zeitsprünge, sondern auch Perspektivenwechsel, die zusätzliche Aufmerksamkeit des Lesers fordern. Eingeteilt ist das Buch in drei große Abschnitte und in dem ersten davon erfahren wir, abwechselnd erzählt aus den Sichten von Lucy und ihrer Mutter Lila. In den beiden folgenden Abschnitte gibt es auch die Ansichten verschiedener Nebencharaktere, die durchaus mehr wissen, als sie Lucy erzählen. So erfährt man als Leser so nach und nach kleinere Details und wird selber immer misstrauischer. Das Lesen fordert dabei, wie schon gesagt, aber absolute Aufmerksamkeit, ansonsten entgeht einem schnell einmal etwas, was wichtig sein könnte. Nun mag das ganze für den ein oder anderen langatmig klingen, aber in mir hat es immer mehr Neugierde geweckt. Gleichzeitig schafft die Autorin mit ihrem gewählten Setting und auch durch die Beschreibungen der Personen eine durchweg düstere, beinahe schon schaurig anmutende Atmosphäre. Ich habe vor kurzem hierzu den Vergleich zu der Serie Twin Peaks gelesen, bei der es auch diese Stimmung gab. Wer diese Serie noch kennt, wird wissen, wovon ich rede, ich hatte damals auch immer dieses beklemmende, unheimliche Gefühl, das ich auch beim Lesen dieses Buches hatte. Denn dadurch, das Henbane so abgeschottet vom Rest der Welt liegt, folgt es durchaus noch seinen eigenen Regeln und hier gilt gerne einmal der Satz "Blut ist dicker als Wasser", womit dann auch der Titel sehr gut erklärt wird. Die Charaktere wirken wie geschaffen für diesen Ort und unterstreichen noch einmal die Glaubwürdigkeit des Geschehens. Lila wirkt hier so frisch und anders, dass man keineswegs Zweifel bekommt an der Abneigung und dem Misstrauen, den so manch ein Dorfbewohner ihr gegenüber hegt. Ich für mein Teil konnte mich hier noch am besten in Lila versetzen und fühlte absolut mit ihr. Ihrer Tochter Lucy hingegen merkt man sehr deutlich an, dass sie in diesem abgelegenen Ort aufgewachsen ist. Zwar ist sie rein optisch das Abbild ihrer verschwundenen Mutter, aber ich hatte bei ihr durchweg das Gefühl, dass sie nach Henbane gehört. Auch die Nebencharaktere verpassen dem Ganzen noch einmal diese Düsternis und ich muss zugeben, dass ich hier so gut wie Niemandem Vertrauen geschenkt hätte.Mein Fazit:Düstere, beinahe schaurig anmutende Atmosphäre und ein Setting, das dazu absolut perfekt gewählt wurde, konnten mich an das Buch fesseln. Zwar muss man durchaus konzentriert lesen, da wechselnde Perspektiven und Zeitsprünge ihre Aufmerksamkeit fordern, trotzdem war ich wie gebannt von der Geschichte. Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen und konnte nicht passender sein und auch die Charaktere haben mich völlig überzeugt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es irgendwo einen Ort wie Henbane gibt. Wer allerdings blutrünstige Action bevorzugt, ist hier nicht unbedingt richtig, denn das Hauptkriterium dieses Buches liegt in seiner ganzen Atmosphäre. Mich konnte die Autorin völlig packen mit diesen ungewöhnlichen Thriller, dass ich sehr gerne fünf von fünf Sternen vergebe.

    Mehr
  • Lange Passagen schleppen sich bis zum Ende durch

    Die Schwere des Blutes
    monja1995

    monja1995

    17. August 2016 um 21:17

    ThrillerVor sechzehn Jahren verschwand Lila, Lucys Mutter spurlos aus Henbane, einem verschlafenen Städtchen in Missoury.Lila war wunderschön, aber bei den anderen Bewohnern Henbones als Hexe in Verruf. Daher kam es den meisten Einwohnern gerade recht, als Lila plötzlich spurlos verschwand. Als nun sechzehn Jahre später Cheri, Lucys Freundin spurlos verschwindet und bald darauf schrecklich verstümmel aufgefunden wird, möchte Lucy herausfinden, was geschah.Sie stößt auf Zusammenhänge zwischen beiden Fällen, die sie ohne ihre intensiven Nachforschungen nie gesehen hätte. Als diverse Mitbürger und auch Verwandte Lucys merken, dass sie der Lösung des Rätsels nahe ist, beginnen diese zu mauern…Laura McHugh verfaßte mit „Die Schwere des Blutes“ einen Roman über die Geschichte zweier mysteriöser Fälle, die ohne Lucy nie geklärt hätten werden können. Das Buch wurde dem Genre Thriller zugeordnet, wobei ich es eher als Kriminalroman oder als Roman einordnen würde, denn für einen Thriller fehlt mir hier der besondere Kick.Mir fehlte über lange Strecken die in Thrillern übliche Spannung. Ebenso baute die Autorin sehr oft langatmige und somit ermüdende Passagen ein, die mich mehrmals in Versuchung brachten, das Lesen einfach abzubrechen und ein anderes Buch zur Hand zu nehmen. Letztendlich biss ich mich aber bis zur letzten Seite durch und stellte fest, dass ich meine Zeit hier total vergeudet habe.Warum?Das größte Rätsel blieb ungeklärt und einen richtigen Abschluss fand die Autorin leider auch nicht.Verfasst ist dieses Buch in einfachen Sätzen sowie zahlreichen Zeitsprüngen, die teilweise überflüssig sind weil ohne sie die Geschichte zwar kürzer, aber vielleicht etwas spannender geworden wäre.Angepriesen als scharfsinniges, abgründiges und eindringliches Lesevergnügen einer begnadeten Erzählerin, löste es bei mir nur gesteigertes Schlafbedürfnis aus.Eine an sich gute Idee, einfach tot geschrieben. Schade, seit langem wieder ein Buch, dem ich keine Empfehlung aussprechen kann.

    Mehr
  • Düster-stimmungsvolles Thriller-Debüt

    Die Schwere des Blutes
    Devona

    Devona

    25. July 2016 um 19:25

    Laura McHughes ist mit ihrem  Erstling “Die Schwere des Blutes” ein Thriller gelungen, den die Zeitschrift “Glamour” in ihrer Ausgabe vom 02.06.2016 wie folgt umreißt: „Setting und Atmosphäre von ‘Die Schwere des Blutes‘ erinnern an Serien wie ‘Twin Peaks‘ oder ‘Top oft he Lake‘.“ Ich fand diese kurze Charakterisierung sehr treffend – die Stimmung ist durchweg düster, seltsam diffus und geheimnisumwoben, ohne aber direkt gruselig zu sein. Man spürt als Leser den zäh-klebrigen Spießermief amerikanischer Kleinstädte am Ende der Welt, dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, tief in den Wäldern Missouris.  Kleinstädte, die irgendwie aus der modernen Zeit gefallen scheinen, in denen männerdominiert nach eigenen Regeln und Gesetzen gelebt wird. Kleinstädte, in denen jeder Einwohner seinen festen Platz in der Gesellschaft hat, das Leben -oberflächlich besehen- ruhig und harmonisch dahinplätschert und doch unter der glatten Oberfläche scheinbar Jeder etwas zu verbergen hat. Wer “Twin Peaks” kennt, wird wissen, welche Stimmung gemeint ist: sie zieht sich hier durch das ganze Buch. Lucy ist 16 Jahre alt, das Buch beginnt mit dem Auftauchen der Leiche ihrer vor einem Jahr verschwundenen Freundin Cheri und Lucys Entschluss, herauszufinden, was passiert ist. Sehr schnell stößt sie in diesem Zusammenhang auch auf viele unbeantwortete Fragen zum Verschwinden ihrer damals noch sehr jungen und außergewöhnlich schönen Mutter Lila wenige Monate nach ihrer Geburt. Sie hatte Lucy, von der sie sich sonst nie trennte, bei einer Nachbarin zurück gelassen, um -wie sie selbst sagte- etwas sehr Wichtiges zu erledigen. Sie verließ den Ort und trug eine Waffe bei sich. Sie kam nie wieder. Auch eine Leiche wurde nie gefunden, trotzdem glauben Alle, dass Lila Selbstmord begangen hat. Sie war eine Fremde, durch Lucys Onkel Crete über eine Arbeitsvermittlung in die Stadt gekommen und seit der Geburt ihrer Tochter seltsam gehetzt und unglücklich. Laura McHughes entspinnt die Geschichte gekonnt aus der Ich-Perspektive von Lucy in der Gegenwart und Lila in der Vergangenheit, sowie die Perspektive wechselnd mehrerer anderer Personen in auktorialer Erzählform. Sie webt ein umfangreiches Beziehungsgeflecht, dessen Mittelpunkt die “Schwere des Blutes”- die Familie ist. Es geht um Liebe, Hass, Lügen, Verrat, Loyalität, Angst, Gewalt. Ein buntes Thriller-Potpourri, dessen Komposition für mich stimmig war. Auch die Handlung selbst ist weit verzweigt, wirklich lose Enden oder absolute Logikbrüche sind mir nicht aufgefallen. Die Perspektivwechsel selbst sind gut nachzuvollziehen, da die Kapitel mit dem Namen der jeweiligen Person betitelt sind. Lucy wirkte auf mich mitunter etwas zu reif und abgeklärt für eine 16-Jährige, das schmälert die Spannung aber genauso wenig wie die für meinen Geschmack etwas zu groß geratene Blauäugigkeit ihres Vaters. Alle Charaktere (und es gibt so einige davon!) sind von der Autorin wirklich gut entwickelt und keine Stereotypen. Besonders Lilas Entwicklung als zentraler Schlüssel für die ganze Geschichte und ihr tragisches Schicksal zieht den Leser in Bann. Ich war wirklich positiv überrascht und habe mich durchgehend gut unterhalten gefühlt. Fazit: Spannungsroman in intelligentem, angenehmen Schreibstil. Unterhaltsam, nicht enorm fordernd, aber auch definitiv nicht 08/15, kurz gesagt: ein Super-Buch für´ s Urlaubsgepäck, auf das man sich freuen kann und dessen Autorin man unbedingt im Auge behalten sollte.

    Mehr
  • Nur weil du den Teufel nicht sehen kannst...

    Die Schwere des Blutes
    Havers

    Havers

    27. June 2016 um 18:48

    „Die Schwere des Blutes“ ist der erste Roman/Thriller der amerikanischen Autorin Laura McHugh, die dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Meiner Meinung nach völlig zu Recht, denn sie liefert damit ein höchst spannendes Debüt ab, bei dem sich alles Einzelteile perfekt zu einem (un-)harmonischen Ganzen fügen. Da wäre als erstes das Setting: In Daniel Woodrells Roman „Winters Knochen“ habe ich zum ersten Mal die Ozarks bewusst wahrgenommen, jenen Landstrich in den Wäldern Missouris, der dem amerikanischen „Poverty belt“ zugerechnet wird. Die Gegend ist dünn besiedelt, es gibt kaum Arbeitsplätze, das Geld ist bei vielen knapp. Um Recht und Gesetz kümmert sich kaum jemand, gelebt wird nach den eigenen Regeln. Und diese Regeln werden von den Männern gemacht, Frauen haben nichts zu sagen. Die Einheimischen bleiben unter sich und beäugen jeden Fremden misstrauisch. Diese Atmosphäre beschreibt Laura McHugh sehr bildhaft und authentisch. Dann natürlich die Story. Auf den ersten Blick für eine Thrillerhandlung nicht ungewöhnlich.  Eine junge Frau sucht nach ihrer spurlos verschwundenen Freundin und klärt währenddessen auch das Rätsel um ihre vermisste Mutter. Aber die Geschichte, die die Autorin aus dieser Ausgangssituation entwickelt, hat es in sich. Familiäre Beziehungen werden beleuchtet, längst Vergangenes wird zurück an die Oberfläche geholt, das komplizierte Beziehungsgeflecht innerhalb des Dorfes beleuchtet: „Es gab so vieles, das es zu verbergen galt, so viele Geheimnisse, die tief unter der Oberfläche verborgen lagen, verwurzelt und weit verzweigt in der Finsternis“. Laura McHugh arbeitet mit Zeitsprüngen und wechselnden Perspektiven, was die Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Aber da die einzelnen Kapitel immer mit dem Namen des jeweiligen Erzählenden gekennzeichnet sind, stellt dies keine besondere Herausforderung dar – im Gegenteil. Der Leser wird so hautnah in die Ereignisse eingebunden und erhält nicht nur ungefilterte Informationen zu den Ereignissen sondern auch Zugang zur Gefühlswelt der Personen, die sich wider besseren Wissens und trotz aller Bemühungen nicht aus den Blutsbanden lösen können: „Ich war eine Dane und würde es auch immer bleiben, mit all den guten und schlechten Eigenschaften; und wie meine Vorfahren würde auch ich die Geheimnisse so lange für mich behalten, bis ich tot war“. Ein beeindruckender, hochspannender Erstling von einer Autorin, die ich definitiv im Auge behalten werde. Der neue Roman von Laura McHughs ist bereits angekündigt.  „Arrowood“ erscheint im Original August 2016.

    Mehr
  • Familie über alles

    Die Schwere des Blutes
    Cambridge

    Cambridge

    27. June 2016 um 01:57

    Lucie wächst in einem kleinen Nest in den Ozark Mountains auf. Jeder kennt jeden und man braucht seine Tür nicht abzuschließen. Eines Tages verschwindet ein junges Mädchen. Cheri war leicht lernbehindert und ihre Mutter kümmerte sich nicht um sie. Jeder glaubt, sie ist abgehauen oder mit jemandem mitgegangen. Ein Jahr später findet man ihre Leiche im Wald. Lucie, die als Kind mit Cheri befreundet war, lässt dieser Mord keine Ruhe. Er erinnert sie an das Verschwinden ihrer eigenen Mutter als sie noch ein Baby war. Sie beginnt ein wenig zu schnüffeln und herumzufragen. Die Geschichte wird im ersten Teil abwechseln in der Gegenwart von Lucie erzählt und in der Vergangenheit von ihrer Mutter Lila. Lila ist Waise und kam auf das Jobangebot von Lucies Onkel Crete in den Ort. Fremde werden naturgemäß in so einem kleinen Ort misstrauisch beäugt. Erschwerend für Lila ist ihr Aussehen. Sie sieht etwas exotisch aus mit ihrem schwarzen Haar und ihrer dunklen Haut. Zudem ist sie bildschön. Wir erfahren, was sie erlebte in dem Ort und wie sie Lucie bekam.„Die Schwere des Blutes“ ist ein düsterer Roman. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich hineingefunden hatte. Es geht um Familie und um den Zusammenhalt. Die Familie ist in diesem abgelegenen Ort, wo jeder mit jedem verwandt ist und über viele Dinge einfach geschwiegen wird, das einzige, worauf man sich verlassen kann. Doch die „Schwere des Blutes“ kann auch erdrückend sein. Ich empfand die Stimmung in dem kleinen Ort als sehr bedrückend. Jeder weiß, das etwas vorgeht, was genau Lila für ein Schicksal erwartet. Doch es wird stillschweigend geduldet. So sind die Dinge hier, man hält zusammen und man sagt besser nichts. Das Buch baut nur langsam eine gewisse Spannung auf. Nach und nach erfahren wir durch Lila mehr, während Lucie in der Gegenwart noch im dunklen tappt. Im zweiten Teil des Buches kommen dann auch andere Personen zu Wort und die Geschichte bekommt mehr Facetten und es gibt neue Blickwinkel. Es wird aber auch immer erschreckender. Dass ein ganzer Ort den Mund hält über derartige Dinge ist schon schockierend. Ich würde gerne sagen, es ist unglaubwürdig, aber das wäre wohl Wunschdenken meinerseits. Das ist aber etwas, was mir an dem Buch leicht aufstößt. Denn auch als Lucy endlich nach und nach dahinter kommt, was so vorgeht in dem Ort und was die Menschen, denen sie vertraut, getan haben, bleibt sie relativ unaufgeregt. Wenn ich diese Dinge über meine Familie erfahren hätte, ich denke, ich hätte anders reagiert. Am Ende wird der Mord nicht gesühnt, Lucie bleibt wo sie ist und alles geht seinen Gang weiter. Die Autorin entschuldigt fast die Taten ihrer Protagonisten. Es ist zwar grauenvolles passiert aber es war ja nicht böse gemeint, eher lag sogar eine gute Absicht dahinter. Die Relativierung der Taten hat mir nicht gefallen und somit bin ich auch mit dem Ende nicht sehr glücklich. Nach anfänglichen Einstiegsproblemen habe ich die letzte Hälfte fast in einem Rutsch durchgelesen. Der Schreibstil ist angenehm und die Spannung baut sich nach und nach auf. Es ist ein sehr amerikanisches Buch, das ein wenig Einblick in die Eigendynamik kleiner, abgelegener Ort in Amerikas Mittleren Westen zeigt. 

    Mehr