»Dort ist nichts, aber es strotzt vor lauter Zeichen von uns«

Cover des Buches »Dort ist nichts, aber es strotzt vor lauter Zeichen von uns« (ISBN:9783865253309)
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Inhaltsangabe zu "»Dort ist nichts, aber es strotzt vor lauter Zeichen von uns«"

Die ›Toten von Stammheim‹ scheinen als kulturelle Repräsentationsform omnipräsent. Die Monographie möchte einen Beitrag leisten, die geisterhafte Wiederauferstehung dieser ›Untoten‹ in Romanen, auf den Theaterbühnen, in Filmen und der Popkultur zu systematisieren und zu erklären.
Vergleichend werden hierfür auch die politischen Märtyrer-Ikonen von Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke analysiert und in ihrer kulturellen Repräsentanz untersucht. Die Analyse eines ungewohnt breiten Text- und Materialkorpus zeigt deutlich, dass es gerade in den ereignisarmen 90er Jahren zu einer massenhaften Wiederauferstehung der politischen Leitfiguren gekommen ist. Die Fiktionalisierung des Todes greift dabei immer bereits auf (mehr oder weniger) kanonische Tatortfotografien zurück. Während das Sterbefoto Ohnesorgs, das auf die Traditionslinie der Pietà-Darstellungen verweist, zu einer tief im kollektiven Gedächtnis verankerten Bildikone wurde, waren die Todesbilder aus Stammheim in ihrer visualisierten Leere derart schwer zu ertragen, dass sie nach ihrer Erstveröffentlichung in der Zeitschrift »Stern« erst gute zehn Jahre später in der verwischten Form des Gemäldezyklus von Gerhard Richter wieder sukzessive in den Fokus einer breiteren Wahrnehmung rückten. Diese Unterschiede zwischen den Ursprungsikonen haben auch Auswirkungen auf den Prozess ihrer fiktionalen Re-Inszenierung. Warum ist so viele Jahre nach dem biologischen Tod der symbolische Tod noch immer nicht eingetreten? Und welche Rolle spielen die Tatortfotografien für die Fiktionalisierung?
Laura Schütz, geb. 1982, Studium der Germanistik, Politik- und Kommunikationswissenschaften in München, 2007–2010 Stipendiatin des Graduiertenkollegs »Ikonen-Leitfiguren. Zur Analyse von Prozessen kultureller Normeinschreibung« an der Uni Tübingen, seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Philologie der LMU. Aufsätze und kleinere Arbeiten u. a. zu Kurt Hoffmann, Elias Canetti, Heinar Kipphardt, Waldemar Bonsels.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783865253309
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:506 Seiten
Verlag:Wehrhahn, M
Erscheinungsdatum:22.01.2014

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