Laura Su Bischoff

Lebenslauf

Laura Su Bischoff übersetzt seit 2014 Literatur aus dem Englischen, u.a. von Bee Wilson, John Brockman und Pankaj Mishra.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Laura Su Bischoff

Cover des Buches Utopien für den Alltag (ISBN: 9783518431368)
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Rezension zu "Utopien für den Alltag" von Kristen R. Ghodsee

Kiritani
Impulse für die bessere Vereinbarkeit von Frau, Familie und erfülltem Leben

Öffnung für Konzepte, die Frauen und Familien unterstützen

Ich mag Utopien. Nach Rutger Bregmans Utopien für Realisten übrigens ein sehr gutes Buch – bin ich immer offen für utopische Bücher. Bei Utopien handelt es sich um den Entwurf einer zukünftigen Lebensform oder Gesellschaftsordnung, die noch nicht existiert. Kristen Ghodsee stellt in ihrem Buch Utopien für den Alltag – Eine kurze Geschichte radikaler Alternativen zum Patriachart einige Alternativen und Konzepte vor, die insbesondere Frauen und Familien besser unterstützen können.

In dem Buch geht es um Konzepte, die es – in ähnlicher Form - schon gegeben hat, die man für Frauen und Familien nach brauchbaren Ideen und Umsetzungen durchforstet. Es geht um Konzepte wie Cohousing und dem Teilen von Privatbesitz, Kommunen mit Selbstversorgung, Bildung und Erziehung der Kinder im ganzen Dorf und einigen anderen Konzepten. Ghodsee stellt besondere Personen heraus, die merkten, dass andere Konzepte für ein angemessenes und gleichberechtigtes Leben (auch Chancengleichheit) hermussten – Kollontai, Makarenko, Bebel, Bregman.

Sie weist darauf hin, dass Kinder von den Ressourcen der Eltern abhängig sind und diese nicht fair verteilt sind, somit ist das Aufwachsen in der Familie – der Start – nie gerecht für alle. Besonders spannend fand ich den Begriff des Alloparenting. Dabei handelt es sich im die (elterliche) Fürsorge von Kindern gegenüber nicht eigenen Nachkommen. Sprich erwachsene kümmern sich um die Pflege und Erziehung der Kinder, die nicht die eigenen sind. Gerade in einem Cohousing oder Kommunensetting kann ich mir sowas als Netzwerk und zur Entlastung untereinander super vorstellen. Dies räumt Kindern mehr Ressourcen und mehr Unterstützung ein.

Das Buch ist, gerade durch seine historischen Beispiele, super interessant. Immer wieder merkt man, dass die Konzepte gute Ansätze haben, die man sich nur leider in der heutigen Gesellschaft schwer vorstellen kann. Nicht, weil sie keinen Nutzen hätten – den haben sie definitiv – sondern, weil unsere Gesellschaft so stark in patriarchalen Strukturen verwoben ist, dass das Aufbrechen und Integrieren fast unmöglich scheinen.

Man hofft nur, dass sich viele kleine Teile seiner utopischen Alternative Stück für Stück in die Gesellschaft integrieren lassen, um endlich ein Leben führen zu können, welches Frauen und Familie unterstützt und nicht abstraft. Eine Alternative, die Kindern Chancengleichheit einräumt und diese nicht von Anfang an als Verlierer im System hängen lässt. Eine Alternative, in der Kinder sich unabhängig von den Ressourcen der Eltern zu Erwachsenen entwickeln können, die sie sein wollen und nicht – aufgrund ihrer Herkunft und den Ressourcen ihrer Eltern – sein müssen.

Versuche, neu zu Denken

Versuche, neu zu Denken

 

Eine scharfe Zunge pflegt Pankaj Mishra jederzeit und durchgehend. Wie man aus dieser Sammlung von Essays der Jahre ab 2011 bis fast in die Gegenwart hinein eindeutig herauslesen kann.

 

Eine scharfe Sprache gegen das, was man „den Westen“, die (in Mishras Augen eher nur vermeintlich) „liberalen Demokratien“, die Werte von Freiheit und Gleichheit für alle nennt. Und von der Hand zu weisen sind seine scharfen Worte auch kaum, vor allem, wenn es um die beißend.scharfe Analyse nicht weniger Bigotterien geht, die verdeckten Verbrechen, das Ausnutzen anderer Teile der Welt für den eigenen Reichtum, die mehr und mehr ausschließliche Orientierung des öffentlichen und privaten Lebens nach Erwerb, Geld, materieller Berechnung, quasi dass der „letzte Cent“ immer noch mitgenommenen werden muss.

 

Immer auch kräftig befeuert von „Feindbildern“.

 

„Angefacht von Boulevardzeitungen und opportunistischen Politikern, schwelt in Europa seit den Anschlägen vom 11. September eine allgemeine Paranoia, die Muslime mit Extremismus verbindet“. Was sicher nicht falsch hier angemerkt wird. Oder zu schauen, wie der Mythos vom „sich nur anstrengen müssen, um s zu etwas zu bringen“ immer stärker in den Köpfen verankert wird, aber immer weniger mit der Realität der Güterverteilung auf dieser Welt zu tun hat. 

 

„In so einer Welt geben die Armen sich gegenseitig die Schuld für Dinge, die in Wahrheit der Staat oder der Markt entscheiden, und wir Nicht-Armen halten die Armen ebenso gnadenlos für ohnehin selber Schuld…….Die Armen richten sich gegenseitig zugrunde und so marschierte die grandiosen, von Ungleichheit geprägten Städte überall auf der Welt ziemlich friedlich weiter voran“.

 

Was der Analyse konzidiert werden kann und muss, nämlich treffend zu beobachten und die Dinge ohne Scheu beim Namen zu nennen, lässt in den späteren Essays in der Synthese dann aber mehr und mehr Schwächen erkennen. Am Ende ist und bleibt einfach nicht klar zu erkennen, was Mishra außer einer Variante einer „Planwirtschaft“ der immer schneller sich drehenden Spirale der „Macht des Geldes“ entgegenzusetzen gesenkt und ebenso bleibt unscharf, wer denn welche Pläne nun entwerfen sollte und diese dann auch, anders als im Blick auf historische Planwirtschaften, konstruktiv ständig auf der Höhe des „Plans“ halten soll.

 

Dennoch, eine kluge Betrachtung der Abläufe und der (unverdienten) Hybris der westlichen Welt, eine durchgehende und zunehmende Missachtung des sozialen Kitts der Gesellschaften und der modernen „Tanz und das goldene Kalb“, ein Vielfaches Unbehagen ist es, welches Mishra konsequent auf den Punkt definiert und damit dem Leser immer wieder auch ein Stück die Augen öffnet gegen saturierte, aber nur vermeintlichen Gewissheiten.

Cover des Buches Der Cyber-Effekt (ISBN: 9783596032938)
Sikals avatar

Rezension zu "Der Cyber-Effekt" von Mary Aiken

Sikal
Ein gefährliches Pflaster


 

Jeder hat wohl schon mal im Internet nach Krankheitssymptomen gegoogelt oder einen Shitstorm verfolgt. Jugendliche (aber nicht nur) haben einen großen Freundeskreis, der hauptsächlich nur noch aus Followern in den Sozialen Netzwerken besteht. Kinder verbringen mehr Zeit im Internet als ihnen guttut, sogar Kleinkindern werden bereits Smartphones in die Hände gedrückt … Wo soll das alles noch hinführen? Der Cyberspace ist eine Parallelwelt, die für allzu viele mit der Realität getauscht wird.

 

Die Irin Mary Aiken ist Cyber-Psychologin mit den Schwerpunkten Internetsicherheit, organisierte Kriminalität, Cyberstalking, Menschenhandel und Rechte von Kindern im Internet.

 

In ihrem Buch „Der Cyber-Effekt“, das nun auch auf Deutsch erschienen ist, stellt sie bestimmte Phänomene in den Fokus. Anhand von etlichen Fallbeispielen zeigt sie z.B. Stalking-Attacken, Spielsucht, die Normalisierung eines Fetischs (wenn sich abartige Phantasien unter Gleichgesinnten verstärken, wie etwa Pädophilie), Cyber-Romantik, Cyberchondrie und gibt auch einen Einblick in das Deep Web.

 

Viele Aussagen fand ich wirklich erschreckend und lassen mich nachdenklich werden:

„… dass ein durchschnittlicher Erwachsener mit einem internetfähigen Telefon sein oder ihr Gerät mehr als zweihundert Mal am Tag überprüft. Das entspricht einer fünfminütigen Frequenz. Am Abend, wenn die meisten Menschen von der Arbeit nach Hause zurückkehren, steigert sich die Frequenz noch.“

 

Wenn man bedenkt wie viel Zeit damit verloren geht… Das wäre doch kostbare Familienzeit, gemeinsames Miteinander wird auf die Seite gestellt, um Mails zu checken oder noch schnell etwas zu posten.

 

Beängstigend finde ich auch die Aussage einer Spieldesignerin, die über Spieler spricht. „…das klingt ein wenig, als würde sie über Laborratten reden, die gerade dressiert werden.“

 

Viele solcher Aussagen finden sich in dem Buch. Die Autorin schreibt eher romanhaft, was dem Buch vielleicht auch mehr Leser beschert. Für mich war es manches Mal zu reißerisch und anekdotenhaft, einige Seiten weniger und dafür etwas sachlicher hätten dem Buch gut getan. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse habe ich hier nicht gefunden, vieles war mir bereits bekannt, wenn man sich für das Thema interessiert. Trotzdem finde ich das Buch lesenswert – für alle, die Kinder haben und eine Zusammenfassung der Gefahren im Internet wollen, findet sich hier einiges.

 

Wie wir in Zukunft mit dem Internet umgehen, welche Probleme wir umschiffen können und ob wir unsere Kinder wieder vorrangig Kind sein lassen, fällt in die Kategorie Eigenverantwortung. Wenn man dazu nicht bereit ist, wird es mit unserer Zukunft traurig aussehen…

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