Laura Vogt

 3,6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Die liegende Frau, Was uns betrifft und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Laura Vogt, geboren 1989 in Teufen, absolvierte das Schweizerische Literaturinstitut in Biel. Davor studierte sie fünf Semester Kulturwissenschaften an der Universität Luzern und hielt sich längere Zeit in Uganda, Ägypten und Griechenland auf. Sie schreibt Prosa, lyrische und journalistische Texte und ist in diverse Projekte involviert. 2016 erschien ihr Debütroman "So einfach war es also zugehen", im Frühjahr 2020 gefolgt von ihrem zweiten Roman "Was uns betrifft" (Zytglogge Verlag, Basel).

Alle Bücher von Laura Vogt

Cover des Buches Die liegende Frau (ISBN: 9783627003142)

Die liegende Frau

 (7)
Erschienen am 13.09.2023
Cover des Buches Was uns betrifft (ISBN: 9783729650435)

Was uns betrifft

 (1)
Erschienen am 28.02.2020
Cover des Buches So einfach war es also zu gehen (ISBN: 9783729111509)

So einfach war es also zu gehen

 (0)
Erschienen am 01.01.2016

Neue Rezensionen zu Laura Vogt

Cover des Buches Die liegende Frau (ISBN: 9783627003142)
KataRafs avatar

Rezension zu "Die liegende Frau" von Laura Vogt

Suche in der Lebensmitte
KataRafvor 7 Monaten

»Nora liegt da, als wäre sie eine Attrappe, und sie selbst ist sonst wo, weit weg; ich fühle mich wie gelähmt. Bleibe einen Moment so stehen. Setze mich dann neben die Matratze auf dem Boden.« |31

Anstatt mit ihren Freundinnen Szibilla und Romi nach Berlin zu verreisen, hat Nora sich hingelegt und schweigt fast den ganzen Roman. Widerstereitende Gefühle zwischen ihrer Mutter Anni und ihr hängen in der Luft und trotzdem ist die um die 30jährige Nora in ihr beklemmendes Jugendzimmer zurück. Hätte Anni Nora besser nicht bekommen sollen? Hätte sie die Freiheit gehabt, das zu entscheiden?
Vier Tage verhandelt der multiperspektivische selbstgespräch- und dialogreiche Debattenroman, in dem vorrangig Szibilla und Romi mit sich selbst und miteinander ringen. Sie reisen zur liegenden Nora und verfangen sich in Diskussionen. Szibilla verteidigt Théophile de Girauds Thesen zum Antinatalismus und Klima. Der zum zweiten Mal schwangeren Romi wirft sie das sich abhängig machen, Vernachlässigung ihrer selbst und der Umwelt vor. Über ihre Einsamkeit, Bindungswünsche und - Ängste schweigt sie lieber, auch wenn sie sich entwickelt und sogar verliebt. Romi verteidigt ihre Suche nach einer Öffnung ihrer Beziehung. Sie sucht nach neuen Modellen, in denen, anders als bei ihren Eltern, auch eine neue Liebe Platz findet. Innerlich hadert sie mit ihren Eltern, mit dem Umzug in die Provinz, dem Wunsch auszubrechen und zu schreiben.

Mitunter wirkt die Konstellation der »Liegenden Frau« sehr absichtsvoll. Der in seinen Brüchen gezeichnete Versuch, Fragen der Lebensentwürfe kategorisch zu verhandeln, strengte an. Doch erscheint mir genau das typisch für die verhandelte Lebensphase, in der sich die Ahnung einschleicht, dass Weichen des Lebens gestellt worden sind, Freiheiten und Verantwortlichkeiten sich setzen, Themen der Eltern nahekommen und nach neuen Wege gesucht wird.

Cover des Buches Die liegende Frau (ISBN: 9783627003142)
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Rezension zu "Die liegende Frau" von Laura Vogt

Die liegende Frau
marilovesbooks2020vor 7 Monaten

 

Die drei Freundinnen Romi, Nora und Szibila schmieden Pläne für einen gemeinsamen Urlaub in Berlin. Doch kurz davor reist Nora zu ihrer Mutter, verschwindet da im alten Kinderzimmer, legt sich ins Bett und verfällt in eine Art Katharsis. Szibila und Romi entscheiden ihr zu folgen, checken vor Ort in einem Wellnesshotel ein. Während Romi, die gerade in einer Phase der Selbstfindung und Neuerfindung ihrer Partnerschaften steckt, von Noras Verhalten stark verstört ist, zeigt Szibila, die den Männern abgeschworen hat und keine Bindungen eingehen möchte, wenig Besorgnis über Noras Zustand, kann diesen sogar total verstehen. Dennoch äußert sie ihr Verständnis dafür nicht komplett in die Tiefe. In den darauffolgenden fünf Tagen nähern sich Romi und Szibila nicht nur sich selbst, sondern auch einander an. Und sie versuchen auch eindringlich Nora wieder ins Leben zurückzuholen.

Laura Vogt kreiert Charaktere mit Stärken, Schwächen, ambivalenten Gefühlen, inneren Widersprüchen/Monologen sowie Vorstellungen vom Leben, wie sie gelernt haben, dass es zu sein hat. Sie erzählt die Geschichten von drei Freundinnen, die mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Nora hadert ab und an mit ihrer Mutterrolle. Romi ist schwanger mit ihrem zweiten Kind, entdeckt die Polyamorie, fürchtet das Versagen. Szibila steht der Abhängigkeit von Männern im Leben skeptisch gegenüber und stelle die Existenz der Menschheit in Frage. Gemeinsam jedoch vereint sie der Wunsch sich von gesellschaftlichen Normen zu befreien. Vogt wirft feministische Fragen auf, zeigt die Schwierigkeiten, gesellschaftliche Prägungen abzulegen, und lässt den endgültigen Verlauf der Geschichte offen. Es war eine gute Geschichte, konnte mich aber irgendwie nicht komplett abholen.

Cover des Buches Die liegende Frau (ISBN: 9783627003142)
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Rezension zu "Die liegende Frau" von Laura Vogt

Hat nicht überzeugt.
Brombeerevor 10 Monaten

Worum geht es?
Drei Freundinnen, eine liegt im Bett und spricht nicht und die beiden anderen versuchen den Grund herauszufinden. Eine ist Mutter und hat mehrere Partner, die andere ist gegen Kinderbekommen und sieht die Zukunft der Welt recht hoffnungslos.

Worum geht es wirklich?
Lebensentscheidungen, Schweigen und Familie.

Lesenswert?
Nein, war für mich nicht so gut wie erhofft. Der Inhalt klingt durchaus ansprechend und hat neugierig gemacht.

Obwohl das Buch nicht sehr umfangreich ist, verläuft das Lesen dennoch recht schleppend. Dieses Buch nebenbei zu lesen (oder im Wechsel mit anderen) ist nahezu unmöglich, da der Satzbau eher ungewöhnlich ist und man jedes Mal eine Weile braucht um sich einzufinden.

Die drei Frauen sind nicht untereinander befreundet, sondern über die liegende Frau miteinander verbunden. So kommt es, dass zwei Menschen, die sehr gegensätzlich sind und sich nicht wirklich verstehen, miteinander auskommen müssen, um der dritten Person zu helfen.

Mich hat keine der Figuren wirklich überzeugt, weil sie gefühlt sehr einseitig waren. Die eine liegt eh nur, die andere versinkt in Familienkonstrukten und den Themen Affäre, mehrere Partner und Kinder. Wobei ich hierbei hinterfrage, ob das wirklich das Konzept von Polyamorie darstellt und nicht viel eher einfach nur Betrug. Fehlender Konsens ist hier irgendwie immer wieder präsent. Die dritte Frau ist radikal gegen Kinder, kann ihren eigenen Körper und ihre Menstruation nur schwer ertragen und wirkt so voller Hass auf ihre Organe. So als könnte es nicht durchaus gute Gründe geben, sich gegen Kinder zu entscheiden. Stattdessen tritt sie radikal und hart auf.

Ein richtiger Plot ist leider auch nicht vorhanden und die Handlung findet verdichtet an einigen wenigen Tagen statt, allerdings immer von Rückblicken geprägt. Eine richtige Auflösung gibt es meiner Meinung nach aber nicht und am Ende ist man als Leser*in genau so ratlos wie zu Beginn.

Positiv an dem Buch war ein bisschen das Spiel mit Satzbau und eingefügten Notizen.

Ebenso finde ich viele Themen, die zwischen den Frauen angesprochen werden, höchst spannend und auch wichtig. Gerade zum Ende hin entstehen hier wertvolle Gespräche.

Die Umsetzung hat mich aber dennoch nicht überzeugt und das Buch geht in meinen Erinnerungen an gelesene Bücher komplett unter. Schade!

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Community-Statistik

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