Lauren Beukes Moxyland

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Inhaltsangabe zu „Moxyland“ von Lauren Beukes

Weißt du, wer wirklich die Kontrolle hat? Kapstadt in der nahen Zukunft: Eine neue Form der Apartheid hat Einzug gehalten – zwischen Arm und Reich, zwischen Online und Offline. In dieser repressiven Welt kreuzen sich die Wege von vier grundverschiedenen Menschen: der Fotografin Kendra, die nach einer Injektion mit Nanobots als lebende Werbefläche herumläuft; des hedonistischen Videobloggers Toby, der in den Sog eines mysteriösen Online-Computerspiels gerät; der systemkonformen Programmiererin Lerato – und von Tendeka, dem romantischen Antikapitalisten, der nichts Geringeres plant, als das System zu stürzen … Ein Zukunftsthriller von einer der aufregendsten Autorinnen des Genres, und ein Roman mit erschreckend aktuellem Thema: der Verlust der Freiheit in einer technikhörigen Welt - nominiert für den Sunday Times Fiction Prize. Von der Autorin der internationalen Bestseller 'Shining Girls' und 'Broken Monsters'.

Leider abgebrochen. Wirrer Einstieg nahm mir die Lesemotivation.

— alexanderptok

Schwieriger, verwirrender Einstieg. Dann wird alles schlagartig klarer. Story fesselt bis zur letzten Seite. Düstere, greifbare Realität.

— Anishe

Nette Dystopie mit faszinierenden und gar nicht so unrealistischen Ideen. Leider sind die Charaktere völlig unsympathisch und unnahbar.

— letusreadsomebooks

abgebrochen. Zu wirr zu wenig Leselockung

— thursdaynext

Abgedreht und gar nicht so weit hergeholt

— Sandra1978

Beängstigend, intelligent und keine der üblichen Dystopien. Es ist vielmehr ein Zukunftsthriller, der ganz nah an unserer Realität ist.

— buchstabentraeumerin

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    Moxyland

    letusreadsomebooks

    28. August 2016 um 11:48

    Kapstadt, Südafrika, in der nahen Zukunft. Der Fotografin Kendra wurden Nanobots in den Körper injiziert, sodass sie nun als lebende Werbung für eine bekannte Getränkemarke dient. Toby, ein selbstverliebter Videoblogger, verkehrt in seltsamen Kreisen und wird zu einem gefährlichen Spiel überredet. Lerato ist Programmiererin und nutzt ihre Fähigkeiten für fragwürdige Widerstandsbewegungen, welche von Tendeka angeführt werden, um gegen die totalitäre Regierung aufzubegehren. Die vier Protagonisten sind leider größtenteils unsympathisch gestaltet. Toby und Tendeka sind schreckliche Menschen, ich habe regelrechte Abneigung ihnen gegenüber empfunden und meinetwegen hätten sie in der Hölle verrotten können. Mitleid hatte ich mit beiden nicht ein einziges Mal. Die zwei Damen Kendra und Lerato sind…sagen wir mal, okay. Mit ihnen konnte ich noch ein bisschen mehr mitfiebern, aber eine richtige Verbindung konnte ich auch zu ihnen nicht aufbauen. Sprachlich ist der Roman recht schlicht gehalten, mit ausreichend Umgangssprache und Slangwörtern gespickt, ebenso mit Begriffen des futuristischen Kapstadts. Hierzu gibt es glücklicherweise eine Liste mit Erläuterungen, sodass man nicht nur Bahnhof versteht. Die Welt, die Beukes hier kreiert hat, finde ich sehr interessant und gelungen. Besonders die Ideen der lebenden, wandelnden Werbung sowie der totalen Kontrolle und Smartphone-Dependenz haben mir gut gefallen und klingen ehrlich gesagt gar nicht so unrealistisch. Ebenfalls eindrucksvoll fand ich die Schilderung der Polizeigewalt, welche leider auf Tatsachen beruht. Hierzu gibt Beukes in ihrem wirklich aufschlussreichen Nachwort einige Erklärungen: Natürlich entstand Moxyland auch durch das Erbe der Apartheid: die willkürlichen und künstlich herbeigeführten Grenzen zwischen Menschen, das Passsystem und die heimtückische Staatspolizei – eine Geheimorganisation, die mit der Stasi mithalten konnte und Aktivisten-Organisationen infiltrierte, Waterboarding anwandte, um „Geständnisse“ zu erzwingen, Unruhestifter aus Fenstern im fünften Stock warf oder sie mit Briefbomben in die Luft jagte, chemische Kampfführung und teuflische biologische Experimente einsetzte. Dennoch hat sich für mich alles etwas unvollständig angefühlt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich den Protagonisten nicht wirklich näher kam. Der Roman kam mir eher vor wie eine Szene oder ein Fragment eines Ganzen. Irgendetwas hat gefehlt. Es war zwar inhaltlich wirklich interessant, konnte mich aber einfach nicht fesseln und überzeugen. Lauren Beukes Moxyland ist eine nette Dystopie, die mich ganz gut unterhalten konnte. Es war spannend, mal in so eine ganz andere Welt abzutauchen – südafrikanische Zukunftsszenarien gibt es nicht so häufig. Trotz alledem konnte mich der Roman nicht nachhaltig beeindrucken; die Charaktere bleiben blass und unnahbar und die Ereignisse wirken aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe das Gefühl, dass es ein besserer Roman hätte werden können, wenn Beukes 200 Seiten mehr geschrieben hätte, und alles besser in ein großes Ganzes hätte verweben können. Die Sache ist die: Alles ist möglich, besonders wenn wir bereit sind, unsere Rechte um der Bequemlichkeit oder einer Illusion von Sicherheit willen zu verkaufen. Unsere eigene, strahlend helle Dystopie ist immer nur ein totalitäres Regime entfernt.

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  • Moxyland - Eine düstere Version der Zukunft

    Moxyland

    TinaHerr

    20. May 2016 um 12:06

    Der InhaltKapstadt in der nahen Zukunft: Eine neue Form der Apartheid hat Einzug gehalten – zwischen Arm und Reich, zwischen Online und Offline. In dieser repressiven Welt kreuzen sich die Wege von vier grundverschiedenen Menschen: der Fotografin Kendra, die nach einer Injektion mit Nanobots als lebende Werbefläche herumläuft; des hedonistischen Videobloggers Toby, der in den Sog eines mysteriösen Online-Computerspiels gerät; der systemkonformen Programmiererin Lerato – und von Tendeka, dem romantischen Antikapitalisten, der nichts Geringeres plant, als das System zu stürzen … (Quelle: Rowohlt)Die Gedanken zum BuchToby, Kendra, Tendeka und Lerato - die vier Protagonisten von "Moxyland" - haben nicht viel gemeinsam. Außer, dass sie alle in einem Kapstadt der Zukunft leben. In einer Stadt, in der sowohl Technik als auch die Medien eine entscheidende Rolle spielen und in der die Menschen durch eben diese Medien kontrolliert werden. So hat beispielsweise ein Mobiltelefon für seinen Besitzer eine lebenswichtige Funktion. Es dient als Geldkarte, Wohnungsschlüssel, Personalausweis und Datenspeicher. Ohne ein Mobiltelefon ist man "Offline" und hat kaum eine Überlebenschance. Zum Glück sind unsere vier Hauptfiguren "Online" und haben ihren Platz in diesem zukünftigen Kapstadt eingenommen. Allerdings nicht, ohne gegen das System zu protestieren und sich - jeder auf seine Art - dagegen aufzulehnen. Während der Sozialarbeiter Tendeka sich in terroristischen Aktivitäten verliert und verschiedene Anschläge plant, die junge Fotografin Kendra sich als Versuchsobjekt für eine Werbekampagne zur Verfügung stellt und Toby seiner Leidenschaft als Videoblogger frönt, zieht die erfolgreiche Programmiererin Lerato im Hintergrund einige Fäden, um das System zu demontieren.Das zukünftige Kapstadt, wie die südafrikanische Autorin Lauren Beukes es darstellt, ist düster, verstörend und perspektivlos. Die Menschen bewegen sich wie in einem Käfig - einem Käfig, der gläsern ist und keinen Schutz bietet. Die Ideen zu ihrem Buch hat die Autorin über mehrere Jahre hinweg gesammelt und sie zunächst als kurze (oft wahre) Geschichten aufgeschrieben, aus denen dann dieser Roman entstand. In Südafrika wurde "Moxyland" bereits im Jahr 2008 veröffentlicht, und nach Beendigung dieses Buches wird man erstaunt - und vielleicht erschreckt - feststellen, dass einige Aspekte aus Beukes´ Darstellung heute - 2016 - bereits Wirklichkeit geworden sind.Die eigene MeinungIch muss ehrlich zugeben, dass ich anfangs einige Schwierigkeiten mit "Moxyland" hatte. Die Autorin wirft ihre Leserschaft mit einem einzigen Schwung in die Zukunft, in das Südafrika der Zukunft. Dabei wirft sie außerdem mit fremdartigen Ausdrücken, unbekannten Namen und neuartigen Bezeichnungen nur so um sich. Es wirkt beinahe so, als würde sie voraussetzen, dass man schon bestens über ihre Version der Zukunft informiert ist. Dies habe ich als anstrengend, befremdlich und verwirrend empfunden. Auch die vier Protagonisten wirken zu Beginn ein wenig plan- und orientierungslos, sie verbindet scheinbar kaum etwas. Noch niemals ein roter Faden, nach dem man in den ersten Kapiteln vergeblich suchen muss.Doch Geduld zahlt sich bei "Moxyland" aus: Im Laufe der Geschichte kommt der rote Faden immer stärker zum Vorschein, die Schicksale der Charaktere verknüpfen sich immer mehr miteinander und Lauren Beukes gelingt es, langsam aber sicher einen Spannungsbogen aufzubauen. Es lohnt sich definitiv, bei diesem Roman am Ball - beziehungsweise am Buch - zu bleiben, denn in den letzen zwei Dritteln wird man mit packenden Lesestunden belohnt.Die AutorinLauren Beukes wurde 1976 in Johannesburg, Südafrika, geboren. Sie arbeitet als Autorin und Journalistin und schreibt Romane, Graphic Novels und Drehbücher. Heute lebt sie in Kapstadt. Die Autorin begeisterte mit ihren ersten beiden Romanen «Moxyland» und «Zoo City» und das Feuilleton im englischsprachigen Ausland und gewann für ihr Werk einen der beiden renommiertesten internationalen Sci-Fi- Literaturpreise – den Arthur C. Clarke Award. Ihre Romane «Shining Girls» und «Broken Monsters» waren internationale Bestseller. (Quelle: Rowohlt)Das Fazit"Moxyland" ist ein intelligentes, anspruchsvolles, düsteres und teils verwirrendes Science-Fiction-Drama mit vier sehr unterschiedlichen und sehr faszinierenden Protagonisten. Diese Geschichte ist sicherlich kein leichter Lesestoff, der jedem Leser gleichermaßen schmecken wird. Daher gibt es von mir auch keine uneingeschränkte Lese-Empfehlung. Aber wer sich ohnehin gerne in Dystopien und Science-Fiction-Romane vertieft und bereit ist, sich auf die zukünftige südafrikanische Welt einzulassen, wird garantiert einige unterhaltsame und spannende Lesestunden mit diesem Buch verbringen können.https://superlesehelden.com/2016/02/05/rezension-moxyland-lauren-beukes/

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  • Moxyland - Lauren Beukes

    Moxyland

    VeWe

    03. May 2016 um 21:10

    Der Roman entstand vor allen anderen aus der Feder der Autorin, enthält aber die für Beukes übliche Aufteilung. Jedes Kapitel ist einem Charakter zugeordnet und aus dessen Sicht erzählt. Dabei ist es jedoch nicht einfach, eben diesen Figuren oder schlicht der Handlung zu folgen. Auf den Leser prasseln jede Menge neue Ideen, Empfindungen und Begriffe ein, die es unheimlich schwer machen, dem Geschehen zu folgen. Der gesamte Roman ist dergestalt; ab und an kommen Szenen und Sequenzen, die sich wirklich gut lesen, aber den Zusammenhang zwischen ihnen herzustellen, gelingt nicht sofort. Erst im Fortlauf der Seiten wird alles klarer, die Verbindungen zwischen Personen und Erlebnissen deutlicher und relevanter. Man möchte meinen, er ist zu vollgepackt, zu wirr und abgefahren. Aber er greift auch eine Menge Themen auf, über die nachzudenken sich tatsächlich lohnt. Die Abhängigkeit von Technik und speziell der digitalen Welt in etwa. Und natürlich wohin diese uns eines Tages führen könnte. (...) Im Gegensatz zu ihren anderen Geschichten sind die einzelnen Personen in Moxyland nicht ganz so einzigartig, wirken manchmal in ihrer Sprache, der Art wie sie sich ausdrücken zu ähnlich. Dabei hat Beukes ihnen einzigartige Lebensläufe verpasst, die sie sehr individuell erscheinen lassen. Kendra ist dabei am fassbarsten geworden, was vermutlich kein Zufall ist. (...) Es ist ein sehr angefüllter Roman, der jedoch ein ziemlich konzentriertes Lesen voraussetzt. Über den Anfang sollte hinausgelesen werden, denn Beukes Bücher entfalten sich immer erst nach einer Weile. Am Ende wartet dann wieder ein Showdown schlechthin, mächtig und einprägsam. Nanotechnik, künstlich veränderte Hunde, die die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen. Menschen, die nach ihren Jobs bei Firmen in Klassen eingeteilt werden, Onlinespiele, auch gemixt mit neuen Designerdrogen, Handys um alles nutzen zu können, immerzu neue digitale Spaßmacher und Ideen. Auf der anderen Seite alle, die nicht online sind und auch hier durch alle Netze fallen: Straßenkinder, Obdachlose, die Ärmsten der Armen. Beukes hat hier etwas erkannt, wohlgemerkt 2008, das schon bald alles keine Phantastik mehr ist, sondern Realität. Übrigens: Gewürzt mit dem Setting Kapstadt. Zukunft, aber irgendwie schon heute. Oder morgen.

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  • Moxyland

    Moxyland

    Kleine8310

    30. April 2016 um 21:53

    "Moxyland" ist ein Roman der Autorin Lauren Beukes. In diesem Buch geht es um ein spannendes Zukunftsszenario der besonderen Art und der Klappentext hat mich direkt neugierig auf diese Geschichte gemacht. Als Leser/Leserin befindet man sich mit dieser Geschichte in Kapstadt, in einer näheren Zukunft. Lauren Beukes beschreibt eine Stadt unter Kontrolle, besonders unter der der Polizei. Die Menschen in Kapstadt sind ohne ein Handy völlig hilflos, denn alles, vom Verschließen der eigenen Haustür, über das Bezahlen von Rechnungen, bis hin zum Essen, läuft über Mobiltelefone.  Die Menschen in Kapstadt sind, wie auch im Jetzt, in ein Arm und Reich Gefälle aufgeteilt. In dieser Geschichte fallen die Armen ebenfalls auf den Boden des sozialen Gefüges. Hier trifft man auf Kendra, Toby, Tendeka und Lerato. Die Geschichten dieser vier jungen Menschen sind so verschieden und trotzdem werden sie in der Handlung geschickt verknüpft und am Ende stehen sie gemeinsam einem Ende gegenüber, wovon alles abhängen wird ...   Der Einstieg in dieses Buch ist mir leider nicht ganz so leicht gefallen wie erhofft. Die Welt, die Lauren Beukes hier beschreibt ist doch sehr fremd und viele der Begrifflichkeiten und Modewörter, sowie auch der Aufbau der Firmen etc. bringt soviele Informationen mit sich, dass ich mich ersteinmal in der Geschichte zurechtfinden musste.    Die Charaktere sind größtenteils wirklich gut ausgearbeitet. Die Protagonisten sind so unterschiedliche Charaktere, dass ich sehr interessiert verfolgt habe wie alles zusammengefügt werden soll und wie sich die Charaktere weiterentwickeln würden.    Die Welt die die Autorin hier beschrieben hat, hat mir, nachdem ich mich hineingefunden habe letztlich ganz gut gefallen, denn es war sehr interessant. Und trotz der Andersartigkeit gab es doch auch ein paar Parallelen zu unserer Welt. Die Mischung aus Spannung und Dystopie hat mich ebenfalls überzeugen können, aber ich hätte mir in manchen Passagen etwas mehr Dichte in der eigentlichen Handlung und weniger Beschreibungen gewünscht. Die Auflösung ist spannend und interessant beschrieben, aber sie hat mich jetzt nicht umgehauen.   Alles in allem ist "Moxyland" eine gute Mischung aus dystopischen Anteilen und Spannung, die mich leider nur teilweise überzeugen konnte! 

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  • Durchgeknallte Zukunftsvision mit genialem Showdown

    Moxyland

    Sandra1978

    18. March 2016 um 13:59

    „Moxyland“ von Lauren Beukes Inhalt : Dieser Roman spielt in Kapstadt, wir wissen nicht genau in welcher Zeit, aber auf jeden Fall in der nicht allzu fernen Zukunft. Die Technik ist weit fortgeschritten und wir sind wahrhaft zum gläsernen Bürger geworden. Die Polizei kontrolliert uns über unsere Mobiltelefone. Gängige Bestrafungen für Ordnungswidrigkeiten und Straftaten : Elektroschocks über das Handy oder gar Abschaltung – das Handy funktioniert gar nicht mehr. In Kapstadt ist man nur etwas, wenn man zu einer Firma gehört. Diese Zugehörigkeit erkauft uns Zutritt zu den höhergestellten Kreisen der Gesellschaft. Ohne Handy können wir in Kapstadt nichts mehr – nicht bezahlen, nicht essen, nicht mal unsere Haustür öffnen. Die Jugendlichen verbringen Ihre Freizeit mit Designerdrogen und Onlinespielen, die soweit entwickelt sind, das sie teilweise in der Realität stattfinden und über Mobiltelefone von den Spielefirmen gesteuert werden. Dazu ist die Nanotechnik soweit ausgereift, dass die Polizei von manipulierten Hunden unterstützt wird und Firmen uns Nanos injizieren, damit wir Ihnen als Werbefläche dienen. Was keiner sehen will, sind die, die durch das Netz fallen – die Armen, die Obdachlosen, die Handylosen, die nicht im System sind und trotzdem irgendwie versuchen, zu überleben. Diese leben in ärmlichsten Verhältnissen. In dieser Welt gibt es Personen, die dagegen ankämpfen : Toby, der von heute auf morgen lebt, dem Einfluss seiner Zickenmutter entkommen will und ein Mädchen nach dem anderen abschleppt und immer auf der Suche nach dem nächsten Drogentrip. Kendra, eine junge Künstlerin, die versucht mit analogen Fotos bekannt zu werden und sich Nanos injizieren lässt und eine lieblose Beziehung führt. Tendeka, der Idealist, der versucht, obdachlosen Jugendlichen zu helfen, aber sein eigenes Leben nicht richtig auf die Reihe bekommt. Er ist verheiratet mit einer Immigrantin, die hochschwanger ist und derzeit illegal in Kapstadt lebt. Lerato, eine Programmiererin der renommierten Firma Communique, die mit ihrer unbequemen Mitbewohnerin Jane immer wieder Probleme hat. Das Schicksal dieser vier Personen verknüpft sich, bis es zum unerwarteten Showdown kommt…   Zum Buch : Moxyland ist schwer zu beschreiben. Der überwiegende Eindruck, zummindest von der ersten Buchhälfte : chaotisch. Ideenreich, grotesk. Man wird mit Beschreibungen, Modewörtern und verbalen Bildern überflutet und ist etwas überfordert damit, sich diese skurrile Welt vorzustellen UND noch der Handlung zu folgen. Das macht den Einstieg in die Geschichte finde ich sehr schwierig. Zu Beginn sind die Zusammenhänge zwischen den oben beschriebenen Protagonisten noch etwas schwierig nachzuvollziehen und die wechselnde Sichtweise zwischen den Personen bringt einen etwas durcheinander. Doch etwa bei der Hälfte kippt das Ganze – man meint, auf einmal irgendwie durchzublicken, die Story bekommt ihre Zusammenhänge und Hintergründe, es wird hochspannend und ich als Leser konnte Moxyland zum Schluss nicht mehr weglegen. Das Ende kommt unerwartet gewaltig, schockierend und plötzlich – und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes, ich kann nur raten : Traut Euch ran und legt das Buch nicht nach den ersten Seiten weg ! Der Einstieg ist chaotisch, aber am Ende hat es sich gelohnt. Moxyland hebt sich durch seinen eigenwilligen Stil anderen Dystopien gegenüber deutlich ab, und das ist auf jeden Fall eine Leseerfahrung wert !  

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  • [Rezension] “Moxyland” von Lauren Beukes

    Moxyland

    buchstabentraeumerin

    27. January 2016 um 10:26

    Dieses Buch ist so komplex, verwirrend und clever, dass ich gar nicht so recht weiß, wie ich alle meine Gedanken in einer Rezension zusammenfassen soll. “Moxyland” von Lauren Beukes bietet Stoff genug für tagelange Diskussionen – unter anderem zu den Themen Medien, Werbung, Apartheit, Kontrolle und Freiheit. In dem Roman geht es um eine Welt, in der nicht nur zwischen reich und arm differenziert wird, sondern auch zwischen online und offline. Diese Verbindung reizte mich sehr. Und natürlich reizte mich, dass die Geschichte in Kapstadt, Südafrika, spielt – ein Land, in dem ich selbst einige Zeit lebte. Ich bedanke mich bei den Rowohlt Verlagen für das Rezensionsexemplar. Story Zu Beginn taumelte ich erstmal ziemlich ahnungslos durch die Seiten. Man wird abrupt ins kalte Wasser geschmissen, ohne Einführung oder Erklärungen. Da bleibt Lauren Beukes auch konsequent – zu keiner Zeit erklärt sie das Regierungssystem und wie es sich entwickelt hat. So war die erste Hälfte des Buches für mich schwer zugänglich und eine Herausforderung. Die Protagonisten Toby, Kendra, Lerato und Tendeka leben in einem Kapstadt, in dem die Apartheit wieder mit voller Wucht Einzug gehalten hat. Nur wer online ist, ist auch Teil der Gesellschaft. Wer offline ist, ist von allem ausgeschlossen. Der- oder diejenige kann keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, kein Einkäufe tätigen, kann sich nicht ausweisen und nicht mit anderen kommunizieren. Das Handy, beziehungsweise die SIM-Karte, hat alle Funktionen unseres Alltags übernommen. Es ist Personalausweis, Wohnungsschlüssel, Geldkarte, Telefon – alles in Einem. Die Menschen sind von der Technik abhängig und die Regierung hat die vollständige Kontrolle. Sie überwacht jeden und unterbindet Aufstände so bereits im Kern, indem das Handy des Auffälligen Elektroschocks aussendet. Von dieser Flut an Informationen war ich überwältigt. Ich wusste sie nicht einzuordnen und hätte mir mehr Erklärungen gewünscht. Ich kann mir vorstellen, dass nicht alle so geduldig und ausdauernd an das Buch herangehen und es zu vorschnell beiseite legen. Das wäre schade, denn all denen entgeht eine nervenaufreibende und brisante Geschichte, die vor allem aktuellen Bezug hat. Denn: Ein Leben ohne Smartphone? Für die meisten doch beinahe unvorstellbar. Meine Startschwierigkeiten hatten ein Ende, als ich die Danksagung der Autorin las, die sich als sehr interessant herausstellte. Darin beschreibt Beukes, woher sie ihre Ideen nahm und sie beschreibt die Beobachtungen und Recherchen, die dem Buch vorausgingen. Also ein kleiner Tipp von mir für alle, die das Buch beginnen: Lest die Danksagung, dann wird einem vieles klarer. Durch die Augen der vier Protagonisten erlebt der Leser ein Kapstadt der Zukunft. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder und ab der Hälfte verdichtet sich die Story zu einem extrem spannenden Thriller, den ich nicht mehr weglegen konnte. “Moxyland” ist scharfsinnig, intelligent und zeigt ein beängstigendes Bild einer möglichen Realität.Schreibstil Lauren Beukes Sprache ist klar, direkt und geradezu roh. Sie hält sich nicht mit blumigen Beschreibungen auf, sondern benennt die Dinge wie sie sind. Das passt sowohl zum Thema als auch zu den Charakteren sehr gut. Hier und da wurden außerdem einige typisch südafrikanische Ausdrücke eingestreut. Obgleich ich noch einige kannte, musste ich dadurch allerdings öfter als mir lieb war zum Glossar blättern und nach der Übersetzung schauen. Das ist natürlich eine Einstellungssache – ich persönlich mag das hin und her blättern eher weniger.Charaktere Die vier Protagonisten Toby, Kendra, Tendeka und Lerato sind sehr verschieden. Diese Unterschiede im Lebensstil sowie der Lebenseinstellung sind sehr gut herausgearbeitet. Tendeka ist ruhig und besonnen. Er setzt sich für andere ein und möchte eine Revolution herbeiführen, die Welt verbessern. Es ist lustig, dass ich mir von seiner Figur beim Lesen des Klappentextes am meisten versprach, er jedoch letztendlich den geringsten Eindruck auf mich machte. Alle anderen waren für mich einfach interessanter. So wie Lerato. Sie führt von allen ein Leben, das am ehesten im Sinne der Regierung ist. Sie arbeitet für eine der großen Firmen als Programmiererin. Dennoch nutzt sie ihr Know-how für kriminelle Machenschaften. Die Fotokünstlerin Kendra hingegen will unbedingt Teil der technisierten Gesellschaft sein. Dazu lässt sie sich Nanobots injizieren und lebt fortan als eine lebende Werbeanzeige. Sie war mir von Anfang an am sympathischsten, mit ihr konnte ich mich am ehesten identifizieren. Toby ist arrogant, unsensibel, egoistisch und meistens high von irgendwelchen Drogen. Er schert sich nur um Geld und seine Streaming-Sendung mit dem sprechenden Titel “Tagebuch eines Arschlochs”. Er ist der Einzige, der jedem der drei anderen Berührungspunkte hat. Meistenteils hat diese Figur mich maßlos aufgeregt und fassungslos gemacht. Hier wurde wirklich mal ein echter Bad-Boy kreiert. Überraschenderweise hat er mich langfristig am meisten überzeugt und sein Weg wurde der spannendste.Fazit “Moxyland” ist ein Buch, das viele wichtige Fragen über den heutigen Gebrauch von Medien und unsere Abhängigkeit von Technik aufwirft. Es regt ungemein zum Reflektieren an. Es ist verwirrend, beängstigend und intelligent und ganz gewiss keine der üblichen Dystopien. Es ist vielmehr ein Zukunftsthriller, der ganz nah an unserer Realität ist. “Moxyland” ist ein Buch für alle, die sich gerne mit der Entwicklung der Technik und der Mediengesellschaft auseinandersetzen. Ich empfehle es sehr gerne weiter.

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  • Kein Buch für mich, deshalb auch kein Lieblingszitat daraus

    Moxyland

    nanshisbooks

    18. December 2015 um 18:29

    von nanshisbooks Weil mir die Inhaltsangabe sehr zugesagt hat und ich Dystopien sehr gerne lese, dachte ich mir ich wäre bei diesem Buch genau an der richtigen Adresse. Leider wurde ich enttäuscht. Kendra, eine Fotografin welche sich Nanobots verabreichen lässt um eine lebende Werbefläche zu werden, Tendeka, ein Freigeist der eine Revolution herbeiwünscht, Lerato, eine Programmiererin und Toby, ein ziemlich durchgeknallter aber in seiner Zeit anscheinend normaler junger Mann, treffen in dieser Geschichte auf verschiedenste Weisen aufeinander. Wir befinden uns in Kapstadt in der Zukunft und die Schere zwischen Arm und Reich scheint bedrohlich weit außeinanderzugehen. Die Verbindung zur Technologie und der Wert eines Menschen den er für die verschiedenen Firmen hat stehen im Fokus, was die Umgebung in der wir uns in diesem Buch befinden zu einer sehr kalten Welt macht. Im wesentlichen geht es darum, wie die verschiedenen Charaktere miteinander verknüpft sind und wer wie gut mit dem allgemeinen Geschehen in dieser hektischen Welt zurechtkommt. ------------------------------- Für mich persönlich war dieses Buch ein ziemlicher Flopp. Ich weiß nicht ob ich einfach zu wenig Sci-Fi-Lover bin oder ob es tatsächlich eine sehr schwierige und teilweise wirklich langatmige Lektüre ist. Es werden sehr viele Ausdrücke verwendet, die ich noch nie gehört habe und auch in Slang wird geschrieben. In dem Glossar, welches ganz hinten im Buch enthalten ist, kann man zwar verschiedene Ausdrücke gleich nachlesen, aber mit der Zeit habe ich mir diese Mühe aufgrund der Menge gar nicht mehr gemacht und mir selber einen Reim aus den Sätzen gemacht. Da die Kapitel immer in Charakteren wechseln, kann man diese auch besser kennenlernen, bzw. könnte, denn ich wurde mit keiner der Personen in irgendeiner Weise warm und konnte mich mit niemanden identifizieren, viele Handlungen nicht nachvollziehen. Das machte das Leseerlebnis zu keinem Leseerlebnis, sondern eher zu einem -disaster und einfaches Abarbeiten des Buches. Ich muss ehrlich sagen, ich war wirklich froh als ich es fertig gelesen hatte und es hat bei mir auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht wirklich nur etwas für eingefleischte Fans von purer Science Fiction.

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  • Moxyland

    Moxyland

    jaylinn

    17. December 2015 um 19:27

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Morgen erscheint ein neuer Roman von Lauren Beukes – Moxyland. Ich konnte ihn in den letzten Tagen schon lesen. Vielen Dank an den Rowohlt Verlag! Allgemeines: Moxyland ist ein als Zukunftsthriller betiteltes, 368 Seiten starkes Buch. Das Cover ist dem 2014 erschienenen Roman der Autorin – Zoo City – nachempfunden. Nachempfunden? Eigentlich sind beide Cover gleich gestaltet. Beide Male wurde der Titel mit schwarzen Großbuchstaben auf weißem Hintergrund dargestellt. Die Großbuchstaben bestehen dabei aus verschiedenen Elementen, die in den Büchern eine Rolle spielen oder in ihnen vorkommen. Durch die farbliche Reduktion kann man die dargestellten Dinge gut erkennen und findet auch das Moxyland-Monster, auf das später im Buch noch eingegangen wird. Mir gefällt dieser Wiedererkennungswert von Beukes Büchern. Was meint ihr dazu? Inhalt: “Weißt du, wer wirklich die Kontrolle hat? Kapstadt in der nahen Zukunft: Eine neue Form der Apartheid hat Einzug gehalten – zwischen Arm und Reich, zwischen Online und Offline. In dieser repressiven Welt kreuzen sich die Wege von vier grundverschiedenen Menschen: der Fotografin Kendra, die nach einer Injektion mit Nanobots als lebende Werbefläche herumläuft; des hedonistischen Videobloggers Toby, der in den Sog eines mysteriösen Online-Computerspiels gerät; der systemkonformen Programmiererin Lerato – und von Tendeka, dem romantischen Antikapitalisten, der nichts Geringeres plant, als das System zu stürzen …” (Quelle: Rowohlt) Meine Meinung: Moxyland lässt mich ehrlich gesagt sehr zwiegespalten zurück. Angefragt habe ich das Buch, weil ich die inhaltliche Beschreibung als ansprechend empfunden habe. Vor allem der Handlungsort ist erfrischend anders, machte Lust auf mehr. Moxyland is kein schlechtes Buch. Ich glaube, es ist einfach nur kein Buch für mich. Beukes kreiert eine hektische Welt, die von Technik geprägt ist. Ihre vier Protagonisten führt sie recht schnell ein und erzählt den Roman mit ihrer Hilfe aus verschiedenen Perspektiven. Kendra, Toby, Tendeka und Lerato sind völlig unterschiedliche Protagonisten, die aber Berührungspunkte haben. Für mich bleiben sie teilweise zu oberflächlich gezeichnet. Auf einer so geringen Seitenzahl ist es vermutlich auch eine anspruchsvolle Aufgabe, vier Protagonisten umfangreich auszubauen und ihnen Tiefe zu verleihen. Die Sprache, die innerhalb von Moxyland verwendet wird, spiegelt den jeweiligen Protagonisten wieder. Sehr authentisch, aber auch verstörend. Viel Slang, zudem werden Begriffe nicht eingeführt und als bekannt vorausgesetzt. Es gibt ein Glossar am Ende des Buches, aber wenn in einem Satz zu viele völlig fremde Begriffe fallen, wird man des Nachschauens schnell überdrüssig und der Lesefluss kommt ins Stocken. Dieses Buch ist für Science Fiction Fans. Mehrfach habe ich mich in Beukes Stil nicht zurecht gefunden. Teilweise hat er mich irgendwie an Otherland von Tad Williams erinnert. Aber eben nur teilweise. An Otherlands Brillianz kommt Moxyland nicht heran. Fazit: Keine schlechte Geschichte, für mich aber leider zu “abgespaced”. Geeignet für Science Fiction Fans und Leute, die gerne etwas verrückte (und verwirrende) Geschichten lesen.

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