Lauren Frankel

 4 Sterne bei 4 Bewertungen

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Das Schweigen der Hyazinthen

Das Schweigen der Hyazinthen

 (4)
Erschienen am 06.08.2015
Hyacinth Girls

Hyacinth Girls

 (0)
Erschienen am 12.05.2015

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Maria135s avatar

Rezension zu "Das Schweigen der Hyazinthen" von Lauren Frankel

Ergreifende Geschichte
Maria135vor 2 Jahren

Klappentext:
Als Rebecca den Anruf der der Schule bekommt, fällt sie aus allen Wolken: ihre dreizehnjährige Pflegetochter Callie soll eine Mitschülerin aufs Grausamste tyrannisiert haben. Rebecca kann nicht glauben, dass die sonst so verantwortungsvolle Callie zu einer solchen Tat fähig ist. Doch in den folgenden Tagen beobachtet Rebecca Callie. Und plötzlich ist sie nicht mehr sicher, ob ihre Tochter wirklich noch das Mädchen ist, das sie zu kennen glaubt..."


Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Selbst Mutter zweier Mädchen, kann man sich in die Situation gut reinversetzen. Ich kann auch Rebecca gut verstehen, dass sie ihrer Pflegetochter nichts böses zutraut.


Die Geschichte fängt erst relativ harmlos an und im Verlauf nimmt die Spannung und Dramatik deutlich zu. Man möchte das Buch kaum aus den Händen legen. Man fiebert mit Rebecca aber auch mit Callie mit. 


Callie ist das Opfer zweier tonangebender Teenagerinnen der Klasse. Erst waren sie sehr gut befreundet und Callie hat sich an den Mobbingattacken der beiden Robyn gegenüber auch noch beteiligt, vermutlich aber nur aus dem Grund, dazugehören zu wollen. Plötzlich steht sie selber im Mittelpunkt und wird, dank Eintragungen auf Facebook, von allen Schülern gemieden und gemobbt.
Sie konnte sich Rebecca nicht anvertrauen und versuchte, sie mit selbstgeschriebenen Briefchen zu überzeugen, dass Robyn ein Problem habe. Sie sieht keinen Ausweg mehr und entscheidet sich, den Freitod als Ausweg zu wählen.


Das angesprochende Thema Mobbing ist in der heutigen Zeit leider schon fast an der Tagesordnung. Vor allen in Schulen wird es oft verkannt. Die betroffenen Schüler trauen sich oft nicht, über die Vorfälle zu sprechen, da sie das Gefühl haben, zum Teil selbst Schuld an dem Geschehen zu haben und zum anderen kommt auch noch eine Portion Scham hinzu. 

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LieLus avatar

Rezension zu "Das Schweigen der Hyazinthen" von Lauren Frankel

Das Schweigen der Hyazinthen (Lauren Frankel)
LieLuvor 3 Jahren

INK Egmont Verlag

Die Autorin

Lauren Frankel ist in Stratford, Connecticut, aufgewachsen. Sie studierte Englisch und machte ihren Abschluss 2005 an der University of East Anglia. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie heute in Großbritannien. Der Roman „Das Schweigen der Hyanzinthen“ ist ihr Debüt.

Das Schweigen der Hyazinthen

„Kennen Sie Ihr Kind wirklich?“ Mit diesem Spruch will Rebecca darauf aufmerksam machen, dass Eltern ganz genau hinschauen sollten, ob sie ihr Kind wirklich kennen. Sie ist sich bei ihrer Pflegetochter Callie nicht mehr so sicher. Callie soll in der Schule eine Mitschülerin gemobbt und sie mit Farbe bespritzt haben. Sie selbst bestreitet das vehement und auch die anderen Schüler streiten ab, dass Callie etwas damit zu tun hat. Auch die grausamen Mobbingangriffe, welche Callie auf das andere Mädchen verübt haben soll, streitet sie ab. In den folgenden Tagen beobachtet Rebecca ihre Pflegetochter ganz genau und ist sich plötzlich gar nicht mehr so sicher, ihre Tochter wirklich zu kennen…

Fazit

Ein ebenso spannender wie ergreifender Roman über einen Fall von Mobbing und Cybermobbing an einer Schule. Ein junges Mädchen, Robyn, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Sie soll Callie mit Farbe bespritzt und gemobbt haben. So sehr, dass diese letztlich keinen Ausweg mehr sah. Als Rebecca einen Anruf von der Schuldirektorin bekommt, kann sie nicht glauben, dass ihre Callie etwas damit zu tun haben soll. Sie könnte doch keiner Fliege etwas zu leider tun und ist bei allen beliebt. Callie ist ein junges Mädchen, welches zusammen mit Ella und Dallas eine Mädchenclique bildet. Ella und Dallas sind eher oberflächlich und lassen keine Chance aus, Robyn eins auszuwischen. Doch gehört Callie wirklich zu diesen Mädchen?

Der Schreib- und Erzählstil ist packend und fesselnd, sodass der Leser wissen möchte, wie es weitergeht. Der Erzähler berichtet aus Sicht von Callies Pflegemutter Rebecca, für welche alles mit dem Anruf der Schuldirektorin beginnt. Sie kann nicht glauben, dass ihre Callie so etwas getan haben soll und glaubt den anderen Schüler. Nur die Direktorin selbst scheint dem nicht glauben zu wollen. Mitten im Buch findet ein Umbruch statt, welcher mir als Leser sehr nah ging. Den ganzen Roman über hatte sich eine Vermutung verfestigt, welche sich letztlich anders bestätigte, als gedacht. Dies führt dazu, dass man beginnt mit der Protagonistin mitzuleiden und sich in sie hineinzuversetzen. Wie hätte man selbst reagiert?

Auch das Cover ist mit Bezug auf den Inhalt sehr passend gestaltet, auch wenn mir dies nicht sofort ins Auge stacht. Zu Beginn war ich von Rebecca ein bisschen genervt und fand es anstrengend, die ganze Geschichte aus ihrer Warte aus zu betrachten. Doch als Leser kommt man der jungen Frau immer näher und versteht die Hintergründe. Alles in allem ein gelungener Roman über das schwierige Thema Mobbing und Cybermobbing, wie es bei pubertierenden Jugendlichen immer wieder vorkommt und allzu oft von den Erwachsenen übersehen wird. Die Betroffenen leiden häufig noch Jahre später unter den Attacken der Gleichaltrigen. Ein Buch, was auf jeden Fall wachrütteln sollte.

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2015/10/das-schweigen-der-hyazinthen-kennen-sie.html

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weinlachgummis avatar

Rezension zu "Das Schweigen der Hyazinthen" von Lauren Frankel

Das Schweigen der Hyazinthen
weinlachgummivor 3 Jahren

 
Ganz zufällig bin ich auf das Buch gestoßen. Der Titel hat mich neugierig gemacht " Das Schweigen der Hyazinthen" was kann man sich darunter vorstellen?  Auch das Cover weckte mein Interesse, jemand der im Wasser treibt, dunkle Harre die im sich spiegelnden Wasser schwimmen. Der Klappentext dazu versprach eine Geschichte über Mobbing. Alles in allem habe ich nicht recht gewusst, was ich erwarten soll. Doch der Sprung ins kalte Wasser hat sich gelohnt.

Ganz leise kommt das Buch daher, man fängt an zu lesen, lässt sich von der Geschichte treiben und dann "Bäm" wird man umgehauen und in seinen Zog gezogen.

 Lauren Frankel hat hier ein beeindruckendes Debüt hingelegt. Ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sie hat geschafft, woran viele Autoren scheitern. Das Buch wird aus 2 Perspektiven erzählt, zum einen aus der Sicht der Pflegemutter Rebecca, einer Erwachsenen Frau und dann zum anderen aus der Perspektive von Callie, einem Mädchen mitten in der Pubertät. Man hat beim Lesen sehr deutlich den Unterschied zwischen den beiden gemerkt. So waren zum Beispiel die Kapitel aus der Sicht von Callie sehr poetisch und verträumt. Rebeccas Sicht hingegen war eher kopflastig. Zu keiner Zeit, war ich mir im unklaren wen von den beiden ich gerade begleiten darf.  Es gab auch immer wieder Abstecher in die Vergangenheit, diese waren aber auch sehr gut untergebracht und klar zu erkennen.

Er würde Rinde über meine Hände und mein Gesicht nähen und dann Setzlinge in meine rasierte Kopfhaut pflanzen. Nach der OP würde ich in den Wald laufen und nie mehr wiederkommen. Seite 226.

Nachdem Prolog denkt man, man wisse was passiert. Dann liest man die ersten Kapitel, bildet sich seine Meinung. Und erwartet keine großen Überraschungen, doch dann wechselt die Perspektive und man fängt an seine Meinung zu ändern. Erlebt das Geschehene aus einer anderen Sicht. Man begreift, was wirklich dahinter steckt. Fängt an zu verstehen. Ich war geschockt beim Lesen, habe mich gefragt " Sind Teenager wirklich so schlimm" doch dann habe ich mich erinnert und ja, sie sind es. 

Meine Adern waren wie Wurzeln, und ich war bereit, sie zu zerschneiden. Rote Äste in der Form eines Y. Gleichungen, Symbole, Werte. Auf meinem Handgelenk, unter meiner Haut fand ich die Antwort. Es gab keine Fragen mehr. Seite 288.

 
Das Buch war ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst konnte ich Callie nicht leiden, doch dann wird aus ihrer Sicht erzählt und ich konnte sie immer besser feststehen. Aus Abscheu wurde Mitleid. Beim Lesen ihrer Kapitel habe ich sehr deutlich gemerkt, wie Jung sie noch ist, diese Charakterisierung kam sehr gut raus. Auch meine Meinung über Rebecca hat sich im Verlauf der Handlung geändert. Ich habe gemerkt, dass sie nicht alles unter Kontrolle hat, auch Fehler macht. Auch sie war sehr interessanter Charakter.

 
Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es melancholisch. Hat mich richtig umgehauen, für mich ein Überraschungshit. Sehr viel Tiefgang und Gefühl. Poetisch und bezaubernd. Leise und zart kommt es daher und doch hat es mich gefesselt und ich fand es sehr spannend.

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