Ein Kloster als weibliches Machtzentrum ⛪👑
📖 Titel: Matrix
🖋️ Autorin: Lauren Groff
📚 Gelesen als: Buch
⭐⭐⭐⭐⭐ A
Worum geht es?
England im 12. Jahrhundert. Die erst siebzehnjährige Marie ist groß, unangepasst und nach Ansicht des Hofes völlig ungeeignet für Ehe und höfisches Leben. Die von ihr verehrte Eleonore von Aquitanien schickt sie deshalb als Priorin in ein abgelegenes, bitterarmes Kloster.
Was zunächst wie eine Verbannung aussieht, macht Marie zu ihrer Lebensaufgabe. Aus einer Gemeinschaft hungernder und frierender Nonnen schafft sie Schritt für Schritt einen wohlhabenden, zunehmend unabhängigen Ort. Mit wachsendem Erfolg wächst allerdings auch Maries Macht. Groff orientiert ihre Figur an der mittelalterlichen Dichterin Marie de France, über deren tatsächliches Leben nur wenig bekannt ist.
Meine Meinung
Das hat mich richtig bekommen. Lauren Groff schreibt keinen gemütlichen historischen Klosterroman. Sie erzählt von Macht, weiblicher Gemeinschaft, Begehren, Religion und Ehrgeiz und davon, was geschieht, wenn Frauen innerhalb einer von Männern bestimmten Ordnung einen eigenen Raum schaffen.
Besonders spannend ist Marie. Sie ist keine weichgezeichnete feministische Heldin. Sie ist intelligent, visionär und fürsorglich, aber eben auch herrisch, machtbewusst und zunehmend überzeugt von der eigenen Bedeutung. Genau diese Widersprüche machen sie für mich so interessant.
Und dann diese Sprache. Dicht, sinnlich, manchmal beinahe archaisch, ohne dass sich das Buch wie ein historisches Museumsstück liest.
Fazit
Ein ungewöhnlicher Mittelalterroman über Frauen, Macht und die Frage, ob aus Befreiung irgendwann selbst Herrschaft werden kann. Großartige Literatur.
⭐⭐⭐⭐⭐ A



















