Laurence C. Smith

 3,1 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf

Der Amerikaner Laurence C. Smith ist Professor für Geographie sowie Earth and Space Sciences an der University of California in Los Angeles (UCLA). Der bereits mit mehreren Preisen, u.a. dem renommierten Guggenheim Award, ausgezeichnete Wissenschaftler beriet die US-Regierung in Fragen des Klimawandels und lieferte bedeutende Teile des 4. Uno-Weltklimaberichts 2007. Für »Die Welt im Jahr 2050« hat er 2011 den Walter P. Kistler Book Award gewonnen und wurde 2012 zum World Economic Forum nach Davos eingeladen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Laurence C. Smith

Cover des Buches Weltgeschichte der Flüsse (ISBN: 9783827501554)

Weltgeschichte der Flüsse

(6)
Erschienen am 11.04.2022
Cover des Buches Die Welt im Jahr 2050 (ISBN: 9783570552179)

Die Welt im Jahr 2050

(2)
Erschienen am 13.01.2014

Neue Rezensionen zu Laurence C. Smith

Cover des Buches Weltgeschichte der Flüsse (ISBN: 9783827501554)
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Rezension zu "Weltgeschichte der Flüsse" von Laurence C. Smith

HansDurrer
Die Macht des Wassers

Luftaufnahmen hätten gezeigt, dass die Geschichte Thailands ganz neu geschrieben werden müsse, sagte der Mann in der Lobby „meines“ Hotels in Prachuap Khiri Khan. Ob er das etwas ausführen könne?, fragte ich ihn, der sich als Geografie-Professor an der Chulalongkorn-Universität in Bangkok entpuppte. Was man seit alters her für Landstrassen gehalten habe, seien in Wirklichkeit Flüsse gewesen, erklärte er und fügte hinzu: Die Luftaufnahmen machten es möglich, dass man die Muster erkennen könne. Und genau darauf komme es an: Die Muster zu erkennen.

Dieses Zusammentreffen ging mir durch den Kopf als ich Weltgeschichte der Flüsse zur Hand nahm, das sich einreiht in die gut geschriebenen und mit anregenden Gedanken aufwartenden Bücher von an renommierten Universitäten lehrenden Dozenten, die sich im intellektuellen Wettbewerb zu behaupten haben. Der Autor unterrichtet an der Brown University, erhielt mehrere Preise, beriet die US-Regierung in Fragen des Klimawandels usw. ... Kurz und gut: Ich erwartete eine konventionell-gescheite Fleissarbeit (die Dankesliste an die Mitarbeitenden ist eindrücklich) – und genau die kriegte ich auch.

„Mit den ersten Regenfällen hat sich die Welt für immer verändert“, lautet der erste Satz. Originell, zugegeben, obwohl man das von so ziemlich allem anderen auch hätte sagen können. Vom Käse zum Beispiel. Oder vom ersten PC. Oder von McDonalds. Flüsse, so der Autor, bringen uns fünf grundlegende Vorteile: „Zugang, natürliches Kapital, Land, Wohlbefinden und ein Mittel zur Machtausübung.“ Dazu kommt: Man kann sie nicht besitzen. Ein Rechtsgrundsatz, der nicht selbstverständlich ist, denn „es ist äusserst verbreitet, dass Land, Bäume, Mineralien und Wasser aus anderen natürlichen Ressourcen (z.B. Quellen, Teichen, Grundwasser) als Privateigentum gelten."

Weltgeschichte der Flüsse ist reich an überaus aufschlussreichen Geschichten. Etwa über Nelson Mandela, den Quasi-Heiligen der Weltpolitik, der vier Jahre nach seinem Amtsantritt seinem Untergebenen Buthelezi den Auftrag gab, den Katse-Staudamm in Lesotho einzunehmen. Das passt nicht so recht ins Bild, ist jedoch wahr: Nobelpreisträger Mandela lässt ein Nachbarland überfallen. Wegen der Wassersicherheit Südafrikas. „Möglicherweise sagt das weniger über ihn aus als über die gewaltige Bedeutung von Flüssen.“ An Laurence C. Smith ist ein Diplomat verloren gegangen.

Auch „Das geteilte Amerika“ wird abgehandelt. Nicht das von Heute, sondern das, welches den blutigsten Krieg in der Geschichte des Landes zur Folge hatte. Vier Jahre dauerte der Bürgerkrieg, bei dem der Mississippi grosse strategische Bedeutung besass. Und es wird darüber spekuliert, dass der Zweite Weltkrieg hätte vermieden werden können, wenn der deutsche Junge Johann Kühberger aus Passau Adolf Hitler nicht aus dem Inn gezogen und ihn vor dem Ertrinken gerettet hätte ...

Es gehört zu den faszinierendsten Erfahrungen überhaupt, zu erleben wie sich die eigene Sicht auf die Welt ändert, wenn man sie durch einen ganz speziellen Winkel betrachtet. Legt man sein Augenmerk aufs Wasser bzw. auf die Flüsse, werden bisherige Gewissheiten erschüttert und man sieht alles in einem sehr anderen Licht. In diesem Sinne ist dieses Werk eine ganz wunderbare und hoch willkommene Horizonterweiterung.

„... bis in die jüngste Vergangenheit war den Flüssen zu folgen die hauptsächliche Methode, wie Menschen reisten und das Innere von Kontinenten erforschten.“ Schade, denkt es so in mir, dass immer mehr Flüsse zubetoniert werden und Strassen weichen müssen – wir scheinen nicht genug schnell durchs Leben kommen zu können.

„In dem Masse, in dem die Nachfrage nach Wasserressourcen steigt und sich geopolitische Machtkonstellationen verändern, wird sich auch das Wesen kooperativer multinationaler Vereinbarungen zur gemeinsamen Kooperation von Flüssen ändern.“ Am Beispiel des Mekong zeigt Laurence C. Smith eindrücklich auf, was das praktisch bedeutet.

Auf den Vietnamkrieg geht er ein (und die berührende Geschichte des heutigen Kriegsveteranen Richard Lorman) und davon was für eine Verwüstung Hurrikans in Texas und Lousiana anrichteten – bevor der Mississippi in die Stadt New Orleans strömte, lag die Gesamtbevölkerung um ein Viertel höher. Von Trends berichtet er, die Auskunft geben über unser sich wandelndes Verhältnis zu Flüssen – so führte etwa die Abwanderung von Schwerindustrie, Schiffsbau und verarbeitender Industrie zur Schliessung und zum Verfall vieler am Wasser gelegener Industriegelände.

Weltgeschichte der Flüsse offeriert uns nicht zuletzt eine ungewöhnliche und ungemein anregende Sicht auf unsere Welt der „Megacities“, die fast alle einen Fluss haben, mit dem sie interagieren. Vor allem hilfreich fand ich, wie der Autor seine eigenen Erfahrungen mit Flüssen beschreibt: „Sie lehrten mich Konzentration und Zufriedenheit, während ich allein war, und die Wahrnehmung von Schönheit in einfachen Dingen.“

Cover des Buches Weltgeschichte der Flüsse (ISBN: 9783827501554)
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Rezension zu "Weltgeschichte der Flüsse" von Laurence C. Smith

Kaddi
Interessante Einblicke

 „Wie mächtige Ströme Reiche schufen, Kulturen zerstörten und unsere Zivilisation prägen“ Dieser Untertitel klingt erstmal überaus spannend und vielversprechend. Doch leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Schon nach wenigen Kapiteln merkte ich, dass es zwar durchaus interessante Infos enthält, aber die Zugrichtung doch eine andere ist, als der Titel vorgibt. Denn der Autor ist Professor für Geowissenschaften und Umweltstudien, was dem Buch auch seine eigentlich thematische Prägung gibt. Die geschichtlichen Aspekte bleiben leider etwas unter der Oberfläche verborgen und werden oftmals nur angekratzt, da dem Autor einfach die fachliche Tiefe fehlt. (Das unterstelle ich ihm jetzt einfach mal). Eine klar erkennbare Konstante ist jedoch, dass die Story vor sich hin mäandert, genauso wie es Flüsse tun. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Denn der  Autor schweift gerne immer wieder in persönliche Anekdoten ab, die dem Inhalt keinen richtigen Mehrwert geben. An sich nicht verwerflich, doch stören sie den Lesefluss ungemein.  So jedenfalls mein Empfinden. Auch ein Grund, weshalb ich das Buch vor Monaten schon mittendrin zur Seite gelegt habe, um mich später wieder damit zu befassen. Doch auch jetzt merke ich, dass es mich nicht wirklich zieht und es nicht nur an meiner Lesestimmung hängt. Vielleicht gebe ich ihm in der Zukunft noch einmal einen Versuch, denn es ist nicht uninteressant, aber leider nicht so interessant wie erhofft.

Cover des Buches Weltgeschichte der Flüsse (ISBN: 9783827501554)

Rezension zu "Weltgeschichte der Flüsse" von Laurence C. Smith

Ein LovelyBooks-Nutzer
Wohl etwas zu viel erwartet…

Klappentext:

„Flüsse haben, mehr als jede Straße oder Technologie, den Lauf unserer Zivilisation geprägt. Sie haben Entdeckern neue Wege eröffnet, sie bilden und überwinden Grenzen, ermöglichen Handel, stellen Energie bereit und ernähren Millionen. Die meisten Großstädte wurden an Ufern von Flüssen gegründet. Auch wenn ihr Lauf heute meist eingehegt ist, bleiben die Ströme in Zeiten von Klimawandel und Wasserknappheit eine machtvolle globale Kraft: Ihre weitverzweigten Arterien spenden Leben, können aber ebenso alles zerstören, was ihnen im Weg ist. In seiner glänzend geschriebenen Weltgeschichte der großen Flüsse seit der Antike lenkt der Umwelt- und Geowissenschaftler Laurence Smith erstmals unseren Blick auf eine gemeinhin unterschätzte kulturbildende Naturkraft.


Ausstattung: mit zahlreichen Abbildungen und Farbbildteil“


Meine Erwartungen an das Buch waren wohl scheinbar zu groß. Nach dem Hochwasser-Unglück an der Ahr im Sommer 2021, immer wiederkehrende Erdrutsche und Hochwasser beispielsweise in Indien oder Staudamm-Unglücke wie in Brasilien - man wird wieder sensibler was das Thema „Flüsse“ angeht. So wollte ich hier gern in die Geschichte und Entstehung dieser einfach gern mehr erfahren. Leider verzettelt sich Autor Laurence Smith zu sehr in Nebensächlichkeiten und seiner eigenen, persönlichen Geschichte. Das Wie und Warum werden leider nur schwach beantwortet, man sucht ständig nach dem „Wann kommt denn endlich mal was zum Thema!“ und findet es leider nicht. Smith‘ Ausführungen sind einfach manches Mal zu verschachtelt, zu oberflächlich. Hier und da erklärt er genauer aber das ist leider nicht die Mehrheit des Buches. Wie andere kritische Lesestimmen ebenfalls schon erkannt haben, entdeckt hier ein weltoffener und neugieriger Leser nichts Neues. Das kann ich nur so unterschreiben. Wer ein wenig in der Schule aufgepasst hat, hat hier nur Wiederholung zu erwarten. In vielen Punkten kratz er nur an der Oberfläche oder fokussiert sich zu sehr auf die USA und weniger auf den Rest der Welt. Zum Schluss gibt es ein paar interessante Fakten aber das befriedigte definitiv nicht meine Erwartungen an das Buch. 

2 von 5 Sterne von mir.

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