Laurence Sterne Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien von Mr. Yorick

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Inhaltsangabe zu „Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien von Mr. Yorick“ von Laurence Sterne

Das perfideste Buch der Weltliteratur. . in der kongenialen Neuübersetzung von Michael Walter. Ganz Europa lag diesem Buch zu Füßen - und Deutschland dabei vorneweg. Mitten im Krieg macht sich ein Engländer seiner angeschlagenen Gesundheit wegen nach Frankreich auf und erlebt dort verschiedenste Gefühlsverstrickungen. Das ist der Plot. Wichtiger als der aber ist das Innenleben der Hauptfigur Yorick, eines "man of infinite jest". In diesem Buch wird erstmals den Seelenregungen des Individuums aufs Genaueste nachgespürt - und der Erfolg des Romans war unglaublich: Er wurde europaweit ein Seller, Freundeskreise nannten sich nach den Figuren des Romans, "Yorick-Büsten" wurden aufgestellt, fabrikmäßig Andenken mit Motiven des Buches produziert, und eine ganze Epoche der deutschen Literatur heißt nach diesem Buch: die Empfindsamkeit. Sein Autor erweist sich in der Empfindsamen Reise als Meister der Zweideutigkeit: Während in seinem Vorgängerbuch Tristram Shandy noch anarchisch die Zote polterte und das Lachen fontänengleich aus der Bauchregion platzte, tuscht Sterne in der Empfindsamen Reise mit feinstem Pinselstrich subtile Erotik und leise Ironie. Nur wer genau liest, bemerkt, dass dort Literatur wird, was Sigmund Freud erst hundert Jahre später entdeckte: Das Leben des Menschen ist bestimmt von Sexualität. Sterne zeigt sich als der beste Psychologe seiner Zeit, weiß aber auch, dass er dieser eher prüden Zeit um ein Jahrhundert voraus ist - und lockt seine empfindsamen Leser auf vergnüglichste Weise in die Falle. Erstmalig überhaupt ist dies für deutsche Leser nun auch nachzuvollziehen - denn Michael Walters Neuübersetzung ist nicht nur kongenial - sie ist auch die erste deutsche Übersetzung, die nichts verschweigt.

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  • Rezension zu "Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien von Mr. Yorick" von Laurence Sterne

    Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien von Mr. Yorick
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. October 2010 um 22:45

    Mr. Yorick, übrigens Namensvetter des berühmten Verstorbenen in Shakespeares Hamlet, dessen Schädel den noch berühmteren Monolog auslöst, reist aus gesundheitlichen Gründen von England nach Frankreich und Italien. Auf dieser Reise widerfährt im allerlei herzanrührendes, und ungewohntes, das sein Moralverständnis bis in die tiefsten Festen erschüttert und seine Empfindungen immer wieder aufwühlt. Gleich zu Beginn in Calais versagt er einem bettelnden Franziskanermönch eine milde Gabe mit der Begründung in England gäbe es wirklich bedürftige Menschen, die auch arbeiteten, doch sein schlechtes Gewissen plagt ihn unmittelbar nach Abgang des Mönches, wobei dieses ihn nicht so stark beschäftigte, dass er sich nicht sofort wieder dem schönen weiblichen Geschlecht zuwenden könnte. "...denn ich bin der festen Überzeugung, dass ein Mann, der nicht eine gewisse Zuneigung für das ganze Geschlecht fühlt, unfähig ist, jemals eine einzige nach Gebühr zu lieben." S. 201 Auch als Grund seines Besuches in Paris gibt Mr. Yorick folgendes an: "Aus dieser Ursache, Monsieur le Compte, fuhr ich fort, habe ich auch weder das Palais Royal - noch das Luxembourg - noch die Fassade des Louvre aufgesucht - und mich ebensowenig bestrebt, die Kataloge, die wir von Gemälden, Statuen und Kirchen schon besitzen, weiter aufzublähen - Ich sehe jedes schöne Geschöpf für einen Tempel an, den ich betreten möchte, um dort lieber die aufgehängten Originalzeichnungen und flüchtigen Skizzen zu betrachten als selbst die Verklärung des Raffael." S. 203 So fährt Mr. Yorick quer durch Frankreich nach Italien und verweilt nur, um sich zu wundern, dass die weiblichen Wesen um ihn herum so anders funktionieren, als in England, oder als in seiner Vorstellung... Immer aber erwähnt er, dass er liiert sei und treu zurückkehre. Wer gerne Bücher liest, wo noch 'Ei der Daus' gesagt wird, dafür die offensichtlichen Sachen eher verschwiegen werden, ist hier aufs wunderbarste bedient.

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