Laurent Binet

 3,4 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor von Eroberung, HHhH und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Laurent Binet wurde 1972 in Paris geboren. Er absolvierte seinen Militärdienst in der Slowakei und hat in Prag Geschichte studiert. Jetzt lebt er in Paris. HHhH ist sein erster Roman. Binet erhielt dafür den Prix Goncourt du Premier Roman, und L’Express wählte HHhH zum interessantesten Erstlingsroman des Jahres.

Alle Bücher von Laurent Binet

Cover des Buches Eroberung (ISBN: 9783499003462)

Eroberung

(34)
Erschienen am 14.06.2022
Cover des Buches HHhH (ISBN: 9783499255878)

HHhH

(13)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Die siebte Sprachfunktion (ISBN: 9783499272219)

Die siebte Sprachfunktion

(12)
Erschienen am 15.05.2018
Cover des Buches Perspektiven (ISBN: 9783498006945)

Perspektiven

(2)
Erschienen am 11.03.2025
Cover des Buches Eroberung (ISBN: B086YFLFTK)

Eroberung

(0)
Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Eroberung (ISBN: 9783732418312)

Eroberung

(2)
Erschienen am 17.11.2020
Cover des Buches Perspektiven (ISBN: 9783867374514)

Perspektiven

(2)
Erschienen am 04.04.2025

Neue Rezensionen zu Laurent Binet

Cover des Buches HHhH (ISBN: 9783499255878)
sofies avatar

Rezension zu "HHhH" von Laurent Binet

sofie
Ein etwas anderer historischer Roman

“Nichts ist künstlicher als ein historischer Bericht mit Dialogen, die anhand von Zeugenberichten aus mehr oder weniger erster Hand rekonstruiert wurden, unter dem Vorwand, der toten Vergangenheit auf dem Papier Leben einhauchen zu wollen.” S. 33 

“HHhH” steht für “Himmlers Hirn heißt Heydrich”. Laurent Binet erzählt darin – oder man sollte eher sagen versucht zu erzählen - die Geschichte vom Attentat auf Reinhard Heydrich im Jahr 1942 durch tschechoslowakische Widerstandskämpfer. Dabei reflektiert er aber die ganze Zeit dieses Vorhaben, hadert damit und lässt den Leser an seinen Zweifeln teilhaben. 

Dabei ist er ein sehr unzuverlässiger Erzähler und für mich hat das den Reiz des Romans ausgemacht. So begründet er ausführlich, warum er keine kitschigen Szenen in seinem Roman haben will, um dann zwei Absätze weiter genau diese kitschige Szene zu beschreiben. Oder er berichtet von einer Begebenheit im Brustton der Überzeugung und erklärt dauernd, wie wichtig es ihm ist, nur historische Fakten zu liefern, um dann zehn Seiten später zuzugeben, dass die Begebenheit so nicht stattgefunden hat. 

Zur Unzuverlässigkeit gehört auch, dass er sagt, er möchte einen Roman über die Attentäter schreiben. Das tut er auch, aber noch viel mehr geht es um Heydrich, der ja schon im Titel auftaucht und auch das Cover ziert. 

Wenn man also Fakten will, sollte man lieber zu einem Sachbuch greifen. Auch wenn man natürlich trotzdem viel sowohl über Heydrich als auch über den tschechoslowakischen Widerstand lernt. Mir hat der Roman als solcher aber gerade wegen dieser Unsicherheiten sehr gefallen. 

Nur zwei Dinge haben mich gestört: Zum einen teilweise die Übersetzung. An einigen Stellen werden die tschechischen Ortsbezeichnungen genutzt, wo es gut etablierte deutsche Ortsangaben gibt. Ich hatte den Eindruck, dass es darum geht, sich quasi von den Nationalsozialisten abzusetzen. Aber die deutsche Sprache war weit vor den Nazis in Prag präsent und die deutschen Ortsangaben haben meiner Meinung nach nichts Anrüchiges. Und es stört doch den Lesefluss, wenn man von die Vaclávské namestí liest, statt der Wenzelsplatz. 

Das andere waren die Beschreibungen von Frauen, bei denen immer unnötigerweise auf deren Aussehen eingegangen wird. Sowohl bei den Partnerinnen des Erzählers als auch bei anderen Frauen. Ich bin der Meinung, dieses Buch wäre prima ohne die Erwähnung von Brüsten ausgekommen, aber der Autor sieht das offensichtlich anders. Ich habe überlegt, deswegen mehr als einen Stern abzuziehen, weil es mich wirklich genervt hat. Aber glücklicherweise (in diesem Fall) ist es ein eher männerlastiges Buch, sodass das nicht zu oft vorkommt. Daher insgesamt 4 von 5 Sternen.  


Cover des Buches Perspektiven (ISBN: 9783867374514)
walli007s avatar

Rezension zu "Perspektiven" von Laurent Binet

walli007
Tod eines Künstlers

Anfang des Jahres 1557 wird der Maler Jacopo da Pontormo in Florenz erstochen aufgefunden. Er war seit Jahren mit einem Fresko beschäftigt, welches, wie festgestellt wird, teilweise übermalt wurde. Gleichzeitig wird ein Gemälde vermisst, dass die Tochter des Herzogs Cosimo de Medici zeigen soll. Eine unangenehme Situation für den Herzog, denn die weibliche Person auf dem Bild ist nicht bekleidet. Pontormo war im Auftrag des Herzogs tätig. Hat die Sache mit dem Bild etwa mit dem unnatürlichen Ableben des Künstlers zu tun? Es entspinnt sich ein reger Briefverkehr, mit dem die Beteiligten ihre Gedanken zu den Vorgängen teilen.


Briefromane kommen eher selten vor. In der Renaissance gab es jedoch hauptsächlich die Möglichkeit, sich persönlich zu treffen, oder wenn die Entfernung zu groß war, eben zu schreiben oder einen Boten zu schicken. Zur Aufhellung des Geschehens dienen die Briefe, die die verschiedenen Personen austauschen. Dabei entwickelt sich auch ein Bild der Machtstrukturen in Florenz und auch der persönlichen Gefüge zwischen den verschiedenen Menschen. So ist Cosimo nicht nur Herzog, sondern auch Vater. Seine Tochter Maria soll verheiratet werden. Wundert sich der Vater, dass sie davon nicht begeistert ist. Ihr ein Mitspracherecht zuzugestehen wäre im 16. Jahrhundert wohl zu viel erwartet, oder?


Diese Hörbuchproduktion wird zur Verfügung gestellt durch die ARD-Audiothek als szenische Lesung, was sie soweit feststellbar von dem normalen Hörbuch unterscheidet: Jeder Briefeschreiber liest seine Briefe „selbst“ vor, hat also einen eigenen Sprecher. Das macht das Zuhören sehr abwechslungsreich und man kommt teilweise soweit, dass man einige der Schreiber wiedererkennt. Das ist echt klasse. Hoffentlich wird diese Produktion noch über weitere Kanäle zur Verfügung gestellt. Ob die geringfügige Kürzung durch die Art des Vortrags bedingt ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die Vorleser der Briefe werden im letzten Abschnitt mit ihrer Rollenbezeichnung genannt, was sehr angenehm ist. 


Auch inhaltlich überzeugt dieser Roman, besonders auch, wenn man feststellt, dass es sich bei etlichen der handelnden Personen um historische Persönlichkeiten handelt, über die man im www nachlesen kann. Sehr geschickt hat der Autor die Wirklichkeit als Rahmen für seine fiktionalen Gedanken verwendet. Die Aufklärung des Mordes wird zu einer verwickelten Geschichte, in der es zu dem ein oder anderen Schelmenstreich kommt. Doch auch tragische Momente hat man als Leser oder Leserin zu überstehen. Und mitunter sind Todesfälle unerwartet und durchaus von Gewalt bestimmt. Und während kleiner Augenblicke hätte man sich gewünscht, der Autor hätte die Wirklichkeit außen vor gelassen. Aber alles in allen hat man einen herausragenden historischen Kriminalroman, der sowohl durch Inhalt als auch Darstellung besticht.


4,5 Sterne

Cover des Buches Perspektiven (ISBN: 9783498006945)
DaveSp91s avatar

Rezension zu "Perspektiven" von Laurent Binet

DaveSp91
Interessant aber auch stellenweise zäh

"Perspektiven" steckt voller Intrigen und Geheimnisse. Laurent Binet entführt seine Leser*innen in das Florenz des 16. Jahrhunderts – eine Stadt voller politischer Intrigen, künstlerischer Rivalitäten und gefährlicher Geheimnisse. Der mysteriöse Mord an Maler Jacopo da Pontormo und das Verschwinden eines brisanten Gemäldes lassen uns in eine längst vergangene Zeit abtauchen. 

Der Roman beeindruckt durch seinen einzigartigen Erzählstil. Der Autor hat sein Reise in die Vergangenheit in Form von Briefwechsel zum Leben erweckt. Ordensschwestern, Künstler und die mächtigen Medici kommen hier zu Wort und erzählen sich unverblümt ihren Alltag. Jede Stimme bringt eine neue Facette der Wahrheit ans Licht, wodurch sich ein faszinierendes Puzzle aus Kunst, Politik und persönlichem Ehrgeiz zusammensetzt. Was jedoch am Anfang sehr ungewohnt war, da man sich erst einmal an die Form von Informationsgewinn gewöhnen muss. 

Besonders fesselnd ist Binets Fähigkeit, historische Fakten mit literarischer Spannung zu verweben. Der Schreibstil Dees Autors ist sehr atmosphärisch und man kann schnell das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

"Perspektiven" ist ein toller historischer Roman in Briefform, der mit seine Authentizität besticht.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

117 Bibliotheken

23 Merkzettel

5 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks