Laurent Binet HHhH

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Inhaltsangabe zu „HHhH“ von Laurent Binet

Beim Spaziergang durch Prag entdeckt Laurent Binet eine Gedenktafel für tschechische Widerstandskämpfer. Sie versteckten sich nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich in einer Kirchenkrypta – bis ihre Verfolger, deutsche Soldaten, diese fluten ließen. Binet ist so elektrisiert von dieser Begebenheit, dass er beschließt, nach Prag zu ziehen und ihr nachzugehen. Er schreibt die NS-Geschichte als Groteske und kommt dabei immer wieder auf seine Rolle als Nachforscher, Erzähler und Erfinder zurück. Gibt es überhaupt eine historische Wahrheit? Und wie kann man über sie schreiben? Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt du Premier Roman.

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  • Der Schöpfer des Roman - Monsters befriedigt seine Eitelkeit

    HHhH
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    27. January 2014 um 17:08

    Laurent Binet beschreibt in seinem preisgekrönten Roman den Aufstieg des vielleicht gefährlichsten Mannes im Dritten Reich, Reinhard Heydrich, und dessen Ermordung durch tschechische Widerstandskämpfer. Diese Geschichte ist wirklich wie gemacht für einen Roman, und die Person Reinhard Heydrich läßt einem das Blut in den Adern gefrieren. Jedoch kam ich keine Sekunde mit Binets stilistischen Trick klar, sich selbst, als Autor bei Recherche und Schreiben des Romans, mit einzubinden. Leider führt dieses dramaturgische Mätzchen dazu, dass man nie komplett in die Geschichte eintauchen kann. Kaum verfolge ich gespannt, wie Heydrich seine Machtposition stärkt, Nebenbuhler aus dem Weg räumen läßt, schon erzählt Binet, wie er zu diesen oder jenen Details kam, und baut auch noch seine Freundin und deren Kommentare zu seinem Schaffen ein. Das mag manchen Kritiker wahnsinnig begeistert haben, ich finde es, gelinde gesagt, unglaublich eitel.

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  • Rezension zu "HHhH" von Laurent Binet

    HHhH
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    20. March 2012 um 21:51

    Teambesprechung Literatwo - Binea & Mr. Rail Außergewöhnlich – bereits das Cover zieht unsere Blicke an. Außergewöhnlich – auch der Titel mit seinen vier Buchstaben, drei große und ein kleiner. Außergewöhnlich – auch sein Inhalt, denn der Autor schreibt sein Buch, während der Leser es liest. Außergewöhnlich – und doch so bekannt ist der Inhalt seines Werkes. HHhH Ein Buchtitel bestehend aus vier gleichen Konsonanten? Richtig gelesen. HHhH… Himmlers Hirn heißt Heydrich – ein geflügeltes Wort der französischen Resistance wird hier zum programmatischen Aufmacher. Ungewöhnlich der Titel – ungewöhnlich das Buch – in jeder Beziehung. Der Roman ist in Frankreich erschienen und dies ist schon deshalb eine Bemerkung wert, da der Franzose sprachlich den Buchstaben H nicht beherrscht. Wie mag es sich angehört haben, wenn in einer kleinen französischen Huchhandlung nach diesem Roman gefragt wurde? Denn diese vier Buchstaben prangten auf der Originalausgabe, ist der deutsche Spottspruch doch im Französischen ebenso eingänglich, wie sämtliche Anglizismen in unserer Sprache. Der historische Plot ist wohl schnell erzählt. Reinhard Heydrich, rassenideologischer Vordenker und Initiator aller technischen Fragen der „Endlösung“, Erfinder der Verfahrensweise eines realisierbaren „Genozids“ an der jüdischen Bevölkerung Europas wird im Jahre 1942 in Prag auf offener Straße erschossen. Die Attentäter rekrutieren sich aus der Gruppe nach England emigrierter Exiltschechen, die einzig zum Zweck des politischen Widerstands ihr Heimatland infiltrieren. Schnell erzählt – ein Fallschirmabsprung in der Gegend von Prag, Unterschlupf in Prag, Auskundschaften der Routinewege des Platzhalters des großen Diktators und „Rums“ – Attentat… Operation Anthropoid erfüllt und das dramatische Ende der „Terroristen“. Alles bekannt – keine Frage ist offen. Das ganze wurde beschrieben, vertont und verfilmt. Also – ein Buch von vielen zu einem bekannten Thema…. Dachten wir… und damit lagen wir falsch… so falsch… Was der Autor Laurent Binet mit diesem Roman vorlegt ist wohl eines der ungewöhnlichsten Bücher, das in den letzten Jahren den Weg zu uns gefunden hat. Ein Buch im Buch, da er in vielen eingeschobenen und verwobenen Kapiteln nicht nur den Handlungsfaden spinnt, sondern auch die Entstehung des Romans in äußerst skurriler Art und Weise in das gesamte Geflecht mit einwebt. Er beantwortet sich selbst die Frage, warum dieses Buch geschrieben wird, er erliegt Täuschungen und Fehlinterpretationen, die er selbst im Fortlauf der Geschichte einräumt und korrigiert und er vergleicht sein Schaffen mit all Jenen, die sich diesem Thema zuvor genähert haben. Sensationell. „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell und „Vaterland“ von Robert Harris begegnen uns auf der Suche nach der Wahrheit, verzerren diese, unterstreichen sie und lassen uns dann doch wieder mit Binet alleine. Die Bücher reden miteinander…. Wie immer… Binea hat während des gemeinsamen Verfassens dieser Rezension ein passendes Bild für diese literarisch außergewöhnliche und teilweise etwas groteske Vorgehensweise formuliert: „Sagenhaft was der Autor Laurent Binet mit mir macht… wie bei einem Fußballspiel, welches man kennt und in der Wiederholung sieht, geht er mit meinem Empfinden um. Ich kenne das Ziel, kenne den Tatverlauf und doch ist die Spannung vorhanden, aber er möchte nicht schnell zum Ziel kommen, spielt den Wortball in den Rückraum, dann ein Stück nach vorne, wechselt über die komplette Wortseite um etwas Lesezeit heraus zu holen, passt dann wieder nach vorne, beschleunigt ungemein, um dann kurz vor dem finalen Tor doch noch kurz zu stoppen, damit sich der Leser bereit machen kann für das was kommt… Das tut Laurent Binet nicht nur für den Leser, sondern auch für sich… ein Gleichtakt… bei dem keiner den Schlusspfiff möchte…“ Einerseits begleiten wir in einer geheimen Kommandoaktion die tschechischem Attentäter, erfahren Hintergründe aus ihrem Leben, als würden sie uns selbst Rechenschaft ablegen – andererseits sitzen wir neben dem Schriftsteller und erleben sozusagen live, an welchem Tag und wo er diese Erkenntnis erlangte. Wir werden Teil des Rechercheteams und Teil der Geschichte. Und dabei lässt uns der Autor allen Spielraum, selbst zu denken, selbst Schlüsse zu ziehen und räumt dabei ein, auch nicht immer den 100%ig richtigen Weg gefunden zu haben. Geschichte wird lebendig und das Prag zweier unterschiedlicher Perioden erwacht vor unseren Augen. Litertwo blickt tief… Zeitgeschichte zum Anfassen – eine Geschichte der Zeit – es wurde Zeit für diese Geschichte. Heydrich hallt nach. Das Attentat verblasst in der Weltgeschichte, als hätte es nie stattgefunden. Der Technokrat der Vernichtung hat über seinen Tod hinaus den Maßstab der Vernichtung definiert. Zuletzt mussten wir feststellen, dass sein Name sogar im Jahr 1944, also zwei Jahre nach seinem Tod, im KZ Auschwitz bei zwei 10jährigen Zwillingsschwestern das Synonym für Leid und Verlust der gesamten Familie bedeutete. Sie gerieten dort an den Arzt Josef Mengele, dessen Taten erst durch den Vordenker Heydrich ermöglicht wurden. Heydrich und Mengele… zwei Namen – nur zwei Namen… unter dem Dach des Nationalsozialismus allerdings skrupellose Henker der Neuzeit. http://literatwo.wordpress.com/2012/01/10/hhhh-ein-buchtitel/

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