Laurie Penny

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen

Alle Bücher von Laurie Penny

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Fleischmarkt

Fleischmarkt

 (20)
Erschienen am 29.02.2012
Bitch Doktrin

Bitch Doktrin

 (6)
Erschienen am 06.09.2017
Babys machen und andere Storys

Babys machen und andere Storys

 (3)
Erschienen am 03.03.2016
Cybersexismus

Cybersexismus

 (2)
Erschienen am 27.09.2016
Unsagbare Dinge

Unsagbare Dinge

 (1)
Erschienen am 25.02.2015
Unspeakable Things

Unspeakable Things

 (1)
Erschienen am 01.05.2015

Neue Rezensionen zu Laurie Penny

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Rezension zu "Bitch Doktrin" von Laurie Penny

Absolut auf den Punkt gebracht - genauso funktioniert die Welt für uns Frauen - leider!
Tintensportvor 7 Monaten

Warnung: dieses Buch kann Ihnen die Laune verhageln. Es strapaziert den Intellekt und fördert nicht automatisch die Gesundheit! Mit Erstverschlimmerungen ist zu rechnen!

Es darf auf keinen Fall in unbedarfte Hände fallen! Nehmen Sie es nur in einer abschließbaren Handtasche mit in die Öffentlichkeit.
Für den Heimbereich wird ein Tresor empfohlen! Lassen Sie es niemals unbeaufsichtigt in ihrer häuslichen Umgebung liegen, insbesondere nicht, wenn Sie einen Ehemann oder Freund haben, es sei denn er wurde bereits in frühester Jugend mit Feminsimus konfrontiert und verfügt über ausreichende Antikörper.
Grund- und Neuimmunisierung: Impfen Sie Ihren Mann nur in homöopathischen Dosen und nicht gegen seinen Willen - außer wenn sich das eben nicht vermeiden lässt. Oder heiraten Sie nur geeignete Exemplare. Für Unbedarfte besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks. Zur Eruierung der geeigneten Dosis lesen Sie unbedingt den Beipackzettel ... falls Sie für Ihren Mann einen bekommen haben. Ist dies nicht der Fall, holen Sie sich fachkundigen Rat, notfalls in einer Frauenberatungsstelle oder bei Frau Jahnke aus Oberhausen.

Insbesondere ist davon abzuraten Männer mit den Buchinhalten in ihren Komfortbereichen zu konfrontieren: am Stammtisch, im Büro, auf dem Fußballplatz, vor dem Fernseher, im Hobbyraum, beim Essen - also eigentlich überall. Auch wurde von Nebenwirkungen bei ersten Dates berichtet.
Besonders gewarnt sei vor dem unbedachten Gebrauch der Inhalte zu feuchtfröhlichen Anlässen, wie Grillabenden, Ballermann-Besäufnissen oder Betriebs-Weihnachtsfeiern. Versehentliches Fallenlassen eines Satzes könnte hier zu spontanen Übersprungshandlungen mit unberechenbarem Ausgang führen ...

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Rezension zu "Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift" von Laurie Penny

Laurie Penny - Unsagbare Dinge
Bücherkrähevor 3 Jahren

Unsagbare Dinge war mein Einstieg in die feministische Lektüre, und ist bis heute mein Lieblingsbuch auf diesem Gebiet. Laurie Penny schreibt mit einer Wut und einer Wucht, die ich in und an mir selbst wiedererkenne.
Wie auch in Fleischmarkt geht es in Unsagbare Dinge um die Mechanismen, mit denen Frauen nach wie vor die Gleichstellung versagt wird. Natürlich existiert diese schon auf dem Papier, aber in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und im (mehr oder weniger unbewussten) Verhalten von Männern gegenüber Frauen zeigt sich immer wieder sehr deutlich, dass es noch ein weiter Weg ist.

Ausführlicher als in Fleischmarkt geht Penny auch wieder auf Magersucht und Essstörungen allgemein als Symptom einer sexistischen, permanent Frauen und Mädchen bewertenden Gesellschaft ein, und erklärt sie zu einer Bewältigungsstrategie, um mit den Anforderungen und Erwartungen zurechtzukommen. In diesem Zuge erklärt Penny auch das Phänomen der Misogynie unter Frauen, meisten „hübsche“ gegen „nicht hübsche“ Frauen bzw. umgekehrt. Dass dabei keiner gewinnt, bringt sie auf den Punkt: „Du kannst nicht gewinnen. Wenn eine Frau sich entschließt, ein politisches Statement abzugeben, indem sie weniger Zeit auf die Körperpflege verwendet, wird sie in das Lager der BH-verbrennnenden Emanzen gesteckt, doch wenn sie sich konventionelle Schönheitsstandards zu eigen macht oder einfach nur Gefallen daran findet, gilt sie als oberflächliche manipulative Schlampe.“ (S. 44)

Ein anderer Aspekt, den Penny mehrmals diskutiert, ist der „Beißreflex“ von Männern bzw. wie Frauen vor allem online der Raum genommen wird. „Viele Männer können offenbar ihr Leid nur artikulieren, wenn sie gleichzeitig Frauen daran hindern, das ihre zu artikulieren.“ (S. 75) Sei es, dass man Frauen immer wieder zu gemäßigter Sprache anhält (S. 76) oder sie online als „durchgedrehte hysterische Zicken, Zensoren, keinen Deut besser als Nazis“ tituliert, „und wahrscheinlich brauchen [sie] nur einen ‚richtigen Mann‘, der es [ihnen] mal anständig besorgt, einen ‚richtigen Mann‘ wie einen von denen, die in den Kommtar-Threads damit drohen, [Frauen] den Kopf abzureißen und in den Rumpf zu masturbieren.“ (S.192). Wer Pennys Darstellung überzogen findet surft blind durch das Internet, denn ich habe all sowas auch schon zu hören bekommen oder unter Kommentaren anderer Frauen gelesen. Es ist eine treffende Analyse, was Frauen ständig im Internet widerfährt, besonders, wenn sie sich zu tagespolitischen und gesellschaftlichen Themen kritisch äußern.

Es gibt noch viele weitere Aspekte in diesem Buch, die erwähnenswert wären. Ich habe selten, wenn überhaupt schon einmal, ständig nicken müssen wie bei Unsagbare Dinge. Es ist meiner Meinung nach das wichtigste feministische Werk unserer Zeit, denn es zeigt deutlich auf, dass sich Sexismus und Misogynie seit den 50er Jahren schlicht angepasst haben statt zu verschwinden, und sich in moderneren Phänomenen niederschlagen.
Mehr noch als Fleischmarkt empfehle ich Unsagbare Dinge uneingeschränkt. Ich habe in der Rezension zu Noah Sows Buch Deutschland Schwarz Weiß geschrieben, dass es für mich die Kategorie der Bücher, die man gelesen haben muss, gibt. In diese Kategorie gehört Unsagbare Dinge.

 

"Wir sind die, die zu laut lachen und zu viel reden und zu viel wollen und für sich arbeiten und eine neue Welt sehen, knapp außer Reichweite, die am Rand der Sprache darum ringt, ausgesprochen zu werden. Und manchmal, zu später Nachtstunde, nennen wir uns Feministinnen."

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Rezension zu "Fleischmarkt" von Laurie Penny

Laurie Penny - Fleischmarkt
Bücherkrähevor 3 Jahren

In Fleischmarkt analysiert Laurie Penny den weiblichen Körper und die Frau im Kapitalismus. Grundthese ist, dass Kapitalismus, Gesellschaft und ein Großteil der Männer Angst vor starken Frauen haben und daher versuchen, Frauen durch bestimmte Mechanismen zu kontrollieren. Ich schreibe deswegen “Großteil der Männer”, da Penny sehr treffend erklärt, dass auch viele Männer unter dem gesellschaftlichen Optimierungswahn und dem Kapitalismus leiden.
Dreh- und Angelpunkt ist immer der weibliche Körper, sei es in der Werbung, in Erwartungshaltungen oder der Überzeugung, dass Frauen nur mit Einsatz ihres Körpers und ihrer weiblichen Reize beruflichen Erfolg haben können. In vier Kapiteln widmet sich Penny also der Sexualisierung der Frau durch Kapitalismus und Gesellschaft schon im Mädchenalter, der Form der Kontrolle durch Essen, deren letztliche Folge Essstörungen sind, der Verdinglichung des weiblichen Körpers, sowie schließlich der Verbindung von Frauen und Haushalt.

Besonders im Kopf geblieben ist mir das zweite Kapitel, in dem Penny sich dem Phänomen der Essstörungen widmet. Ihrer Meinung nach ist „Dünnsein zu propagieren…eine ideale Methode, um starke Frauen zu kontrollieren, die an der Schwelle zur Selbstbefreiung stehen“ (S. 54). Sie erklärt, wie sich Magersucht auf die Persönlichkeit und das Alltagsleben von Betroffenen auswirkt, schöpft dabei aus ihrer eigenen Erfahrung als Magersüchtige, und untermauert so ihr Argument. Magersucht schränke einen derartig ein, dass man in der Konsequenz an nichts anderes mehr denken kann als an (nicht-) essen. Am Ende des Kapitels fordert sie, dass die Gesellschaft „den Hunger der Frauen anerkennen“ muss, und zwar in jeder Beziehung, nicht nur auf das Essen bezogen.
Doch auch wenn Penny aus ihrer Erfahrung mit dieser Krankheit bestimmte Punkte gut abstrahiert, mit einer Textpassage habe ich dennoch meine Probleme: „Ich war keine besondere und zerbrechliche Prinzessin. Ich war ein dummes, selbstmordgefährdetes Kind und habe meiner Familie fast das Herz gebrochen.“ (S. 57) Dieser Abschnitt vermittelt das Gefühl, man könne sich für oder gegen eine Essstörung entscheiden – was aber definitiv nicht der Fall ist. Ebenso wenig, wie man sich für Krebs entscheidet, hat meine eine Wahl pro oder contra Essstörung. Davon ab ist ihr persönliches Zeugnis ein eindringliches Beispiel dafür, wie stark der Einfluss der Gesellschaft auf dieses Krankheitsbild sein kann. Das Phänomen der Essstörungen allein auf eine sexistische Gesellschaft zu schieben ist zu kurz gedacht, aber die gesellschaftlichen Aspekte dürfen auch nicht vor persönlichen Aspekten oder Prädispositionen zurückstehen.

Im weiteren Verlauf des Buches kritisiert Penny zudem die bigeschlechtlichte Normierung, die auch bei Feministinnen weit vertreten sei, und damit alle Geschlechter dazwischen auslasse. Dass auch diese sexuellen Identitäten unter den einengenden Vorstellungen und Erwartungen einer kapitalistischen Gesellschaft leiden, führt sie u.a. im dritten Kapitel aus. Trotz allem liegt der Schwerpunkt des Buches auf dem weiblichen Körper.
Die Sexualiesierung von jungen Mädchen Penny ebenso kritisch auseinander wie die Verbindung von Haushalt, Körper und Scham: „Frauen…fühlen sich schuldig für den Zustand ihrer Wohnungen und Häuser, ebenso wie wir uns schuldig für den Zustand unserer Körper fühlen. Wir schämen uns, wenn der Eindruck entsteht, wir hätten irgendwie die Kontrolle verloren und wären des Frauseins, wie es gesellschaftlich interpretiert wird, nicht würdig.” (S. 94)

Dieses 126 Seiten dünne Buch ist für jede/n geeignet, der/die sich für den Zusammenhang von Sexismus, Kapitalismus und Feminismus interessiert. Vor allem auch Eltern von Töchtern lege ich dieses Buch ans Herz, weil es die offensichtlichen und versteckten Mechanismen der Gesellschaft aufdeckt, die trotz allem Strebens nach Gleichberechtigung nach wie vor vorherrschen, und Frauen schon vom Kindesalter an in bestimmte Schubalden stecken und in bestimmte Bahnen lenken wollen.

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