Laurie Penny Fleischmarkt

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Inhaltsangabe zu „Fleischmarkt“ von Laurie Penny

'Man erwartet von uns, dass wir selbstbewusst auftreten und sexuell allzeit verfügbar wirken, aber wir sollen uns schämen und werden geächtet, wenn wir Arroganz, Ehrgeiz oder erotisches Verlangen zeigen.' Laurie Penny, angry young woman und Star der englischen Bloggerszene, legt den Finger auf die Wunde. Der Spätkapitalismus brandmarkt den Körper von Frauen im Wortsinne – er brennt sein Markenzeichen ein. Fleischmarkt versucht, einige der Strategien aufzuzeigen, mit denen Frauenkörper entmachtet und kontrolliert werden. In Kapiteln zu Sexualität, Prostitution, Essstörungen, Konsum und Hausarbeit etwa werden Faktoren dargestellt, die für den Handel mit dem weiblichen Fleisch als sexuelles und soziales Kapital von Bedeutung sind. Laurie Penny kennt die Theorien ihrer Vorkämpferinnen, aber sie berichtet von der Front der heutigen Verwerfungslinien und Grabenkämpfe: Riot, don’t diet! Fleischmarkt ist ein Stück feministischer Dialektik, das den Körper der Frau als sexuellen Stützpunkt des kapitalistischen Kannibalismus offenlegt.

In einem Rutsch ausgelesen. Laurie Penny spricht mir mal wieder aus der Seele!

— Hazel93
Hazel93

Der perfekte Einstieg in das Thema Feminismus und Sexismus.

— Bücherkrähe
Bücherkrähe

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  • Laurie Penny - Fleischmarkt

    Fleischmarkt
    Bücherkrähe

    Bücherkrähe

    06. April 2016 um 11:00

    In Fleischmarkt analysiert Laurie Penny den weiblichen Körper und die Frau im Kapitalismus. Grundthese ist, dass Kapitalismus, Gesellschaft und ein Großteil der Männer Angst vor starken Frauen haben und daher versuchen, Frauen durch bestimmte Mechanismen zu kontrollieren. Ich schreibe deswegen “Großteil der Männer”, da Penny sehr treffend erklärt, dass auch viele Männer unter dem gesellschaftlichen Optimierungswahn und dem Kapitalismus leiden. Dreh- und Angelpunkt ist immer der weibliche Körper, sei es in der Werbung, in Erwartungshaltungen oder der Überzeugung, dass Frauen nur mit Einsatz ihres Körpers und ihrer weiblichen Reize beruflichen Erfolg haben können. In vier Kapiteln widmet sich Penny also der Sexualisierung der Frau durch Kapitalismus und Gesellschaft schon im Mädchenalter, der Form der Kontrolle durch Essen, deren letztliche Folge Essstörungen sind, der Verdinglichung des weiblichen Körpers, sowie schließlich der Verbindung von Frauen und Haushalt. Besonders im Kopf geblieben ist mir das zweite Kapitel, in dem Penny sich dem Phänomen der Essstörungen widmet. Ihrer Meinung nach ist „Dünnsein zu propagieren…eine ideale Methode, um starke Frauen zu kontrollieren, die an der Schwelle zur Selbstbefreiung stehen“ (S. 54). Sie erklärt, wie sich Magersucht auf die Persönlichkeit und das Alltagsleben von Betroffenen auswirkt, schöpft dabei aus ihrer eigenen Erfahrung als Magersüchtige, und untermauert so ihr Argument. Magersucht schränke einen derartig ein, dass man in der Konsequenz an nichts anderes mehr denken kann als an (nicht-) essen. Am Ende des Kapitels fordert sie, dass die Gesellschaft „den Hunger der Frauen anerkennen“ muss, und zwar in jeder Beziehung, nicht nur auf das Essen bezogen. Doch auch wenn Penny aus ihrer Erfahrung mit dieser Krankheit bestimmte Punkte gut abstrahiert, mit einer Textpassage habe ich dennoch meine Probleme: „Ich war keine besondere und zerbrechliche Prinzessin. Ich war ein dummes, selbstmordgefährdetes Kind und habe meiner Familie fast das Herz gebrochen.“ (S. 57) Dieser Abschnitt vermittelt das Gefühl, man könne sich für oder gegen eine Essstörung entscheiden – was aber definitiv nicht der Fall ist. Ebenso wenig, wie man sich für Krebs entscheidet, hat meine eine Wahl pro oder contra Essstörung. Davon ab ist ihr persönliches Zeugnis ein eindringliches Beispiel dafür, wie stark der Einfluss der Gesellschaft auf dieses Krankheitsbild sein kann. Das Phänomen der Essstörungen allein auf eine sexistische Gesellschaft zu schieben ist zu kurz gedacht, aber die gesellschaftlichen Aspekte dürfen auch nicht vor persönlichen Aspekten oder Prädispositionen zurückstehen. Im weiteren Verlauf des Buches kritisiert Penny zudem die bigeschlechtlichte Normierung, die auch bei Feministinnen weit vertreten sei, und damit alle Geschlechter dazwischen auslasse. Dass auch diese sexuellen Identitäten unter den einengenden Vorstellungen und Erwartungen einer kapitalistischen Gesellschaft leiden, führt sie u.a. im dritten Kapitel aus. Trotz allem liegt der Schwerpunkt des Buches auf dem weiblichen Körper. Die Sexualiesierung von jungen Mädchen Penny ebenso kritisch auseinander wie die Verbindung von Haushalt, Körper und Scham: „Frauen…fühlen sich schuldig für den Zustand ihrer Wohnungen und Häuser, ebenso wie wir uns schuldig für den Zustand unserer Körper fühlen. Wir schämen uns, wenn der Eindruck entsteht, wir hätten irgendwie die Kontrolle verloren und wären des Frauseins, wie es gesellschaftlich interpretiert wird, nicht würdig.” (S. 94) Dieses 126 Seiten dünne Buch ist für jede/n geeignet, der/die sich für den Zusammenhang von Sexismus, Kapitalismus und Feminismus interessiert. Vor allem auch Eltern von Töchtern lege ich dieses Buch ans Herz, weil es die offensichtlichen und versteckten Mechanismen der Gesellschaft aufdeckt, die trotz allem Strebens nach Gleichberechtigung nach wie vor vorherrschen, und Frauen schon vom Kindesalter an in bestimmte Schubalden stecken und in bestimmte Bahnen lenken wollen.

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  • Von der Erotik des Kapitals

    Fleischmarkt
    CorinnaSmiles

    CorinnaSmiles

    19. June 2013 um 21:55

    Zugegeben, dieses Büchlein ist – sprachlich wie inhaltlich – nicht unbedingt leichte Kost. Aber es lohnt sich, den Text konzentriert zu lesen, mitzudenken und ggf. das ein oder andere Fremdwort kurz nachzuschlagen. Laurie Penny geht vom Begriff des „erotischen Kapitals“ aus; sie betrachtet die Rolle (und Unterdrückung) der Frauen aus Klassensicht bzw. innerhalb des kapitalistischen Systems. Dabei steht der weibliche Körper im Blickfeld – in seiner Sexualisierung, im Licht der Schönheitsindustrie –, ebenso wie Transsexualität und die (von Frauen unentgeltlich verrichtete) Hausarbeit als Säule des Kapitalismus. Wer bis zum Schluss (nach sportlichen 123 Seiten) durchhält, gewinnt eine wertvolle (in meinem Fall auch neue) feministische Perspektive, ohne dass dabei altbekannte feministische Themen wie Prostitution, Pornografie, Sexualisierung der Medien, Schönheitswahn, Lohnungleichheit, Diskriminierung von Frauen im Beruf und öffentlichen Leben etc. einfach nur wiedergekaut werden.

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  • Rezension zu "Fleischmarkt" von Laurie Penny

    Fleischmarkt
    thursdaynext

    thursdaynext

    ...."Vor allem weigern wir uns schön und brav zu sein".... In Fleischmarkt bohrt Laurie Penny extrem dicke Bretter. Gekonnt, doch sprachlich sehr abgehoben, (war gezwungen etliche Male zur Worterklärung nachzuforschen ) analysiert sie das bestehende kapitalistische System zum Erhalt der weiblichen Unterdrückung durch das Patriarchat. Fleischmarkt ist ein hardcore Buch. Heftig und unleidlich zu lesen. Aber notwendig, ehrlich, auf die eiternden Wunden zeigend. Der Feminismus ist in der Moderne angekommen und es zeigt sich, dass sich am grundlegenden nichts verändert hat, sondern noch etlich Baustellen (moderne Sklaverei, gesellschafstbedingte Erkrankungen wie Eßstörungen, etc.) mehr dazugekommen sind. "Wer putzt bei der Putzfrau?" So schonungslos und direkt wie hier habe ich das noch nie gelesen. Absolute Empfehlung an alle Frauen/Mädels sich hier durchzukämpfen, auch jene die sich zu ihrer eigenen Zufriedenheit mit dem bestehenden System irgendwie arrangiert haben. Für die nachfolgenden Generationen !

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    • 2
    awogfli

    awogfli

    06. March 2013 um 09:43