Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift

von Laurie Penny 
4,4 Sterne bei8 Bewertungen
Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift
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Eins der wichtigsten Bücher zu Feminismus und Sexismus!

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Laurie Penny bringt auch komplizierte Dinge auf den Punkt. Klug beobachtet und toll geschrieben. Absolut empfehlenswert.

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Inhaltsangabe zu "Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift"

Laurie Penny spricht das Unsagbare aus: Fucked-up Girls und Lost Boys, sexuelle Gewalt, Liebe und Lügen sind ihre Themen. Sie zeigt, dass Feminismus ein Prozess ist: Egal, wie man sich nennt - wichtig ist, wofür man kämpft. Laurie Penny zerlegt gnadenlos den modernen Feminismus und die Klassenpolitik, wenn sie von ihren eigenen Erfahrungen als Journalistin, Aktivistin und in der Subkultur berichtet. Es ist ein Buch über Armut und Vorurteile, Online-Dating und Essstörungen, Straßenkämpfe und Fernsehlügen. Der Backlash gegen sexuelle Freiheit für Männer und Frauen und gegen soziale Gerechtigkeit ist unübersehbar - und der Feminismus muss mutiger werden! Laurie Penny spricht für einen Feminismus, der keine Gefangenen macht, dem es um Gerechtigkeit und Gleichheit geht, aber auch um Freiheit für alle. Um die Freiheit zu sein, wer wir sind, zu lieben, wen wir wollen, neue Genderrollen zu erfinden und stolz gegenüber jenen aufzutreten, die uns diese Rechte verweigern wollen. Es ist ein Buch, das jenen eine Stimme gibt, denen das Sprechen verboten wird - eine Stimme, die das Unsagbare ausspricht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864381737
Sprache:
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:288 Seiten
Verlag:Edition Nautilus
Erscheinungsdatum:25.02.2015

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    Bücherkrähes avatar
    Bücherkrähevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eins der wichtigsten Bücher zu Feminismus und Sexismus!
    Laurie Penny - Unsagbare Dinge

    Unsagbare Dinge war mein Einstieg in die feministische Lektüre, und ist bis heute mein Lieblingsbuch auf diesem Gebiet. Laurie Penny schreibt mit einer Wut und einer Wucht, die ich in und an mir selbst wiedererkenne.
    Wie auch in Fleischmarkt geht es in Unsagbare Dinge um die Mechanismen, mit denen Frauen nach wie vor die Gleichstellung versagt wird. Natürlich existiert diese schon auf dem Papier, aber in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und im (mehr oder weniger unbewussten) Verhalten von Männern gegenüber Frauen zeigt sich immer wieder sehr deutlich, dass es noch ein weiter Weg ist.

    Ausführlicher als in Fleischmarkt geht Penny auch wieder auf Magersucht und Essstörungen allgemein als Symptom einer sexistischen, permanent Frauen und Mädchen bewertenden Gesellschaft ein, und erklärt sie zu einer Bewältigungsstrategie, um mit den Anforderungen und Erwartungen zurechtzukommen. In diesem Zuge erklärt Penny auch das Phänomen der Misogynie unter Frauen, meisten „hübsche“ gegen „nicht hübsche“ Frauen bzw. umgekehrt. Dass dabei keiner gewinnt, bringt sie auf den Punkt: „Du kannst nicht gewinnen. Wenn eine Frau sich entschließt, ein politisches Statement abzugeben, indem sie weniger Zeit auf die Körperpflege verwendet, wird sie in das Lager der BH-verbrennnenden Emanzen gesteckt, doch wenn sie sich konventionelle Schönheitsstandards zu eigen macht oder einfach nur Gefallen daran findet, gilt sie als oberflächliche manipulative Schlampe.“ (S. 44)

    Ein anderer Aspekt, den Penny mehrmals diskutiert, ist der „Beißreflex“ von Männern bzw. wie Frauen vor allem online der Raum genommen wird. „Viele Männer können offenbar ihr Leid nur artikulieren, wenn sie gleichzeitig Frauen daran hindern, das ihre zu artikulieren.“ (S. 75) Sei es, dass man Frauen immer wieder zu gemäßigter Sprache anhält (S. 76) oder sie online als „durchgedrehte hysterische Zicken, Zensoren, keinen Deut besser als Nazis“ tituliert, „und wahrscheinlich brauchen [sie] nur einen ‚richtigen Mann‘, der es [ihnen] mal anständig besorgt, einen ‚richtigen Mann‘ wie einen von denen, die in den Kommtar-Threads damit drohen, [Frauen] den Kopf abzureißen und in den Rumpf zu masturbieren.“ (S.192). Wer Pennys Darstellung überzogen findet surft blind durch das Internet, denn ich habe all sowas auch schon zu hören bekommen oder unter Kommentaren anderer Frauen gelesen. Es ist eine treffende Analyse, was Frauen ständig im Internet widerfährt, besonders, wenn sie sich zu tagespolitischen und gesellschaftlichen Themen kritisch äußern.

    Es gibt noch viele weitere Aspekte in diesem Buch, die erwähnenswert wären. Ich habe selten, wenn überhaupt schon einmal, ständig nicken müssen wie bei Unsagbare Dinge. Es ist meiner Meinung nach das wichtigste feministische Werk unserer Zeit, denn es zeigt deutlich auf, dass sich Sexismus und Misogynie seit den 50er Jahren schlicht angepasst haben statt zu verschwinden, und sich in moderneren Phänomenen niederschlagen.
    Mehr noch als Fleischmarkt empfehle ich Unsagbare Dinge uneingeschränkt. Ich habe in der Rezension zu Noah Sows Buch Deutschland Schwarz Weiß geschrieben, dass es für mich die Kategorie der Bücher, die man gelesen haben muss, gibt. In diese Kategorie gehört Unsagbare Dinge.

     

    "Wir sind die, die zu laut lachen und zu viel reden und zu viel wollen und für sich arbeiten und eine neue Welt sehen, knapp außer Reichweite, die am Rand der Sprache darum ringt, ausgesprochen zu werden. Und manchmal, zu später Nachtstunde, nennen wir uns Feministinnen."

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    Nirtak_Ehcstuks avatar
    Nirtak_Ehcstukvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wirklich lesenswert - selbst, wenn man sich vorher nie mit dem Thema Feminismus beschäftigt haben sollte. Sorgt für Gesprächsstoff.
    Prinzessinnenpropaganda, Cybersexismus und Gerechtigkeit

    Es gibt Lektüre, die gehört nicht unbedingt ins eigene Beuteschema. Trotzdem schleicht man drum herum, weil es einem in den Fingern juckt, sie zu kaufen - bis man es endlich tut! Im Falle von Unsagbare Dinge - Sex, Lügen und Revolution war die Empfehlung eines Buchhändlers der Auslöser, sodass ich am Ende einfach nicht widerstehen konnte. Laurie Penny nimmt in diesem Sachbuch zum Thema Feminismus kein Blatt vor den Mund, wenn es um Geschlechterrollen und Identität, Machtverhältnisse oder Sex geht. In fünf lose aufeinander aufbauenden Kapiteln äußert sich die Autorin genauso unverblümt wie sarkastisch, gleichermaßen sachlich und wütend über abgefuckte Mädels, verlorene Jungs, Cybersexismus und die alltäglichen Lügen der Liebe. Wer jedoch denkt, dies sei ein Buch um Frauen gegen Männer aufzuhetzen, der irrt sich gewaltig.

    Dass dieser Lesestoff dazu taugt, mal über den eigenen Tellerrand zu blicken und mit anderen darüber zu diskutieren, kann ich jedoch versprechen. Offen werden diverse Rollenbilder thematisiert, beispielsweise der Status der Frau als Objekt der Begierde, alleinstehende Mütter oder andere Sündenböcke. Dann wieder wird ausführlich erörtert, was mit Begriffen wie Vergewaltigungskultur gemeint ist und auf welche Art sie sich im Umgang miteinander äußern. Das ist häufig nicht schön - unter anderem weil keinerlei Rücksicht auf diverse Befindlichkeiten genommen wird. Da heißt dann eine Unterüberschrift schon mal Schlampengeschwätz oder Auf den Knien rutscht du sowieso. Wie Laurie Penny selbst gleich zu Anfang feststellt, ist dieses Buch definitiv kein Ratgeber und sicher nicht unter Mainstream einzuordnen:

        Dies ist ein feministisches Buch. Es ist keine heitere Anleitung für den Umgang mit dem modernen Patriarchat, Augenzwinkern, Daumen hoch. (...) Als Leitfaden zum Glück in einer abgefuckten Welt taugt dieses Buch nicht.
        Unsagbare Dinge, Laurie Penny, S. 9

    Der Leser wird u.a. mit Gedanken über den Mainstream-Feminismus und seine Auswirkungen konfrontiert. Wenig überraschend sind damit immer wieder die Themen Medien, Vernetzung und öffentliche Meinung eng verknüpft. Nach und nach entsteht Mitgefühl für alle, die aus dem Raster fallen und unter starren Rollenbildern zu leiden haben - und das sind beileibe nicht nur Frauen! Denn welchen Erwartungen sind ein „echter“ Mann oder eine „ideale“ Frau unterworfen und weshalb eigentlich? Ist es jedem erlaubt, laut zu sein und Raum einzunehmen? Was hat Frauenhass mit Redefreiheit zu tun und weshalb kann Liebe Arbeit sein? Mit derartigen Fragen könnte ich sicher noch eine ganze Weile fortfahren, denn Denkanstöße und unsagbare Dinge gibt es in dem Buch wahrlich genug. Klar: Selbst würde ich auch nicht alle Aussagen des Buches bedingungslos unterschreiben. Dafür haben einige der Schilderungen zu wenig mit meiner eigenen Lebenswirklichkeit zu tun. Manches empfand ich als zu gewollt provokant, andere Äußerungen waren mir zu subjektiv oder auch pauschalisierend. Aber dann - wusch! - gab es da diese schonungslos ehrlichen, verletzlichen, rebellischen, verstörenden Passagen, die mir fast den Boden unter den Füßen wegzogen. Das passierte besonders, wenn die Autorin persönliche Erlebnisse schilderte oder wenn einfach ein wunder Punkt erwischt wurde. Auf der anderen Seite reizten mich einige überspitzte Formulierungen sogar zum Lachen, wenn auch offen gesagt eher schlechten Gewissens. Außerdem verwendet Laurie Penny Worte wie Renitenz und Prinzessinnenpropaganda. Mal ganz ehrlich? Damit hat sie bei mir von vornherein einen Stein im Brett. Interessante, weiterführende Links und unzählige Buchtipps zu verwandten Themen sind ein weiterer Bonus zu all den wertvollen Denkanstößen.

    Der Meuterei anschließen?

    Im Grunde holt einen dieser Lesestoff aus der eigenen Komfortzone heraus. Er fordert dazu auf, seine Umgebung wacher zu beobachten, den alltäglichen Umgang miteinander zu hinterfragen und mal gründlich darüber zu sinnieren, welche Rollen man selbst einnimmt. Zum Meutern animiert fühlte ich mich hier und da tatsächlich. Immerhin wird jeder Mensch im privaten, wie beruflichen Umfeld mit geschlechtsspezifischen Erwartungen konfrontiert. Nachhaltig beeindruckt haben mich weiterhin die intensiven Passagen zu den Themen Vergewaltigung, Täter und Opfer. Im Grunde wird tatsächlich gefordert, dass sich eine Hälfte der Bevölkerung zum eigenen Schutz wie selbstverständlich gewissen Einschränkungen unterwirft: Verhalte dich unauffällig. Geh im Dunkeln nicht allein raus. Zieh dir keinen kurzen Rock an. Oberflächlich betrachtet klingt das alles völlig vernünftig, aber am Kern des Problems geht es vorbei. Allein über diese Problematik ließe sich schier endlos diskutieren.

    Abschließend kann ich sagen, dass meine persönliche Sicht auf den Feminismus durch das Buch erweitert wurde. Feminismus ist nicht feindselig oder radikal, sondern in Wahrheit nur verdammt unbequem. Wenn eine Gesellschaft als Ganzes aufgefordert ist an ihrer Einstellung zu arbeiten, leuchtet mir sofort ein, wo all der Gegenwind herkommt. Wahrscheinlich möchte jedoch niemand ernsthaft bestreiten, dass wir noch meilenweit von der Gleichberechtigung entfernt sind. Klingt irgendwie schwer verdaulich? Vielleicht stimmt das sogar. In erster Linie ist Unsagbare Dinge jedoch ein wunderbar erhellendes, leidenschaftliches Plädoyer für Gerechtigkeit, Toleranz und die Freiheit aller, ihren Wünschen entsprechend zu leben und zu lieben. Nach der Lektüre musste ich jedenfalls umgehend mit meiner Mutter telefonieren und auch einige Freundinnen zutexten. Die dadurch ausgelösten Gespräche waren denn auch äußerst spannend! Was kann man von einem Buch mehr verlangen?

    Katrin, www.inkunabel.worpdress.com

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    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Laurie Penny bringt auch komplizierte Dinge auf den Punkt. Klug beobachtet und toll geschrieben. Absolut empfehlenswert.
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    Hazel93s avatar
    Hazel93vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Erfrischend ehrlich! Sehr lesenswert, da das Buch dazu anregt über bestimmte Dinge anders nachzudenken!
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    Buchhandlung_am_Schaefersees avatar
    Buchhandlung_am_Schaeferseevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein engagiertes und kluges Buch über die Notwendigkeit des Umdenkens bezüglich der sozialen und emotionalen Strukturen der Gesellschaft.
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    Marina_Nordbrezes avatar
    Marina_Nordbrezevor 3 Monaten
    Ronnes avatar
    Ronnevor einem Jahr
    LyricalLies25s avatar
    LyricalLies25vor 3 Jahren

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