Laurie R. King , Leslie Klinger In the Company of Sherlock Holmes: Stories Inspired by the Holmes Canon

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(0)
(0)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „In the Company of Sherlock Holmes: Stories Inspired by the Holmes Canon“ von Laurie R. King

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Neue Sherlock-Holmes-Geschichten

    In the Company of Sherlock Holmes: Stories Inspired by the Holmes Canon
    TheRavenking

    TheRavenking

    04. June 2015 um 18:19

    Vergangenes Wochenende war es wieder soweit: Es war Zeit mir meine monatliche Sherlock-Holmes-Dosis abzuholen. Mir meine siebenprozentige Lösung zu spritzen. Und dabei zu hoffen, dass die Dealer mich nicht übers Ohr gehauen hatten. Seit seligen Arthur Conan Doyle Zeiten wurde der Sherlock-Holmes-Stoff so oft gestreckt, verdünnt von unfähigen Hinterhof-Dealern mit gepanschten Zutaten vermurkst, dass man nie weiß was man bekommen wird. In diesem Fall haben wir es immerhin mit renommierten Anbietern zu tun. In The Company Of Sherlock Holmes ist eine Anthologie. Bereits die zweite nach a Study in Sherlock von Laurie R. King und Leslie S. Klinger zusammengestellte Sammlung. Laurie R. King ist Autorin der Mary-Russell-Romane, Leslie S. Klinger ist Sherlock-Holmes-Experte und betreute unter anderem die Holmes-Filme mit Robert Downey Jr. Der Band war eine schwere Geburt, denn der Conan-Doyle-Estate hatte Klage eingereicht. Weil der letzte Holmes-Band, das Buch der Fälle immer noch urheberrechtlich geschützt ist, argumentierten die Erben Conan Doyle’s, dass diese Geschichten noch wesentliche Informationen zum Wirken des Meisterdetektivs enthalten, weshalb jede Pastiche Tantiemen an sie zahlen müsste. Die Richter sahen dies anders. Das ist Grund zum Feiern. Für King und Klinger zumindest und ihre Autoren. Für den Leser nur bedingt. Denn die Qualität der hier versammelten Beiträge ist mehr als dürftig. Es gibt große Namen: Michael Connelly, Jeffery Deaver, Harlan Ellison, Cornelia Funke … Nur enttäuschen die meisten. Sicherlich sind alle diese Leute begeisterte Fans, aber die meisten Stories hier muten tatsächlich wie etwas holprig verfasste Fan-Fiction an. Das besondere an diesen Erzählungen ist zunächst, dass es keine traditionelle Pastiches sind. In den meisten kommt Sherlock Holmes nicht einmal vor. Nicht umsonst heißt es: Stories inspired by the Holmes canon. Michael Connelly zum Beispiel hat mit The Crooked Man einfach eine moderne Harry-Bosch-Geschichte geschrieben. Sie ist amüsant zu lesen, aber auch wirklich nichts Besonderes. Bosch trifft an einem Tatort auf einen eigenwilligen Polizeiarzt, der ganz so hervorragend zu kombinieren weiß wie sein Vorgänger aus der Baker Street. The Memoirs of Silver Blaze von Michael Sims erzählt die Geschichte von Silver Blaze aus der Sicht des Pferdes. Ich habe noch nie etwas von einem Pferde-Autor gelesen. Vielleicht sind Pferde einfach keine besonders guten Schriftsteller. Jedenfall ist die ganze Chose langweilig und unnütz. Dabei hätte sie vielleicht sogar komisch sein können. Dr. Watson’s Casebook von Andrew Grant bedient sich eines ähnlich nervigen Gimmicks und besteht ganz aus facebook-Einträgen, die eine moderne Fassung von Der Hund von Baskerville erzählen. Es gibt sogar einen kurzen Sherlock-Holmes-Comic. An originellen Einfällen mangelt es also wahrlich nicht. Wirklich lesenswerte Beiträge finden sich allerdings nur drei: Cornelia Funkes "Lost Boys" dreht sich um die Baker Street Irregulars, Michael Dirda geht in By Any Other Name der Frage nach, wer denn nun wirklich die Sherlock-Holmes-Geschichten verfasst hat; und Jeffery Deaver schickt in The Adventure oft the Laughing Fisherman einen modernen Holmes-Fan in New York City auf Verbrecherjagd. Fazit: Leihen oder stehlen, kaufen lohnt sich nicht! Was die Erben Conan Doyles betrifft: Sie scheinen trotz ihrer Niederlage ein weiteres Ziel gefunden zu haben. Sie verklagten die Macher des Films Mr. Holmes. Möge der Teufel (oder Moriarty) sie holen.

    Mehr