Lawrence Block Abzocker

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Inhaltsangabe zu „Abzocker“ von Lawrence Block

Für den Trickbetrüger Joe Marlin ist es der gefährlichste Schwindel seiner Laufbahn. Heroin und die heißblütige Mona stellen ihn vor die Wahl : zum Mörder werden oder selbst als Leiche auf dem Pflaster enden ...

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    Abzocker

    Stefan83

    06. October 2011 um 22:34

    Hoch gelobt und mit Preisen überhäuft gehört Lawrence Block seit längerem zu den Autoren, die ich unbedingt mal lesen wollte. Problem nur, dass eine Vielzahl seiner Bücher, besonders die Titel aus seiner Matt-Scudder-Reihe, mittlerweile nicht mehr lieferbar sind oder zu horrenden Preisen bei Antiquariaten angeboten werden. Umso dankbarer kann man da sein, dass sich der Rotbuch-Verlag entschlossen hat im Zuge seiner "Hard Case Crime"-Reihe einige seiner Bücher neu zu veröffentlichen. Den Anfang macht "Abzocker", ein Stand-Alone, der bereits im Jahre 1970 unter dem Namen "Die Mörderlady" auf den deutschen Markt geworfen wurde und, wie so viele andere Block-Titel auch, eine herrliche Mischung aus klassischem Krimi-Noir und Pulp bietet. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Trickbetrüger Joe Marlin. Ein eigentlich sympathischer, zur Melancholie neigender Kerl, der es mit Skrupeln nicht so hat und auch gern mal schamlos seine Umwelt ausnutzt, um seine ziellose Herumtreiberei zu finanzieren. Allein einen weichen Kern hat auch er, so dass in erster Linie die besser betuchten zu seinen Opfern zählen, während hart arbeitenden Zimmermädchen und Hotelpagen großzügige Trinkgelder spendiert werden. Und das Leben könnte so schön sein, würde ihn nun nicht gerade dieses, wenn auch nur im Ansatz vorhandene soziale Gewissen, und die Reize einer Frau in eine missliche Lage bringen. Ihr Name ist Mona Brassard und ihr Ehemann hinter seiner Fassade ein Gauner, dem seine Koffer samt Heroin gestohlen wurden. Diese befinden sich zufälligerweise in Joes Besitz, dessen vormals so ruhiges Leben nun um einiges aufregender wird und eine andere Dimension annimmt, denn er will Mona und den großen Gewinn. Was nun zu tun ist, um die Liebe zu retten und dick abzukassieren, lässt sich erahnen und deutet das Cover mehr als an. Ein Mord muss geplant werden... Auf den ersten Blick sicherlich kein ungewöhnlicher Plot, würde Lawrence Block ihn nicht mit unerwarteten Überraschungen spicken und mit einem absolut verblüffenden Ende versehen. Bis dahin gebraucht der Autor nicht viele Worte, erzählt er geradlinig und spannend, wenngleich die Handlung stets genauso überschaubar wie der enge zeitliche Rahmen bleibt. Hier ist keine Silbe, kein Satz unnötig, nichts dürfte gekürzt werden, so passend und aus einem Guss liest sich das Buch, in dem Block seine Figuren glaubhaft und sympathisch zeichnet und nie der Versuchung erliegt mit der Moralkeule auszuholen. Hier werden Verbrechen begangen, wird betrogen, gelinkt und eben abgezockt, ohne dass in der Ferne die Polizeisirene heult. Böses bleibt ungesühnt und in dieser schlechten Welt sorgt jeder für sich selbst. Wem das bei einem Buch stört, der soll die Finger davon lassen. Wer über Dreistigkeit und kriminelle List nicht schmunzeln kann, bei seinem Cody McFadyen bleiben. Alle die sich darauf einlassen erwartet eine geradlinige, herrlich altmodische Handlung mit schnodderigem Ton, die nur auf den ersten Blick offensichtlich scheint. Das Ende lässt uns schwer schlucken, liest sich eindringlich und verstört. Dies hat man so nicht erwartet und setzt hinsichtlich der Sprachkunst Blocks noch ein Sahnehäubchen auf die genussvolle Lektüre. Insgesamt ist "Abzocker" eine spannende, äußerst unterhaltsame Liebesgeschichte mit viel Flair, die lakonisch erzählt die 60er Jahre wieder zu Leben erweckt und Freunden des düsteren Pulps bedenkenlos empfohlen werden kann. Großes Lob an die Macher bei Rotbuch für ihren Mut und die herrlich trashige Covergestaltung.

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