Lawrence Block Die Sünden der Väter (Matthew Scudder 1)

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Inhaltsangabe zu „Die Sünden der Väter (Matthew Scudder 1)“ von Lawrence Block

»Die Sünden der Väter« stellt Matthew Scudder vor, jenen New Yorker Privatdetektiv, der von Liam Neeson in »Ruhet in Frieden« auf der Leinwand verkörpert wurde. Eine junge Prostituierte wurde getötet und der mutmaßliche Mörder hat sich in seiner Gefängniszelle erhängt. Auf der Suche nach Antworten wendet sich der Vater des toten Mädchens an Scudder. Dieser erste Band der preisgekrönten Reihe wurde ursprünglich 1976 veröffentlicht, die deutsche Ausgabe ist aber bereits seit vielen Jahren vergriffen. Der Roman wurde nun für heutige Leser von Stefan Mommertz neu übersetzt, einschließlich einer 1991 verfassten Einführung von Stephen King. Darin weist King darauf hin, dass Scudder zwar »den romantischen Untertönen der Gattung« entspricht, er aber »genauso viel von Dorian Grey wie von Travis McGee« hat. King schreibt weiter: »Block hat den Teil des Mythos, der ebenso Klischee wie Wunscherfüllung ist, beiseitegelegt und ihn durch etwas ersetzt, das sehr viel glaubwürdiger ist. Das Ergebnis ist eine Reihe von Büchern, die genau genommen ein einziges sind – eine urban-alkoholkranke moderne Version der ›Pilgerreise‹ –, mit einer Figur, die ganz und gar über die Gattung hinauswächst, der sie entsprungen ist.«
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    Die Sünden der Väter (Matthew Scudder 1)

    wampy

    16. May 2016 um 16:17

    Buchmeinung zu Lawrence Block – Die Sünden der Väter Die Originalausgabe erschienen 1976 unter dem Titel „The Sins of the Fathers“, die deutsche Ausgabe erstmals 1977 in der Übersetzung von Heinz Nagel unter dem Titel „Mordunter vier Augen“bei Pael. Die Neuübersetzung von Stefan Mommertz mit einem Vorwort von Stephen King erschien 2016 als ebook bei LB Productions. Dies ist der Serienauftakt um den Privatdetektiv ohne Lizenz Matthew Scudder. Klappentext: »Die Sünden der Väter« stellt Matthew Scudder vor, jenen New Yorker Privatdetektiv, der von Liam Neeson in »Ruhet in Frieden« auf der Leinwand verkörpert wurde. Eine junge Prostituierte wurde getötet und der mutmaßliche Mörder hat sich in seiner Gefängniszelle erhängt. Auf der Suche nach Antworten wendet sich der Vater des toten Mädchens an Scudder. Dieser erste Band der preisgekrönten Reihe wurde ursprünglich 1976 veröffentlicht, die deutsche Ausgabe ist aber bereits seit vielen Jahren vergriffen. Der Roman wurde nun für heutige Leser von Stefan Mommertz neu übersetzt, einschließlich einer 1991 verfassten Einführung von Stephen King. Darin weist King darauf hin, dass Scudder zwar »den romantischen Untertönen der Gattung« entspricht, er aber »genauso viel von Dorian Grey wie von Travis McGee« hat. King schreibt weiter: »Block hat den Teil des Mythos, der ebenso Klischee wie Wunscherfüllung ist, beiseitegelegt und ihn durch etwas ersetzt, das sehr viel glaubwürdiger ist. Das Ergebnis ist eine Reihe von Büchern, die genau genommen ein einziges sind – eine urban-alkoholkranke moderne Version der ›Pilgerreise‹ –, mit einer Figur, die ganz und gar über die Gattung hinauswächst, der sie entsprungen ist.« Meine Meinung: Dies ein ein sehr beeindruckender Serienauftakt, obwohl oder weil nur wenig Aktion vorhanden ist. Der Expolizist Matthew Scudder wird von einem Vater beauftragt, die Ursachen für den Tod seiner Tochter herauszufinden. So außergewöhnlich wie dieser Auftrag, so außergewöhnlich ist die Hauptfigur. Bei einem Schusswechsel nach einem Raubüberfall hat Scudder nicht nur einen der Täter erschossen, sondern auch ein unbeteiligtes junges Mädchen mit einem Querschläger tödlich verletzt. Daraufhin hat er die Polizei kurz vor Erreichen der „Betriebsrente“ verlassen. Auch seine Ehe ging dabei in die Brüche. Da er über keine Lizenz als Privatdetektiv verfügt, leistet er seinen „Klienten“ nur Gefallen, für die er ein Geschenk erwartet. Dieses Verfahren ist ihm aus seimer Polizistenzeit noch gut bekannt. Auch wenn er nicht religiös ist, so bekommt die Kirche doch einen Zehnten von seinen Einnahmen. Meistens erhält die katholische Kirche diesen Anteil, nicht weil er sie mag, sondern weil sie die längsten Öffnungszeiten haben. Sein Lieblingsgetränk ist Kaffee mit einem Schuss Whiskey – Scudder hat also auch ein Alkoholproblem. Seine Sicht der Dinge ist realitätsnah und frei von positiven Erwartungen. Seinen Gefallen leistet er mit aller Hartnäckigkeit, die er aufbieten kann. Er spricht mit vielen Leuten und sagt häufig, dass er verstanden hat. Dabei kommt körperliche Gewalt eigentlich gar nicht vor. Ein bisschen Aktion kommt in die Handlung nur, als Scudder bei einer Kneipentour von einem Hobbygangster überfallen wird. Diesem Hobbygangster vermittelt Scudder unmissverständlich, das er für diesen Job zu weich ist – halt ein guter Junge, der Matt. Dann kann er seinem Auftraggeber Bericht erstatten, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man ihm doch bitte von Anfang an, die ganze Wahrheit erzählen solle. Der Klient bekommt die ungeschminkte Wahrheit und Matt Scudder die Erkenntnis, dass man den falschen Täter ermittelt hat. Matthew Scudder forscht weiter und kennt den Täter, ohne rechtskräftige Beweise zu haben. Auch hier sucht er das Gespräch und bietet dem Täter, eine Chance, die er nicht ablehnen kann. Matthew Scudder ist eine unglaublich faszinierende Figur, die sehr komplex ist und beileibe nicht nur positive Eigenschaften hat. Aber er steht trotz aller Widrigkeiten mit beiden Beinen im Leben und versucht das Beste aus seiner Situation zu machen. Er hat die Erfahrung, den Verstand und die Verbindungen, um erfolgreich zu sein. Seine Lieblingsmethode ist das Gespräch, und wenn sonst niemand zur Hand ist, so redet er mit einem Barmann. Thema ist dabei längst nicht immer der Fall. Spannung im klassischen Sinn gibt es nicht und trotzdem konnte ich das Buch kaum zur Seite legen. Da der Roman aus der Sicht Scudders erzählt wird, weiß Matt nicht mehr als der Leser und dennoch wurde ich von den Ergebnissen seiner Gedanken überrascht. Fazit: Ganz der Noir sind eigentlich alle auftretenden Charaktere Verlierer. Diese trübe Grundstimmung prägt das Buch und positive Ereignisse finden nicht statt. Das Buch lebt von der Hauptfigur, von der eine unglaubliche Faszination ausgeht. Besonders gefallen hat mir, dass es fast keine Gewaltszenen, dafür aber einige Stellen mit einem sehr trockenen Humor gibt. Mich hat das Buch voll überzeugt und ich vergebe gerne fünf Sterne (90 / 100 Punkte). Das Buch kann allen empfohlen werden, die einen eher ruhigen Fall mögen. Freunde von Aktionsfeuerwerken oder blutigen Detailbeschreibungen werden mit diesem Buch nicht glücklich werden.

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