Lawrence Goldstone Anatomie der Täuschung

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Inhaltsangabe zu „Anatomie der Täuschung“ von Lawrence Goldstone

Philadelphia 1889: Im Seziersaal der Universitätsklinik obduziert eine Gruppe von Ärzten unter Leitung des weltberühmten Chirurgen William Osler die eingelieferten Toten. Unter ihnen befindet sich die Leiche einer bildhübschen jungen Frau, die kaum äußere Verletzungen aufweist. Als er Professor bei ihrem Anblick die Obduktion überhastet abbricht, fragt sich der junge Dr. Ephraim Carroll, was diese ungewöhnliche Reaktion ausgelöst haben könnte. Bei seinen Nachforschungen stellt sich heraus, dass die Tote aus einer der vornehmsten Familien der Stadt stammt. Als ein Kollege vergiftet wird, ahnt Ephraim, dass er einem lebensgefährlichen Geheimnis auf der Spur ist …

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    Anatomie der Täuschung

    Stefan83

    20. October 2011 um 10:42

    Das ausgehende 19. Jahrhundert ist spätestens seit Caleb Carrs „Die Einkreisung“ eine äußerst beliebte Epoche, um dort einen packenden Kriminal -oder Historienroman anzusiedeln. Das scheint auch dem amerikanischen Autor Lawrence Goldstone nicht entgangen zu sein, der uns in seinem Debütwerk „Anatomie der Täuschung“ ins Philadelphia des Gaslichtzeitalters zurückführt. Aber gehört sein Buch wie die aus der Feder Carrs auch in das Genre der Spannungsliteratur? Ginge man nach dem deutschen Verleger Knaur, der es als „Pageturner“ und „messerscharfen Kriminalroman“ bewirbt, bestünde daran kein Zweifel. Aber wie so oft verspricht auch hier der Buchdeckel mehr, als der Inhalt dazwischen letztlich halten kann, denn nach gut 520 Seiten Lektüre steht eins unverrückbar fest: „Anatomie der Täuschung“ ist wohl alles, jedoch ganz sicher kein reiner Kriminalroman. Ein Grund also, das Buch erst gar nicht zu lesen? Nicht unbedingt, brilliert Goldstone doch dafür auf andere Art und Weise. Kurz zur Story: Das Philadelphia des Jahres 1889. Dr. Ephraim Carroll, ein talentierter, junger und aufstrebender Arzt, befindet sich gemeinsam mit einigen Kollegen im Sezierraum der städtischen Universitätsklinik, um dort den Obduktionen beizuwohnen, welche niemand geringerer als der weltberühmte Chirurg Dr. William Osler höchstpersönlich durchführt. Osler, als Mentor und Vorbild von Carroll sehr geschätzt, zeigt anhand mehrerer Leichen verschiedene Krankheitsbilder auf und stellt dabei seine Schüler immer wieder auf die Probe. Ein normaler Unterrichtstag also … Zumindest so lange, bis ein weiterer Sargdeckel gelüftet wird und die Leiche einer jungen Frau mit unbekannter Identität zum Vorschein kommt. Dr. Osler bricht urplötzlich und ohne ersichtlichen Grund die Obduktion ab und erklärt die Untersuchungen zur Überraschung aller für beendet. Auch Dr. Carroll wundert sich über das Verhalten des sonst so abgeklärten Professors. Und mit jedem Tag der vergeht, kommen ihm mehr Zweifel. Hat Dr. Osler die Tote gekannt? Wenn ja, wer war sie? Carroll beginnt eigene Nachforschungen anzustellen, in deren Verlauf er mehr über seine Ärztekollegen herausfindet als ihm lieb ist. Stets in der Angst, seine Laufbahn als Mediziner aufs Spiel zu setzen, wird er in ein dunkles Geheimnis mit hineingezogen, das ihn von der High Society Philadelphias bis tief in die düstersten Gossen der Stadt führt. Als dann auch noch ein Kollege von ihm vergiftet wird, ahnt Carroll, dass neben seiner Karriere noch etwas weit Wertvolleres in Gefahr ist … sein eigenes Leben. An der Seite von Ich-Erzähler Dr. Ephraim Carroll in eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte eintauchen zu dürfen, war für mich leider ein über weite Strecken ziemlich ambivalentes Lesevergnügen. So gelingt es Goldstone zwar, und dies sogar sehr gekonnt, die düstere Atmosphäre dieser Zeit einzufangen, allerdings wird dafür auch an gleicher Stelle ein Großteil der Spannung geopfert. Auf den ersten gut 200! Seiten kommt die Handlung kaum voran, konzentriert sich der Autor lediglich darauf, Carrolls Geschichte zu erzählen und die restlichen Charaktere samt all ihren Facetten ausführlich vorzustellen. Von Dr. Osler, dem methodisch agierenden, wissenschaftlichen Genie über die engagierte Ärztin Mary Simpson bis hin zu George Turk, der sich aus armseligsten Verhältnissen hochgearbeitet hat. Goldstone hat ein Kaleidoskop verschiedenster Figuren eingebaut, anhand derer er nicht nur die unterschiedlichen moralischen Motivationen aufzeigt, sondern auch den Wandel der Medizin. So geht er zum Beispiel näher auf die neue Rolle von Drogen bzw. Opiaten bei der Betäubung ein, beschreibt er den Fortschritt der Hygiene bei Operationen in Form von Gummihandschuhen. Während ältere Ärzte noch in Rekordzeit ihre Patienten öffnen und wieder zunähen, zeigt die nachfolgende Generation ein neues Verständnis der Chirurgie. Die alten Methoden sind überholt, die Fortschritte spiegeln sich deutlich in der Zahl der Überlebenden wieder. Dabei ist es bemerkenswert, mit welcher Detailtreue Goldstone die Beschreibungen vornimmt. Operationen und Autopsien werden in aller Ausführlichkeit und minutiös dargestellt, wobei nicht an medizinischen (und damit lateinischen) Fachausdrücken gespart wird. Und hier kommen wir leider zum entscheidenden Punkt: Für angehende Mediziner und praktizierende Ärzte werden diese Passagen sicherlich von großem Interesse sein. Die Aufmerksamkeit des Otto-Normal-Lesers droht jedoch bei soviel Fachchinesisch schon bald abzuschweifen. Goldstones Begeisterung für das medizinische Thema in allen Ehren. Ein gewissenhafter Lektor hätte hier kürzend eingreifen müssen, um zumindest ein kleines Maß an Spannung aufrechtzuerhalten. So dümpelt die Geschichte besonders in der ersten Hälfte äußerst träge vor sich hin, was zudem dadurch verstärkt wird, dass Ich-Erzähler Dr. Carroll ein ziemlich biederes Persönchen geworden ist. Eigentlich ja ein junger Mann, verhält er sich äußerst konservativ und geht mit einer Vorsicht ans Werk, die jedem Chirurgen zu Ehre gereichen würde. Nicht selten musste ich mir seufzend in die Haare greifen, wenn er wieder einmal mit seinen Entscheidungen haderte und ihm die Tränen in die Augen traten. Ständig auftretende Ängste, endlose Wiederholungen und rührige Selbstbemitleidungen ziehen den Plot völlig unnötig in die Länge und hätten beinahe dazu geführt, dass ich das Buch zugeklappt hätte. Ich habe es nicht getan und wurde mit einem Ende belohnt, das wenn schon nicht sehr überraschend, so zumindest äußerst intelligent in Szene gesetzt worden ist. Goldstone gelingt es endlich die Szenerie zu verdichten und dem Ganzen etwas Fahrt zu verleihen. Nicht zuletzt deshalb, weil er reale Persönlichkeiten wie Professor William Halsted oder Thomas Eakins geschickt mit einbaut und in seinem Nachwort die Nähe zur Wirklichkeit hervorhebt. Durch die Tatsache, dass viele der hier beschriebenen Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben, gewinnt das Buch eine nachträgliche Faszination, welche mich aber wohl auch nicht dazu bewegen kann, „Anatomie der Täuschung“ ein weiteres Mal zu lesen. Insgesamt ist Lawrence Goldstones Debütwerk ein hinsichtlich der Informationsfülle und Atmosphäre lohnen- und lesenswerter historischer Roman, der den Diskussionsansatz „Moral in der Medizin“ auf interessante Art und Weise thematisiert. In Punkto Spannung wird dem Leser jedoch über große Strecken nichts geboten, weshalb die Ungeduldigen unter den Krimifreunden sich lieber eine andere Lektüre suchen sollten.

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  • Rezension zu "Anatomie der Täuschung" von Lawrence Goldstone

    Anatomie der Täuschung

    sala83

    31. July 2011 um 13:33

    Ab und An lese ich sehr gern historische Krimis, weil das Verbrechen in eine Art anderen Welt eingebttet ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm und auch die Personen werden glaubwürdig dargestellt. Leider finde ich, dass der Kriminalfall ein wenig unter geht und auch das Ende nicht mehr wirklich spannend ist. Allerdings lernt man einiges über die Medizin Ende des 19. Jahrhunderts - deswegen 3 Pünktchen :)

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  • Rezension zu "Anatomie der Täuschung" von Lawrence Goldstone

    Anatomie der Täuschung

    leseraetzli

    25. July 2011 um 10:44

    Lawrence Goldsmith geht sehr genau auf die Geschichte der Medizin des ausgehenden 19. Jahrhunderts ein, beschreibt Operations- und Obduktionsmethoden akkribisch. Sei Held ein junger aufstrebender Arzt löst hier einen Krminalfall als ein Vorgänge all der heutigen Helden der Pathologie. Allerdings gelingt es dem Autor nur schwer, den lLeser in seinen Bann zu ziehen, die Charaktere bleiben seltsam blutlleer. Man merkt sehr deutlich, dass Mr. Goldsmith vorher Sachbücher geschrieben hat.

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  • Rezension zu "Anatomie der Täuschung" von Lawrence Goldstone

    Anatomie der Täuschung

    Malibu

    07. May 2009 um 20:28

    Das Buch hat mir überhaupt nicht gefallen. Bis zu Seite 70 habe ich es geschafft, dann habe ich abgebrochen. Der Autor schreibt und schreibt und schreibt und kommt überhaupt nicht zur Sache bzw. baut kein bisschen Spannung auf. Er schreibt zwar flüssig, aber eben nicht gut genug!

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