Lawrence Hill

 4,5 Sterne bei 44 Bewertungen
Autor von Ich habe einen Namen, Ich habe einen Namen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lawrence Hill

Lawrence Hill wuchs in den sechziger Jahren in Toronto auf. Er arbeitete als Reporter in Kanada, Europa und den USA und reiste als freiwilliger Helfer nach Kamerun, Mali und in den Niger. Lawrence Hill wohnt mit seiner Frau und fünf Kindern in Burlington, Ontario. ›Ich habe einen Namen‹ (DuMont Taschenbuch 2012) ist sein erster ins Deutsche übersetzter Roman. Er gewann dafür u. a. den Commonwealth Writers’ Prize. www.lawrencehill.com

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lawrence Hill

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)

Ich habe einen Namen

 (34)
Erschienen am 16.08.2012
Cover des Buches Ich bin ein Deserteur (ISBN: 9783455500332)

Ich bin ein Deserteur

 (2)
Erschienen am 01.05.2007
Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: B01G5INKDE)

Ich habe einen Namen

 (4)
Erschienen am 16.06.2016
Cover des Buches The Book of Negroes (ISBN: 9780393351392)

The Book of Negroes

 (2)
Erschienen am 12.01.2015
Cover des Buches Book of Negros (ISBN: 0002255073)

Book of Negros

 (1)
Erschienen am 18.01.2007
Cover des Buches Someone Knows My Name: A Novel (ISBN: 9780732288921)

Someone Knows My Name: A Novel

 (0)
Erschienen am 01.10.2008

Neue Rezensionen zu Lawrence Hill

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: B01G5INKDE)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Lawrence Hill

Eine berührende Erzählung
Gwhynwhyfarvor 2 Monaten

Die kleine Aminata lebt Mitte des 18. Jahrhunderts in einer friedlichen Dorfgemeinschaft im heutigen Guinea im Inland und es ihre Geschichte – die einer weltgereisten Frau, die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte. Die Geschichte klingt wie eine Biografie, aber Aminata ist fiktiv. Der geschichtliche Abriss allerdings stimmt. Amerika benötigte zu dieser Zeit Sklaven, und so sind auch in Westafrika die Häscher unterwegs. 1562 begann der englische Händler John Hawkins seinen Sklavenhandel im heutigen Sierra Leone, den 1672 die British Royal African Company übernahm und Stützpunkte an den Inseln Bunce und Sherbro errichteten.


Aminata ist elf Jahre alt, als ihr Dorf überfallen und sie gefangen genommen wird. Ihre Mutter ist Hebamme und sie hat der Jugendlichen ihr Handwerk beigebracht, nahm sie mit zu Geburten, ließ sich assistieren. Das Mädchen ist sprachbegabt, spricht mehrere Stammesdialekte. Der Schiffsarzt erkennt ihre Fähigkeiten und zieht sie heraus, lässt sie die schwangeren Frauen betreuen und lässt sich von ihr bei der Betreuung der Kranken unterstützen, bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Ihr bleibt es erspart, unter Deck eingepfercht zu sein – aber nicht, vom Schiffsdoktor in seinem Bett missbraucht zu werden. In Amerika wird sie an einen Großgrundbesitzer verkauft, muss als Sklavin mit Brandzeichen hart arbeiten. Man sagt ihr, sie sei eine Afrikanerin, was sie zunächst nicht versteht – denn das Land aus dem sie stammt, heißt nicht Afrika! Sie heiratet heimlich und als sie schwanger ist, verkauft ihr Herr das Baby. Während des Unabhängigkeitskriegs gelingt Aminata die Flucht. Sie gelangt, wieder schwanger, mit ihrem Mann nach New York. Dort verspricht man den Schwarzen, wenn sie nach Nova Scotia gehen, würde man ihnen ein Stück Land zuteilen, das sie frei bewirtschaften können. Das Paar wird getrennt. Aminata muss sich im heutigen Kanada allein durchschlagen. Das neue Land ist bitterkalt und die Versprechen der Regierung werden nicht eingehalten, es kommt sogar zu Rassenunruhen. Die junge Frau hat gelernt, dass man Situationen, in die man gerät, nicht ändern kann, aber man kann sehen, das Beste daraus zu machen, zu lernen. Sie ist wissbegierig, lernt neue Sprachen und sie liest, was sie bekommen kann. Nicht einmal alle Weißen können lesen. So sticht sie als gebildete Schwarze heraus und zieht ihren Nutzen daraus. 


Lawrence Hill lässt seine Protagonistin ihr Leben erzählen, das von Leid und Schmerz geprägt ist, aber auch voller Mut und Zuversicht. Zunächst erfahren wir von der kindlichen Aminata ihre Sicht der Welt, die später gereift, rückblickend auf ihr Leben, eine andere Nuance gewinnt. Sie wird weit reisen, auch zurück in ihre Heimat, wo die britischen Abolitionisten afrikanischstämmigen Menschen wieder einmal Land anbieten, damit sie sich als freie Menschen niederlassen können. Die Wahl fiel auf das Territorium der heutigen Hauptstadt Sierra Leones, Freetown. Die englische Abolitionistenbewegung fordert vom Parlament den Sklavenverkauf – eigentlich die gesamte Sklaverei und Aminata wird nach London gebeten um vor dem Parlamentsausschuss auszusagen. Eine Frau, der man die Heimat genommen hat, sie erniedrigt, versklavt hat, die immer wieder neu anfängt, an verschiedenen Orten auf dieser Welt. Das Buch ist berührend authentisch, die Geschichte könnte real sein. Nebenbei werden so weniger bekannte Fakten über die Sklaverei, ebenso über die historische Entwicklung von Kanada und die der Abolitionistenbewegung eingeflochten, die präzise dargestellt sind. Der Roman wurde 2016 von Regisseur Clement Virgo als Miniserie verfilmt. Empfehlung!



Lawrence Hill wuchs in den sechziger Jahren in Toronto auf. Er arbeitete als Reporter in Kanada, Europa und den USA und reiste als freiwilliger Helfer nach Kamerun, Mali und in den Niger. Lawrence Hill wohnt mit seiner Frau und fünf Kindern in Burlington, Ontario. ›Ich habe einen Namen‹ (DuMont Taschenbuch 2012) ist sein erster ins Deutsche übersetzter Roman. Er gewann dafür u. a. den Commonwealth Writers’ Prize. 


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Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Lawrence Hill

Black Lives Matter
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Dieser Roman basiert auf historischen Tatsachen. Worum geht’s? 

Das Dorf der elfjährigen Aminata Diallo, Tochter eines Schmuckerzeugers und einer Hebamme, wird von weißen Sklavenfängern überfallen und die Bewohner getötet oder auf einen mehrwöchigen Marsch zur Küste getrieben. Die Menschen werden wie Vieh behandelt und auf einem Sklavenschiff nach Amerika verschleppt. 

Aminata, die von ihrer Mutter als Hebammeausgebildet worden ist, bringt schon auf der Überfahrt Kinder zur Welt. Ihre schnelle Auffassungsgabe und, dass sie Lesen und Schreiben kann, retten sie vorerst vor der Schwerstarbeit. 

Sie wird, wie alle anderen, auf dem Sklavenmarkt verkauft. Zuerst an einen Großgrundbesitzer, dann an einen jüdischen (Sklaven)Händler. Sie lern die Willkür, Hunger und Elend, Freude und Trauer kennen. Sie muss erkennen, dass Zusagen der Weißen das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben sind, wenn sie überhaupt aufgeschrieben werden. 

Meine Meinung: 

Der Leser begleitet Aminata, die von den meisten Meena genannt wird, durch ihr ganzes Leben. Wir müssen miterleben, wie sie zwei Mal Mutter wird und jedes Mal werden ihr die Kinder weggenommen. Sehr spannend zu lesen war für mich, wie emanzipiert Aminata im Rahmen ihrer Möglichkeiten agiert hat. Aufgrund ihrer raschen Auffassungsgabe gelingt es ihr, ihresgleichen zu unterrichten. Sie will ihre ehemalige Heimat in Afrika wiedersehen und muss erkennen, dass sie abermals in Gefahr gerät, versklavt zu werden. Über Umwege landet sie in London, wo sie sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzt. 

Das Buch ist verstörend und berührend zu gleich. Es deckt die korrupten Machenschaften zahlreicher Menschen auf, die keine Skrupel haben und auch vor Verrat nicht zurückschrecken. Schwarze Menschenleben zählen nicht. 

Kommt uns das bekannt vor? Black Lives Matter!  

Fazit: 

Ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Kommentare: 4
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Cover des Buches Misha und das goldene Reh (Fairytale-Project) (ISBN: 9783742778437)
Yoyomauss avatar

Rezension zu "Misha und das goldene Reh (Fairytale-Project)" von Lawrence Hill

Interessante Idee
Yoyomausvor 5 Jahren

Zum Inhalt:
Mit dem Tod des amtierenden Königs bricht für den Bauernjungen Misha eine Welt zusammen. Als er dann auch noch seine letzte Chance verpasst mit seinem Geliebten durchzubrennen, scheint sein Glück auf ewig verloren. Doch plötzlich wird eine Legende seine einzige Hoffnung. "Misha und das goldene Reh" gehört zu unserem Fairytale Project.

Als der Bauernjunge Misha erfährt, dass der König gestorben ist, ist seine Sorge nicht die drohende Armut, die das Land befallen könnte, sondern, dass er seinen geliebten Prinzen, den er immer heimlich getroffen hat, vielleicht für immer verlieren könnte. Und so kommt es auch, denn der Prinz soll sich eine reiche Prinzessin zur Frau suchen, um das Land aus der Armut zu führen. Doch der Prinz möchte mit seinem Bauernjungen fliehen. Eine Chance bleibt ihnen, wenn Misha nicht auftaucht, dann ist alles für immer verloren. An dem Tag als sie zusammen durchbrennen wollen, findet aber Misha das goldene Reh. Es ist verletzt und möchte sterben. Misha erlöst es und führt dessen letzten Willen aus, jedoch schafft er es aber nicht mehr rechtzeitig zum verabredeten Treffpunkt. Doch das goldene Reh hat einen Zauber gewirkt.


Das Gay-Romance-Märchen "Misha udn das goldene Reh" ist eine Kurzgeschichte, die man kostenlos im Tolino-Shop erwerben kann. An sich hat mir die Geschichte gut gefallen. die Idee ist frisch und macht Spaß. Was mir aber, wie bei so vielen Kurzgeschichten gefehlt hat sind die Details zu den Charakteren. Wie sehen sie aus, in welcher Umgebung wohnen sie. Außerdem vermisse ich bei Kurzgeschichten immer wieder die Emotionen. Es ist eine verzwickte Liebe. Misha könnte doch verzweifelt sein, er könnte mit seinem Gewissen hadern, wenn er das Reh findet, er könnte traurig sein, wenn der Prinz schließlich ohne ihn aufbricht und so weiter. Das wäre doch viel schöner gewesen.


Fazit:
Kann man mal gelesen haben. Für eine Pause ist die Geschichte durchaus ein leckerer Snack. Man sollte nur nicht zu viel Emotionen erwarten.


3 von 5 sternen

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