Lawrence Hill

 4,5 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor*in von Ich habe einen Namen, Ich habe einen Namen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Lawrence Hill wuchs in den sechziger Jahren in Toronto auf. Er arbeitete als Reporter in Kanada, Europa und den USA und reiste als freiwilliger Helfer nach Kamerun, Mali und in den Niger. Lawrence Hill wohnt mit seiner Frau und fünf Kindern in Burlington, Ontario. ›Ich habe einen Namen‹ (DuMont Taschenbuch 2012) ist sein erster ins Deutsche übersetzter Roman. Er gewann dafür u. a. den Commonwealth Writers’ Prize. www.lawrencehill.com

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lawrence Hill

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)

Ich habe einen Namen

(40)
Erschienen am 16.08.2012
Cover des Buches Ich bin ein Deserteur (ISBN: 9783455500332)

Ich bin ein Deserteur

(2)
Erschienen am 01.05.2007
Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: B01G5INKDE)

Ich habe einen Namen

(4)
Erschienen am 16.06.2016
Cover des Buches The Book of Negroes (ISBN: 9780393351392)

The Book of Negroes

(2)
Erschienen am 12.01.2015

Neue Rezensionen zu Lawrence Hill

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)
Argentumverdes avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Lawrence Hill

Argentumverde
Stärker als je ein Geschichtsbuch sein kann

Aminata ist elf Jahre alt, als sie ihrer zufriedenen Kindheit in Afrika entrissen wird und entführt und als Sklavin nach South Carolina gebracht und verkauft wird. Nie vergisst sie ihre Herkunft, nie ihre Heimat. Sie versucht zu lernen, was zu lernen ist, zu überleben und einen Weg in die Heimat zu finden. Aber am Ende geht es um so viel mehr.

Zu lesen, wie grausam Menschen gegenüber anderen Menschen sein können, mit dem Wissen, dass Aminatas Geschichte nur eine von unendlich Vielen ist, macht dieses Buch um so beeindruckender. Denn während die elfjährige Aminata dank ihrer Jugend die Überfahrt in die Sklaverei überlebt, ist es später ihr Wille und ihre Intelligenz, die sie stetig wachsen lässt, den Horror ertragen, ihm zu entrinnen und ihm gar die Stirn zu bieten. Aminata entwickelt sich über die Jahre zu einer starken Persönlichkeit, die immer wieder eintritt um anderen zu helfen. Dem Autor gelingt es punktgenau Aminatas Entwicklung aufzubauen, den richtigen Ton beim Erzählen zu treffen und die Stärke seiner Protagonistin wirken zu lassen. Schon nach kurzer Zeit mag der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen, ist beeindruckt, noch während er sich vor Abscheu schüttelt.

Mein Fazit: Im Rahmen einer Lesegruppe bin ich nur zufällig über das Buch gestolpert und konnte es von Anfang an kaum noch aus der Hand legen. Ich kann nur Jedem empfehlen, sich die Muße für dieses rundum stimmige, beeindruckende, erschreckende und deutliche Werk zu nehmen. Warum haben wir solche Bücher nicht in der Schule gelesen? 

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)
engineerwifes avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Lawrence Hill

engineerwife
Ein Sklave ist ein Mensch, der zum Eigentum eines anderen Menschen erklärt wird ...

Es ist schon lustig manchmal. Da meint man, man müsste ein Buch UNBEDINGT haben, kauft es sich und legt es dann erstmal ins Regal! Genauso geschehen mit „Ich habe einen Namen“, das mich seinerzeit durch seinen im Klappentext dargestellten ungewöhnlichen Inhalt fasziniert hat. Ich hatte doch schon so einige Bücher zum Thema Sklaverei gelesen aber noch nie von einer Sklavin gehört, die tatsächlich den Weg zurück in ihre afrikanische Heimat fand. Nun, Dank einer Lesechallenge, kam dieser wunderbar eindringliche Roman endlich zum Zuge …

Fast tue ich mich schwer hier in Worte zu fassen, zu welchen Gräueltaten Menschen gegenüber Menschen im Stande sind. So geschehen in dieser Geschichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Afrika. Menschenfänger sind zuhauf unterwegs, um die Plantagenbesitzer in South Carolina mit Nachschub zu versorgen. Die kleine elfjährige Aminata, die beide Eltern verloren hat, hat somit nicht einmal den Hauch einer Chance diesen Häschern zu entkommen. Doch gegenüber den erwachsenen „Mitreisenden“ hat sie den Vorteil der Jugend, der ihr das Überleben gewährt. Mit elf Jahren beginnt für sie, wie für tausende andere vor und nach ihr, eine Odyssee, die in ihrem Horror nicht zu überbieten ist. Sie führt Aminata, später Meeta genannt, in den Süden Nordamerikas, als diese junge Nation versucht, sich von dem Joch der Briten zu befreien. Doch dort ist ihre Reise nicht zu Ende, sie geht weiter nach Neu-Schottland, im Osten Kanadas, um anschließend in Afrika und schlussendlich in England zu enden. Aminata entwickelt sich über die Jahre zu einer starken Persönlichkeit, die mehr als einmal ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellt, um anderen zu helfen. Während die Protagonistin der Fantasie des Autors entsprungen ist, basiert die Geschichte rund um die Vereinigten Staaten, Kanada, Afrika und Großbritannien im Zusammenhang mit der Sklaverei auf wahren Tatsachen. „Ich habe einen Namen“ ist meiner Meinung nach ein Buch, dass zur Pflichtlektüre an Schulen werden sollte, um solch grausamen Handlungen gegenüber Menschen Einhalt zu gebieten. Das Buch ist keine einfache Kost und ich musste mich erstmal einlesen in diesen Roman, um in dann aber fast nicht mehr aus der Hand legen zu können. Von mir gibt es erschütterte viereinhalb von fünf Sternen verbunden mit einer bedingungslosen Leseempfehlung. Traut euch und taucht ein in ein dunkles Kapitel der Menschengeschichte und dankt dem Autor Lawrence Hill, dass er diese am Leben erhalten hat.

Cover des Buches Ich habe einen Namen (ISBN: 9783832162054)
Märchens_Bücherwelts avatar

Rezension zu "Ich habe einen Namen" von Lawrence Hill

Märchens_Bücherwelt
Aufrüttelnd, bewegend, unvergesslich - Aminatas Kampf gegen Sklaverei

Aminata Diallo erzählt in diesem aufrüttelnden und zugleich bewegenden Roman ihre persönliche Lebensgeschichte. Aufgewachsen in Westafrika wird sie mit 11 Jahren als Sklavin nach Amerika verschleppt. Mit dem Traum, eines Tages ein freier Mensch zu sein, kämpft sie für die Rechte der Sklaven, obwohl sie viel Leid bis dahin über sich ergehen lassen muss.


Aminatas Überlebenswille, ihr Mut und ihre Stärke und ihre Hoffnung ist einfach unglaublich. Schon beim Lesen hat man mit den Tränen zu kämpfen, all das, was ihr und vielen anderen Sklaven angetan wurde, ist mit Worten einfach nicht zu beschreiben. In den Wirren des Unabhängigkeitskrieges schafft sie es zu fliehen, obwohl auch diese Flucht mit so viel Leid und Herausforderungen verbunden ist.
Sie setzt sich mit Herz und Seele für andere ein, auch wenn es für sie immer wieder Gefahr bedeutet und zielstrebig verfolgt sie ihre Pläne, eines Tages wieder nach Afrika zu können und sich für die Rechte der Sklaven einzusetzen, auch wenn Frauen zur damaligen Zeit meist chancenlos waren.


Während man die Geschichte verfolgt, klebt man förmlich an den Lippen Aminatas, wird so gefangen genommen von ihren Erlebnissen, als wenn man dies hautnah miterlebt und als wenn man selbst dieses Brandzeichen trägt. Obwohl die Geschichte aufwühlt, ist sie es dennoch wert, gelesen zu werden, sie stimmt nachdenklich, zumal die Sklaverei auch heute in verschiedenen Bereichen immer noch hochaktuell ist.



Ich hab diese Geschichte mit ihr zusammen gelebt, gefühlt, geweint, gehofft, gebangt und trotz aller Grausamkeit auch geliebt, weil sie Realität ist, weil sie für all die vielen Sklaven steht, die so viel durch Macht, Gier, Verachtung und Rassendiskriminierung erleiden mussten.



Zu dem Buch hab ich mir auch die Verfilmung The Book auf Negroes dazu angesehen und ist trotz einiger kleinerer Längen einfach ein Buch mit dem Appell für Menschlichkeit, für mehr Miteinander und Würde, das aufgrund des Werdegangs von Aminata jeweils ihrem Alter entsprechend erzählt.



Lesenswert, dramatisch, ergreifend und unvergesslich.


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