Lawrence M. Krauss

 4.1 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von Die Physik von Star Trek, Ein Universum aus Nichts und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Ein Universum aus Nichts" von Lawrence M. Krauss

Sternenkinder
Thomas_Lawallvor 10 Tagen

In unserer Galaxis war allerhand los. Etwa 200 Millionen Sterne haben sich bislang verabschiedet. Als Supernova, eines der "strahlendsten Feuerwerke", die das Universum zu bieten hat und mit einer Helligkeit von "zehn Milliarden Sternen". Zum Glück passiert das nicht so oft, nämlich etwa alle 100 Jahre pro Galaxis. Und zum Glück besitzt unsere Milchstraße genug Sterne. 100 Milliarden dürften genügen, um sicherzustellen, dass uns unsere Sonne noch eine ganze Weile erhalten bleibt.

Joni Mitchell hatte recht. "We are stardust" dichtete und sang sie einst, und tatsächlich bestehen wir aus Sternenstaub, wie Lawrence M. Krauss noch einmal genauer definiert. Etwas poetischeres kann er sich nicht vorstellen, "dass letztlich jedes Atom unseres Körpers sich einst in einem Stern befand, der explodiert ist. Wir alle sind buchstäblich Sternenkinder...".

Demnach ist im Universum kein Platz für einen Gott, was den Physiker und Leiter des "Origins Project" an der Arizona State University dazu veranlasst, bereits in der Vorbemerkung des Buches einiges klarzustellen, denn schließlich möchte er mit "offenen Karten" spielen. Mit der Behauptung, "die Schöpfung erfordere einen Schöpfer", kann er nichts anfangen und rennt damit sämtliche nicht vorhandenen Türen beim Rezensenten ein, der sich eine schönere und gehaltvollere Einleitung nicht vorstellen kann.

Die Freude kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im weiteren Verlauf des Buches zu gewissen Problemen kommt. Lesen bedeutet nicht immer Verstehen. Erstaunlich aber immerhin, dass es bei diesem Buch gar keine Rolle spielt!

Allein die Zahlen sind faszinierend und ehrfurchtgebietend. Wieder geht es um explodierende Sterne. Wie bereits zitiert, kommt das nicht gerade oft vor. Wirklich nicht? Lawrence M. Krauss schlägt uns eine Nachtwanderung vor und bildet damit eine Überleitung zu einem seiner zahlreichen bildhaften Vergleiche, die das Verständnis ungemein erleichtern: Mit ausgestreckter Hand durch den einen Kreis bildenden Daumen und Zeigefinger sehen und den Fokus auf einen dunklen Bereich richten. In diesem könnte man mit einem starken Teleskop "etwa 100.000 Galaxien ausmachen, von denen jede Milliarden Sterne enthält". Leicht auszurechnen, wieviele Supernovä man pro Nacht beobachten könnte ...

Na gut, das war leicht. Ungleich schwieriger wird es dann mit den (drei) Gesetzen der Planetenbewegungen. Das dritte lautet: "Das Quadrat der Umlaufzeit eines Planeten ist direkt proportional der dritten Potenz der großen Bahnhalbachse." Hier sind gegebenenfalls noch ein paar Nachhilfestunden fällig, obwohl Johannes Kepler dies bereits Anfang des 17. Jahrhunderts formulierte.

Gänsehautmomente erzeugt der Autor, wenn er sich der "Dunklen Materie" zuwendet. Mathematisch ist erwiesen, dass es sie gibt. Aus was sie besteht, ist aber keineswegs bekannt. "Sternenstoff oder irdischer Stoff" scheint jedenfalls nicht in Frage zu kommen. "Aber es ist zweifellos etwas!" 

Noch schräger wird es, wenn "virtuelle Teilchen" auftauchen, dicht gefolgt vom leeren Raum, der Energie enthält, oder der Wunsch, die Existenz von Universen in anderen Dimensionen empirisch zu untersuchen, die wir zwar nie erreichen, welche sich aber "direkt vor unserer Nasenspitze" befinden könnten ...

Selten habe ich ein Buch gelesen, von dem ich so wenig verstanden habe und doch mit sich stetig steigernder Faszination Seite um Seite verschlungen habe. Ähnlich wie damals, als Reich-Ranickis in "Das literarische Quartett" Literatur lobte oder verriss. Man erfreute sich an den geistreichen Dialogen, doch mitunter verlor man den Überblick, um was es sich überhaupt dreht. Oder war es womöglich viel Lärm um Nichts?

Um das Nichts geht es in diesem Buch auch und gar hauptsächlich. Jedoch in einem weit größeren Maßstab. Ob diese gewaltigen Dimensionen vielleicht Angst machen könnten? Nein, in diesem Buch keinesfalls. Lawrence M. Krauss hat neben allen wissenschaftlichen Ambitionen ein zweites großes Anliegen. Er möchte uns seine grenzenlose Bewunderung für das uns umgebende gigantische Weltentheater vermitteln und das ist ihm uneingeschränkt gelungen! 

Mitnichten ist das Leben in einem Universum ohne "Zweck und Lenkung" ohne Bedeutung. Auf Lawrence M. Krauss wirkt es "belebend". 

"Es macht die Tatsache unserer Existenz noch erstaunlicher und motiviert uns, aus unserem eigenen Handeln Bedeutung abzuleiten ...".     

Fazit: Man muss nicht alles verstehen. Oder krampfhaft einen lächerlichen Sinn suchen oder konstruieren. Allein den Hauch einer Ahnung zu haben, aus was wir sind und was uns umgibt, ist wahrhaftig und so nebenbei phantastisch genug.

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Rezension zu "Das größte Abenteuer der Menschheit" von Lawrence M. Krauss

Umfassendes Werk zu den wichtigsten Erkenntnissen der Physik
melli_2897vor 7 Monaten

Zugegebenermaßen hatte ich das letzte Mal mit Physik zu tun, als ich mich zu Beginn der Oberstufe freudig vom Fach verabschiedete, um mich der Biologie und Chemie zu widmen. Rückblickend ist es fast ein bisschen schade, mich in meinem jugendlichen Leichtsinn von dieser Wissenschaft getrennt zu haben - konnte ich damals doch nicht erahnen, dass ein paar Jahre später durchaus Interesse an physikalischen Entdeckungen entflammen sollte.

Als ich also nun über dieses Buch und die meines Erachtens etwas vage Inhaltsbeschreibung stieß, gab ich mir einen Ruck und war bereit, mich in die Welt der Physik einführen zu lassen. Schon nach den ersten paar Kapiteln war mir klar: "Oha, das ist ja gar nicht so einfach, wie gedacht…". Ich hatte keine Chance, das Buch als "Gute-Nacht-Lektüre" zu lesen, weil ich die geschilderten physikalischen Abläufe und Modelle zu später Stunde schlicht und ergreifend nicht mehr verstand. Nachdem ich es so eingerichtet hatte, dass ich das Buch tagsüber studieren konnte, war eine deutliche Verbesserung ersichtlich. Dennoch muss man sehr konzentriert lesen und immer mal wieder einen Moment innehalten und über das aktuelle Kapitel nachdenken (meiner Erfahrung nach macht es durchaus auch Sinn, hin und wieder etwas online nachzuschlagen).

Auch wenn bei mir wahrlich nicht alle Modelle vollständig angekommen sind, kann ich dem Autor dafür wirklich keine Schuld geben. Krauss lockert die Schilderungen physikalischer Zusammenhänge immer wieder mit kleinen Anekdoten auf und hat einen wirklich angenehmen Erzähl-Stil, der nicht nur von seiner fachlichen Kompetenz, sondern auch von seiner offenen Persönlichkeit geprägt ist. Begleitend finden sich in den Kapiteln auch immer wieder kleine Grafiken und Bilder, die das Beschriebene visualisieren und beim Verständnis definitiv helfen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich ehrlich gesagt nicht alles im Buch verstanden habe. Das ist nicht wirklich schlimm - manche Sachverhalte erschließen sich einem halt erst nach längerer Betrachtung. Dennoch verbleibe ich mit einer positiven Einstellung zum Buch und würde es vor allem denen empfehlen, die entweder über ein solides Basis-Wissen verfügen oder zumindest bereit dazu sind, sich in die Materie einzuarbeiten, auch wenn es etwas Zeit und Mühe kostet.

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Rezension zu "Das größte Abenteuer der Menschheit" von Lawrence M. Krauss

Geballtes Wissen
Buchperlenblogvor 8 Monaten

Inhalt

Woher kommt das Licht? Die Gravitation? Und welche Rolle spielen wir im Universum? Um das herauszufinden, müssen wir Lawrence M. Krauss auf eine Reise folgen, von den Ursprüngen der Welt bis heute. Eine Reise von Galileo Galilei bis zur Teilchenphysik.

Rezension

Wissen ist Macht, sagte einmal ein schlauer Mensch. Und mehr Wissen, bedeutet auch mehr Macht. Kann man denn jemals genug wissen? Ich denke nicht. Also habe ich mir dieses wirklich interessant klingende Sachbuch aus dem Knaus Verlag geschnappt und los ging es.

Irgendwie hatte ich mir unter dem Klappentext etwas anderes vorgestellt, vielleicht eine Geschichte, auf deren Fußspuren ich Wissen einsammeln kann, wie in manchen gut gemachten historischen Romanen – doch weit gefehlt! Dies hier ist und bleibt ein Sachbuch, vollgepackt mit Wissen über die Ursprünge unseres Universums, des Lichts, den neuen Technologien und angewandter Physik sowie Mathematik.

Doch einmal den anfänglichen Schock überwunden – Mathe und Physik waren noch nie meine liebsten Themen – fand ich zunehmend Gefallen am Erzählstil des Autors. Er spickt trockene Theorie (manche Dinge kann man auch gar nicht anders erklären) mit unterhaltsamen Geschichten, Randbemerkungen und Vergleichen. Viele Dinge werden anhand von kleinen Skizzen bebildert, so dass auch der weniger mathematisch veranlagte Geist einigermaßen folgen kann.

Das Buch ist in drei biblisch benannte Teile geteilt, Genesis, Exodus und Offenbarung, wobei mir Letzteres am Besten gefiel. Warum? Weil ich nun vollgestopft mit neuem Wissen den Ausführungen besser folgen konnte und es sich schließlich und endlich der Unendlichkeit des Universums widmet. Trotz der biblischen Betitelungen wird hier übrigens nicht Wissenschaft mit Glauben verglichen, was ich einerseits schade und andererseits gut fand, denn beide Dinge sollten nicht unmittelbar gegeneinander antreten müssen.

 Fazit

Ein Sachbuch über all die Dinge, die uns Menschen in unserer Existenz umtreiben. Große Rätsel werden gelöst, während noch größere noch auf ihre Lösung warten. Ein Sachbuch für all jene, die sich gern neues Wissen aneignen wollen, die auch vor physikalischen und mathematischen Überlegungen nicht zurückschrecken.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

vermitteltes Wissen ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

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