Lawrence M. Krauss Ein Universum aus Nichts

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Inhaltsangabe zu „Ein Universum aus Nichts“ von Lawrence M. Krauss

Warum gibt es alles und nicht nichts?

Worüber sich Philosophen seit Jahrhunderten den Kopf zerbrechen, darauf weiß die Physik Antwort: Nach den neuesten Erkenntnissen kann durchaus alles aus dem Nichts entstanden sein. Und mit Lawrence Krauss ist das gar nicht so schwer zu verstehen. Ironisch, böse und zugleich mit einem Augenzwinkern weiß Krauss selbst die Erkenntnis, dass wir aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Nichts verschwinden werden, höchst amüsant zu präsentieren, und schont dabei niemanden: weder Philosophen noch Theologen noch sich selbst.

Die Frage nach der Entstehung unseres Universums ist eine der bemerkenswertesten Erkundungsreisen, die die Menschheit je unternommen hat. Einstein, Hubble, Relativitätstheorie, Inflation und Quantenmechanik – kein Bereich der Kosmologie, über den Lawrence Krauss nicht verständlich und vor allem spannend zu erzählen weiß. Dabei fragt er immer auch nach den Quellen unseres Wissens: Wie hat sich unsere Vorstellung vom Ursprung aller Dinge entwickelt? Weshalb wissen wir, was wir heute wissen? Und warum können wir davon ausgehen, dass das auch stimmt? Mit Ein Universum aus Nichts hat er ein Buch geschrieben, das schlau macht – voller Seitenhiebe gegen die theologische Zunft und alle anderen esoterischen Welterklärungen. Ganz ohne Berechnungen.

Das hätte Gott lesen sollen, bevor er sechs Tage lang arbeitete, um ein Universum zu schaffen, das auch ohne ihn entstanden wäre!

— PhilippWehrli

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  • Ein Experte berichtet über Kosmologie und Teilchenphysik

    Ein Universum aus Nichts

    PhilippWehrli

    23. August 2017 um 12:25

    Lawrence Krauss erklärt in diesem Buch, wie unser Universum aus dem Nichts entstanden ist. Tut er das? – Zumindest wurde er heftig kritisiert für diese Behauptung, und zwar auch von Leuten, die durchaus verstanden haben, was er schreibt.Krauss erklärt, wie ein Universum als eine Quantenfluktuation entstehen kann, selbst wenn es davor weder Raum, noch Zeit, noch Materie gibt. Raum, Zeit und Materie entstehen von selbst, ohne die Einwirkung eines Gottes. Sie entstehen zwangsläufig als Vakuumfluktuation. Krauss schreibt dies als unbestrittener Experte, der selbst genau auf diesem Gebiet zu den absoluten Experten zählt.Im Kern basiert die moderne Kosmologie auf der Feststellung, dass die heute in der Welt beobachtbaren Elementarteilchen sehr eng mit der Dynamik des frühen Universums zusammen hängen. Kurz nach dem Urknall, als das Universum sehr klein war, war es unvorstellbar heiss. Als es sich ausdehnte, kühlte es ab, wie Gas abkühlt, wenn wir es aus einer Gasflasche ausströmen lassen. Wenn wir aber zurück rechnen, wie das Universum früher ausgesehen haben muss, dann finden wir einen Moment, an dem es so heiss war, dass aus der Wärmestrahlung Teilchen entstanden sein müssen. Von Experimenten in Teilchenbeschleunigern wissen wir sogar sehr genau, welche Teilchen bei welcher Temperatur entstehen.Dies ist die Spielwiese der Kosmologen. Sie suchen ein Modell für die Expansion des Universums so, dass gerade diejenigen Teilchen entstanden wären, die wir tatsächlich beobachten. Genau auf diesem Gebiet gehört Krauss zur Weltspitze. Er zeigt anhand aktueller Messungen, dass die heute sichtbare Teilchenverteilung exakt dem Standardmodell der Kosmologie entspricht. Er beweist, dass es den Urknall gegeben hat. Allerdings scheint mir, andere Autoren haben die kosmologischen Modelle, also die Expansion des Universums verständlicher und korrekter erklärt, z. B. Edward Harrison, ‚Kosmologie’ oder Claus Kiefer, ‚Der Quantenkosmos’.Krauss zählt zum engeren Kreis der ‚neuen Atheisten’, die mit der militanten Schlagkraft ihrer Bücher gegen den religiösen Fundamentalismus ankämpfen. Richard Dawkins nennt ihn auf dem Cover des Buches den ‚Darwin der Kosmologie’, was suggerieren soll, dass es nun dank Krauss auch für die Entstehung des Universums keinen Schöpfungsakt mehr braucht.Aus dieser kämpferischen Haltung bezieht das Buch seinen Reiz. Es amüsiert, wenn Gläubige gereizt werden. Etwa mit solchen Bemerkungen: „Tatsächlich habe ich mehrere Theologen aufgefordert, anhand von Beweisen das Postulat zu widerlegen, wonach die Theologie zumindest in den letzten 500 Jahren – seit den Anfängen der Naturwissenschaften – nichts zum Wissen beigetragen hat. Bis heute hat noch keiner ein Gegenbeispiel vorgelegt. Das Beste, das ich je erhielt, war die Frage: „Was meinen Sie mit Wissen?““Gläubige wird Krauss kaum überzeugen können. Argumente haben gegen den Glauben noch immer verloren, und die meisten Argumente, die Krauss anführt, sind schon vor Jahrhunderten gescheitert. Lustig ist z. B., wenn er ausgerechnet Newtons Gravitationsgesetz als Beweis nennt, dass es keine Engel braucht, um die Erde auf ihrem Weg zu halten. Denn Newton selber meinte, die Planeten hielten sich deshalb an die Gravitationsgesetze, weil Engel sie genau auf diesen Bahnen hielten. Newton, der mit Prismen das Farbenspektrum im Sonnenlicht untersucht und beschrieben hatte, klagte darüber, dass manche seiner Zeitgenossen die Romantik des Regenbogens zerstört und die Engel obsolet gemacht hätten. So werden sich auch heutige Gläubige durch die Argumente dieses Buches nicht von ihrer Meinung abbringen lassen.Krauss belegt in seinem Buch ausführlich, dass das Urknall Modell durch die Beobachtungen bestätigt, ja bewiesen werde. Aber das Urknall Modell wurde von einem katholischen Priester entdeckt, nämlich von Georges Lemaître. Die grossen Meister der Relativitätstheorie und der Astronomie, Albert Einstein, Arthur Eddington und Fred Hoyle, lehnten die Idee von einem Beginn des Universums vehement ab, weil sie zu katholisch und zu religiös sei. David Bohm nannte die Urheber der Urknalltheorie „praktisch Verräter an der Wissenschaft“, die „wissenschaftliche Fakten unterschlagen, um zu Schlussfolgerungen zu gelangen, die der katholischen Kirche genehm sind“. - Dass es einen Urknall gab, hindert niemand daran, an einen Gott zu glauben.Was Krauss zeigt, ist folgendes (seine Worte, denen ich zustimme): „Sobald wir aber zulassen, dass Quantenmechanik und Allgemeine Relativitätstheorie sich verbinden, können wir diese Argumentation auf den Fall ausdehnen, dass der Raum selbst in die Existenz gezwungen wird.“Natürlich drängt sich da für den Gläubigen die Frage auf: „Wer hat denn dafür gesorgt, dass die Quanten und die Relativitätstheorie gelten? Hat Gott die Welt nicht wunderbar eingerichtet?“In seinem kämpferischen Eifer diskutiert Krauss am Problem vorbei. Wenn wir erklären wollen, wie das Universum aus dem Nichts entstanden ist, müssen wir uns mit dem unendlichen Regress befassen. Egal, ob wir an den Urknall oder an Gott glauben, immer bleiben Fragen offen: „Woher kommen die Naturgesetze?“ Oder: „Wer hat Gott geschaffen?“Der unendliche Regress ist aber nicht ein Problem der Physik, sondern ein Problem der Logik. Wir müssen uns fragen, wie eine Erklärung aussehen muss, die nicht in einen unendlichen Regress führt. Ich denke, so eine Erklärung ist möglich, und ich zeige in meinem Buch ‚Das Universum, das Ich und der liebe Gott’, wie diese Erklärung aussehen könnte. Wenn dies gelingt, wird der entscheidende Durchbruch dazu aber nicht in der Physik kommen, sondern in der Mathematik.Insgesamt hält das Buch nicht, was es verspricht. Wäre es nicht so gross angekündigt worden, wäre ich milder. So aber will ich mit meinen drei Sternen einen falschen Eindruck zurechtrücken. Bei aller Sympathie für die Anliegen des Autors und auf die Gefahr hin, eine Reihe guter Freunde aus der Freidenker Bewegung zu verärgern: Da fehlt noch ein Schlüsselstück, um das Buch mit Darwins Werk vergleichbar zu machen.

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  • Viel Lärm um nichts oder: Weniger ist mehr

    Ein Universum aus Nichts

    HeikeG

    20. May 2013 um 15:38

    Der Physiker Richard Feynman, dem es mit seinen legendären Vorlesungen wie keinem anderen gelungen ist, die Physik aufregend und interessant darzustellen, wartete immer wieder und allzu gern mit einem seiner berühmten Bonmots auf. So konnte es passieren, dass er sich an Menschen wandte und zu ihnen sagte: "Sie werden nicht glauben, was mir heute passiert ist! Sie werden es einfach nicht glauben!" Auf die erstaunte Frage seines Gegenübers, der wissen wollte, was denn geschehen sei, pflegte er zu antworten: "Absolut nichts!" So banal und trivial diese Antwort auch klingen mag, so ist sie doch in gewissem Sinne bemerkenswert und überaus spannend. Denn wir alle befinden uns in einem vom Nichts dominierten Universum. Die Materie, also alle sichtbaren Strukturen wie Sterne, Galaxien und ihre darauf befindlichen Lebensformen wurden aller Wahrscheinlichkeit nach durch Quantenfluktuationen aus dem Nichts hervorgebracht. Lawrence M. Krauss setzt gleich noch eines drauf. Denn auf die Frage, warum es statt nichts überhaupt etwas gibt, antwortet er: "Das wird nicht lange so bleiben." Na toll! Dann sollten wir wohl die Vorstellung genießen, solange wir noch können. Denn wenn man dem international anerkannten Professor für theoretische Physik Glauben schenken darf, dann leben wir vielleicht im schlechtesten aller bewohnbaren Universen. Da hatte wohl der US-amerikanische Baseballspieler und -manager "Yogi" Berra mit seinem denkwürdigen Satz doch nicht so unrecht, als er meinte: "Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war." Es fällt schwer, sich zu veranschaulichen, dass all die so plötzlich erscheinenden schönen und wundervollen Objekten - angefangen von Schneeflocken an einem kalten Wintermorgen bis hin zu strahlenden Regenbögen nach einem Sommerschauer am späten Nachmittag, von blinkenden Sternen am dunklen Nachthimmel oder dem satten Grün einer Frühlingswiese -, dass alles irgendwann wohl in einer großen dunklen Weite aus Nichts enden wird. Aber mindestens genauso schwer ist die Vorstellung, weshalb es statt nichts überhaupt etwas gibt. Wie die moderne Naturwissenschaft diese fundamentale Frage angehen kann und tatsächlich angeht, folgt Krauss. Seine Erkundung gleicht einer stürmischen Tour zu den fernsten Gebieten unseres expandierenden Universums - von den frühesten Momenten des Big Bang bis in die ferne Zukunft. Er führt die jüngsten Erkenntnisse der Kosmologie vor, die mit der Entdeckung der Energie und der Geometrie des Raums zu tun haben. Laurence M. Krauss wiegt das Universum, unterzieht dunkler Materie und Energie einer Untersuchung, verfolgt das Licht und "spielt" mit Antimaterie und virtuellen Teilchen. Gerade bei letzteren zeigt sich, dass sie verantwortlich sind für den größten Teil unserer Masse und all dessen, was im Universum sichtbar ist. Wohltuend beharrt der Physiker bei seinen Ausführungen keineswegs auf einer starren Doktrin, sondern fasst immer mehrere Eventualitäten ins Auge. Denn möglicherweise "machen wir sowohl buchstäblich als auch metaphorisch viel Lärm um nichts. Zumindest könnte es sein, dass wir zu viel aus dem Nichts machen, das unser Universum dominiert! Vielleicht gleicht unser Universum ja eher einer Träne in einem multiversalen Ozean aus Möglichkeiten. Es könnte sein, dass wir nie eine Theorie finden, die beschreibt, warum das Universum genau so sein muss, wie es ist. Oder wir finden sie." Fazit: Laurence M. Krauss' Exkurs ist bei Weitem kein Kinderspaziergang. Wie sagt der Autor selbst: "Der leere Raum ist kompliziert." Das Buch nötigt dem Laien einiges an Wissen ab, auch wenn Krauss' Ausführungen bemüht sind, allgemeinverständlich zu bleiben. Dennoch ist es nicht als Einstieg in die Materie zu empfehlen. Ein gewisser Sachverstand für Kosmologie, Quantenmechanik und natürlich Physik kommt dem Leser durchaus zu gute. Trotzdem ist die Wanderung durch das Nichts eine erhellende, intelligente, horizonterweiternde und überaus spannende Entdeckungsreise, "um ein episches Bestreben, den Kosmos in Größenordnungen zu erkunden und zu verstehen, die ein Jahrhundert zuvor schlicht noch unbekannt waren." Sie lässt zudem ein ums andere Mal innehalten, ob der immer wieder erstaunlichen Erkenntnis, wie die Natur die Richtung vorgibt, in die wir uns alle bewegen und von welchen Prozessen unsere Existenz letztlich gesteuert wird.

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