Das Festmahl des John Saturnall

von Lawrence Norfolk 
3,8 Sterne bei34 Bewertungen
Das Festmahl des John Saturnall
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Positiv (23):
Nespavanjes avatar

Ein wunderbarer Roman über einen Jungen, der über einen sehr ausgeprägtem Geruchsinn verfügt.

Kritisch (3):
Sara_Dream_85s avatar

War mir zu langatmig. Hab mich nicht weiter dazu durchringen können es zu ende zu lesen. Vielleicht bin ich nicht bereit für dieses Buch :)

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Inhaltsangabe zu "Das Festmahl des John Saturnall"

Vom Autor des internationalen Bestsellers »Lemprière‘s Wörterbuch«.
Sein Debüt »Lemprière’s Wörterbuch« war ein Bestseller und machte Lawrence Norfolk über Nacht zum Star der internationalen Literaturszene. Mit »Das Festmahl des John Saturnall« hat Norfolk einen neuen, grandiosen Roman vorgelegt. Erzählt wird darin die Geschichte des Waisen John, der im 17. Jahrhundert zum bedeutendsten Koch seiner Epoche aufsteigt. Auch Lucretia, die verwöhnte Tochter seines Herrn, weiß er mit seinen Kochkünsten zu betören. Aber Krieg und Standesunterschiede lassen kaum Platz für die Liebe zwischen dem Koch und der Lady.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442748440
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:10.11.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.11.2012 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    lesemauss avatar
    lesemausvor 2 Jahren
    Das Festmahl des John Saturnall

    John's Mutter wird der Hexerei angeklagt und gejagt. John wird vom Pastor aufgenommen und nach Buckland geschafft. Dort wird er als Küchenjunge angestellt. Schnell gelangt er zur Stelle des Kochs, da ihm sein guter Geruchssinn zur Seite steht.   


    Zu jedem Kapitelbeginn wird ein altes Rezept vorgestellt, was anschließend auch in der Geschichte ein wichtigen Stellenwert einnimmt.

    Die Geschichte lässt sich flüssig und mitreißend lesen. Die Umgebung von John wird eindrucksvoll beschrieben und lässt mich in die Welt eintauchen. 

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer Roman über einen Jungen, der über einen sehr ausgeprägtem Geruchsinn verfügt.
    Köstliches England

    Das Festmahl des John Saturnall spielt in Buckland, in einem abgeschiedenen Tal. Susan Sandall lebt dort, ihres Zeichens eine Hebamme und Kräuterkundige. Letzteres wird ihr zum Verhängnis. Sie wird der Hexerei beschuldigt und muss mit ihren Sohn John in den Wald fliehen, wo die Mutter alsbald stirbt. Vorher gibt sie noch ihr Wissen über die Kräuter und Pflanzen an John weiter, der wiederum ein besonderes Talent besitzt. Er nimmt Gerüche ganz intensiv war.

    Lawrence Norfolk hat einen ganz vorzüglichen historischen Roman geschrieben. Er verwebt gekonnt Fiktion mit tatsächlich historischen Vorkommnissen. Der Autor entführt uns in eine Zeit, die durchwachsen ist von religiösen Wahnsinn, und Bürgerkriege, die selbst in die entlegensten Gebiete vordringen. Es geht aber auch ums Essen. Um wirklich gutes Essen, denn John avanciert zu einem Starkoch seiner Zeit. Das mag eigentlich ein wenig abwegig wirken. Speziell wenn man Vorurteilen Glauben schenken mag, was das englische Essen angeht. Die Geschichte ist wirklich toll aufgebaut, es kommen ein paar unerwartete Wendungen hinzu. Auch wenn mir das Ende nicht so gut gefallen hat, ist es ein echt toller historischer Roman.

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    lesestundens avatar
    lesestundenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sinnliches Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann
    Ein sinnliches Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann

    Alleine sprachlich ist das Buch ein Genus. Aber auch die Geschichte kann überzeugen. Zusammen mit der intensiven Darstellung von Johns Sinneseindrücken ist das Buch ein sinnliches Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann.

    Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2014/12/das-festmahl-des-john-saturnall-lawrence-norfolk/

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    Sara_Dream_85s avatar
    Sara_Dream_85vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: War mir zu langatmig. Hab mich nicht weiter dazu durchringen können es zu ende zu lesen. Vielleicht bin ich nicht bereit für dieses Buch :)
    Langatmig und nichts für leseanfänger

    Ich habe immer gewartet auf dieses Gefühl, unbedingt wissen zu wollen was passiert. Oder ahnen zu können was hinter bestimmte dingen steckt. Ich bin immer durcheinander geraten, wer hier wer ist... Ich bin eindeutig nicht bereit  für diese art Lektüre. Vielleicht ein anderes mal. Ich gebe nicht auf :D

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 5 Jahren
    Ein sinnliches Buch

    »Lemprière's Wörterbuch« hatte mir gut gefallen, daher freute ich mich auf das nächste Buch von Norfolk.
    Durch einen glücklichen Zufall bekommt John eine Stelle als Küchenjunge auf dem Landgut von Sir William Freemantle, dem Herrscher von Buckland und am Ende der Geschichte, ein halbes Leben später, ist John ein berühmter Koch. Norfolk erzählt detailliert über die englische Küche dieser Zeit, die damals feudale und aufwendige Speisen kreierte, angehaucht von der französischen Küche mit viel Gewürz. "Der Gewürzwein war bereits aufgetragen. Die Köche eilten geschäftig hin und her und brachten den wartenden Servierdienern die Gerichte: Kantaluppen in Sirup, Kapaunensuppe, gekochte Tauben in Sauce, gehacktes Kükenfleisch mit Salat, Braten vom Rehkitz mit einer italienischen Sauce und danach eine Eiercreme, die auf einer Torte aus grünen Parmänen verschämt zitterte."
    Oberflächlich gesehen, ist das Buch ein historischer Roman, und man weiß, dass bei Lawrence Norfolk die Fakten immer stimmen. Hier betrifft es hauptsächlich die Beschreibung der Speisen und ihrer Zubereitung. Alles andere wird eher so geschildert, als ob man ein wunderschönes Märchen lese. Norfolk wollte ein Märchen schreiben. Religiöse und politische Unruhen treiben aber auch John in einen grausamen Bürgerkrieg, der sein Leben und das von Lady Buckland komplett verändern und die Lustfeindlichkeit, Bigotterie und Verlogenheit der Kirche von Oliver Cromwell in den Vordergrund spielen wird. Religiöse Schwierigkeiten und religiöser Fanatismus spielen eine wichtige Rolle und ihre Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Ebenso kommt die Politik nicht zu kurz: Intrigen gegen den König, sein Sturz und die Herrschaft Oliver Cromwells sowie die vorausgehenden kriegerischen Auseinandersetzungen nehmen Raum in der Geschichte ein. Ich hätte mir hierfür mehr Raum gewünscht und ein bisschen aufs Fabulieren verzichtet (was sich manchmal sehr in die Länge zieht), denn die Umstände, die zum Sturz König Charles I. geführt haben, sind interessant. Wer sich hier nicht auskennt, sollte ein wenig googeln um mehr Hintergrundwissen mitzubringen.

    Das Festmahl des John Saturnall ist sicherlich nicht als historischer Romane zu sehen, doch wer gerne mal abseits vom Mainstream liest, gerne isst, sich von seiner Fantasie gerne verführen lässt, der sollte sich verzaubern lassen.

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    Midnights avatar
    Midnightvor 5 Jahren
    Enttäuschend :/

    Inhalt:


    England im 17. Jahrhundert. Der Junge John Saturnall ist anders als andere Kinder in seinem Alter. Er kann jedes Kraut, jede Zutat eines Gerichts nur an ihrem Geruch erkennen. So kommt es, dass er, als er nach dem Tod seiner Mutter in einem großen Gutshaus landet, schnell vom Küchenjungen zum Koch aufsteigt. Er wird immer erfolgreicher und kocht sogar für den König. Doch dann verliebt sich John in ein höher stehendes Mädchen und der Krieg bricht aus. Und dann ist da noch die mysteriöse Geschichte vom Festmahl eines Koches …


    Meine Meinung:


    Leider muss ich gleich vorweg nehmen, dass dieses Buch mich sehr enttäuscht hat. Von einem Wälzer mit einer solchen Aufmachung und bei diesem mysteriösen  Titel hatte ich mir wirklich weitaus mehr vorgestellt.


    Ich habe “Das Festmahl des John Saturnall” hauptsächlich als langatmig, zeitweise uninteressant und teilweise sehr verworren empfunden. Die ersten 200 Seiten habe ich mich wirklich gequält, dann wurde es dank der aufkeimenden Liebesgeschichte langsam besser. Als dann wenig später der Krieg ausbrach, ich mich als Leser völlig vor den Kopf gestoßen ohne erklärendes Wort dort wiederfand und das Geschehen wieder um einiges uninteressanter wahrnahm, wäre ich fast verzweifelt. Wie froh war ich, dass der so große und bedeutende Krieg im Buch dann doch eher eine kleine Rolle einnimmt und Norfolk relativ schnell wieder zum Hauptinteresse zurückfindet.


    Von den Hauptprotagonisten erfährt man meiner Meinung nach zu wenig. Zwar kennt man John Saturnalls komplette Geschichte mit all ihren Mythen, bis es mir dann irgendwann zu verwirrend wurde, aber von seiner Persönlichkeit hätte ich mir mehr gewünscht. Er riecht gut, er kocht gut und er kann schnell zornig werden. Und weiter? Von seiner Angebeteten Lucretia erfährt man noch weniger. Kratzbürstig, doch im Grunde des Wesens weich. Das war es dann auch schon.


    Die kurzen Einschübe zwischen den Kapiteln, die Gerichte und Geschehen miteinander verwebt, haben mich persönlich ziemlich genervt. Genauso konnte ich nicht viel mit den ewig andauernden Beschreibungen der Speisen und den Aufzählungen der Zutaten anfangen. Mir war ja klar, dass es um ein Festmahl geht, aber das war dann doch etwas zu viel des Guten.


    Überzeugt hat Norfolk mich allein mit seinem Schreibstil und den Hintergrundinformationen, die man über das England des 17. Jahrhunderts und das Leben in einem Gutshaus bekommt. Verglichen mit Auflistungen von Zutaten fallen diese jedoch ziemlich knapp aus. Den 3. Stern gibt es eigentlich nur dafür, dass ich den dicken Schinken bis zum Ende gelesen habe.


    Fatit:


    Wenig Spannung, dafür viel Palaver über Zutaten und Küchenabläufe. Leider trotz angenehmen Schreibstils und interessanten Infos über das Leben im Gutshaus des 17. Jahrhunderts keine Leseempfehlung.

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    Miss_Sunshines avatar
    Miss_Sunshinevor 5 Jahren
    Geduld braucht man nicht nur in der Küche...

    Alles beginnt im religionsfanatischen England des 17. Jahrhunderts. Der zehnjährige John und seine Mutter müssen aus ihrem Dorf flüchten, aufgrund des Vorwurfs der Hexerei. Seine Mutter bringt ihm ihr Wissen über Pflanzen und Rezepte bei, das ihm später in seiner Zufluchtsstätte im Herrenhaus von Buckland zu einem schnellen Aufstieg verhelfen wird. Der zum Mann heranwachsende junge Koch, John, betört Lady Lucretia mit seinen Kochkünsten. Doch Krieg und Standesunterschiede erschweren die Liebe zwischen der Tochter des Gutsherren und dem jungen Koch.

    Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Auszug aus John Saturnalls Rezeptsammlung. Die beschriebenen Speisen lassen einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen und verraten manchmal etwas über das folgende Kapitel.
    Das Buch besitzt am Ende ein Personenverzeichnis, dessen Sinn sich mir völlig entzieht. Es werden ALLE Personen aufgelistet, die im Buch erwähnt werden, sogar diejenigen, die nur zwei Mal genannt wurden (Bsp. Charles Almery, Vater John Saturnalls). Die handlungstragenden Figuren sind leicht zu überblicken, daher ist dieses Verzeichnis eine nette, aber sinnfreie Fleißaufgabe des Verlags.
    Was sehr an meinen Nerven und an meiner Geduld gezerrt hat, war die Tatsache, dass die versprochene Liebesgeschichte beinahe 300 Seiten lang auf sich warten ließ. Nebenbei begemerkt: Das Buch besitzt lediglich 440 Seiten. Meiner persönlichen Ansicht nach hätte man die ersten 216 Seiten, die die Jugend John Saturnalls und seine Anfänge im Gutshaus beschreiben, als Rückblenden an den passenden Stellen einarbeiten können.
    Das Ende der Handlung ist grundsätzlich vorherzusehen, überrascht jedoch mit seinem Weg dorthin.

    Fazit: Ein ab der Hälfte fesselndes Buch, deren erste Hälfte sich besser als Rückblenden in der anderen Hälfte gemacht hätte. Die Liebesgeschichte und die unglaublichen Speisen machen das Buch zu einem guten mittelmäßigen Roman.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Die Geschichte von großem Leid und einer noch größeren Passion.

    Ein kleiner Junge mit einem großen Traum. 

    England zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Der junge John Sandall hat es nicht leicht. Seine dunkle Hautfarbe sowie die dunklen Locken brandmarken ihn im Dorf als Außenseiter. Die Kinder akzeptieren ihn nicht und quälen den Jungen täglich. Sie fügen ihm nicht nur seelisch, sondern auch körperlich unermessliches Leid zu. Seinen Vater kennt der Junge nicht und auch seine Mutter hat im Dorf einen schweren Stand. Sie ist eine Kräuterkundige, die schon viele Leben gerettet hat. Häufig stehen die Bewohnerinnen des Dorfes in der Nacht an der Schwelle ihres Hauses, um sich Kräuter, einen Sud oder nur einen Rat zu holen. Dabei sind sie strengstens darauf bedacht, nicht bei Tag vor der Tür der weisen Sandall gesehen zu werden. Hinter vorgehaltener Hand wird diese nämlich als Hexe bezeichnet, doch ihre Dienste werden trotzdem gerne in Anspruch genommen. Dies ändert sich, als ein religiöser Fanatiker im Ort einkehrt. Nun schlagen die leisen Vorurteile in blanken Hass um. John und seiner Mutter bleibt keine andere Wahl, als alles stehen und liegen zu lassen und fernab der Fanatiker ein neues Heim zu suchen.

    Ziel ist das Gutshaus von Buckland, das von Sir William Fremantle geführt wird. Hier hat Johns Mutter einst gearbeitet und hier wähnt sie sich und ihren Sohn in Sicherheit. Doch sie sollen Buckland niemals gemeinsam erreichen. Die überstürzte Flucht und die widrigen Umstände fordern ihren Tribut und so entdeckt John eines Morgens den leblosen Körper seiner Mutter. Auch das Heilwissen, das sie ihrem wissbegierigen Sohn einst weitergegeben hat, kann ihr Leben nicht mehr retten. Somit beginnt für John viel zu früh die Selbstständigkeit. Er schlägt sich nach Buckland durch und findet dort als John Santurnall eine Anstellung als Küchenjunge. Sein hervorragender Geschmacksinn sowie sein guter Geruchssinn bringen dem Jungen schnell den Respekt der Köche ein und eines Tages ist es John sogar erlaubt, ein Festmahl für den König auszurichten. Der Junge, der einst vor seinen Verfolgern floh, wird eines Tages der berühmteste Koch des Landes, doch seine Vergangenheit holt ihn irgendwann ein.

    Eine anspruchsvolle Reise in das England des 17. Jahrhunderts.

    Das Festmahl des John Saturnall ist eine derart vielschichtige Erzählung, dass wahrscheinlich auch die Verarbeitung in mehreren Bänden problemlos möglich gewesen wäre. Es geht hier nicht nur um die Finessen der Küche im siebzehnten Jahrhundert, sondern auch um alte Legenden, politische Machtverhältnisse sowie den religiösen Fanatismus und Hexenwahn, der viele unschuldige Opfer das Leben gekostet hat. Durch die starke Komprimierung der Handlung, die zumindest ein halbes Leben umfasst, treten unzählige Personen auf, die John im Laufe seines Lebens begegnet. Auch die äußeren Umstände werden sehr stark verkürzt und vereinfacht, sodass zwar sehr viele Themen innerhalb der Handlung angesprochen, allerdings bis auf die ausführliche Beschreibung der Kochweise in dieser Zeit nicht näher ausgeführt werden. Lawrence Norfolk nimmt den Leser mit auf eine anspruchsvolle Reise in das England des siebzehnten Jahrhunderts. Weder die einfache Sprache noch Auflockerung durch Illustrationen sowie die gestalterische Umsetzung seines Kochbuches können über diese Tatsache hinwegtäuschen.

    Doch so knapp die gesellschaftlichen Umstände des Lebens dieser Zeit beschrieben sind, so ausführlich und liebevoll sind die Personen beschrieben, die Johns Lebensweg immer wieder kreuzen. Neben ihm wird seiner großen Liebe Lady Lucretia besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Da ihre Mutter bei ihrer Geburt im Kindsbett verstarb, wird diese allein von ihrem Vater, Sir William Fremantle, erzogen. Wie es kaum anders zu erwarten ist, spielen auch auf diesem Anwesen Standesunterschiede eine große Rolle. Daher steht ihre Liebe zu John unter einem schlechten Stern. Kaum weniger Aufmerksamkeit bekommen die vielen Gestalten, die sich mit John in der Küche tummeln und jeden Tag aufs Neue für leckere Köstlichkeiten sorgen. Es ist erstaunlich, welches Können und vor allem welches umfassende Wissen die Köche der damaligen Zeit besaßen. Hier darf wahrlich von Künstlern oder Meistern gesprochen werden.

    Fazit

    Ich liebe das Kochen und daher habe ich die Geschichte des John Saturnall bis zur letzten Seite genossen. Auch die Beleuchtung des religiösen Fanatismus fand ich beim Lesen sehr spannend. Teilweise habe ich mir nicht vorstellen können, dass Menschen so grausam sein können, wie sich Freunde zu Verrätern wandeln und das eigene Leben in Scherben vor einem liegt. Die politischen Verhältnisse wurden leider nicht so ausführlich behandelt. Hier hätte ich mir an einigen Stellen mehr Informationen gewünscht, allerdings hätte das wohl den Umfang des Romans gesprengt. Alles in allem ist Das Festmahl des John Saturnall ein guter Tipp für Leser, die sich nicht vor anspruchsvoller Lektüre fürchten, da doch eine Menge politisches Hintergrundwissen vorausgesetzt wird.

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    Nils avatar
    Nilvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Guten Appetit! Ein historischer Schmaus, hier wird man gut unterhalten und erfährt auch noch wie im 17. Jahrhundert gekocht wurde.
    Ein Koch im 17. Jahrhundert in England und seine feinen Speisen!

    Das Festmahl des John Saturnall ist ein historisches Epos über einen jungen Mann, der im Laufe seines beschrieben Lebens ein sehr guter Koch wird. Es spielt im 17. Jahrhundert und beginnt in jungen Jahren des John Saturnall. Er ist Sohn einer interessanten und eigenständigen Frau, die man als Hexe bezeichnet. Leider werden die beiden aus ihrem Dorf verjagt und suchen Zuflucht im Wald. Seine Mutter überlebt den Winter nicht und John kommt auf das Gutsgehöft der Umgebung. Dort wird der in den Dienst der Küche aufgenommen und er arbeitet sich hinauf. Nebenbei entwickelt er auch noch eine Schwäche für die Tochter des Gutsbesitzers.

    Dieser umfassende historische Roman ist ein Werk, in das man sich gut in Wintertagen vertiefen kann. Es ist toll übersetzt und vom Knaus Verlag schön gebunden erschienen mit festem Papier und gutem Schriftsatz. Toll!

    Das einzige was ich enttäuschend fand war das Ende. Nachdem der gesamte Roman vor Andeutungen und Geheimniskrämerei nur so trieft, ist das Ende recht trivial… Aber nichtsdestotrotz ein lesenswerter Roman (im Winter).

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    M
    michael_lehmann-papevor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Festmahl des John Saturnall" von Lawrence Norfolk

    Wunderbare und lebensechte Atmosphäre

    Immer wieder gelingt es Lawrence Norfolk mit Hilfe seiner hohen, sprachlichen Qualität und bildreichen Schilderungen, in seinen Büchern eine intensive, hineinziehende und sehr realistische Atmosphäre zu schaffen. Nicht anders ist es in seinem neuen Roman, dem die fundierte Recherche des Autors an jeder Seite abzuspüren ist.

    Angesiedelt zur Zeit des Charles I. in England, am Rande die Kämpfe um den Thron streifend, bietet Norfolk, beileibe keinen einfachen „historischen Roman“. Vielmehr nutzt Norfolk die (natürlich bestens und historisch zeitgemäße gestaltete) Welt des späten Mittelalters mit ihren „kleinen“ Feudalherren, einfachen Lebensweisen, Überfluss, religiösen Fanatikern, Dragonern und Musketieren als treffende Rahmung für seine Geschichte des John Saturnall. Der an der Seite seiner Mutter ohne Vater im kleinen Dorf Buckland aufwächst. Und es dort schwer hat.

    Hexenglaube ist verbreitet, Johns Mutter schwebt immer in Gefahr als „Heilkundige“ und Hebamme, der Hexerei bezichtigt zu werden. Und kaum hat John es geschafft, von den anderen Kindern im Dorf nicht mehr verfolgt und gedemütigt zu werden, da rafft eine Krankheit vor allem die Kinder des Dorfes dahin. Für den fanatischen Prediger und Sektierer Marpot ist klar, wer Schuld ist. John und seine Mutter fliehen in den verrufenen Wald, sehen mit an, wie ihre Hütte niedergebrannt wird und werden die Härte des Lebens erleben müssen. Johns Mutter stirbt. Vorher allerdings macht sie ihn vertraut mit dem „Festmahl des Gartens, des Saturnus“. Aus einer Zeit, als die Menschen miteinander lebten, das Fest jährlich feierten und mit einer festgelegten Abfolge der Speisen in Gemeinschaft tafelten. Bis die Priester des neuen Gottes die Eintracht als „Sinneslust“ geißelten, das Behagen als „Faulheit“ und das Fest als „Gier“ und alles aus ihrer Eifersucht heraus verboten, zerstörten und zerstreuten.

    Lange sind diese Zeiten her. Intrigen, Kampf und Missgunst bestimmen die Welt, auch im kleinen Tal und das Dorf Buckland herum. Der verwaiste John wird von Priester des Dorfes zum Herrenhaus der Fremantles gesandt. Dort war Johns Mutter früher in Dienst.

    Ob dort Johns leiblicher Vater zu finden wäre? Ob dort das Geheimnis des „Festmahles“ zu ergründen ist, das Johns Mutter in ihren letzten Lebenswochen dem begabten Kind Zeile für Zeile innerlich einbrannte? John gelingt es durch Glück und Zufall, in der Küche des Herrenhauses als Küchenjunge arbeiten und leben zu dürfen. Trifft schon früh auf die Tochter des Hauses, Lukrezia, wird vom Meisterkoch Scovell verdeckt protegiert, für den König kochen und Vorkosten, wird Höhen und Tiefen der Küchenkunst, der Liebe, der unruhigen Zeiten, der fanatischen Seite der Religion am eigenen Leib und dem seiner Freunde erleben. Bis sich der Kreis beginnen wird, zu schließen. Denn „ein jeder Koch trägt sein eigenes Festmahl in sich“ und dieses Festmahl ist nicht nur in seinen Bestandteilen und seiner Zubereitung zu erlernen, sondern ebenso wichtig ist, in welcher Runde man dieses Festmahl dann zu sich nehmen wird. Wie John auf die harte Weise lernen wird.

    Mit seiner hohen, sprachliche Qualität, wunderbar übersetzt von Melanie Walz, gelingt es Norfolk spielerisch, den Leser mitten hinein zu ziehen in die kleine, überschaubare Welt in der englischen Provinz. Der größte Teil des Romanes spielt sich in und um das Herrenhaus ab und auch hier gelingt es Norfolk nachhaltig, all den beteiligten Personen, vom kleinen Küchenjungen bis zur Gärtner, von der „lebenden Vogelscheuche“ bis zum Hausvorstand Sir William, von Lukrezia bis eben zu John Saturnall, aber auch auf der Gegenseite einem Timothy Marpot differenziertes und nachhaltiges Leben einzuhauchen.

    Verbunden mit der detailreichen und bildkräftigen Schilderung der Orte und Landschaften, des genau dargestellten, wuseligen Lebens in der Küche des Hauses und mancher kleiner Scharmützel und Schlachten entwickelt Norfolk sein eigentliches, hintergründiges Thema Seite für Seite.
    Die wiederherzustellende Harmonie zwischen den Menschen, das Ablassen von religiösem Fanatismus und tödlichem Eifer, alles mündend in die Liebe, die hier tatsächlich „durch den Magen geht“, allerdings eher im poetischen denn im wörtlichen Sinne. Denn hinter den kunstvollen Rezepten, den poetischen Schilderungen der Speisen und der Zubereitungskunst schwingt immer mit, dass dies alles nur gelingt, wenn man liebt, was man tut und, vor allem, für wen man es tut.

    Ein wunderbarer Roman.

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