Lawrence Osborne

 4.3 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Denen man vergibt, Welch schöne Tiere wir sind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lawrence Osborne

Der Reisende: Lawrence Osborne, geboren am 1958 in England, ist ein britischer Schriftsteller. Er studierte Sprachen am Fitzwilliam College, Cambridge und in Harvard. Durch seine zahlreichen Reisen wechselte er oft seinen Wohnort und teilte die gesammelten Erfahrungen in seinen Reiseberichten und Reportagen. So lebte er für zehn Jahre in Paris und schrieb dort 1986 seinen ersten Roman Ania Malina und das Reisetagebuch Paris Dreambook. Außerdem arbeitete er als Reporter an der mexikanischen Grenze in San Diego und Tijuana und danach für mehrere Jahre als Feature-Journalist für die New York Times. Seine Reisereportagen, Essays und Profile wurden in Harper´s, The New Yorker, The Financial Times, The New York Observer, New York Magazine, Playboy, Men´s Vogue, Newsweek und The Wall Street Journal Magazine veröffentlicht. Seine Kurzgeschichte Volcano, wurde mit dem Titel „Best American Short Story 2012“ ausgezeichnet. Heute lebt der Autor in Bangkok.

Neue Bücher

Denen man vergibt

Erscheint am 24.05.2019 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Welch schöne Tiere wir sind

 (4)
Neu erschienen am 19.03.2019 als Hardcover bei Piper.

Alle Bücher von Lawrence Osborne

Denen man vergibt

Denen man vergibt

 (13)
Erschienen am 03.02.2017
Welch schöne Tiere wir sind

Welch schöne Tiere wir sind

 (4)
Erschienen am 19.03.2019
Denen man vergibt

Denen man vergibt

 (0)
Erscheint am 24.05.2019
Only to Sleep (Philip Marlowe)

Only to Sleep (Philip Marlowe)

 (1)
Erschienen am 06.09.2018
The Forgiven

The Forgiven

 (1)
Erschienen am 02.05.2013
Beautiful Animals

Beautiful Animals

 (1)
Erschienen am 10.08.2017
The Ballad of a Small Player

The Ballad of a Small Player

 (0)
Erschienen am 13.01.2015

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Neue Rezensionen zu Lawrence Osborne

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Rezension zu "Welch schöne Tiere wir sind" von Lawrence Osborne

Eiseskälte
reneevor 22 Tagen

Ich habe mich schon sehr auf dieses Buch von Lawrence Osborne gefreut. Und jetzt, nach der Lektüre sitze ich hier etwas verstört herum, und frage mich gerade, wie man so sein kann. Also so sein kann wie die Hauptfigur, so unsagbar gefühlskalt und manipulierend. Von der Warte hat mich das Buch schon mal sehr berührt/getroffen. Auch wenn ich sagen kann und muss, dass die Tiefe der Charaktere noch ausbaufähig ist. Einiges empfand ich zu bruchstückhaft und deutlich zu wage, die Handlung manchmal etwas zu sehr offengelassen und die Leserin wurde damit etwas verwirrt zurückgelassen. Aber ein Lesesog war für mich definitiv vorhanden und das Buch hat mich gepackt. Einige Formulierungen sind wunderschön, wie der Autor die Örtlichkeiten beschreibt ist absolut plastisch, man wähnt sich beim Lesen vor Ort. Der Sprachklang gefällt mir sehr, man merkt der Autor versteht sein Werk, auch dieses von mir bemängelte Bruchstückhafte hat seinen Sinn, es wird damit eine ungeheure Dynamik erzielt, die schon etwas süchtig macht.


Nun zur Handlung: Die Geschichte fängt recht harmlos an. Die Codringtons, reiche Engländer und die Haldanes, reiche Amerikaner treffen sich auf der griechischen Insel Hydra. Die 24-jährige Naomi Codrington und die 20-jährige Samantha Haldane nähern sich aneinander an, eine oberflächliche Urlaubsbekanntschaft entsteht könnte man meinen. Sie reden miteinander, klagen sich gegenseitig ihr Leid, sind gelangweilt von ihrem privilegiertem reichem Leben und gefrustet von ihren Familien. Dabei schaut die jüngere Samantha etwas zu der älteren und charismatischen Naomi auf. Die beiden jungen Frauen unternehmen auch einiges auf der Insel gemeinsam und finden dabei einen jungen Mann, einen Flüchtling, Faoud. Beide beschließen ihm zu helfen, wobei Samantha zurückhaltender wirkt, schnell wird aber klar, dass nicht der Wille zu Helfen der Hauptgrund der Beiden war. Ein gewisses Konkurrenzdenken der jungen Frauen zeigt sich. Das Tempo des Romans erhöht sich deutlich und es wird klar, dass Naomi gewisse Vorstellungen hat. Und der bisher gesellschaftskritische Roman verwandelt sich zusehends in eine lesenswerte Kriminalgeschichte. Interessant gemacht!

Kommentare: 2
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Rezension zu "Welch schöne Tiere wir sind" von Lawrence Osborne

Schöne Tiere
Buecherschmausvor einem Monat

„Welch schöne Tiere wir sind“.
Reichlich Selbstverliebtheit, eine Spur Lebensekel, Langeweile, Überdruss – all das spielt hinein in diesen Ausspruch der 24 jährigen Naomi Codrington, eine der beiden weiblichen Hauptfiguren in Lawrence Osbornes neuem Roman, der ihm den Titel verlieh.
Naomi ist auf der sogenannten Sonnenseite geboren, der Vater schwerreicher Besitzer einer Fluglinie und Kunstsammler. Die leibliche Mutter starb, als Naomi ein Teenager war, aber wirklich viel Trauer darüber ist im Buch nicht zu spüren. Das mag daran liegen, dass der Roman strikt in der Handlungsgegenwart verbleibt. Rückblenden, Erinnerungen, Verschiebungen der Zeitebenen gibt es hier nicht. Und auch die Protagonisten denken selten rückwärtsgewandt. Das verschafft dem Erzählten eine interessante Oberflächlichkeit, die zu den handelnden Personen zu passen scheint.
Lawrence Osborne nimmt seine Romanfiguren gerne von den Reichen und Schönen, den Privilegierten, die sich dieser Privilegien durchaus bewusst sind und auch ein hohes Reflexionsniveau besitzen, und sich doch streng in den vorgegebenen (Klischee)Bahnen bewegen. Dafür setzt er sie gerne an entfernte, exotische Orte, wie in „Denen man vergibt“ die marokkanische Wüste. Dort in der Fremde verlieren sie aufgrund bestimmter Vorkommnisse vorübergehend die Kontrolle über ihr Leben und ihre moralische Orientierung scheint zu verschwimmen.
„Welch schöne Tiere wir sind“ hat die griechische Insel Hydra zum Schauplatz. Auf der einst bei Künstlern und Aussteigern beliebten Insel, auf der in den 60er Jahren auch Leonard Cohen ein Haus besaß, sind mittlerweile die Superreichen zuhause. Die Immobilienpreise gelten als die höchsten in ganz Griechenland. Massentourismus ist hier unbekannt, man bewohnt Villen mit riesigen Gärten, feiert und bleibt unter sich. Die Einheimischen wirken fast ein wenig wie Staffage.
Die Familie Codrington besitzt auf Hydra schon seit vielen Jahrzehnten ein Anwesen. Naomi hat seitdem nahezu jeden Sommer hier verbracht und spricht fließend Griechisch. Auch jetzt, mit 24, verbringt sie ihren Sommer mit dem großspurigen Vater Jimmie und der snobistischen griechischen Stiefmutter Phaine, da ihr gerade als Anwältin einer Londoner Kanzlei gekündigt wurde, nachdem sie einen Fall gehörig in den Sand gesetzt hat. Langeweile und Überdruss plagen sie, das beste Verhältnis pflegt sie noch mit dem einheimischen Dienstmädchen Carissa.
Eines Morgens lernt sie beim Schwimmen die amerikanische Familie Haldane kennen, deren Tochter Samantha nur wenig jünger ist als Naomi. Die beiden freunden sich an und verbringen fortan viel Zeit miteinander. Bei einem Segeltörn entdecken sie an einem abgelegenen Strand einen jungen Mann, augenscheinlich ein Flüchtling, aus Syrien, wie sich später herausstellt. Naomi beschließt, dem Mann heimlich zu helfen. Sie selbst ist überzeugt von ihren edlen Motiven, die Leser*in erkennt aber sogleich, dass dahinter auch oder vor allem Abenteuerlust, Langeweile, Eitelkeit und bei der Art der Durchführung eine ganze Menge Wut auf den Vater steckt. Faoud, der junge Syrer, soll die Villa der Eltern ausrauben, während diese mit einem von Carissa gebrauten Trank tief schlafen. Zur Flucht stellt ihm Naomi den Wagen des Vaters und die Fährpassage zur Verfügung. Die naive Samantha und die berechnende Carissa lassen sich zur Mitwirkung überreden. Und dann geht alles gehörig schief…
War das Erzähltempo bis hierher eher gemächlich, geprägt von den heißen, sonnendurchfluteten Tagen, bestimmt durch lange Stunden am Strand, beim Schwimmen, bei ausgedehnten Spaziergängen und Bootstouren, zieht es nun mächtig an. Der zweite Teil wird von einer atemlosen Jagd durch Süditalien bestimmt, denn der Privatdetektiv Rockhold, ein alter Vertrauter Jimmie Codringtons und von diesem damit beauftragt über ihn, seine Tochter und die Angelegenheiten der Familie zu wachen, wird bald misstrauisch, als sich sein Arbeitgeber nicht mehr meldet und wie von Erdboden verschwunden scheint. Sehr schnell gelangt er auf Faouds Fährte, was nicht immer ganz plausibel erscheint. Die Geschichte entwickelt dadurch aber eine ziemliche Rasanz.
Lawrence Osborne kann hervorragend schreiben. Er schafft eine dichte Atmosphäre, verweilt zeitweise in großartigen Landschaftsbeschreibungen und schildert seine Figuren mit großer psychologischer Raffinesse. Dabei bleibt er meist ganz an der Oberfläche und lässt vielleicht gerade dadurch einen tiefen Blick zu.
„Welch schöne Tiere wir sind“ ist ausgesprochen gut konstruiert, spannend, abgründig und auch boshaft. Niemand im Buch kommt wirklich positiv rüber, alle zeichnet eine unglaubliche Egozentrik und Empathielosigkeit aus. Dass mit Faoud die aktuelle Flüchtlingskrise angesprochen wird, bleibt allerdings nur peripher. Viel mehr als an politischen Gegebenheiten ist Osborne an den psychologischen Abgründen seiner Figuren gelegen. Diese beleuchtet er mit kühlem Blick und meisterhaft. 

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Rezension zu "Welch schöne Tiere wir sind" von Lawrence Osborne

Schön wie Panther
yellowdogvor einem Monat

Schauplatz dieses Romans ist die griechische Insel Hydra. Hier machen privilegierte Familien ihren Sommerurlaub.

Der reiche Jimmie Codrington und seine griechische Frau Phaine sowie seine 24jährige Tochter Naomi haben dort eine Villa und auch ein Hausmädchen.


Naomi begegnet einer amerikanischen Familie und freundet sich mit der 20jährigen Samantha an. Die beiden jungen Frauen finden auf einem entlegenen Teil der Insel durch Zufall einen arabischen Mann, vermutlich ein syrischer Flüchtling. Aber Faoud gibt nichts von sich preis. Naomi möchte ihm helfen und hat eine Idee mit fatalen Folgen.

Überraschend, wie die Handlung sich entwickelt, aber da sollte man nicht zu viel verraten.


Das Buch hat eine raffinierte psychologische Note. Naomi scheint sehr gelangweilt. Das Treffen mit Faoud gibt ihr innerlichen Aufschwung.


Der Roman ist sprachlich sehr elegant und zwingend gemacht. Immer wieder stößt man auf bemerkenswerte Sätze. Teilweise sind es detailreiche Beschreibungen der wunderschönen griechischen Insel, jedoch in knapper Form, nichts wird unnötig ausgeschmückt. Und teilweise sind es Sätze wie Metaphern. Insgesamt entwickelt sich viel Atmosphäre.


Ich bin froh, diesen Autor jetzt entdeckt zu haben.

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