Lawrence Wright

 4.6 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Der Tod wird euch finden, Im Gefängnis des Glaubens und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lawrence Wright

Lawrence Wright, ist ein amerikanischer Bestseller-Autor, Drehbuchschreiber und Journalist. Seit 1992 arbeitet er für den „New Yorker“. Für sein Buch „Der Tod wird euch finden" wurde er 2007 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lawrence Wright

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Cover des Buches Der Tod wird euch finden (ISBN: 9783442129867)

Der Tod wird euch finden

 (11)
Erschienen am 11.08.2008
Cover des Buches Im Gefängnis des Glaubens (ISBN: 9783421045355)

Im Gefängnis des Glaubens

 (5)
Erschienen am 02.09.2013
Cover des Buches Im Gefängnis des Glaubens (ISBN: 9783641104955)

Im Gefängnis des Glaubens

 (0)
Erschienen am 02.09.2013
Cover des Buches Dreizehn Tage im September (ISBN: 9783806233810)

Dreizehn Tage im September

 (0)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches Der Tod wird euch finden (ISBN: 9783641019082)

Der Tod wird euch finden

 (0)
Erschienen am 26.01.2009
Cover des Buches Der Tod wird euch finden (ISBN: 9783898136914)

Der Tod wird euch finden

 (2)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Going Clear (ISBN: 9780593069226)

Going Clear

 (0)
Erschienen am 17.01.2013
Cover des Buches Twins (ISBN: 0471296449)

Twins

 (0)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Lawrence Wright

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Rezension zu "Im Gefängnis des Glaubens" von Lawrence Wright

Glaube als Gefängnis?
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

“Ich würde gerne eine Religion gründen. Da ist das wirklich große Geld zu holen.” (S. 123) Dieser Ausspruch, den Ron L. Hubbard bereits in den Jahren 1948 oder 1949 geäußert hat, ist vermutlich der wahre Kern dieser Bewegung.

 

Lawrence Wright beschreibt umfassend, sehr sachlich und nicht wertend die Entstehung der Church of Scientology. Das erste Kapitel beschäftigt sich auf knapp 200 Seiten mit dem Gründer Ron L. Hubbard. Wright beschreibt Scientology als das was es ist: Eine autoritäre Vereinigung, die mit oberflächlichen psychologischen „Therapien“ (Dianetik) und vermeintlichen „Lebenshelfern“ (Auditoren) ihre Mitglieder durch Gehirnwäschen unbedingten Gehorsam einbläuen. Auch Elektroschocks und Folter kommen zur Anwendung. Stellenweise liest sich das Buch wie ein Bericht aus einem stalinistischen oder maoistischen Umerziehungs- bzw. Straflager. Mitglieder werden für kleinste Vergehen in monatelang in fensterlose Verliese gesperrt, erhalten kaum Nahrung und, das ist für mich das Erschreckende daran, bedanken sich bei Hubbard und später bei dessen Nachfolger noch.

Den Mitgliedern ist es verboten Kinder zu bekommen. Wird eine Frau trotzdem schwanger, wird sie zur Abtreibung gezwungen.

 

Ein Aussteigen aus dieser Sekte ist kaum möglich, denn Abtrünnige werden gnadenlos verfolgt.

 

Der aufmerksame Leser entdeckt recht bald, dass Hubbard vor allem um Geld, Einfluss, Macht und das eigene Prestige geht. Deswegen steht die Anwerbung von „berühmten“ und einflussreichen Hollywoodstars und Politikern ganz oben auf der Prioritätenliste. Hier werden Namen wie Leonard Cohen, Tom Cruise und John Travolta genannt. Besonders Travolta spielt eine unrühmliche Rolle in dieser Vereinigung. Gemeinsam mit seiner Frau Kelly Preston pusht er Scientology in Hollywood. Als ihr gemeinsamer Sohn Jett, der mit 16 Jahren an einem Krampfanfall stirbt, ist die Rolle die Scientology dabei spielt, eine dunkle. So sollen die Eltern die Medikamente, die Jett, der an Epilepsie litt, gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte abgesetzt haben, und „Heilmethoden“ nach Hubbard anzuwenden.  

 

Alles in allem – auch durch die vielen Fußnoten – ein unheimlich interessantes, informatives und lesenswertes Buch. Eine kleine Kritik muss ich doch anbringen: Wright schreibt ausschließlich aus amerikanischer Sicht. Das finde ich schade, den Scientology hat, wie ein Krake, seine Tentakel auch in Europa ausgestreckt, um bekannte Menschen für ihre Ziele anzuwerben.

 

Fazit:

 

Dieses Buch ist durch eine profunde, sachliche und ja geradezu nüchterne Unvoreingenommenheit gekennzeichnet. Es legt das „System Scientology“ offen. Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden, ob er sein Heil in dieser Sekte finden könnte oder nicht.


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T

Rezension zu "Der Tod wird euch finden" von Lawrence Wright

Wenn ein Journalist Geschichte beschreibt...
TimSvor 5 Jahren

Der mit dem Pullizer-Preis ausgezeichnete Autor beschreibt nicht nur den Aufstieg der Al-Qaida oder Osama Bin Ladin, sondern widmet sich der islamistischen Bewegung insgesamt. Beginnend mit dem frühen 20. Jahrhundert und einem idealistischen Moslem, zieht sich die Handlung über 80 Jahre hinweg bis zum Jahr 2006. An keiner Stelle des Buches wird es langweilig, keine gönnt dem Leser eine Verschnaufpause. Ohne es intendiert zu haben, werden gern verbreitete Mythen, etwa die USA hätten Al-Qaida im Afghanistan-Krieg der Sowjetunion aufgebaut oder finanziert, entkräftet. Dabei bezieht Wright zu keiner Zeit eine eindeutige politische Position, belegt großzügig sämtliche Ereignisse und Aussagen und schafft es somit, auch wissenschaftliche Leser zu saturieren.
Die Schwächen des Werkes liegen in seinem Umfang. Um ein breites Publikum zu erreichen scheint es notwendig gewesen zu sein, die durchaus satte Quellenlage auf wenige Zeilen zu kürzen. Somit gelingt es nicht, eine tiefere Analyse oder noch genauere Kausalitäten herauszuarbeiten. Da dies jedoch nicht der Anspruch eines Journalisten sein kann, der sich verkaufen muss, fällt es nicht schwer ins Gewicht.

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M

Rezension zu "Im Gefängnis des Glaubens" von Lawrence Wright

Umfassende Darstellung einer autoritär geführten Vereinigung
michael_lehmann-papevor 7 Jahren


 

Dass im Kern Scientology, jene weltweit kritisch betrachtete Vereinigung von Nachfolgern und Anhängern der Lehre des ehemaligen Science-Fiction Autors Ron L. Hubbard bei Licht betrachtet „nur“ 30.000 wirklich eingetragene Mitglieder hat (bei behaupteten Millionen, das ist  nur eine der vielen interessanten und so bis dato nicht umfassend breit bekannten Informationen über Scientology, die Wright in seinem sorgfältig recherchierten mitteilt.

 

Mit der großen Stärke in Form und Stil, dass Wright mit den Augen eines unvoreingenommenen Betrachters sich dieser Vereinigung mit David Miscavige an der Spitze und der „Sea Org“ als Führungsorganisation, mit dem „inneren Ziel“, die „uneingeschränkte materielle Herrschaft über das Universum“ auszuüben auf dem Weg zahlreicher „Wiedergeburten“, nähert.

 

Weder polemisch noch übersitzt, weder verharmlosende noch unkritisch arbeitet sich Wright auf den gut 500 Seiten des Buches durch die Geschichte und Gegenwart dieser (das ist nach  der Lektüre glaubhaft geklärt), hoch autoritären und seinen Mitgliedern mit einem immensen Druck gegenübertretenden „Glaubensvereinigung“. Auch wenn es gerade westeuropäische Leser irritieren mag, dass Wright Scientology durchweg als „Kirche“ bezeichnet, ist dies kein positives Werturteil durch den Autor, sondern dem rechtlichen Status in den USA geschuldet.

 

Eine autoritäre Vereinigung, mit deutlich von Science-Fiction Fantasien (Aliens spielen eine große Rolle in Hubbards Denken) und oberflächlich psychologischen „Therapien“ (Dianetik) durch vermeintliche „Lebenshelfer“ (Auditoren) angehauchter „Praxis“, der, folgt man aufmerksam Wright durch das Buch, es wohl nach Hubbard vor allem um Geld, Einfluss, Macht und eigene Prestige geht. Ausführlich geht Wright diesem Faden der Vereinigung nach und weist überzeugend nach, dass genau deswegen „berühmte“ und einflussreiche Hollywoodstars, aber auch Politiker, im Fadenkreuz der Anwerbung stehen.

 

„Leben vom Glanz anderer“ nach Außen und eine strikte und harsche Führung nach Innen (bis hin zur regelmäßigen massiven Gehirnwäsche gerade am Nachwuchs), erschreckend ist dieses sachliche und nüchterne Bild, das Wright sprachgewandt vermittelt. Und das als Strategie schon unmittelbar nach der Gründung 1955 eingeführt. „Wer einen dieser Prominenten an Land zieht, wird mit einer kleinen Gedenktafel belohnt“.

 

Dass auch hohe Funktionäre beileibe nicht „oben“ sind, sondern ganz schnell in „Straflagern“ auf Jahre hinaus landen können, dass dort in hohem Maße menschunwürdige Verhältnisse mitsamt regelmäßiger körperlicher Gewalt den Umgang der „Wärter“ mit den „zur Reue zu kommenden“ pflegen, auch das ist eine nicht sonderlich öffentlich weit verbreitete Information, die den Leser erschrecken lässt. Abgesehen vom an sich bereits cholerischen Temperament Miscaviges, dem gerne mal die „Hand ausrutscht“.

 

Und das auf dem Hintergrund einer „Lehre“ und „technischer Hilfsmittel“ (zu Hubbards Zeiten einfach zwei Blechdosen), die im Vergleich selbst den Aberglauben des europäischen Mittelalters noch als fortschrittliche Aufklärung durchgehen lassen würde.

 

Wobei Wright dem Gründer Hubbard durchaus noch mit hier und da Sympathie begegnet und diesen als „lebenslang suchenden“ auf ganz einfache Weise beschreibt, ein fast „sympathischer Kauz“ (was nicht darüber hinwegtäuschen soll und kann, dass alle Grundzüge der autoritären und menschenverachtenden Methoden von Hubbard bereits auf den Weg gebracht wurden).

 

Aber schon die Geschichte von Hubbards Sohn Quentin, hochrangiger Auditor der frühen Tage bei Scientology, zeigt, wie sehr Menschen innerlich eingefangen werden von dem ständigen und umfassenden psychologischen Druck.

„Er war nackt. Er war 1,55 Meter groß und wog weniger als 50 Kilo“ als er von der Polizei schlafend in einem Auto entdeckt wurde.

 

Und wie schwierig es ist, ein Entrinnen zu finden, auch das schildert Wright. Überaus erschwert nicht zuletzt durch die Verfolgung durch Scientology, die jedem Aussteiger versucht, die Hölle auf Erden zu bereiten.

 

Dies ist ein wichtiges Buch, dass eine profunde, sachliche und gerade durch seine nüchtere Unvoreingenommenheit das gesamte „System Scientology“ offenlegt und jede Bobachtung durch polizeiliche und politische Behörden als letztlich noch „zu wenig“ erscheinen lässt.

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