Leïla Marouane Das Sexleben eines Islamisten in Paris

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Inhaltsangabe zu „Das Sexleben eines Islamisten in Paris“ von Leïla Marouane

Eigentlich ist Mohamed gar kein Islamist, sondern ein ganz gewöhnlicher Frömmler, dem eines Tages die Absurdität seines Gott und guten Werken geweihten Lebens aufgeht. Er beschließt, mit vierzig Jahren endlich bei seiner Mutter in Saint-Ouen, einer tristen Pariser Banlieue, auszuziehen und deren erdrückender Präsenz zu entkommen. Sein astronomisches Banker-Gehalt erlaubt ihm alle Extravaganzen, und er leistet sich ein Luxusappartement im 6. Pariser Arrondissement, ändert seinen Namen in Basile Tocquard und verleugnet seine algerische Herkunft. So, hofft er, wird er bald auch seine demütigende Jungfräulichkeit verlieren und ein neues Leben beginnen, voller erotischer Vergnügungen, die nur Europäerinnen, 'frei in Leib und Geist', ihm bieten können.
Doch etwas in ihm, eine Art ethnischer Magnet, zieht immer nur Frauen aus dem Maghreb an – die sich ihm samt und sonders verweigern. Die eine will trotz ihrer freizügigen Erscheinung bis zur Ehe Jungfrau bleiben, die andere ist lesbisch, die dritte ist abstinent, weil gerade schwanger.
Die einzige Frau, die sich für ihn interessiert, ist seine Mutter. Die tut alles dafür, ihren 'Augenstern', ihren Erstgeborenen, der Höhle des westlichen Löwen zu entreißen und ihn auf den rechten Weg des Islam zurückzuführen?…
Schonungslos und boshaft rechnet Marouane mit der Doppelmoral frommer Männer, fürsorglicher Mütter und republikanischer Freiheiten ab.

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  • Rezension zu "Das Sexleben eines Islamisten in Paris" von Leïla Marouane

    Das Sexleben eines Islamisten in Paris

    Fantasie_und_Träumerei

    27. October 2010 um 22:01

    KLAPPENTEXT: Denn, und das will ich hier noch einmal unterstreichen, ich interessiere mich ausschließlich für weiße Frauen, Frauen, die an die Pille und an Kondome gewöhnt waren, die körperlich und geistig frei waren, Frauen, die sich aus freien Stücken für die Ehelosigkeit entschieden hatten und die diesen Weg nun voller Genuss und guter Laune, ohne Skrupel oder Bedenken gingen, im Gegensatz zu den jungen Frauen in meiner Siedlung, die ihre Einstellung Jungfrau-bis-zum-Hals-keusch-bis-zur-Heirat demonstrativ zur Schau trugen. ZUR AUTORIN: Leila Marouane ist eine in Frankreich mit vielen Preisen ausgezeichnete Autorin, die als Kind algerischer Eltern auf Djerba geboren wurde. Seit 1990 lebt und arbeitet sie im Exil in Paris. "Das Sexleben eines Islamisten in Paris" ist bereits ihr vierter Roman, der auf deutsch erscheint. EIGENE MEINUNG: Der Klappentext des Buches vermittelt eigentlich einen falschen Eindruck über die Geschichte des Buches, die eigentlich keine Erzählung über das Sexleben eines Mannes ist, sondern einen Blick auf die islamische Religion vermittelt. Mit locker leichter Schreibweise klärt die Autorin auf, ohne dabei belehrend zu wirken. Die Geschichte lebt von jeder Menge Vorurteilen in einem Land, das sehr fortschrittlich und tolerant wirken will, mit Bewohnern, die sehr fortschrittlich und tolerant sein wollen, dann aber leider doch oft in ihr gewohntes Schema verfallen. Aber nicht nur Vorurteile und Klischees unter den verschiedenen Religionen kommen auf den Tisch, sondern auch Traditionen und Bräuche des Islams werden, teilweise sehr ironisch, dargestellt. Vor allem die Beziehung des muslimischen Mannes zu seiner Mutter wird ausführlich dargestellt und aufs Korn genommen. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Mohammed, der als ältester Sohn der Familie mit 40 Jahren eigentlich schon verheiratet sein sollte, dem allerdings so gar nicht der Kopf danach steht, da er auch immer noch Jungfrau ist und sein Sexleben nicht in einer Ehe verschwenden will. Er will nur seine persönliche Freiheit. Bei seinem Versuch diese zu finden, entfernt er sich vor allem immer mehr von seiner Religion, glaubt die Freiheit läge darin, in einer eigenen Wohnung zu leben, auszubleiben so lang er möchte und vor allem lockere Beziehungen zu weißen Frauen. Dabei trifft er nicht nur jedes Fettnäpfchen, sondern vor allem auch immer wieder auf Frauen, die nicht weiß sind, sondern, wie er auch, arabischer Herkunft sind, und auch die Sache mit lockeren Beziehungen gestaltet sich als nicht ganz einfach. Einen Stern Abzug bekommt das Buch, da mir das Ende nicht so gut gefallen hat. Ich hätte mir für Mohammed einen etwas anderen Ausgang der Geschichte gewünscht. Ein herrlich erfrischendes Buch, das uns mal wieder zeigt, dass man tolerant und offen für andere Kulturen und Religionen sein sollte, da sowieso keine die perfekte ist und das der Weg in die Freiheit oft etwas anders ist, als wir ihn uns vorstellen und wir auf unserem Weg dorthin in erster Linie uns selbst im Auge behalten sollten um uns nicht zu verlieren.

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  • Rezension zu "Das Sexleben eines Islamisten in Paris" von Leïla Marouane

    Das Sexleben eines Islamisten in Paris

    variety

    21. October 2010 um 08:46

    Vielleicht habe ich ja als "Roumi" (muslimische Bezeichnung für einen Christen oder Europäer) einfach den Schluss falsch verstanden. Nach all den amüsanten und erhellenden Geschichten um Mohamed (auch bekannt als Basile Tocquard, damit ihn niemand als Islamisten erkennt) und "seinen" Frauen war ich enttäuscht. Ich möchte den Inhalt nicht verraten, aber dass alles so kommt, wie es kommen "muss" mit ihm und seiner Mutter, hat mich arg enttäuscht. Das Buch liest sich sehr gut und ich war sehr interessiert an der Lebensgeschichte Mohameds. Ganz nebenbei werden den Lesern alltägliche und religiöse Eigenheiten des Islam nähergebracht, was die Autorin Leïla Marouane sehr geschickt in die Handlung einfliessen lässt. Leider entspricht das Ende so gar nicht meinen Vorstellungen eines gelungenen Schlusspunktes. Das kann jedoch auch an meinem Glauben liegen...

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