Leïla Slimani

 4 Sterne bei 625 Bewertungen
Autorin von Dann schlaf auch du, All das zu verlieren und weiteren Büchern.
Autorenbild von Leïla Slimani (©Catherine Hélie / Editions Gallimard / Quelle: Luchterhand)

Lebenslauf von Leïla Slimani

Die frankophone Stimme der Literatur: Leïla Slimani, geboren 1981 in der Hauptstadt Marokkos, ist eine französisch-marokkanische Autorin und Journalistin. Sie studierte an der Eliteuniversität Sciences Po in Paris Medien und Politik und arbeitete anschließend als Journalistin für das Magazin "Jeune Afrique". 

2013 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, der in Frankreich preisgekrönt und verfilmt wurde. Ihr zweiter Roman, „Dans le jardin de l’ogre“, ist nicht weniger erfolgreich und wird in über zwanzig Länder verkauft. In Deutschland erscheint er 2019 unter dem Titel „All das zu verlieren“.

Neben Romanen schreibt Slimani auch Aufsätze und Essays, vor allem zu den Themen Feminismus und Islam, die international große Anerkennung erfahren. 2017 wurde ihr zudem offiziell eine Botschafterrolle für Frankophonie übertragen. Slimani lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Paris.

Neue Bücher

Cover des Buches Das Land der Anderen (ISBN: 9783442772612)

Das Land der Anderen

 (37)
Erscheint am 14.12.2022 als Taschenbuch bei btb.
Cover des Buches Schaut, wie wir tanzen (ISBN: 9783630876474)

Schaut, wie wir tanzen

 (5)
Neu erschienen am 21.09.2022 als Gebundenes Buch bei Luchterhand.
Cover des Buches Schaut, wie wir tanzen (ISBN: 9783844547207)

Schaut, wie wir tanzen

Neu erschienen am 21.09.2022 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Leïla Slimani

Cover des Buches Dann schlaf auch du (ISBN: 9783442770557)

Dann schlaf auch du

 (309)
Erschienen am 11.10.2021
Cover des Buches All das zu verlieren (ISBN: 9783442719693)

All das zu verlieren

 (171)
Erschienen am 11.01.2021
Cover des Buches Das Land der Anderen (ISBN: 9783442772612)

Das Land der Anderen

 (37)
Erscheint am 14.12.2022
Cover des Buches Sex und Lügen (ISBN: 9783442716814)

Sex und Lügen

 (28)
Erschienen am 10.09.2018
Cover des Buches Der Duft der Blumen bei Nacht (ISBN: 9783630876870)

Der Duft der Blumen bei Nacht

 (25)
Erschienen am 28.02.2022
Cover des Buches Warum so viel Hass? (ISBN: 9783442717286)

Warum so viel Hass?

 (9)
Erschienen am 13.05.2019
Cover des Buches Schaut, wie wir tanzen (ISBN: 9783630876474)

Schaut, wie wir tanzen

 (5)
Erschienen am 21.09.2022

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Leïla Slimani

Cover des Buches All das zu verlieren (ISBN: 9783442719693)
FranziDieBuechertantes avatar

Rezension zu "All das zu verlieren" von Leïla Slimani

Zerrissen und überangepasst
FranziDieBuechertantevor 11 Tagen

Was hab ich mich gefreut, dass endlich dieses Buch in meinem Buchclub dran kam. Ich hatte es nämlich schon lange auf dem SuB, weil ich es sowieso lesen wollte. (SPOILER).


Das fand ich gut:

Ich finde dieses Buch unsagbar gut geschrieben. Adèle wird mit ihrem Gefühlen und ihrer Zerrissenheit sehr gut dargestellt, das fand ich wirklich beeindruckend. Wie sie sich mit ihrem Kind fühlt, konnte ich so gut nachvollziehen, denn mit meinem ersten Kind ging es mir auch so. Im Großen und Ganzen ist sie einfach total überangepasst und meint, dass andere eine Meinung darüber haben, wie sie zu sein hat und dieser will sie entsprechen. So hat sie sich über die Jahre total von sich entfernt. Über den Sex versucht sie sich zu spüren, hat da aber meiner Ansicht nach viel zu hohe Vorstellungen, aber ich denke, dass liegt daran, dass sie Depressionen, ein Trauma o.ä. haben könnte. Zusätzlich hat mir gut gefallen, dass die Kapitel recht kurz sind. Das erleichtert immer den Lesefluss. 


Das fand ich nicht so gut: 

Der Übergang von einer Szene in die andere war manchmal holprig. Ja, und das Ende. Ich verstehe das immer nicht, wenn über Seiten so eine tolle Geschichte aufgebaut wird und sie auch wirklich gut geschrieben wird, warum es dann kein eindeutiges Ende gibt. 


Fazit: Ich hab das Buch verschlungen und finde es ganz toll. Mit dem Ende bin jedoch unzufrieden. Ich freue mich auf meine Buchdiskussion :)


Behalten oder weg? Es bleibt, es bleibt, es bleibt!

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Cover des Buches Schaut, wie wir tanzen (ISBN: 9783630876474)
Nils avatar

Rezension zu "Schaut, wie wir tanzen" von Leïla Slimani

Marokko in einer neuen Zeitrechnung
Nilvor 25 Tagen

Leïla Slimani sagte bei einer ihrer Lesungen, dass sie nur ein Volk kennt: Ihre Leserschaft. Sie interessiert sich nicht für Religionen und erzwungene Identitäten. Das sie nicht für die marokkanische Tourismusbehörde arbeitet wird deutlich. Sie hat sich wieder ganz ihren Figuren verschrieben in dem zweiten Teil ihrer Trilogie „Schaut, wie wir tanzen“. Den Schutzumschlag ziert übrigens ein Foto aus ihrer privaten Sammlung. 

Dieses Mal beleuchtet Leïla Slimani das Leben von Aїcha, der Tochter von Mathilde und Amine, deren Leben stand im ersten Band „Das Land der Anderen“ im Fokus. Es setzt im Jahr 1968 ein und beleuchtet dann anhand Aїchas Leben die 60er und 70er Jahre im postkolonialen Marokko. Es verzahnt auf eine großartige Weise die politischen und soziologischen Dynamiken zur damaligen Zeit in Marokko. Es spiegelt in der Familienkonstellation mit seinen Figuren die verschiedenen Ebenen wieder. Aїcha kommt aus Strasbourg zurück nach ihrem Medizinstudium und muss sich als Gynäkologin in einem männerdominierten Beruf behaupten und trifft den smarten Ökonomen Mehdi Daoud, der auch Karl Marx genannt wird. Sie heiraten 1972 und der zweite Job einer Mutter kommt on top. Ihr Bruder Selim entzieht sich den Erwartungen der Eltern und flieht nach Essaouira, die Hippikommune am Strand in der wilden Natur und entflieht dem Land dann komplett.

Es ist eine leichte und flüssige Lektüre in bester Prosa gegossen. Mir hat das Buch viel Freude beim Lesen bereitet, weil es mich bereichert hat und mir die historischen Gegebenheiten in Marokko deutlicher gemacht hat. Leïla Slimani arbeitet gekonnt die Gegensätze heraus: Arm vs reich, Bildungsniveaus und natürlich Fortschritt vs Tradition. Natürlich sollte man vorher schon „Das Land der Anderen“ gelesen haben um die Familie zu kennen, aber es ist auch alleinstehend lesbar. Übrigens bestens aus dem Französischen von Amelie Thoma übersetzt.

Da dieser zweite Teil sehr neugierig macht wie es in den nächsten Jahrzehnten weitergeht, bin ich nun natürlich auf Band 3 gespannt!

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Cover des Buches Der Duft der Blumen bei Nacht (ISBN: 9783630876870)
angiolettas avatar

Rezension zu "Der Duft der Blumen bei Nacht" von Leïla Slimani

Der Duft schöner Sätze auf Papier
angiolettavor einem Monat

Der erste Eindruck: Hier liegt mit 160 luftig beschriebenen Seiten ein enttäuschend schmales Büchlein vor, dessen Preis mich im Laden von einem Kauf abgeschreckt hätte. Als stark vergünstigtes Mängelexemplar ist es schließlich doch bei mir eingezogen…

Der zweite Eindruck: Viel geschrieben hat sie wirklich nicht! Denn hier tummeln sich viele Zitate, die Leïla Slimani von anderen „klaut“ und in ihren Text einarbeitet. Eine Story oder gar ein Spannungsbogen existiert nicht. Nur Gedanke an Betrachtung an Gedanke…

Der dritte Eindruck: Wow! Nur Gedanke an Betrachtung an Gedanke – aber was für welche! Schon auf den ersten Seiten staune ich über die Vielzahl an Sätzen, die mich beeindrucken, begeistern und fesseln.

Slimani verbringt eine Nacht alleine im Museum. Sujet für Komödien oder Gruselfilme, passiert hier hingegen nichts Außergewöhnliches: „Da bin ich nun, allein im Herzen der Dogana, Königin in meinem Reich ohne Bewohner, ohne Licht und ohne Leben. Ich irre von Saal zu Saal, ohne Ausweispapiere vorzuzeigen, ohne Gründe anzugeben, ohne mich zu erklären. Ich habe die Macht über dieses Territorium übernommen, ich habe den Lauf der Dinge umgekehrt, ich lebe bei Nacht und werde im Morgengrauen schlafen gehen. Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen.“ (S. 134)

Dabei spielen die ausgestellten Kunstwerke eine untergeordnete Rolle in diesem Werk, das man wohl am ehesten unter Essay einordnen kann. Oder Autobiographie? Es geht um Leïla Slimanis persönliche Geschichte, ihre Herkunft und ihre kulturelle Zerrissenheit, aber in besonderem Maße auch um ihr Selbstverständnis als Schriftstellerin. „Das, was wir nicht sagen, gehört uns für immer. Schreiben heißt, mit dem Schweigen zu spielen, auf Umwegen Geheimnisse aussprechen, die im wahren Leben unaussprechlich sind.“ (S. 29)

Vielleicht ist es der Tatsache geschuldet, dass ich gerade selber an einem Roman schreibe und deshalb – wenn auch in bescheidenerem Umfang – viele ihrer Erkenntnisse nachvollziehen kann. „Schreiben ist die Erfahrung ständigen Scheiterns, einer unüberwindlichen Frustration, einer Unmöglichkeit. Und dennoch macht man weiter.“ (S. 68)

Slimani sieht im Schreiben die Notwendigkeit, sich zurückzuziehen, sich dem Draußen zu verweigern, um eine ganz andere Freiheit zu finden – in der Literatur. Und das, obwohl das Drinnen, das Eingesperrtsein, das sie selbst als Kind erlebt hat, ihr die physische Freiheit verbietet. Nur die Nacht hat ihr einen Spalt weit die Türe zur Freiheit geöffnet. „Der Nachtjasmin ist der Duft meiner Lügen, meiner Jugendlieben, heimlich gerauchter Zigarette und verbotener Feste. Er ist das Aroma der Freiheit.“ (S. 74)

Solche Gegensätzlichkeiten finden sich in diesem Büchlein zuhauf. Drinnen – draußen. Einsamkeit – Gesellschaft. Ablehnung – Gemeinsamkeit. Gefängnis – Freiheit. Vergangenheit - Gegenwart. Slimani findet keine Definitionen, keine Erklärungen, sondern philosophiert darüber mit einfacher, klarer Brillanz. „Gestern hat Notre-Dame gebrannt. (…) Ich sage mir, dass die Notre-Dame vielleicht Selbstmord begangen hat. Erschöpft, ausgelaugt von all jenen, die sie konsumieren wollen, hat sie sich selbst den Flammen geopfert.“ (S. 97)

Der abschließende Eindruck: zwei Tage nach der ersten Lektüre lese ich es nun zum zweiten Mal durch und markiere all die Sätze, die mir einfach nur gefallen. Oder eine Regung, einen neuen Gedanken, einen Widerhall in mir auslösen. Das Büchlein wird sehr bunt. Und wird sich zu den wenigen gesellen, die ich zum Wiederlesen griffbereit halte.

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Zusätzliche Informationen

Leïla Slimani wurde am 03. Oktober 1981 in Rabat (Marokko) geboren.

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