Was wir dachten, was wir taten

von Lea-Lina Oppermann 
4,1 Sterne bei98 Bewertungen
Was wir dachten, was wir taten
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Positiv (72):
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Fesselnd, spannend und atemraubend bis zur letzten Seite!

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Für mich eher enttäuschend...

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Inhaltsangabe zu "Was wir dachten, was wir taten"

Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf. Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Aggression und Passivität. Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783407822987
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:180 Seiten
Verlag:Julius Beltz GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:24.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.07.2017 bei HÖRCOMPANY erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    FairyOfBooksvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Für mich eher enttäuschend...
    Was wir dachten, was wir taten von Lea-Lina Oppermann

    Zum Cover: Der Einband und das Cover sind sehr schlicht, aber machen nicht weniger neugierig. Eine braune Papiertüte als Hintergrund - das nehme ich jetzt einfach mal an - ist doch etwas anderes.
    Auf dieser steht, nur in Großbuchstaben und fast schon als Drohbrief enttarnt, der Titel des Buches "Was wir dachten, was wir taten". Allgemein klingt das schon sehr interessant.

    Zum Inhalt: Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren.
    Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf.
    Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Aggression und Passivität.
    Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.

    Meine Meinung: In diesem Buch geht es ja bekanntlich um einen Amoalarm und da dies ein sehr schwieriges, interessantes wie erschreckendes Thema ist, war ich dementsprechend neugierig darauf.
    Nicht positiv neugierig, sondern einfach wissbegierig. Dazu wollte ich diese noch äußerst jungen Autorin eine Chance geben. Ob es sich lohnt, müsst ihr selbst entscheiden!
    Denn gerade bei diesem Buch liegt sehr viel in der Betrachtung des einzelnen. Auch mir, muss ich zugeben, hat es letztlich nicht so gut gefallen, wie die Autorin die Geschichte aufgebaut hat.
    Das lag aber vor allem auch an den Charakteren, von denen mir keiner so wirklich ans Herz ging noch mir tatsächlich leidtat, ja, manchaml habe ich einige dieser sogar regelrecht gehasst, weil sie so schlimm denken.
    Szenen zum Mitfühlen habe ich hier wirklich vergeblich gesucht und nicht gefunden.
    Es ist nicht so, dass die Autorin nicht schreiben kann, das kann sie durchaus und ich muss dazu gestehen, ich habe das Buch an einem Tag beendet, das liegt aber eher an der Dünne des Buchs und nicht an der Geschichte selbst.
    Alles wirkte teilweise auch so ein bisschen gestellt. Die Aufgaben, die den jedem Schüler gestellt werden, wirken eben eher inszeniert als wirklich reallistisch und das finde ich bei einer Nacherzählung doch eher schade.
    Das ist wohl auch der Punkt, an dem bei mir demnach keine Gefühle übergespungen sind, die Mitleid oder etwas ähnliches hervorrufen sollten.
    Erschreckend ist die Geschichte zwar schon und an manchen Stellen habe schon geschluckt, aber so richtig bei mir an kam da trotzdem nichts. Das ist schade, denn Potential dazu war definitiv da.

    Fazit: So leid es mir also tut, ich kann dem Buch "Was wir dachten, was wir taten" von Lea-Lina Oppermann leider nur 1,5 Sterne geben. Es hat mir einfach nichts gegeben und gerade solche Geschichte sollten einem immer etwas mitgeben können.
    Sei es nun positiv oder negativ, aber aus solch einem Thema nimmt man immer etwas mit, gerade wenn man es selbst erlebt hat.

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    Lales avatar
    Lalevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnd, spannend und atemraubend bis zur letzten Seite!
    Spannung bis zum Schluss

    Inhalt:

    Es ist Amokarlam, Ausnahmezustand. Es ist mucksmäuschenstill, als plötzlich eine maskierte Person mit Pistole im Klassenraum steht. Alle haben Todesangst, das beliebteste Mädchen, die coolen Macho's und auch der Unnahbare.
    Als dann auch der Maskierte beginnt, mit seiner Pistole Aufgaben zu diktieren, bei dem die dunkelsten Geheimnisse aller ans Licht kommen, bricht allmählich Panik aus.
    Keiner weiß, wie es enden wird ...


    Meine Meinung:

    Fesselnd, spannend und atemraubend bis zur letzten Seite!

    Der alltägliche Mathematikunterricht wird durch eine Ansage der Schulleitung unterbrochen. Ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem sei aufgetreten und jeder solle sich sofort in einem Fachraum einschließen. 
    Nachdem der Matheraum abgeschlossen wurde, drängen zahlreiche Fragen der Schüler an die Oberfläche und schnell steht der Verdacht, dass es sich um einen Amokalarm handelt.
    Als dann plötzlich eine maskierte Person im Klassenzimmer auftaucht,  bricht nicht nur Panik bei den Schülern aus, auch dem Lehrer ist klar, dass er die Situation nicht mehr im Griff hat ...

    Die Geschichte, die von einem Amoklauf an einer deutschen Schule berichtet, der so nicht geschehen ist, wird aus der Perspektive von 3 Personen erzählt. Zunächst einmal von dem Mathematiklehrer, einem "Streber-"Mädchen und einem unnahbaren Jungen. So kann man als Leser den Verlauf der Handlung aus verschiedenen Sichtweisen verfolgen und die dazu gehörigen Gedanken und Gefühle nachempfinden.

    Zu Beginn des Buches wird der Leser direkt angesprochen, dass hat mich sehr getroffen und für mich sofort einen persönlichen Bezug hergestellt. Zudem war ich dadurch noch gespannter auf die Handlung. 

    Das Buch an sich, ist nicht in Kapitel unterteilt, sondern gliedert sich in die Abschnitte der verschiedenen Charaktere. Diese wurden, meiner Meinung nach, sehr authentisch dargestellt. Mir wurde als Leser nicht nur die grenzenlose und offensichtliche Todesangst mitgeteilt, sondern auch scheinbar unwichtige Gedanken, von denen man glauben würde, dass diese in solch einem Moment keine Rolle spielen würden. Aber genau das fand ich auch so faszinierend, weil man bekanntermaßen in den abstrusesten Situationen auf die seltsamsten Gedanken und Einfälle kommt. 

    Generell war die Handlung, die sich in nur wenigen Minuten abgespielt hat, so anschaulich, spannend und nervenaufreibend dargestellt, dass ich wie gebannt an den Seiten hing. Die Spannung wurde durch die ständige Frage: Welches Geheimnis wird als nächstes aufgedeckt und wie soll es enden? - in die Höhe getrieben. 

    Die Auflösung war schockierend, ehrlich und direkt, ein gelungener Abschluss der atemraubenden 143 Minuten. 
    Aber Achtung! Trotz oder gerade wegen dieser schockierenden Auflösung, ist es wichtig das Lesealter genau zu beachten! Leider gibt es nach dem schockierenden Moment, keine lehrreiche oder tiefsinnige Zusammenfassung oder Aufarbeitung o.ä., sodass schnell falsche Schlüsse gezogen werden können!


    Fazit:

    Eine schockierende und nervenaufreibende Geschichte, über ein brandaktuelles Thema, über welches erschreckend direkt berichtet wurde.
    Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Buch ist sehr zu empfehlen und sollte nur im stabilen Zustand gelesen werden! Ich würde es Lesern ab 16 Jahren empfehlen.

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    Mira20s avatar
    Mira20vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Beklemmend und aufwühlend!
    Beklemmend und aufwühlend!

    Die Momentaufnahme eines Ausnahmezustandes – eingeschlossen mit einem bewaffneten und maskierten Amokläufer sind die Schüler und Schülerinnen der Matheklasse des Herrn Fillers. Der Täter scheint allwissend zu sein. Zehn Briefe liegen vor dem Lehrer. Diese soll er nun laut vorlesen. 10 Wünsche des Amokläufers, die unter Bedrohung des einzelnen Lebens zu erfüllen sind. Zu Beginn ist alles noch relativ einfach, etwas pervers, aber durchaus erfüllbar! Wann aber wird die unsichtbare Grenze überschritten? 

    Wäre es möglich couragierter zu reagieren? Wie würde ich mich verhalten?

    Viele Fragen gehen dem Leser gleichzeitig durch den Kopf! Welche Person dieser Gruppe würde mir entsprechen? Welche wäre ich gerne? Gibt es ein Vorbild? 

    Nur gerade 177 Seiten sind zu lesen, aber der Gesprächsstoff ist immens. Gerade die Kürze der Lektüre bietet so einiges. Die Autorin hat vieles auf den Punkt gebracht. Das Reflektieren aber überlässt sie den Lesern. Sie sollen selber über das Verhalten der Protagonisten nachdenken. Drei Ich-Erzähler führen durch den Inhalt. Ihre Wahrnehmung bildet das Gerüst rund um das Drama. Das Hintergrundwissen über die Schülerinnen und Schülern ist minim und beschränkt sich auf das Wissen des Lehrers Filler, Fiona und Mark. Und diese drei Erzähler stellen schnell fest, dass auch sie ihre Mitmenschen eigentlich gar nicht kennen.

    Der Schreibstil ist eher einfach, die Erzählperspektiven wechseln schnell. Die eher kurze und lesetechnisch anspruchslose Lektüre sollte aber auf keinen Fall unterschätzt werden. Sie wühlt extrem auf und ist leider sehr aktuell.

    Kommentare: 1
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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Das Thema „Amok“ ist leider nach wie vor stets aktuell – aber dieses Buch bereitet die Thematik mal ganz anders auf.
    3 quotes why: Was wir dachten, was wir taten

    Vorwort: Ich schreibe Rezensionen, weil es mir Spaß macht, mich auch im Nachhinein noch einmal mit einem Buch zu beschäftigen und zu reflektieren. Allerdings merke ich immer mehr, dass mir das nicht mehr so gelingt, deshalb versuche ich jetzt erst einmal was Neues: Ich möchte meine favorsierten Zitate aus dem Buch aufschreiben. So lese ich aufmerksamer und genauer und ich bin gespannt, wie das mein Lesevergnügen beeinflussen wird.

    1. „Angst ist scheiße“, sagt Mila nachher, „da darfst Du nicht drauf hören. Nie wieder, Fio, versprich mir das. Wenn was falschläuft, hör auf Deinen Kopf, nicht auf die Scheißangst. Mach, was richtig ist, klar?“ [Seite 31]

    2. Insgeheim hatte ich sie immer bewundert, das fiel mir jetzt auf, an der Art, wie ich nach ihrer Antwort lechzte. Ihre Unabhängigkeit, ihre Direktheit, ihre Weigerung, anderen gefallen zu wollen, ihren Mut. Jill war so, wie ich gern sein wollte. Sie war das genaue Gegenteil von mir. [Seite 113]

    3. Gewalt ist keine Lösung? Ich meine, das kommt ganz auf die Probleme an. Manchmal ist Gewalt eine Lösung. Nicht die beste natürlich, häufig sogar eine ausgesprochen schlechte, aber eine Lösung ist sie allemal. [Seite 150]

    Fazit: „Was wir dachten, was wir taten“ ist ein Buch von einer sehr jungen Autorin, was es in meinen Augen umso wertvoller macht, denn es ist authentisch. Man kann sich auch als jemand, der schon länger aus der Schule raus ist, vorstellen, dass Schule wirklich so ist, wie von der Autorin dargestellt und geschildert. Das Buch setzt dabei auf ein leider immer wieder aktuelles Thema, nämlich Amokläufe an Schulen auf. Nur, dass es nicht wirklich ein Amoklauf ist. Gut, der Täter hat eine Waffe, aber er ballert nicht alles wahllos nieder, sondern er hat eine spezielle Klasse in seine Gewalt gebracht und zwingt sie, Aufgaben zu erfüllen. Aufgaben, die es ihnen wenn alles vorbei ist, schwer machen werden, einander in die Augen zu sehen. Das Ganze ist wahnsinnig spannend gemacht, ich wollte immer wissen, was als nächstes passieren würde, habe das Buch (es hat nur um die 170 Seiten) auch an einem Tag durchgelesen. Es ist wie schon gesagt spannend und gut geschrieben und dafür gibt es von mir vier Punkte.
    Aber, und deshalb habe ich auch einen Punkt abgezogen, es ist auch irgendwie Effekthascherei. Am Ende bleibt ein Gefühl, dass es mehr morbide Neugier war, die einen zum weiterlesen gebracht hat, denn als das „Warum“ beantwortet werden soll, blieb bei mir bei der Auflösung doch eher ein schales Gefühl. Ein „Nein, das war es nicht wert und ein nein, das macht keinen Sinn.“
    Das Buch ist sehr gehyped und ich habe das Lesen genossen, aber mit ein paar Tagen Abstand dazu, ist da auch ein gewisses Unverständnis.

    Kurzmeinung: Das Thema „Amok“ ist leider nach wie vor stets aktuell – aber dieses Buch bereitet die Thematik mal ganz anders auf.

    Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wie sieht es hinter der Fassade aus? Es bleibt viel Nachdenklichkeit!
    Eine Klasse in Ausnahmesituation

    „...Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe. Begeben Sie sich sofort in einen geschlossenen Fachraum und warten Sie auf weitere Anweisungen...“


    Die Klasse schreibt gerade eine Mathematikklausur. Da kommt über den Lautsprecher die oben zitierte Anweisung. Der Lehrer lässt die Tür des Zimmers schließen. Plötzlich fleht vor der Tür eine Kinderstimme um Einlass. Doch ins Zimmer tritt nicht nur ein kleines Mädchen, sondern ebenfalls eine vermummte Person mit Pistole.

    Die Autorin hat eine ganze Schulklassen in eine Ausnahmesituation gestellt. Das Buch lässt sich flott lesen. Es bewegt und regt zum Nachdenken an.

    Die Geschichte wird abwechselnd von drei Personen erzählt. Da ist Mark, der mit dem Lernen nicht viel am Hut hat. Er musste schon eine Klasse wiederholen. Fiona gehört zu den Spitzenschülern. Doch sie verfügt über ein mangelndes Selbstvertrauen. Ihr Vorbild ist ihre große Schwester. Und dann erzählt Herr Filler, der Mathematiklehrer. Er muss erleben, wie es ist, wenn die Angst über den Mut siegt, wenn man die Situation nicht mehr selbst in der Hand hat, wenn man fremdbestimmt reagiert.

    Der Schriftstil ist der jugendlichen Zielgruppe angemessen. Wortwahl und Satzgestaltung geben die bizarre Lage der Klasse treffend wieder. Bei Mark habe ich anfangs den Eindruck, einen stillen Beobachter vor mir zu haben. Trotzdem ist er derjenige, der unbewusst ab und an richtig reagiert. So verbirgt er das kleine Mädchen unter einen Tisch, bevor er dem Unbekannten verbal kontert. Mark lässt mich auch an seinen Gedanken teilhaben, die häufig in die Vergangenheit zu seinem gewalttätigen Vater wandern.

    Herr Filler wird immer mehr zu einer Person, die reagiert, anstatt zu agieren. Er ist von der Situation überfordert.

    Doch der Unbekannte verhält sich nicht wie ein normaler Amokläufer. Er hat 10 Forderungen aufgestellt und will sie erfüllt sehen. Er scheint Dinge über die Schüler zu wissen, die sie bisher gut versteckt hatten. Plötzlich wird mancher in der Klasse mit seinen eigenen Ängsten und Unzulänglichkeiten konfrontiert. Die Fassaden zerbrechen. Was bisher verborgen war, wird gnadenlos ans Licht gezerrt. Keiner wird den Raum so verlassen, wie er ihn betreten hat.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt gekonnt, wie ein Mensch zum Außenseiter wird, der am Leben verzweifelt. Gleichzeitig werden die komplexen und schwierig durchschaubaren Beziehungen in einer Klasse thematisiert. Wer fragt schon im Alltag immer danach, warum wer was tut? Oft gibt man sich mit dem äußeren Schein zufrieden. Und ein Lehrer ist auch nur ein Mensch, kein Held. DAS musste Filler schmerzlich begreifen.

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    Seelensplitters avatar
    Seelensplittervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Öffnet die Augen für die Dankbarkeit, das man selbst noch nicht in so eine Situation stecken musste.
    Wenn du denkst, dann denkst du nur denkst...

    Meine Meinung zum Jugendbuch:

    Was wir dachten, was wir taten



    Aufmerksamkeit:

    Diesen Punkt findet ihr auf meinem Blog.

    Inhalt in meinen Worten:

    Du sitzt mitten in der Mathestunde, und auf einmal schrillt ein Alarm durch das Schulgelände, ein Amoklauf. Dein Lehrer lässt die Tür schließen, und du selbst musst erst mal verstehen, was gerade abgeht. Als es auf einmal klopft und ein Mädchen vor der Türe die Worte sagt: „Lasst mich bitte ein, ich werde sonst erschossen.“ Was wirst du tun? Die Tür öffnen?

    Doch genau damit besiegelst du dein Schicksal, und musst verstehen und akzeptieren, was um dich herum passiert. 10 Briefe, die Dinge verlangen, die Brief für Brief eine feste Steigerung der Aufgaben an dich stellt.

    Deine Klasse und du müsst euch entscheiden was ihr machen werdet, denn eine Waffe in der Hand des Täters löst Angst und Befangenheit aus und du willst nur eines, überleben.

    Wie viel bist du bereit zu tun, um zu überleben?

    Diese Frage können dir drei Protagonisten aus der Geschichte beantworten, aber Achtung es geht in die Tiefe, lässt du dich darauf ein?



    Wie ich das gelesene empfand:

    Der Einstieg in das Buch ist mir schwer gefallen, denn ich wurde in das Eiskalte Wasser geschubst und musste irgendwie erst mal mich in einer Klasse einfinden, wo von vornherein klar war, der Klassenhalt ist nicht der beste.



    Charaktere:

    Es gibt drei Charaktere, Mark Winter, den man von Anfang an am besten kennenlernen darf, und dem man anmerkt Mathe ist nicht sein Ding, und er selbst hat seine eigene Traumata erleben müssen, denn als Kind hatte er es nicht einfach. Dann gibt es Fiona, diese war mir fremd, obwohl sie die Geschehnisse in ihren Augen wiedergibt, fehlt mir der Bezug zu ihr, zu guter Letzt gibt es noch den Lehrer A. Filler. Irgendwie konnte ich mich persönlich am meisten auf ihn einlassen. Vielleicht weil ich einfach in dem Alter des Lehrers bin.

    Es gibt noch den Täter, ein kleines Mädchen von 10 Jahren und die Klasse.

    Alle zusammen ergeben ein ganzes, würde man eines davon nehmen, würde in der Geschichte etwas fehlen.



    Briefe:

    Es gibt 10 Briefe in der Geschichte, die alles andere als einfach umzusetzen sind, und die mir teilweise den Atem geraubt haben, und wo ich richtig mit empfinden musste. Teilweise ist mir bei der ein oder anderen Aufgabe sogar gekommen, wie würde ich mich verhalten? Wie würde ich das alles wahr nehmen, wie würde ich mich schlagen, was würde ich tun? Diese Frage kann ich so einfach gar nicht beantworten, schließlich bin und war ich Gott sei Dank noch nicht in einer solchen Situation.

    Am Ende kommt es zum höchsten und man erfährt warum das ganze überhaupt passiert ist, warum es ausgerechnet diese Klasse traf und wer hinter der Maske letztlich steckte, den bis zum Ende war nicht klar, wer hier der Täter ist. Ich kann nur sagen Hut ab für so eine reife Entwicklung eines Buches.



    Thema:

    Amoklauf ist ein Thema, das alles andere als einfach ist, und das man leider immer wieder zu hören bekommt. Sei es weil es durch die Nachrichten geht, was gerade im Ausland passiert, oder weil man auch vom Inland etwas hört, nicht immer ist eine Schule betroffen, es kann auch anderswo passieren, doch wie verhält man sich in so einem Fall, wem kann man vertrauen, wie kann man sich verstecken um wirklich am Leben zu bleiben. Diese Frage wird meist individuell von sich selbst beantwortet, sei es weil man einfach nur handelt um zu überleben, oder man andere kleinere Hinweise wahrnehmen kann und verstehen kann, was um sich herum passiert.

    Ich bin sehr dankbar, noch nicht richtig in so einer Situation gesteckt zu haben und kann nur sagen, ich will so etwas nicht wirklich erleben. Deswegen schätze ich es, darüber Bücher zu entdecken, die auch noch auf Augenhöhe funktionieren und einen berühren dürfen. Und das schafft die Autorin in diesem Werk sehr gut.



    Sprachstil:

    Dieses Buch ist in drei Facetten geschrieben, einmal aus der Sicht von Mark Winter, Fiona Nikolaus und A. Filler. Alle drei haben eine ganz andere Sicht auf das Geschehen und jeder hat sein Päckchen das er mit sich herum trägt. Ich konnte mich wie gesagt am besten mit dem Lehrer verbinden, mit den Jugendlichen ist es mir schwer gefallen.

    Jedoch brauchte es sehr lange bis ich wirklich mich auf jeden Charakter einlassen konnte, das lag wohl daran, das alles in der ICH-Sprache gehalten worden ist und auch sich das alles etwas geähnelt hatte, weswegen ich die ICH Perspektive hier nicht ganz so gelungen empfand.

    Dafür war es aber authentisch geschrieben und auch die Sprache war recht einfach gehalten, so das ich denke, das auch Jugendliche die nicht viel lesen, in diesem Buch sich zurechtfinden werden.



    Spannung:

    Hier von Spannung zu sprechen ist etwas makaber, denn die Spannung kommt durch die Briefe und Aufgaben die gestellt werden, denn was kommt als nächstes, wer wird überleben, wie kommt es überhaupt zu dieser Geschichte, das macht das alles spannend, deswegen ist das etwas makaber.



    Fazit:

    Dieses Jugendbuch wird mich nicht einfach so loslassen, dazu hab ich mich dann doch zu sehr angesprochen gefühlt und mitgefiebert, gerade die letzte Szene im Klassenzimmer hat mich mehr als berührt und mit meinen Gefühlen gespielt. Für mich ist aber gerade die Thematik Mobbing, Förderung, und Klassenzusammenhalt in der Geschichte hängen geblieben. Wie weit geht man um seine eigene Haut zu retten?

    Gut das in diesem Buch aber ein Ende ist, das alle Spekulationen aus dem Weg räumt, das ist für mich auch echt wichtig, sonst hätte ich mich nicht von dieser Geschichte lösen können.

    Ich kann mir vorstellen, das diese Geschichte im Deutschunterricht gut passen kann, aber auch für Jugendgruppen, wo man tiefe Punkte durchgehen kann, wird dieses Buch passen.

    Wenn Jugendliche dieses Buch lesen, ist mein Tipp, sprecht mit jemanden über das gelesene, denn ich kann mir vorstellen, das ihr Fragen und Antworten auf Dinge habt und sucht.



    Bewertung:

    Nachdem ich mir am Anfang echt schwer tat, aber dann irgendwann im Buch ankam und es nicht mehr aus der Hand legen konnte, und deswegen auch bis mitten in die Nacht hineingelesen hatte, gibt es fünf Sterne.

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    Leseeule96s avatar
    Leseeule96vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Gespickt mit absoluten Gänsehautmomenten! Unheimlich realistisch erzählt. Schockierend und ungeschönt ehrlich.
    Gänsehaut!

    Ohne allzu große Erwartungen bin ich an dieses Buch heran gegangen. Ich wusste nicht wirklich, was mich erwartet, außer dass es sich um die Geschichte eines Amoklaufs handelt. Keine leichte Kost also. 

    Das Buch wird aus drei Sichten erzählt. Von zwei Schülern und von einem Lehrer. 
    Die Klasse schreibt gerade eine Matheklausur, als plötzlich eine Meldung durch die Lautsprecher ertönt. Schnell wird es unruhig, die Tür wird verschlossen, wirres Gemurmel geht durch die Reihen. Die Schüler sind sich nicht sicher, ob es sich um einen Fehler handelt oder es tatsächlich ernst ist. Doch leider ist dem so. 

    Ich habe auf Amazon gelesen, dass die Autorin gerade einmal 17-18 Jahre alt war, als sie dieses Buch geschrieben hat. Und das merkt man auf eine Art: die authentische Darstellung der Schüler. Sie hat diese Klasse so realistisch beschrieben, dass sie wirklich so hätte existieren können. Von der unscheinbaren, grauen Maus, zur eingebildeten Zicke, vom Klassenclown zum Sportfreak. Alles war vertreten und es gab eine bunte Mischung, die perfekt gepasst hat. Ich habe mich also wirklich in meine Schulzeit zurück versetzt gefühlt. 

    Auch die blanke Angst und Wut der Jugendlichen hat die Autorin super rüber gebracht. Ich habe absolut mit Ihnen gelitten und es gab den einen oder anderen Moment, wo mir echt kurz das Herz stehen geblieben ist. 
    Wut, Hass, Angst, Scham, Schadenfreude. So viele Emotionen haben die Schüler verspürt und ich habe bei so ziemlich jedem Gefühl Verständnis gehabt.

    Fazit:  Dieses Buch behandelt nicht nur das schreckliche Thema Amoklauf, sondern auch Dinge wie Geheimnisse, Lügen, Verrat und wie schnell man sich in Menschen täuschen kann, sobald es um Leben und Tod geht.
    Es hat sich schnell und einfach lesen lassen und war ein tolles Buch, was aber definitiv keine leichte Kost für zwischendurch ist , denn diese Geschichte sitzt einem auch hinterher noch in den Knochen.

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    _sarah_s avatar
    _sarah_vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Auseinandersetzung mit so einem Thema
    Ein Amoklauf und sie erzählen, was wirklich passierte.


    Ein Amokalarm. Alle sollen im Klassenraum bleiben und ihn verriegeln.
    Doch was, wenn der Amokläufer doch in den Klassenraum eindringt?
    Erbarmungslos müssen Aufgaben erfüllt werden. Werden diese nicht erfüllt, müssen alle sterben. Also müssen die Schüler alle zehn Umschläge öffnen und die darin gewählten Aufgaben des Amokläufers erfüllen. Komplett.
    Und dabei werden die verschiedensten Hintergründe und Geheimnisse aufgezeigt.
    Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.

    Die drei Sichten, Fiona, Mark und Herr Filler, haben mir gut gefallen. Dadurch hat man verschiedene Einblicke und auch Charakterzüge kennengelernt. Es wäre vielleicht besser oder interessanter gewesen, wenn die Charaktere komplett verschieden gewesen wären. Wenn man also von beispielsweise Ida-Sophie, die sich oberflächlich und arrogant zeigt. Das hätte ich noch interessanter gefunden, zu wissen, wie sie denken würde!
    Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich leicht lesen. Das könnte auch an der Seitenzahl liegen, aber es ist trotzdem schnell lesen.
    Auch dafür, dass das der erste Roman dieser Autorin war, war der echt gut! Er war kurz, knackig und intensiv.
    Wie die einzelnen Charaktere handeln, war ebenfalls krass. Wie manche Menschen alles tun würden, um zu überleben und dafür jemand anderes zu schaden, ist echt heftig gewesen, aber da möchte ich nicht zu viel verraten. Das hängt mit der Idee zusammen, wie die Autorin den Amoklauf „verpackt“ hat. Denn der Amokläufer weiß viel mehr von den Schülern, als sie zunächst glauben.
    Mich hat es immer wieder verwirrt. Wieso kam die Polizei nicht und hat die Klasse gerettet? Wieso erscheinen sie erst am Ende? Mark hat erzählt, wie alle Klassenräume evakuiert werden. Wieso nicht ihrer? Das ist mein einziger, starker Kritikpunkt, der sich regelmäßig in meinen Kopf gefressen hat, während ich das Buch gelesen habe.
    Das Ende fand ich ein wenig vorhersehbar, aber das ist denke ich mal normal, wenn das Buch von Amokläufen handelt. Dennoch war es überraschend, wer der Amokläufer ist und was der Hintergrund des Amoklaufs war.
    Ich kann euch das Buch nur empfehlen, es ist sehr interessant gewesen, aus der Sicht der Schüler und aus der Sicht des Lehrers zu lesen. Was wäre gewesen, wenn man das alles aus der Sicht des Amokläufers gelesen hätte? Wären da andere Gedanken zu gekommen?

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    zeilengefluesters avatar
    zeilengefluestervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch das wirklich zum Nachdenken anregt. Auch wenn es so kurz war, konnte es mich überzeugen.
    Macht was der Unbekannte will! – berührend, intensiv, haut nah

    Inhalt

     

    An einem normalen Schultag: Herr Filler schreibt mit seiner Klasse die letzte Arbeit vor den Ferien, als der Amokalarm ausgelöst wird. Alle hoffen noch dass es ein Fehlalarm war, aber es sollte noch viel schlimmer kommen.

     

    Ein maskierter Unbekannter dringt ins Klassenzimmer ein, mit einer geladenen Waffe. Erbarmungslos will er die Klasse zugrunde richten, aber er erschießt sie nicht, der Unbekannte hat etwas ganz Anderes vor. Er wird all ihre Geheimnisse an die Oberfläche zerren. – durch 10 Aufgaben.

     

    Als dann die Wahrheit ans Licht kommt, ist es eigentlich schon fast zu spät.

     

    Meine Meinung

     

    Als ich das Buch zum ersten Mal bei einer Freundin im Regal gesehen habe, ist es mir zunächst noch nicht so wirklich aufgefallen. Weil es durch das Cover nicht gerade heraussticht. Aber als ich den Titel gelesen habe, wollte mehr über dieses Buch erfahren. Der Klappentext hat mich dann wirklich überzeugt und ich wollte es unbedingt lesen.

     

    Geschichte

     

    Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an mitgerissen, man war direkt mitten im Geschehen. Ich wusste zunächst nicht was mich so richtig erwartet und war daher wirklich gespannt darauf, die Hintergründe der Geschichte zu erfahren.

     

    Ich konnte daher das Buch kaum aus der Hand legen, weil es einen sofort in seinen Bann gezogen hat. Spannung Pur! Man musste es einfach so schnell wie möglich weiterlesen.

     

    Ich finde diese Geschichte hat einen mehr als nur zum Nachdenken angeregt. Man hat sich die ganze Zeit gefragt -> Warum macht der Unbekannte das? Was möchte er damit erreichen?!

     

    Die Aufgaben die durch den Unbekannten gefordert werden, gehen wirklich über die Normalität hinaus, einige waren wirklich sehr verstörend, wenn nicht schon zusagen krank. Ich kam der unglaublichen Wahrheit immer näher. -> Wer war der Unbekannte?

     

    Protagonisten

     

    Ich finde es recht schwierig in diesem Zusammenhang etwas über die Protagonisten sagen zu können. Es liegt nicht nur daran das das Buch nur knapp 180 Seiten hatte. Auch weil es in dem Buch um eine komplette Klasse ging und jeder dieser Schüler erwähnt wurde. Die Hintergründe, Gedanken und Gefühle jedes einzelnen.

     

    Schreibstil

     

    Der Schreibstil hat mir sofort gefallen, man kam wirklich schnell in die Geschichte rein ohne das einem etwas unklar war. Sehr flüssig und klar geschrieben, dass man unbedingt weiterlesen wollte.

     

    Es hat mir wirklich total gut gefallen das dieses Buch aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt wurde. Aus der Ich-Perspektiven-Sicht des Lehrers Herr Filler und den beiden Schülern Fiona und Mark. Eigentlich finde ich sowas eher schwierig zu lesen, aber das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

     

    Ich fand das man so die Protagonisten besser kennen lernen konnte, auch wurden die Gedanken und Gefühle sehr klar dargestellt, dass ich mich wirklich mit ihnen verbunden fühlte. Als wäre ich mit Ihnen in dem Klassenraum, irgendwie bedrückend sowas „mitzuerleben“ aber auch wirklich spannend durch den Schreibstil.


    Fazit

     

    Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen. Ich finde diese Thematik wirklich schwer und nicht jeder Autor schafft es diese richtig in ein Buch einzubauen, aber bei Lea-Lina Oppermann hat man gemerkt, das sie sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Meiner Meinung nach konnte sie diese Thematik wirklich gut widergeben und mit ihrem Buch zum Nachdenken anregen.

     

    Das Buch war wirklich intensiv und ernst. Ich musste zwischenzeitlich wirklich das gelesene erst einmal verarbeiten, weil es mich wirklich berührt, schockiert und erstaunt hat. Denn sowas kann leider überall passieren. Nicht nur in der Schule auch auf der Straße, wenn man sich das so überlegt, ist man eigentlich nirgends wirklich sicher. Aber wenn man über sowas nur Nachdenken würde, dürfte man wirklich gar nichts mehr machen und so will man ja auch nicht wirklich leben. Zumal das dann nicht mal mehr ein richtiges Leben wäre.

     

    Mich hat das Buch auf jeden Fall absolut überzeugt, weshalb ich ihm 5 von 5 Sternen gebe.

     

    Bewertung 5/5 Sternen

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    Schreibmamsells avatar
    Schreibmamsellvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein intensives Buch, welches mich sehr nachdenklich zurückläßt, in vielerlei Hinsicht.
    Beeindruckender Debütroman

    Sehr bedächtig, beeindruckt und nachdenklich legte ich den Debütroman der beim Schreiben erst 18jährigen Lea-Lina-Oppermann aus der Hand. Ich hatte „Was wir dachten, was wir taten“ für Töchterchen zum Nikolaus gekauft. Auf Empfehlung unserer Buchhändlerin, die die Autorin auch schon für eine Lesung zu Gast hatte. „Ja, es ist ab 14, aber bei dem, was sie sonst liest – das paßt!“ Mit 180 Seiten hat das kleine Buch ein angenehmes Format für den Stiefel, so dass ich es dann auch auswählte, aus all den anderen Wünschen. Die Art, wie die Buchhändlerin mir das Buch beschrieb, hatte mich so neugierig gemacht, dass ich es zu Hause direkt aufschlug. Und las. Und las. Wow. Wie stark geschrieben! Dann mußte ich das Lesen jedoch abbrechen, weil ich das Buch gesichert vor Töchterchens Augen verstecken mußte. Doch jetzt konnte ich „Was wir dachten, was wir taten“ zu Ende lesen. Da Töchterchen noch ein anderes Buch am Wickel hat, folgt hier nur meine Erwachsenen-Meinung dazu.

    „Was wir dachten, was wir taten“ schildert 143 Minuten eines Amoklaufs an einer Schule. 143 unendlich lange Minuten erzählt aus der Sicht Dreier, die dabei waren. Die Musterschülerin Fiona, die unbedingt immer alles richtig machen will, wie ihre große Schwester es so gut kann. Der Einzelkämpfer Mark, dem die Schule relativ egal ist, der genug mit seinem gewalttätigen Vater zu tun hat. Der Mathelehrer Herr Filler, der auch Vertrauenslehrer ist, aber ein teilweise gespaltenes Verhältnis zu sich, seinem Beruf und seinen Schülern hat. Lea-Lina Oppermann läßt sie in jeweils kurzen Abschnitten die Situation aus ihrer subjektiven Sicht beschreiben. Dadurch bekommt man auch stets einen Blick auf die anderen in der Klasse. Die Charaktere, die Klischees, die Verhältnisse untereinander. Man erlebt, wie die drei Erzähler mit sich und ihren eigenen Ansprüchen und Unfähigkeiten ringen. Intimste Geheimnisse werden offengelegt.

    Die Klasse schreibt eine Matheklausur, als eine Lautsprecherdurchsage verkündet: »Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.« Amokalarm? Die Gedanken der Schüler drehen sich sofort nur noch um diese Frage, nicht mehr um die Matheklausur, während der Lehrer versucht, den Fokus auf die Klausur aufrechtzuerhalten, um eine Panik bei den Schülern (und auch sich selbst) zu vermeiden. Letztlich entgleitet ihm die Situation jedoch vollkommen. Der vermummte Amokläufer dringt genau in seine Klasse ein. Mit dabei hat er außer einer Pistole auch Umschläge mit Wünschen, die Herr Filler vorlesen soll. Wünsche, die Abgründe verschiedener Schüler und ihres Lehrers gnadenlos offenbaren. Wie weit werden sie gehen? Die Schüler? Der Lehrer? Die Forderungen des Amokläufers?

    Es ist erschreckend, wie die Angst vor dem Amokläufer ausnahmslos alle dazu bringt, über Grenzen zu gehen. Es ist beeindruckend, wie Lea-Lina-Oppermann es schafft, den Leser innerhalb weniger Abschnitte im Bann der Geschichte zu haben. Man könnte sich fragen, ob die Charaktere nicht noch tiefer beschrieben werden könnten. Aber nein, das würde der Dichte schaden, der Intensität der Berichterstattung. Und kommen der Amokläufer und seine Beweggründe nicht zu kurz weg am Ende? Nein, finde ich, ganz klares Nein. Denn in dem kurzen Abschnitt wird alles offenbart und vor allem viel Raum für die Empfindungen gelassen. Ja, da steht wirklich alles, man muss das nur mal auf sich wirken lassen. Diese Worte nachfühlen. Da steht, wieso der Amokläufer zu eben diesem wurde. Wieso er so ungewöhnlich vorging. Da steht auch, wie bedenkenloses Verurteilen andere Menschen vernichten kann. Da steht so viel über unsere Gesellschaft, dass es schon fast beängstigend ist, wie das auf 180 Seiten dargestellt werden kann. Was mich an dem Begriff „der Amokläufer“ irritiert und stört, kann ich hier leider nicht aufführen, wer das Buch liest, wird es verstehen.

    Ich konnte nicht anders, beim Lesen fragte ich mich immer wieder, wie ich mich verhalten hätte, welcher der Typen wäre ich gewesen? Wie weit wäre ich gegangen? Nur eines ist klar: Ich habe keine Ahnung. Wie sollte ich auch? Unwillkürlich urteilt man über die Beteiligten, nur um das eigene Urteil wieder in Frage zu stellen, denn es beschreibt eine Situation, die man sich nicht vorstellen kann. Ich war irritiert, dass allen Beteiligten die ganze Zeit etwas Entscheidendes nicht auffiel: Dass die Wünsche gezielt an bestimmte Personen gerichtet waren. Aber auch das zeigt deutlich, wie die Autorin die Szenerie letztlich realistisch beschreibt. Die Intensität der Situation, in der die Opfer nicht denken können, nicht über das, was tatsächlich gerade geschieht hinausblicken können. Wie sehr dieser Psychostreß der Ausnahmesituation das Denken und Handeln verändert. Übrigens werden hier nicht wahllos Leute erschossen, auch wenn durchaus von der Waffe Gebrauch gemacht wird. Nein, das Vorhaben des Amokläufers ist hier ein ganz anderes, im Klappentext heißt es: „…sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.“

    Ja, Lea-Lina Oppermann hat mich mit „Was wir dachten, was wir taten“ sehr beeindruckt. Ein intensives Buch, welches mich sehr nachdenklich zurückläßt, in vielerlei Hinsicht. Ich las die letzten Sätze, klappte es zu, betrachtete es still, legte es neben mich und staunte, wie ruhig ich jetzt war, wie nachdenklich, während ich nur da saß und versuchte, der Wirkung des kleinen Buches auf die Schliche zu kommen.

    (von mir selbst veröffentlicht zuerst bei www.senkpiel.net)

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