Lea-Lina Oppermann Was wir dachten, was wir taten

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Inhaltsangabe zu „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann

Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf. Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Aggression und Passivität. Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.

Ein wichtiges Thema auf weniger als 200 Seiten intensiv behandelt! Grenzen werden überschritten und Psychen durchleuchtet...

— MissSnorkfraeulein
MissSnorkfraeulein

Lea-Lina Oppermann konfrontiert eine Schulklasse und den Leser mit den unausweichlichen Folgen von Mobbing. Ein sehr wichtiges Buch!

— bookexperiences
bookexperiences

Ein rasanter, spannender Pageturner, der mir stellenweise den Atem geraubt, mich schockiert und alarmiert hat.

— Anka2010
Anka2010

Ein spannendes Jugendbuch! An einem Stück weggelesen!

— TanyBee
TanyBee

Ein beklemmendes, fesselndes Szenario, erschreckend realistisch! Kann man kaum aus der Hand legen!

— Smilla507
Smilla507

Eine Story wie ich sie noch nie gelesen habe. Spannend und schockierend.

— Keri
Keri

spannedes Jugendbuch. Aus einer interessanten Perspektive erzählt.

— schlaura
schlaura

Ein genialer Debütroman mit ernstem Hintergrund, der so einiges Diskussionspotenzial bietet!

— MissPaperback
MissPaperback

Bloß eine Amoklauf-Geschichte? Nein! Denn in erster Linie geht es um Probleme, die jeder von uns kennt: Mobbing, Geheimnisse, Lügen ...

— Slaightin
Slaightin

Nicht spannend, uninteressant und verwirrend.

— lesekat75
lesekat75

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  • Ein beklemmendes und spannendes Szenario

    Was wir dachten, was wir taten
    Smilla507

    Smilla507

    15. August 2017 um 18:26

    Mit diesem Werk hat die junge Autorin den Hans-im-Glück-Preis der Stadt Limburg gewonnen - zu Recht, finde ich! Nachdem ich es gelesen bzw. in kürzester Zeit inhaliert habe, bin ich noch ganz sprachlos. Ähnlich, wie bei Morton Rhue's Büchern, wird man aufgerüttelt und zugleich ist man fasziniert von den Wendungen, welche die Handlung nimmt. Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Geschichte eines Amoklaufs immer abwechselnd aus drei Perspektiven geschildert wird: Fionas, Marks und die des Lehrers Herr Filler. Bei all dem Schrecken, der sich da abspielt, treten Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit ans Licht. Und auch der Amokläufer hat einen perfiden Plan... Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann und das ganz bestimmt auch seinen Weg (zurück) in die Klassenzimmer findet - als Schullektüre. ;

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  • Rasant-spannender Pageturner

    Was wir dachten, was wir taten
    Anka2010

    Anka2010

    02. August 2017 um 20:49

    Stell dir vor, du sitzt im Klassenzimmer und brütest über den kniffligen Aufgaben einer Mathe- Klausur. Der Amok-Alarm ertönt. Nur eine Übung? Du schaust zu deinem Mathelehrer, dem ein großes Fragezeichen auf der Stirn prankt. Als er sich wieder gefasst hat, lässt er die Klassenzimmertür verriegeln. Was nun? Plötzlich klopft es an der Tür.Machst du auf?Mit genau diesem Szenario beginnt der heute erscheinende Debütroman der 19-jährigen Autorin Lea-Lina Oppermann. Sie selbst hat genau diese Durchsage an ihrer damaligen Schule gehört. Eine lange Stunde saß sie mit ihren Mitschülern in einem verschlossenen Klassenzimmer, ohne Informationen und Gewissheit darüber, dass es sich nur um einen Fehlalarm handelt. Zum Glück gab es nach 60 Minuten Ungewissheit die erlösende Entwarnung - doch was, wenn dem nicht so gewesen wäre? Was geht in Schülern und Lehrern vor? Diese Fragen hat sich Lea-Lina Oppermann ebenfalls gestellt. Aus ihren Antworten ist ein preisgekröntes Debüt entstanden, das auch mich ziemlich überwältigt zurückgelassen hat.Als Leser schlüpft man in drei verschiedene Perspektiven. Die Schüler Fiona und Mark sowie ihr Mathelehrer Herr Filler erzählen in sich immer wieder abwechselnden und meist sehr kurzen Passagen, wie sie den Amokalarm und seine Folgen erlebt haben. Jede beschriebene Situation knüpft unmittelbar an die vorherige an, sodass für mich als Leserin eine lückenlose Geschichte entstand. Aufgrund der Kürze der einzelnen Passagen, der schnellen Wechsel und der stets vorherrschenden Spannung, blubbert bereits ab Seite 1 ein rasanter Lesefluss, dem ich mich nur zu gern hingegeben habe. Mitgerissen von den Ereignissen und der von der Durchsage losgetretenen Lawine, raste ich durch die Seiten und tauchte erst wieder aus dem Buch auf, als ich es nach der letzten Seite zuschlagen konnte. Es scheint auch so, als hätte sich die Autorin voll und ganz in ihre Geschichte fallen lassen. Als wäre sie selbst eine der Schülerinnen gewesen, die in diesem fiktionalen Klassenzimmer saßen. Als hätte sie genau diese Situation erlebt, genau beobachtet und schließlich aufgeschrieben. Für mich war es nicht nur spannend herauszufinden, wer auf der anderen Seite der Tür steht oder ob es sich tatsächlich um einen Amoklauf handelt (und wenn ja, aus welchen Gründen), sondern auch das Verhalten der einzelnen Schüler zu beobachten. Eine ganze Klasse wird auf engem Raum einer Extremsituation ausgesetzt. Da ich ein großer Fan von psychologischen Kammerspielen dieser Art bin, war "Was wir dachten, was wir taten" genau nach meinem Geschmack. Ein rasanter, spannender Pageturner, der mir stellenweise den Atem geraubt, mich schockiert und alarmiert hat.Dass "Was wir dachten, was wir taten" lediglich 180 Seiten hat, ist sowohl ein Plus- als auch ein Minuspunkt. Das dünne Buch hat es mir ermöglicht, es in einem Rutsch zu lesen und mich der Spannung voll hinzugeben. Ich liebe es, wenn Bücher solch einen Sog aufbauen und ihre Leser regelrecht taumeln lassen, wenn sie sie schlussendlich wieder ausspucken. Schade ist natürlich, dass es auf diesen 180 Seiten nicht möglich ist, genauer hinzusehen. Ich durfte so viele Personen kennenlernen - eine ganze Schulklasse - und wäre stellenweise gern tiefer eingetaucht. Jeder Charakter besitzt schließlich seine eigene Geschichte und seinen eigenen Grund, warum er Platz in diesem Klassenzimmer gefunden hat. Aber hätte diese Tiefe, dieses noch-genauere-Hinsehen dem Buch wirklich gut getan? Ich bezweifel es, denn mit Sicherheit hätte es an Geschwindigkeit verloren, die ich in diesem Fall wirklich grandios fand. Man kann natürlich sagen, dass solch ein komplexes Thema mit diesem Hintergrund nicht auf 180 Seiten abzuhandeln ist, dennoch fällt es mir leicht, mich mit dieser Fassung vollkommen zufrieden zu geben, denn die Message ist angekommen und das Gelesene wird sicher noch eine Weile nachhallen.Ich bin sehr angetan von diesem Debüt, kann verstehen, dass die ursprüngliche Geschichte mit dem Hans-im-Glück-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet wurde und sich diverse Verlage um dessen Veröffentlichung gerissen haben. Ein brandaktuelles Thema, mit dem wir uns leider immer wieder auseinandersetzen müssen, weil wir schockiert die Berichterstattung in den Medien über reale Amokläufe verfolgen. Auch wenn diese Geschichte glücklicherweise reine Fiktion ist, kann sie doch genau so passieren. Die Angst und die Ohnmacht können einen lähmen. Ich finde es großartig, dass sich ein junger Mensch genau diesem Thema angenommen und es näher beleuchtet und hinterfragt hat. Was macht einen ebenso jungen Menschen zum Täter? Was macht solch eine Situation mit den Beteiligten? Lea-Lina Oppermann hat nach Antworten gesucht und sie auf ihre ganz besondere, charmante, fesselnde und schockierende Art gefunden. Ich finde, ihr solltet sie lesen.

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  • Subtiler Psychoterror der anderen Art

    Was wir dachten, was wir taten
    Nadl17835

    Nadl17835

    28. July 2017 um 17:42

    Eine einfache Mathestunde, in der eine Klausur geschrieben wird. Ein Lehrer.15 Schüler. Alles ganz normal, bis der Alarm losgeht, mit einer beunruhigenden Ansage und einem scheinbaren Amokläufer. Und nichts ist mehr wie es mal war und wird es auch nicht mehr sein. Der Titel klingt ziemlich mysteriös und unscheinbar, sodass ich mir darunter wenig vorstellen konnte, es aber doch genau wissen wollte. Die Geschichte wird aus drei Blickwinkeln beschrieben mit ganz eigenen Vorstellungen, Gedanken und Meinungen, die das Bild vervollständigen. Für mich war es sehr interessant einen Amoklauf aus Sicht des Lehrers, seiner Einstellungen und Ansichten zu betrachten, wie er sich selbst in seiner neuen Rolle sieht und auch wie er von den Schülern gesehen wird, die ihn als Autoritätsperson in der Pflicht sehen etwas zu tun. Die Diskrepanz ist der Autorin ziemlich gut und realistisch gelungen, auch wenn sie sich einiger klischeehafter Vorstellungen bedient hat, die aber dennoch in Realität dem typischen Rollenbild entsprechen. Der Amoklauf ist anders. Kein um sich ballernder Psycho, der so Rache nehmen möchte, sondern kleine Psychospielchen, die alle im Raum für immer verändern werden. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht, auch wenn es für diese Klasse nicht schlimmer hätte kommen können. Eigentlich nichts Neues, aber sehr besonders dargestellt.

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  • Rezension zu dem Buch „Was wir dachten, was wir taten“

    Was wir dachten, was wir taten
    Keri

    Keri

    20. July 2017 um 16:11

    Autor: Lea-Lina Oppermann Verlag: Beltz Inhalt: An einer Schule kommt es zu einem Amokalarm. Plötzlich dringt eine maskierte Person mit geladener Waffe in das Klassenzimmer ein in dem sich auch Fiona, Mark und Herr Filler aufhalten. Sie werden gezwungen Aufgaben zu erfüllen, die die Geheimnisse aller Personen im Raum ins Licht zerren. Meine Meinung: Die Autorin hat einen leichten Schreibstil und das Buch lässt sich schnell lesen. Das Buch ist aus drei Sichten geschrieben. Die drei Sichten haben hier sehr gut gepasst, da man so aus verschiedenen Perspektiven die Situation mitbekommen hat und die unterschiedlichen Gefühle und Reaktionen besser verstehen konnte. Außerdem war es interessant zu sehen wie jede Person anders mit der Situation umgegangen ist. Man kann sich gut in die Situation und die Figuren reinversetzen. Man stumpft mit der Zeit und den immer neuen Aufgaben genauso ab, wie die Geiseln. Als Leser fragt man sich auch wie man selber reagieren würde und wie weit man gehen würde. Das Ende ist etwas abrupt und lässt einen sprachlos zurück. Fazit: Eine Story wie ich sie noch nie gelesen habe. Ich kann das Buch gerade an ältere Jugendliche weiter empfehlen.

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  • Eine Erzählung über einen Amoklauf mal ganz anders

    Was wir dachten, was wir taten
    Natalie77

    Natalie77

    18. July 2017 um 17:27

    Inhalt:Als es einen Amokalarm gibt hofft die Mathe-Klasse von Herrn Filler noch davon zu kommen, sicher zu sein, doch dann ist der Täter mitten unter ihnen und zwingt sie Geheimnisse preis zu geben. Stunden des Bangens beginnen, keiner weiß wie es am Ende ausgehen wird.Meine Meinung:Was wir dachten, was wir taten ist die Geschichte eines Amoklaufs, den es so nicht gegeben hat, der aber doch sehr Realitätsnah erzählt wurde.Als Leser landet man mitten in einer Mathestunde als der Amokalarm ausgerufen wird. Man liest wie ein Lehrer und zwei der Schüler diesen Amoklauf erleben und bekommt so sämtliche Emotionen hautnah mit. Hier bringt einem die Erzählweise mit den Wechseln zu der jeweiligen Person die Geschichte viel näher als ich es je erlebt habe. Ich musste am Ende erst einmal schauen ob es diesen Amoklauf überhaupt gegeben hat. So realistisch hat er gewirkt.Man ist in diesem Klassenzimmer eingesperrt, zusammen mit den Schülern, den Lehrern und dem Amokläufer und man wird ein Teil von Ihnen. Man will wissen wie es weiter geht. Hofft das alles gut ausgeht und ist fassungslos über das Geschehen. Doch neben den Ängsten des Amoklaufs bringt die Autorin noch andere Ängste zum Vorschein. Zumindest bei der Klasse, denn es werden Geheimnisse gelüftet, die zeigen dass man den Menschen nur vor den Kopf schauen kann und nie weiß was in ihnen vorgeht. Selbst wenn man sie noch so gut kennt.Die Geschichte ist aus Sicht von Fiona, Mark und Herrn Filler erzählt. Das macht es sehr authentisch. Damit man immer weiß wer gerade erzählt stehen die Namen oben drüber. Es sind willkürlich ausgewählte Schüler denke ich. Alle hätte man nicht zu Wort kommen lassen können, dann wäre es nicht so übersichtlich und damit leicht verständlich geblieben. Die Autorin hat sich für Lehrer, Schüler und Schülerin entschieden und so die verschiedenen Gruppen genutzt um dem Leser auch die Denkweisen derjenigen Nahe zu bringen.Am Ende hätte ich mir ein persönliches Wort von Lea-Lina Oppermann gewünscht. Ob dieser Amoklauf wirklich statt gefunden hat und wie sie auf die Idee kam. Das habe ich dann bei einem Interview lesen können, das man auch auf der Seite zum Buch finden kann.Was wir dachten, was wir Taten ist für mich eine Geschichte die eine ganz besondere Spannung hat und mich als Leser in ihren Bann gezogen hat. So sehr das ich nicht mehr unterscheiden konnte: Ist es real oder nur erfunden.

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  • Was für ein geniales Buch! Bildhaft, schockierend, aber dennoch genial!

    Was wir dachten, was wir taten
    MissPaperback

    MissPaperback

    18. July 2017 um 10:57

    »Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.«Nach dieser Durchsage ist nichts mehr, wie es vorher war. Ein Amoklauf an unserer Schule? Das hätte wohl keiner für möglich gehalten. Türen schließen, Gedanken ausschalten, Ruhe bewahren. Doch was ist wenn es plötzlich an der Tür klopft. Ein Leben retten oder das aller?Als ich am Samstag die Lesung zu diesem Buch hörte, war ich mehr als überrascht. Dank Anka und der Wittwer Buchhandlung in Stuttgart, durften wir Lea-Lina Oppermann persönlich treffen und ihrer Lesung lauschen. Sie studiert Sprechkunst in Stuttgart und das hat man auch gemerkt. Ich habe mich gefühlt, wie auf einem Poetry Slam. Sie hat ganz toll und lebendig gelesen! In dieser Stimmung möchte ich nun mit euch in meine Rezension einsteigen.In Lea-Lina Oppermann Roman werden einige Geheimnisse aufgedeckt. Und dies alles während einer Matheklausur in 4 Wänden. Der Handlungsort ein Klassenraum, aus dem keiner entfliehen kann. Als ein maskierter Mann mit entsicherter Pistole durch die Gänge läuft, verliert der ein oder andere seine wahre Gestalt und offenbart wer er wirklich ist. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von der Streberin Fiona, dem Klassenchaot Mark und dem Lehrer Herr Filler.Die unterschiedlichen Perspektiven lassen den Leser in verschiedenste Gefühlswelten eintauchen und man erlebt die Geschehnisse aus der Sicht von Schülern und die des Lehrers.Erschreckend ist, was dieser Ausnahmezustand mit den Gefühlen der handelnden Personen anrichtet. Man stellt sich des öfteren die Frage, wie man selbst reagieren würde. Würde man auf die Psychospielchen des Amokläufers reagieren? Würde man versuchen ihn zu überwältigen? oder würde man einfach nichts tun und alles machen, um sich und die anderen zu retten?Eine sehr verzwickte Situation, die ganze 143 Minuten andauern wird. Hat man überhaupt ein Zeitgefühl oder kommt es einem vor, als würde man mehrere Tage festsitzen. All diese Situationen habe ich während dem Lesen durchgespielt und mich dadurch intensiver mit der Geschichte auseinandergesetzt, als ich es gedacht hätte.Den Roman aus der Hand zu legen war kaum möglich! Man gelangt in einen richtigen Lesefluss, aus dem man nicht entfliehen kann. Man fühlt sich gefangen, wie die Schüler im Klassenzimmer. Die Autorin lässt einen nicht mehr los und erzählt bildhaft und lebendig, sodass man sich fühlt, als wäre man dabei. Durch das sehr wichtige Thema und den mehr als ernsten Hintergrund, muss dieses Buch Gehör finden und wer so schreibt wie Lea-Lina wird dies auch finden. Dieser Roman bietet sehr viel Diskussionspotenzial und hat es verdient gelesen zu werden."Kann sein, dass es dich verändert.Kann sein, es lässt dich kalt.Kann sein, dass du schon davon gehört hast, im Fernsehen oder in den Schlagzeilen.So viele Reporter, die darüber berichtet haben, Fotos geknipst und mit dem Rektor gesprochen ...Wenn ja, vergiss es, nichts davon ist wahr.Wir werden dir erzählen, was wirklich passiert ist.Wir waren dabei."Quelle: Rückseite des BuchesEin Roman, so garnicht normal, bildhaft, erschreckend und genial zugleich. Lea-Lina Oppermann ist eine Künstlerin der Worte und ich bin froh diese Geschichte gelesen zu haben. Sie schreibt sehr lebendig und ohne Scham, einfach genial. Eine literarische Glanzleistung!

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  • Was taten wir?

    Was wir dachten, was wir taten
    Slaightin

    Slaightin

    15. July 2017 um 11:34

    In dem Buch "Was wir dachten, was wir taten" schreibt Lea-Lina Oppermann über einen Amoklauf in einer deutschen Schule. Eine Klasse schreibt gerade einen Test, als eine Lautsprecherdurchsage die Schüler und Lehrer auffordert sich in geschlossenen Räumen zu begeben, weil es ein Sicherheitsproblem gab. Der Lehrer schließt die Tür und sofort fangen die Schüler an zu tuscheln und stellen Vermutungen auf, was passiert sein könnte. Der Lehrer (Herr Filler) möchte, dass die Schüler am Test weiterarbeiten, doch diese finden keine Ruhe und können sich nicht mehr konzentrieren. Als es an der Tür klopft und ein Mädchen um Einlass bittet, diskutieren die Schüler und Herr Filler über die nachfolgende Entscheidung. Ist es richtig, dem Kind den Eintritt in die Klasse zu verwehren, um sich selbst zu schützen? Soll die Klasse in Gefahr gebracht werden, um einem Mädchen zu helfen? Denn ihnen ist klar, dass es nicht einfach ein Sicherheitsproblem ist, sondern viel mehr! Ich möchte hier nicht mehr über die Story verraten. Nur so viel: Im Laufe der Geschichte kommen Lügen und Geheimnisse ans Licht und Grenzen werden überschritten. Erzählt wird aus der Perspektive von zwei Schülern - Fiona und Mark - und außerdem vom Lehrer der Klasse - Herr Filler. Die Kapitel sind kurz, sodass man nicht das vorher gelesene wieder vergisst. Eine angenehme Erzählsprache lässt den Leser/die Leserin in die Geschichte eintauchen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, musste ich mir die Frage stellen: Was hätte ich getan? Vermutlich hätte ich nicht anders reagiert, als die Schüler (und der Lehrer) in dieser Klasse, aber man wünscht sich, man könnte anders reagieren. Auf jeden Fall lesenswert!    

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  • Dieses literarisches Debüt der 1998 in Berlin geborenen Lea-Lina Oppermann ist eine Sensation

    Was wir dachten, was wir taten
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. July 2017 um 15:19

    Um es vorweg zu sagen: dieses literarisches Debüt der 1998 in Berlin geborenen Lea-Lina Oppermann ist eine Sensation. Es wurde schon vor seinem Erscheinen mit dem Hans-im-Glück-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet und zeigt im Handlungsaufbau, im Spannungsbogen, in seiner sprachliche Dichte und in der Charakterdarstellung der drei erzählenden Hauptpersonen eine Qualität, wie man sie bei jungen Schriftstellerinnen dieses Alters kaum für möglich gehalten hätte.Mark Winter und Fiona Nikolaus sind Schüler einer achten oder neunten Klasse. Ihr Lehrer A.Filler hat gerade mit dem Matheunterricht begonnen in dem die Schüler eine Klausur schreiben, als durch den Schullautsprecher folgende Durchsage zu hören ist:„Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe. Begeben Sie sich sofort in einen geschlossenen Fachraum und warten Sie auf weitere Anweisungen.“Mark, der als erster zu Wort kommt (danach immer im Wechsel mit Fiona und Herrn Filler), bekommt von Herrn Filler die Anweisung, die Tür zuzuschließen. Sofort ist klar, alle gehen davon aus, dass ein Amokläufer in der Schule ist. Während Herr Filler darauf besteht, dass die Schüler ihre Arbeit weiterschreiben, um einer Panik vorzubeugen, wirft ein Schüler nach dem anderen dem Lehrer den angefangenen Test auf das Lehrerpult. Angst, Aufstand, Protest, Feigheit und Wut paaren sich zu einem seltsam dichten Gefühlskonglomerat, das einen Lehrer zeigt, der gerne mutiger wäre. Schon hier stellt die junge Autorin einzelne Schüler vor und beginnt mit ihrer Charakterisierung, die später noch eine Bedeutung haben wird. Es haben schon etliche Schüler ihre Arbeit vorzeitig beendet, als es zwischendrin an der Tür klopft und von außen die Stimme einer wohl viel jüngeren Schülerin um Einlass bittet, um sie vor dem Amokschützen zu retten.Eine heftige Diskussion beginnt, ob man es verantworten kann die Tür zu öffnen. Weil Fiona heftig auf Mark einredet, öffnet der schließlich die Tür. Sie sind beide sicher, etwas Richtiges zu tun. Die Tür geht auf. „Davor stand ein schniefendes Mädchen mit zwei kurzen Zöpfen. Und einer Pistole an der Schläfe.“Sie haben nun den Attentäter mitten im Klassenraum. Und nun beschreibt Lea-Lina Oppermann eine etwa zwei Stunden dauernde Dynamik, in der der völlig stumme und maskierte Täter einzelnen Menschen in der Klasse schriftliche Anweisungen erteilt.  Anweisungen, die die einzelnen auf eine Weise bloßstellen, dass sich einige bald fragen, woher der Täter all diese Informationen hat, die er für diese blamierenden, erniedrigenden und beschämenden Aufgaben braucht. Immer abwechselnd Fiona, Mark und A. Filler zu Wort kommen lassend, gelingt der Autorin eine Art Psychothriller als Kammerspiel. Da werden Geheimnisse an die Oberfläche gezerrt, Lügen offenbart und hinter den so sorgsam gepflegten Fassaden der Einzelnen tun sich wahre Abgründe auf.Wie eine Klasse und die einzelnen Schüler am Ende dieses 143 Minuten dauernden Dramas weiterleben können, ist offen und der Phantasie der jugendlichen Leser dieses wunderbaren Buches überlassen. Und so bricht der Bericht auch ab:„Was bleibt….“Ein sensationelles Debüt. Ich wünsche der jungen Autorin, dass sie den Mut und die nötige Unterstützung findet, weiter zu schreiben.

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