Lea C. Krambeck

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Lea C. Krambeck

Lebenslauf von Lea C. Krambeck

Lea C. Krambeck, geb. 1946 in Hamburg hat Biologie studiert, bis 1990 in der Ökosystemforschung am Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön gearbeitet und sich bis 2003 für Flüchtlinge engagiert (u.a. beim Flüchtlingsrat Kiel die Quartalszeitschrift "Der Schlepper" mit herausgegeben. Schwerpunkt: Einzelfälle, Traumatisierung, Rechtsprechung, Länderdokumentation). - 2004 begann sie Kurzgeschichten zu schreiben. Ihr erster literarischer Erfolg war 2006 ein Gewinn bei der damaligen Lesebühne des Literaturhauses Kiel mit "American chat" (Internet Collage zu Hurrican Katrina / New Orleans). 2008 wurde sie in die Autorenwerkstatt im Literaturhaus Kiel aufgenommen. Texte von ihr sind in einer Anthologie und CD dieser Gruppe erschienen. -- Wesentliches über die Autorin ist in ihrer Anthologie "Reiseleben. Geschichte zum Ankommen." zu finden. --- Ihr Debütroman "Nachtigallentrauer. Hamburg 1934." erscheint Ende Januar 2016.

Alle Bücher von Lea C. Krambeck

Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

 (5)
Erschienen am 21.01.2016

Neue Rezensionen zu Lea C. Krambeck

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Rezension zu "Nachtigallentrauer - Hamburg 1934." von Lea C. Krambeck

1934 – wie Judenfeindlichkeit die Überhand ergriff & ein Mädchen darunter leidet
Icelegsvor 3 Jahren

Als Marion die Schule wechselt warten nicht nur neue Freundinnen auf sie, auch die Lehrer sind so ganz anders als bisher: nicht mehr Logik und Vernunft stehen an oberster Stelle, sondern die Rassenlehre ist die Antwort auf alle Fragen. Marion kommt mit dieser immer stärker werdenden neuen Ideologie in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg nur schwer klar und kann nicht nachvollziehen was an ihr als Halbjüdin, ihrer Familie oder an Einstein so falsch sein soll.

Zu Beginn wird man als Leser in Marions Familie eingeführt, wobei die genauen Beziehungen erst nach und nach ersichtlich werden, was ich schade finde. Jedoch sticht besonders Marions Vater hervor der ihr auf fast alle Fragen eine Antwort geben kann und ihr mathematisches und physikalisches Interesse immer mehr entfacht. So hinterfragt Marion natürlich auch in der Schule alles ganz genau und erhofft sich von den Lehrern mehr. Ihr Interesse kommt aber gar nicht gut an, die Mathe und Physik Lehrerin hält stark zu Hitler und will von Einsteins Theorien gar nichts wissen. Sie stößt Marion vor den Kopf und ihre guten Noten schreibt sie ihrer „Rasse“, den Juden, zu und schätzt sie kein bisschen.

Auch die anderen Lehrer werden immer komischer: Die Biologie Lehrerin – anfangs noch für alles offen – lehrt die strikte Rassenlehre, die Zeichenlehrerin greift zu realistischen Darstellungen und streicht bunte Ausgelassenheit. In Deutsch wird „Mein Kampf“ vorgetragen. Marion versteht die Welt nicht mehr.

Ihre Gefühle sind während des ganzen Buches gut dargestellt, ich konnte sie immer nachvollziehen und war selbst voller Wut, Unverständnis und Enttäuschung. Wenn man nicht mal mehr mit Fleiß weiterkommt, wie dann? Auch ihre neuen Freundinnen wissen nicht weiter und nehmen Marion unter ihre Fittiche. Obwohl das am Unterricht nichts ändert sind sie doch ein Halt für Marion und machen die Geschichte auch besser begreifbar.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich nur schwer, denn der Beginn ist mit detaillierten Mathe- und Physikpassagen bestückt die ich zwar wirklich interessant fand, mir aber zu schnell zu detailliert wurden ohne Vorwissen aufzubauen (trotz bunter Grafiken deren Abdruck ich hilfreich fand). So ging es mir auch mit Musik da ich kein Instrument spiele und deswegen die Fachbegriffe nicht zuordnen kann. Das legt sich dann aber etwas und ich konnte mich richtig in das Buch einfinden.

Mit den "Mein Kampf" Passagen konnte ich zu Beginn so gar nichts anfangen (wie wohl auch Marion), doch im Laufe des Buches wurde der Inhalt immer klarer und zum Schluss gab es auch ein Resümee - um nicht zu viel vorwegzunehmen nun nicht mehr Details, jedoch habe ich die Textstellen gut in die Geschichte eingebaut gefunden da auch die Schüler sich immer mehr damit beschäftigen und Fragen stellen.

Gut gelungen fand ich auf jeden Fall die Stimmung im Buch. Obwohl Marions Onkel in ein KZ gebracht wird und Familienmitglieder ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen glaub keiner an etwas Schlimmes. Auswandern sei überflüssig und es wird schon vorbeigehen. Ich wollte den Charakteren die Wahrheit so gerne ins Gesicht schreiben – und doch bleibt sie unerkannt und sie leben ihr Leben, wie es eben damals wirklich war.

Wer sich auf die komplizierteren Überlegungen einlassen kann findet hier ein spannendes und zeitlich informatives Werk über die Beginne des 2. Weltkriegs – aus der ganz persönlichenSicht von Marion. Allen Interessierten kann ich es empfehlen!

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Louisdors avatar

Rezension zu "Nachtigallentrauer - Hamburg 1934." von Lea C. Krambeck

Vom Schrecken der Diktatur im Alltag
Louisdorvor 3 Jahren

Das Furchterregende am Leben in einer Diktatur ist: Wie sehr sie mit Intoleranz, Angst und Unfreiheit den Alltag durchtränkt. Schleichend, unterbewusst, manchmal mit eigentlich absurden, unlogischen Argumenten und Regeln, die zum Lachen wären - wären sie nicht bitterer Ernst.

Lea Krambeck hat dieses Gefühl in ihrem Buch wie in einem Kaleidoskop des Alltags eingefangen, von der Absurdität der Ideologie bis zum Schrecken des Banalen. Ihr Schauplatz ist die Schule, ihre Protagonistin eine Schülerin, die am Anfang des Buches noch nicht ahnt, was es bedeutet "Halbjüdin" zu sein, und die außerdem viel zu wissbegierig ist und viel zu wissenschaftlich denkt und handelt für die neue Gegenwart des Dritten Reiches, in der "deutsche Wissenschaft" offenbar die Naturgesetze außer Kraft setzen darf.

Jede Schulstunde stößt eine Wissenstür auf

Dabei geht es von Anfang an nicht nur um die Hauptfigur Marion, auch wenn sie der Fixpunkt der Geschichte bleibt. Gleichzeitig mit ihr tritt ein ganzes Orchester an Nebenfiguren auf, ein voller Satz Familienmitglieder, ein vollständiger Satz Mitschülerinnen und ein kompletter Satz an Lehrern. Das bewirkt einen Detailreichtum, der erschlagen kann, zumal die Schulzeit anfangs mit jeder einzelnen Unterrichtsstunde durchexerziert wird. (Fast) jedes Fach bringt eine neue Lehrerin mit sich, jede Lehrerin wird sich später als sehr eigenständiger Charakter, der nuanciert unterschiedlich auf die Situation in der Diktatur reagiert, herausstellen.

Jedes Fach birgt seine eignen Lehren, die entweder durch den Nationalsozialismus verbogen werden, oder, umgekehrt, einem wissbegierigen, kritischen Geist dazu dienen, Lehrinhalte in anderen Fächern in Frage zu stellen. Die Geschichte hangelt sich anfangs von Schulstunde zu Schulstunde entlang, stößt immer wieder neue Türen auf. Das lässt eine sehr reale, sehr plastische, allerdings eben auch sehr umfangreiche Welt entstehen, die zum Teil eher an ein Tagebuch erinnert. Oder manchmal auch an ein Buch wie "Sophie's Welt", bei dem vor lauter Wissenstüren und Meta-Überlegungen der Plot nicht richtig voranzuschreiten scheint, und man mit dem Bleistift am Buch sitzen möchte, um sich Notizen über dieses oder jenes zu machen.

"Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten?"

Wer sich darauf einlässt, wird allerdings mit einem Fundus an Kleinoden belohnt: Filme, Alltagsgegenstände, Musik, Personen, scheinbar antiquierte Denkweisen, alles ist minutiös recherchiert, und blinkt und blitzt an etlichen Ecken und Kanten auf. Das Buch ist offenbar als Jugendbuch gedacht, bräuchte aber wohl, um angemessen gewürdigt werden zu können, mindestens einen erwachsenen Mitleser als Sparringspartner, der anschließend noch über dieses und jenes eine Diskussion anstößt oder auf dies oder das Detail hinweist.

Auch die Personen bilden alle einzeln eine Gruppe an Archetypen vor der gewaltigen Frage: Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten? Denn jede verhält sich anders, von Opportunismus über Fanatismus bis hin zu heimlicher Opposition. Die offene, kritische Opposition allerdings wagt eigentlich nur Marion selbst (und auch das nicht einmal bewusst, sondern vielmehr, weil sie nicht versteht, warum es ein Fehler sein soll, logische und scheinbar harmlose Fragen zu stellen). Krambeck versteht es sehr gut, den völlig banalen Alltagsschrecken der Diktatur zu zeichnen: Ein Alltag, der allen die Luft zum atmen und gleichzeitig zum Widerstand nimmt, obwohl doch nur wenige wirklich fanatische Nationalsozialisten auftauchen. Der Rest sind Mitläufer. Gleichzeitig seziert die Autorin ausführlich die Lehren, Dogmen und Ideen, auf denen die Diktatur aufbaute: Von der Rassenlehre in Biologie bis hin zur gemeinsamen Lektüre von "Mein Kampf" im Deutschunterricht.

Der Grusel liegt im Schulalltag

Tatsächlich werden teilweise sehr ausführliche (für meinen Geschmack teils zu ausführliche) Passagen von "Mein Kampf" zitiert, von der Protagonistin (und der Autorin) hinterfragt, auseinandergenommen, weggeworfen. Die Rezepte gegen krude Vorurteile und verblendete Ideologien liefert das Buch gleich mit: Kritisches Denken und Freundschaft. Allerdings kann es auch nichts daran ändern, dass selbst diese Rezepte und Eigenschaften nicht verhindern konnten, was anschließend passieren wird. Ohnehin zieht "Nachtigallentrauer" zum Teil seinen tiefsitzenden Schrecken daraus, dass die handelnden Personen noch gar nicht ahnen, wo die Geschichte sie hinführen wird: In Konzentrationslager, industrielle Massenvernichtung und Krieg. Der Plot spielt 1934, noch ganz am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft (und es ist gleichwohl fast etwas schockierend, wie etabliert diese Herrschaft bereits zu diesem Zeitpunkt schien).

Das Buch ist keine leichte Kost, weder thematisch noch in der wie erwähnt teils überbordenden Detailfülle der Informationen, obwohl es gleichzeitig, und das ist das faszinierende Paradox dabei, im Grunde komplett ohne echte Gewalt, ohne drastische Szenen und mit sehr viel Schülerwissen hantiert. Als objektiv betrachtet eigentlich gar keiner "harten Kost". Der Grusel liegt im Schulalltag. Die Lehren, die man daraus ziehen sollte, ebenfalls. Denn selbstverständlich ist das Buch genau das: Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn...

Die Antwort auf diese Frage lässt einen nach der Lektüre sehr nachdenklich zurück.

PS: Ein Wort zum Schriftbild, das aktuell sehr klein geraten ist und eher Mühe beim Lesen macht, zumal (für gedruckte Bücher eher ungewöhnlich) eine serifenlose Schrift verwendet wurde. Die Autorin hat in der Leserunde bereits angekündigt, das in der nächsten Ausgabe ändern zu wollen. Ebenso wie anklang, dass möglicherweise sogar noch ganze Passagen umgeschrieben werden könnten. Das ist deswegen möglich, weil das Buch im "e-publishing", also quasi im Eigenverlag erscheint. Die Rezension bezieht sich deswegen auf die Ausgabe vom Januar 2016.

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Diana182s avatar

Rezension zu "Nachtigallentrauer - Hamburg 1934." von Lea C. Krambeck

Nachtigalentrauer - eine erschreckende Geschichte!
Diana182vor 3 Jahren

Das Cover zeigt einen breiten Fluss und die andere Seite des Flussufers bei Abenddämmerung. Dieses Cover ist sehr schön gewählt und macht direkt neugierig. Welche Geschichte würde den Leser hierin erwarten?


Der Klappentext gibt ein wenig Aufschluss:
Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft, Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion verlegt sich auf Logik, beginnt in eigener Sache gegen die Rasseideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber erst recht. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was sich noch leisten? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer Welt? Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele.


Nun zu meiner Meinung:
Da wir in der Schule nur begrenzte Teile der Geschichte behandelt haben, interessierte mich dieses Buch besonders. Es gibt einen guten Einblick in die damalige Zeit zum Beginn der „Arisierung“ Deutschlands.


Die einzelnen Charaktere, allen voran die kleine Marion, werden hier sehr gut dargestellt und gezeichnet. Wir lernen fröhliche, aufgeweckte Mädchen kennen, die gerne singen und musizieren. Vor allen Marion ist wissbegierig und möchte gerade in Mathe und Physik viele Hintergründe erlernen. Ein ganz normales, symphytisches Mädchen! Jedoch wächst sie in einer jüdischen Familie auf, welche in diesen Zeiten nicht mehr hoch angesehen werden. Die ganzen Hintergründe versteht Marion noch nicht. Leider können oder wollen es ihr die Eltern auch nicht erklären um sie nicht weiter zu verunsichern- Diese Einstellung bewirkt das komplette Gegenteil und führt zu einer Tragödie!


Die Geschichte beinhaltet viele erschreckende Ausschnitte aus dem Buch „Mein Kampf“, welche hier im Deutschunterricht behandelt und euphorisch vorgetragen werden. Aber auch „Rassenkunde“ steht auf dem Stundenplan. Viele Ausführungen haben mich sehr erschreckt und sprachlos werden lassen. Kann man wirklich so von anderen Menschen denken? Auch hier entsteht schnell die Frage, nach dem eigentlichen  „Warum?“ Auch Marion kann sich die Frage nicht beantworten und wird von der Lehrerin nach und nach ausgeschlossen. Auch andere Kinder sollten sich lieber von ihr fernhalten. Ein Spießrutenlauf beginnt.


Mein Fazit:
Eine sehr erschreckende und durchaus authentische Geschichte.


Anfangs hatte ich leider ein paar Probleme, in das Buch zu kommen, da viele mathematische bzw. physikalische Aufgaben behandelt wurden. Da diese Themen nicht wirklich zu meinen Lieblingsschulfächern gehörten, habe ich hier nur  etwas quer gelesen. Doch ca. ab der Hälfte des Buches gewöhnt man sich daran und kann der Geschichte sehr gut folgen.


 

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Gespräche aus der Community

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Normal-ist-langweiligs avatar
Zur Zeit findet eine Blogtour zu dem oben genannten Buch statt! Wir freuen uns, wenn ihr bei uns AUF den Blogs vorbeischaut! Dort habt ihr auch die Chance, eines von drei Büchern zu gewinnen!

HIER geht es zu meinem Beitrag! Von dort kommt ihr auch zu allen anderen Beiträgen!
http://books-and-cats.de/?p=7325
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Liebe Leseratten,

keine Angst vor dicken Büchern? Auch nicht vor solchen mit Tiefgang? Dann werft doch mal einen Blick auf meinen Debütroman. Ich würde ihn gerne mit euch zusammen lesen und gebe dazu sechs Rezensionsexemplare aus.

Nachtigallentrauer. Hamburg 1934. Lea Krambeck
Fiktiver Roman nach Briefen und Rückblicken von Herta F.
Ab 12 Jahren. Taschenbuch. 380 Seiten, 4 Abb.
epubli GmbH Berlin, 2016

Klappentext:
Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft. Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion beginnt in eigener Sache gegen die Rassenideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber nur, sie erst recht zu mobben. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer aus den Fugen geratenden Welt. Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und auch nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele.

Neugierig geworden? Hier findet ihr Leseproben:
** Vorschau im epubli Buch-Shop
https://www.epubli.de/shop/buch/49367
** Kapitel IX auf meinem Blog zum Buch
http://lea-krambeck.de

Lust darauf mitzulesen? Dann los! Vielleicht mögt ihr mit ein paar worten zu euch selbst anfangen? Das gemeinsame Lesen soll Mitte Februar beginnen und rund einen Monat dauern.

Wenn ihr gerne eine Rezension verfassen und dazu eins von den sechs Rezensionsexemplaren ergattern möchtet, schreibt bitte bis zum 10. Februar ein paar Sätze über eine kleine Szene aus einer der beiden Leseproben, wie zum Beispiel über die mit der Frau mit den Schnee in den Augen oder eine ähnlich kurze. Wie findet ihr den Text? Was lest ihr zwischen den Zeilen über Akteure, Gefühle, angeschnittene Themen ...?

Freue mich auf euch
Lea C. Krambeck

Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
Habe unsere Diskussionen nun mehrfach nochmal durchgelesen und eure vielen, engagierten Rückmeldungen sacken lassen. Was für eine Leserunde! Ihr habt meine Erwartungen bei weitem übertroffen! Tausend Dank euch allen! Schreibe zum Abschluss jetzt mal ganz freihändig, was so im Wesentlichen bei mir hängen geblieben ist. Das Wichtigste scheint mir, dass die emotionale Geschichte bei euch allen angekommen ist, dass ihr Marions Ausgrenzungserfahrung beim Lesen nachempfunden habt, sie euch wütend und fassungslos machen konnte, dass ihr genau registriert habt, wer zu ihr gehalten hat, und welche Palette von NS-Anhängerschaft bis Widerstand es in Marions Umfeld gab. Wunderbar soweit. Gegen Marions Blick auf manche Zeiterscheinungen habt ihr euch gesperrt, ihren Blick auf andere aber gerne mitgelesen. Besonders die 'Einstein-Schiene' (Unendlich-Spielereien, Welle-Teilchen-Dualismus, Nobelpreise und so) bescherte nur einer 'leuchtende Augen', den meisten war sie ein Gräuel. Über Marions Exkursionen in künstlerische Gefilde (Sezession, Swing ...) haben sich dagegen die meisten mit amüsiert und ihr auch ihre Kirchen- und Hausmusikbegeisterung freundlich zugestanden. Der hintersinnige Schulstoff war euch teils zu viel, besonders am Anfang fanden viele von euch ihn gewöhnungsbedürftig, von Kapitel zu Kapitel hat er euch aber immer weniger gestört. Die rassistischen und NS-lastigen Texte habt ihr angewidert bis ungläubig kopfschüttelnd quittiert; sie haben aber höchst interessante Diskussionsbeiträge ausgelöst. Die Lektüre muss demnach anregend gewesen sein, wenigstens zum Nachdenken über die Zeit damals. Angemahnt haben einige nur, die "Mein Kampf" - Passagen am Ende zu kürzen. Was mich auf unsere Überlegungen bringt, was sich an einer eventuellen Neuauflage verbessern ließe. Gemerkt habe ich mir: • Größere Schrift mit Serifen • Personenregister • Blick auf Zeiterscheinungen, Weltanschauliches, Philosophisches > gehört zwar zu diesem Buch, verlangsamt Lesen aber sehr > daher sollte Redundantes und für die Story Überflüssiges raus > aber nicht zu viel ändern. Buch wirkt auch so, wie es ist, "fertig" Einig soweit? Fehlt was? Eine Frage noch: Sollte ich ganz am Ende noch kurz was dazu schreiben, wie es Herta F. und vielleicht auch anderen historischen Vorbildern von Romanfiguren weiter ergangen ist? Im Prinzip bin ich kein Freund von einem Abspann, der erklärt, wie es weiter ging. Besonders bei Filmen stören mich solche meistens. Aber vielleicht wäre etwas in der Art hier tatsächlich angebracht. Was meint ihr?
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Liebe Leseratten,

keine Angst vor dicken Büchern? Auch nicht vor solchen mit Tiefgang? Dann werft doch mal einen Blick auf meinen Debütroman, zu dem ich hier eine Leserunde anbiete. Sechs Rezensionsexemplare gebe ich auch aus.

Nachtigallentrauer. Hamburg 1934. Lea Krambeck.
Fiktiver Roman nach Briefen und Rückblicken von Herta F.
Ab 12 Jahren. Taschenbuch. 380 Seiten. 4 Abb.
epubli GmbH Berlin 2016
ISBN 978-3-7375-8531-6

Klappentext:
Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen

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