Lea C. Krambeck Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

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Inhaltsangabe zu „Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.“ von Lea C. Krambeck

Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft, Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion verlegt sich auf Logik, beginnt in eigener Sache gegen die Rasseideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber erst recht. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was sich noch leisten? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer Welt? Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele.

Buch punktet mit Emotionen & ist realistisch - empehlenswert für alle Interessierte die sich auf komplizierte Überlgungen einlassen.

— Icelegs

Kaleidoskop über das Alltagsleben in einer Diktatur aus Sicht einer Schülerin. Detailreich, facettenreich, unter die Haut gehend.

— Louisdor

Eine erschreckende und authentische Geschichte über die beginnende Arisierung Deutschlands

— Diana182

Eine sehr bewegende Geschichte um ein 15-jähriges Mädchen mit jüdischen Wurzeln in den Anfängen des Nationalsozialismus in Deutschland

— Julitraum

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  • Buchverlosung zu "Nachtigallentrauer. Hamburg 1934." von Lea C. Krambeck

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Normal-ist-langweilig

    06. June 2016 um 18:12

    Zur Zeit findet eine Blogtour zu dem oben genannten Buch statt! Wir freuen uns, wenn ihr bei uns AUF den Blogs vorbeischaut! Dort habt ihr auch die Chance, eines von drei Büchern zu gewinnen!

    HIER geht es zu meinem Beitrag! Von dort kommt ihr auch zu allen anderen Beiträgen!
    http://books-and-cats.de/?p=7325

  • Leserunde zu "Nachtigallentrauer. Hamburg 1934." von Lea C. Krambeck

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Liebe Leseratten, keine Angst vor dicken Büchern? Auch nicht vor solchen mit Tiefgang? Dann werft doch mal einen Blick auf meinen Debütroman. Ich würde ihn gerne mit euch zusammen lesen und gebe dazu sechs Rezensionsexemplare aus. Nachtigallentrauer. Hamburg 1934. Lea Krambeck Fiktiver Roman nach Briefen und Rückblicken von Herta F. Ab 12 Jahren. Taschenbuch. 380 Seiten, 4 Abb. epubli GmbH Berlin, 2016 Klappentext: Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft. Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion beginnt in eigener Sache gegen die Rassenideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber nur, sie erst recht zu mobben. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer aus den Fugen geratenden Welt. Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und auch nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele. Neugierig geworden? Hier findet ihr Leseproben: ** Vorschau im epubli Buch-Shop https://www.epubli.de/shop/buch/49367 ** Kapitel IX auf meinem Blog zum Buch http://lea-krambeck.de Lust darauf mitzulesen? Dann los! Vielleicht mögt ihr mit ein paar worten zu euch selbst anfangen? Das gemeinsame Lesen soll Mitte Februar beginnen und rund einen Monat dauern. Wenn ihr gerne eine Rezension verfassen und dazu eins von den sechs Rezensionsexemplaren ergattern möchtet, schreibt bitte bis zum 10. Februar ein paar Sätze über eine kleine Szene aus einer der beiden Leseproben, wie zum Beispiel über die mit der Frau mit den Schnee in den Augen oder eine ähnlich kurze. Wie findet ihr den Text? Was lest ihr zwischen den Zeilen über Akteure, Gefühle, angeschnittene Themen ...? Freue mich auf euch Lea C. Krambeck

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  • Jugendbuch- Challenge bei LovelyBooks 2016

    Buchraettin

    Lest ihr gerne Jugendbücher? Habt ihr Lust, dies gemeinsam mit anderen begeisterten Jugendbuchliebhabern zu tun und neue Bücher kennen zu lernen? Dann macht gleich bei unserer Jugendbuch-Challenge 2016 mit. Diese Challenge soll vor allem viel Spaß machen und zum Entdecken neuer Bücher einladen. Anmeldungen sind natürlich jederzeit möglich!Hier geht es zu Challenge 2017https://www.lovelybooks.de/thema/Jugendbuchchallenge-2017-1358395874/ Hier sind die Regeln: Es sollen jeweils 2 Bücher aus den unten folgenden Kategorien gelesen werden - Natürlich könnt ihr auch mehr lesen! Die Challenge läuft vom 1.1. bis 31.12.2016. Es zählen all jene Rezensionen, die ab dem 1.1.2016 geschrieben worden sind. (hier bei LB) Da dies eine Challenge ist, soll sie selbstverständlich eine kleine oder auch größere ;-) Herausforderung sein und dazu anregen, vielleicht auch Bücher aus einem Genre zu lesen, das ihr so sonst eher nicht gelesen und dann auch nicht entdeckt hättet. Es sollte zu jedem Buch eine Rezension geschrieben werden, eine Kurzmeinung reicht leider nicht aus. Die Rezension sollte die hier bei Lovely Books sein, die hier verlinkt wird, alle anderen zählen hier nicht. Für die Jugendbuch-Challenge zählen alle Bücher, die für ein Lesealter ab ca. 13 Jahren bis ca. 18 Jahren empfohlen sind. Das Alter der Hauptfiguren im Buch sollte in diesem Rahmen liegen. Das hier ist ein Beispiel für einen Sammelbeitrag: Jeweils 2 Bücher pro Unterpunkt - insgesamt 12 Bücher sollen gelesen werden. Fantasy, Science Fiction, Dystopie (Erscheinungsdatum 2016) Gesellschaftsliteratur, aktuelle Jugendthemen, historische Jugendbücher (Erscheinungsdatum 2016) Liebesromane, Romantic Fantasy (Erscheinungsdatum 2016) Krimis und Thriller aus dem Jugendbuchbereich (Erscheinungsdatum 2016) Alte Schätze, Jugendbuchreihen, Sachbuch, Hörbuch und 2 dürfen frei ausgewählt werden! ( auch in Bezug auf das Erscheinungsdatum, gilt auch für Punkt 5 und hier dürfen auch englische Bücher einsortiert werden)   Jeder Teilnehmer erstellt einen Sammelbeitrag, um dort seine Rezensionen übersichtlich zu sammeln und zu aktualisieren. Verlinkt in diesem Sammelbeitrag außerdem ein Regal mit dem Namen "Jugendbuchchallenge 2016", das ihr in der Bibliothek in eurem Profil erstellt. Bitte schickt mir den Link des Sammelbeitrages per persönlicher Nachricht. Dann verlinke ich diesen mit eurem Namen in der Teilnehmerliste. Die aktuellen Verlosungen, Leserunden usw. verlinke ich nachfolgenden Beitrag. ( Es gibt keine Garantie für Vollständigkeit, ich mache das hier alles in meiner Freizeit:) Thema Halloween Halloween in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Thema Lesemuffel Tipps für Lesemuffel in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Kleiner Anreiz um die Challenge zu schaffen. Das LB Team wird ein Buchpaket stellen, das wird dann verlost Anfang nächstes Jahr unter allen, die die Challenge geschafft haben:) Liste für Neuerscheinungen im Jugendbuchbereich 2016    Challenge Beendet Mira20 MiraxD danielamariaursula Marbuerle Mrs_Nancy_Ogg Connychaos lenicool11 Floh Seelensplitter cytelniczka73 Enys Books annlu ank3006 Lotta22, Icelegs Teilnehmer 62.61.60.59. EnysBooks challenge beendet58. JamieRose57. anjazwerg56. icelegs Challenge beendet55. Peachl54. Lea-Krambeck53. Mira12352. czarnybalerinja51. ShellyBooklove50. Lotta22 Challenge beendet49. saskiaundso48. yunasmoondragon747. BeaSurbeck46. freakygirli45. Mira20  Challenge beendet44. Buchgeborene43. Curin42. ChubbChubb41. Getready40. Gwendolina39. annlu Challenge beendet38. Danni8937. Kuhni7736. ch3yenne35. Paulamybooksandme abgemeldet 22.134. Solara30033. Schluesselblume32. Kylie131.littleowl 30. MiraxD  Challenge beendet 29. DieBerta 28. danielamariaursula   Challenge beendet 27. Mabuerle Challenge beendet 26. Delphyna 25. Mrs_Nanny_Ogg Challenge Beendet 24. Connychaos   Challenge beendet 23. christaria 22. ban-aislingeach 21. marinasworld 20. lenicool11 Challenge beendet 19.Bambi-Nini 18.JuliB abgemeldet 17.Cithiel 16.Buchgespenst15.cytelniczka73  Challenge beendet 14.Bookfantasyxy 13.Vielleser18 12.xxslxa 11.buchfeemelanie 10.Claddy 9.Foreverbooks02 8.Floh Challenge beendet 7.Lesezirkel 6.Alchemilla 5.Seelensplitter Challenge beendet 4.Xallaye 3.anke3006 challenge beendet  2.Katja78 1.Buchraettin

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  • 1934 – wie Judenfeindlichkeit die Überhand ergriff & ein Mädchen darunter leidet

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Icelegs

    03. April 2016 um 17:15

    Als Marion die Schule wechselt warten nicht nur neue Freundinnen auf sie, auch die Lehrer sind so ganz anders als bisher: nicht mehr Logik und Vernunft stehen an oberster Stelle, sondern die Rassenlehre ist die Antwort auf alle Fragen. Marion kommt mit dieser immer stärker werdenden neuen Ideologie in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg nur schwer klar und kann nicht nachvollziehen was an ihr als Halbjüdin, ihrer Familie oder an Einstein so falsch sein soll. Zu Beginn wird man als Leser in Marions Familie eingeführt, wobei die genauen Beziehungen erst nach und nach ersichtlich werden, was ich schade finde. Jedoch sticht besonders Marions Vater hervor der ihr auf fast alle Fragen eine Antwort geben kann und ihr mathematisches und physikalisches Interesse immer mehr entfacht. So hinterfragt Marion natürlich auch in der Schule alles ganz genau und erhofft sich von den Lehrern mehr. Ihr Interesse kommt aber gar nicht gut an, die Mathe und Physik Lehrerin hält stark zu Hitler und will von Einsteins Theorien gar nichts wissen. Sie stößt Marion vor den Kopf und ihre guten Noten schreibt sie ihrer „Rasse“, den Juden, zu und schätzt sie kein bisschen. Auch die anderen Lehrer werden immer komischer: Die Biologie Lehrerin – anfangs noch für alles offen – lehrt die strikte Rassenlehre, die Zeichenlehrerin greift zu realistischen Darstellungen und streicht bunte Ausgelassenheit. In Deutsch wird „Mein Kampf“ vorgetragen. Marion versteht die Welt nicht mehr. Ihre Gefühle sind während des ganzen Buches gut dargestellt, ich konnte sie immer nachvollziehen und war selbst voller Wut, Unverständnis und Enttäuschung. Wenn man nicht mal mehr mit Fleiß weiterkommt, wie dann? Auch ihre neuen Freundinnen wissen nicht weiter und nehmen Marion unter ihre Fittiche. Obwohl das am Unterricht nichts ändert sind sie doch ein Halt für Marion und machen die Geschichte auch besser begreifbar. Den Einstieg in die Geschichte fand ich nur schwer, denn der Beginn ist mit detaillierten Mathe- und Physikpassagen bestückt die ich zwar wirklich interessant fand, mir aber zu schnell zu detailliert wurden ohne Vorwissen aufzubauen (trotz bunter Grafiken deren Abdruck ich hilfreich fand). So ging es mir auch mit Musik da ich kein Instrument spiele und deswegen die Fachbegriffe nicht zuordnen kann. Das legt sich dann aber etwas und ich konnte mich richtig in das Buch einfinden. Mit den "Mein Kampf" Passagen konnte ich zu Beginn so gar nichts anfangen (wie wohl auch Marion), doch im Laufe des Buches wurde der Inhalt immer klarer und zum Schluss gab es auch ein Resümee - um nicht zu viel vorwegzunehmen nun nicht mehr Details, jedoch habe ich die Textstellen gut in die Geschichte eingebaut gefunden da auch die Schüler sich immer mehr damit beschäftigen und Fragen stellen. Gut gelungen fand ich auf jeden Fall die Stimmung im Buch. Obwohl Marions Onkel in ein KZ gebracht wird und Familienmitglieder ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen glaub keiner an etwas Schlimmes. Auswandern sei überflüssig und es wird schon vorbeigehen. Ich wollte den Charakteren die Wahrheit so gerne ins Gesicht schreiben – und doch bleibt sie unerkannt und sie leben ihr Leben, wie es eben damals wirklich war. Wer sich auf die komplizierteren Überlegungen einlassen kann findet hier ein spannendes und zeitlich informatives Werk über die Beginne des 2. Weltkriegs – aus der ganz persönlichenSicht von Marion. Allen Interessierten kann ich es empfehlen!

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  • Vom Schrecken der Diktatur im Alltag

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Louisdor

    18. March 2016 um 00:17

    Das Furchterregende am Leben in einer Diktatur ist: Wie sehr sie mit Intoleranz, Angst und Unfreiheit den Alltag durchtränkt. Schleichend, unterbewusst, manchmal mit eigentlich absurden, unlogischen Argumenten und Regeln, die zum Lachen wären - wären sie nicht bitterer Ernst. Lea Krambeck hat dieses Gefühl in ihrem Buch wie in einem Kaleidoskop des Alltags eingefangen, von der Absurdität der Ideologie bis zum Schrecken des Banalen. Ihr Schauplatz ist die Schule, ihre Protagonistin eine Schülerin, die am Anfang des Buches noch nicht ahnt, was es bedeutet "Halbjüdin" zu sein, und die außerdem viel zu wissbegierig ist und viel zu wissenschaftlich denkt und handelt für die neue Gegenwart des Dritten Reiches, in der "deutsche Wissenschaft" offenbar die Naturgesetze außer Kraft setzen darf. Jede Schulstunde stößt eine Wissenstür auf Dabei geht es von Anfang an nicht nur um die Hauptfigur Marion, auch wenn sie der Fixpunkt der Geschichte bleibt. Gleichzeitig mit ihr tritt ein ganzes Orchester an Nebenfiguren auf, ein voller Satz Familienmitglieder, ein vollständiger Satz Mitschülerinnen und ein kompletter Satz an Lehrern. Das bewirkt einen Detailreichtum, der erschlagen kann, zumal die Schulzeit anfangs mit jeder einzelnen Unterrichtsstunde durchexerziert wird. (Fast) jedes Fach bringt eine neue Lehrerin mit sich, jede Lehrerin wird sich später als sehr eigenständiger Charakter, der nuanciert unterschiedlich auf die Situation in der Diktatur reagiert, herausstellen. Jedes Fach birgt seine eignen Lehren, die entweder durch den Nationalsozialismus verbogen werden, oder, umgekehrt, einem wissbegierigen, kritischen Geist dazu dienen, Lehrinhalte in anderen Fächern in Frage zu stellen. Die Geschichte hangelt sich anfangs von Schulstunde zu Schulstunde entlang, stößt immer wieder neue Türen auf. Das lässt eine sehr reale, sehr plastische, allerdings eben auch sehr umfangreiche Welt entstehen, die zum Teil eher an ein Tagebuch erinnert. Oder manchmal auch an ein Buch wie "Sophie's Welt", bei dem vor lauter Wissenstüren und Meta-Überlegungen der Plot nicht richtig voranzuschreiten scheint, und man mit dem Bleistift am Buch sitzen möchte, um sich Notizen über dieses oder jenes zu machen. "Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten?" Wer sich darauf einlässt, wird allerdings mit einem Fundus an Kleinoden belohnt: Filme, Alltagsgegenstände, Musik, Personen, scheinbar antiquierte Denkweisen, alles ist minutiös recherchiert, und blinkt und blitzt an etlichen Ecken und Kanten auf. Das Buch ist offenbar als Jugendbuch gedacht, bräuchte aber wohl, um angemessen gewürdigt werden zu können, mindestens einen erwachsenen Mitleser als Sparringspartner, der anschließend noch über dieses und jenes eine Diskussion anstößt oder auf dies oder das Detail hinweist. Auch die Personen bilden alle einzeln eine Gruppe an Archetypen vor der gewaltigen Frage: Wie hättest du dich in einer Diktatur verhalten? Denn jede verhält sich anders, von Opportunismus über Fanatismus bis hin zu heimlicher Opposition. Die offene, kritische Opposition allerdings wagt eigentlich nur Marion selbst (und auch das nicht einmal bewusst, sondern vielmehr, weil sie nicht versteht, warum es ein Fehler sein soll, logische und scheinbar harmlose Fragen zu stellen). Krambeck versteht es sehr gut, den völlig banalen Alltagsschrecken der Diktatur zu zeichnen: Ein Alltag, der allen die Luft zum atmen und gleichzeitig zum Widerstand nimmt, obwohl doch nur wenige wirklich fanatische Nationalsozialisten auftauchen. Der Rest sind Mitläufer. Gleichzeitig seziert die Autorin ausführlich die Lehren, Dogmen und Ideen, auf denen die Diktatur aufbaute: Von der Rassenlehre in Biologie bis hin zur gemeinsamen Lektüre von "Mein Kampf" im Deutschunterricht. Der Grusel liegt im Schulalltag Tatsächlich werden teilweise sehr ausführliche (für meinen Geschmack teils zu ausführliche) Passagen von "Mein Kampf" zitiert, von der Protagonistin (und der Autorin) hinterfragt, auseinandergenommen, weggeworfen. Die Rezepte gegen krude Vorurteile und verblendete Ideologien liefert das Buch gleich mit: Kritisches Denken und Freundschaft. Allerdings kann es auch nichts daran ändern, dass selbst diese Rezepte und Eigenschaften nicht verhindern konnten, was anschließend passieren wird. Ohnehin zieht "Nachtigallentrauer" zum Teil seinen tiefsitzenden Schrecken daraus, dass die handelnden Personen noch gar nicht ahnen, wo die Geschichte sie hinführen wird: In Konzentrationslager, industrielle Massenvernichtung und Krieg. Der Plot spielt 1934, noch ganz am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft (und es ist gleichwohl fast etwas schockierend, wie etabliert diese Herrschaft bereits zu diesem Zeitpunkt schien). Das Buch ist keine leichte Kost, weder thematisch noch in der wie erwähnt teils überbordenden Detailfülle der Informationen, obwohl es gleichzeitig, und das ist das faszinierende Paradox dabei, im Grunde komplett ohne echte Gewalt, ohne drastische Szenen und mit sehr viel Schülerwissen hantiert. Als objektiv betrachtet eigentlich gar keiner "harten Kost". Der Grusel liegt im Schulalltag. Die Lehren, die man daraus ziehen sollte, ebenfalls. Denn selbstverständlich ist das Buch genau das: Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn... Die Antwort auf diese Frage lässt einen nach der Lektüre sehr nachdenklich zurück. PS: Ein Wort zum Schriftbild, das aktuell sehr klein geraten ist und eher Mühe beim Lesen macht, zumal (für gedruckte Bücher eher ungewöhnlich) eine serifenlose Schrift verwendet wurde. Die Autorin hat in der Leserunde bereits angekündigt, das in der nächsten Ausgabe ändern zu wollen. Ebenso wie anklang, dass möglicherweise sogar noch ganze Passagen umgeschrieben werden könnten. Das ist deswegen möglich, weil das Buch im "e-publishing", also quasi im Eigenverlag erscheint. Die Rezension bezieht sich deswegen auf die Ausgabe vom Januar 2016.

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  • Nachtigalentrauer - eine erschreckende Geschichte!

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Diana182

    16. March 2016 um 16:12

    Das Cover zeigt einen breiten Fluss und die andere Seite des Flussufers bei Abenddämmerung. Dieses Cover ist sehr schön gewählt und macht direkt neugierig. Welche Geschichte würde den Leser hierin erwarten? Der Klappentext gibt ein wenig Aufschluss:Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft, Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion verlegt sich auf Logik, beginnt in eigener Sache gegen die Rasseideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber erst recht. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was sich noch leisten? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer Welt? Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele. Nun zu meiner Meinung:Da wir in der Schule nur begrenzte Teile der Geschichte behandelt haben, interessierte mich dieses Buch besonders. Es gibt einen guten Einblick in die damalige Zeit zum Beginn der „Arisierung“ Deutschlands. Die einzelnen Charaktere, allen voran die kleine Marion, werden hier sehr gut dargestellt und gezeichnet. Wir lernen fröhliche, aufgeweckte Mädchen kennen, die gerne singen und musizieren. Vor allen Marion ist wissbegierig und möchte gerade in Mathe und Physik viele Hintergründe erlernen. Ein ganz normales, symphytisches Mädchen! Jedoch wächst sie in einer jüdischen Familie auf, welche in diesen Zeiten nicht mehr hoch angesehen werden. Die ganzen Hintergründe versteht Marion noch nicht. Leider können oder wollen es ihr die Eltern auch nicht erklären um sie nicht weiter zu verunsichern- Diese Einstellung bewirkt das komplette Gegenteil und führt zu einer Tragödie! Die Geschichte beinhaltet viele erschreckende Ausschnitte aus dem Buch „Mein Kampf“, welche hier im Deutschunterricht behandelt und euphorisch vorgetragen werden. Aber auch „Rassenkunde“ steht auf dem Stundenplan. Viele Ausführungen haben mich sehr erschreckt und sprachlos werden lassen. Kann man wirklich so von anderen Menschen denken? Auch hier entsteht schnell die Frage, nach dem eigentlichen  „Warum?“ Auch Marion kann sich die Frage nicht beantworten und wird von der Lehrerin nach und nach ausgeschlossen. Auch andere Kinder sollten sich lieber von ihr fernhalten. Ein Spießrutenlauf beginnt. Mein Fazit:Eine sehr erschreckende und durchaus authentische Geschichte. Anfangs hatte ich leider ein paar Probleme, in das Buch zu kommen, da viele mathematische bzw. physikalische Aufgaben behandelt wurden. Da diese Themen nicht wirklich zu meinen Lieblingsschulfächern gehörten, habe ich hier nur  etwas quer gelesen. Doch ca. ab der Hälfte des Buches gewöhnt man sich daran und kann der Geschichte sehr gut folgen.  

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  • Nachtigallentrauer

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Booky-72

    15. March 2016 um 10:12

    Die Geschichte spielt in Hamburg im Jahre 1934. Im Rahmen der Leserunde bei Lovelybooks durfte ich mitlesen. Die Autorin stellte ein Personenregister zur Verfügung, welches sehr hilfreich war. Das Mädchen Marion wechselt gerade von einer privaten auf eine städtische Schule. Es ist nicht einfach, hier und vor allem zu dieser Zeit neue Freundinnen zu finden. Zudem ist ihre allerbeste Freundin Anne weggezogen und sie können sich fortan nur noch Briefe schreiben. Aber Marion ist ein sehr fleißiges Mädchen und superintelligent. Vor allem in den Fächern Mathematik und Physik hinterfragt sie gern alles. Doch bei der neuen Lehrerin, einer leidenschaftlichen Nationalsozialistin, gibt es nur noch „deutsche“ Auslegungen der Naturwissenschaften, nichts jüdisches wird mehr in ihrem Lehrplan geduldet. Im Deutschunterricht wird Hitlers Werk „Mein Kampf“ auf jede einzelne Auslegung auseinandergenommen. Auch Marions Vater ist Jude und so hat es das Mädchen nicht mehr so leicht. Sie wird regelrecht für ihre Meinung diskriminiert und die Lehrer wirken sogar darauf ein, dass einzelne Mädchen nicht mehr mit ihr „gehen“. Bei einer großen Schulaufführung dürfen „solche“ wie sie nur hinter der Bühne agieren. So ist es kein Wunder, dass sie den Gedanken hegt, wie so viele in dieser Zeit, einfach auszuwandern und beginnt schon zu planen. Die schlimmen Ereignisse in ihrer Familie tun dabei ihr Übriges. Dieses Buch ist für Leser ab 14 Jahre geeignet, kann ich unterstreichen, da es in einer Zeit spielt, die für jüngere Kinder wohl noch nicht so verständlich sein wird. Ich gebe  4 Sterne und empfehle dieses Buch gern weiter.

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  • Eine sehr bewegende Geschichte in den Anfängen des Nationalsozialismus in Deutschland

    Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

    Julitraum

    10. March 2016 um 19:24

    Marion steht kurz vor der Konfirmation und ist ein wissbegieriges, lebenfrohes und sehr intelligentes Mädchen. Einzig die Aussicht, jetzt eine andere Schule besuchen zu müssen und die beste Freundin nicht mehr in der Nähe zu haben, trübt ihren Alltag. Doch auf der neuen Schule findet sie schnell Anschluß und in ihrem Wissen, gerade in Mathe und Physik scheint sie ihren Mitschülern schon mit dem Unterrichtsstoff voraus zu sein. Kurz nach Marions Einschulung hört jedoch unerwartet die beliebte Klassenlehrerin auf. Die neue Klassenlehrerin, ein Fräulein Dührnig, die Marion und ihre Mitschülerinnen fortan unterrrichet, ist völlig anders. Sie ist eine feurige Nationalsozialistin und schmettert schon morgens freudig den Hitlergruß. Die Fächer Mathematik und Physik, die sie unterrichtet und die Marion so eifrig interessieren, werden jedoch zu einer Farce für Marion. Fräulein Dühring hat eine Abneigung gegen alles Jüdische, so werden fortan zwei jüdische Mitschülerinnen hinten sitzen, Einsteins Theorien verworfen und es gibt nun eine ehrliche deutsche Physik und eine jüdische, die nichts taugt. Marion versteht das nicht, ihre Nachfragen werden böse abgewiegelt, sie wird gemaßregelt, denn Marions Vater ist Jude und die Schule weiß dies. Doch was ist denn falsch an Marions Vater, was ist falsch an Marion selbst? Auch im Fach Deutsch ist es schwierig, denn die Lehrerin liest den Schülerinnen beseelt aus Hitlers Werk "Mein Kampf" vor, auch die Stellen, in denen Hitlers krankhafte Abneigung gegen das Judentum und den Sozialismus vorkommen und seltsame Zusammenänge aufgebaut werden. Marions Verwirrung und Selbstzweifel werden immer größer. Während der Rest ihrer Mitschülerinnen die Lektüre nicht so ernst nimmt, hinterfragt Marion fast alles und wird weiter ärger von den Lehrerinnen diskriminiert. In Biologie wird Rassekunde gelehrt, im geliebten Fach Musik und Kunst merkt man auch schon den Einfluss des Nationalsozialismus. Auch der Vater, ein vermögender Bankier, merkt den Druck von außen und wird schweigsamer. Marion macht jedoch vieles mit sich selbst aus, ansatzweise versucht sie sich dem geliebten Vater oder der großen Schwester zu öffnen. Doch diese wiegeln ab, man müsse ausharren, abwarten. Schon in 3 Jahren hätte Marion Abitur, das könne ihr dann niemand mehr nehmen. Doch 3 Jahre sind lang, wenn jeder Tag in der Schule immer quälender wird. Und was bedeutet noch das Abitur für Marion, wenn schon jetzt bestimmte Berufe für Nichtarier verboten sind? Die Zustände spitzen sich zu, auch Marion wird in der Schule nach hinten gesetzt, ihre Nachfragen kaum noch geduldet, bei einer Schulaufführung darf sie höchstens hinter der Bühne mitwirken, da gemäß einem Erlass des Direktors nur reine Arier auf der Bühne spielen dürfen. Einzig ihr neuer Freundeskreis läßt sich nicht beirren und versucht immer wieder Marion aufzubauen, doch auch hier versucht das fanatische Fräulein Dühring schon wieder einzuwirken. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte bewegt ungemein und wirkt noch lange nach, macht wütend und hilflos. Man fühlt sich als Leser sehr in die wissbegierige Marion ein, versteht ihr Unverständnis, ihre Zweifel und leidet mit ihr. Die Entwicklung dieses Mädchens macht so traurig und zeigt, wie der Nationalsozialismus schon in seinen Anfängen seine Opfer drangsaliert. Viele Themen aus der Mathematik und Physik sind natürlich keine einfache Kost, aber sie verstärken den Gesamteindruck, zeigen das Unlogische der Argumentation der fanatischen Lehrer bzw. der Lehrer, die sich hilflos dem Druck des Nationalsozialismus beugen und Stoff unterrichten, von dem sie selbst wissen, wie wahnwitzig dieser ist.

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