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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

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Liebe Leseratten,

keine Angst vor dicken Büchern? Auch nicht vor solchen mit Tiefgang? Dann werft doch mal einen Blick auf meinen Debütroman. Ich würde ihn gerne mit euch zusammen lesen und gebe dazu sechs Rezensionsexemplare aus.

Nachtigallentrauer. Hamburg 1934. Lea Krambeck
Fiktiver Roman nach Briefen und Rückblicken von Herta F.
Ab 12 Jahren. Taschenbuch. 380 Seiten, 4 Abb.
epubli GmbH Berlin, 2016

Klappentext:
Marion singt und liest gern und will alles ganz genau wissen. Nur die neue Klassenlehrerin schikaniert sie wegen ihrer Herkunft. Aber wieso soll auf einmal etwas an ihr schlecht sein? Ihr Vater ist doch fabelhaft. Einstein etwa nicht? Was hat der Führer eigentlich für einen Grund für seinen Judenhass? Liegt es an der Deutschlehrerin, dass das bei der Lektüre von "Mein Kampf" nicht klar wird? Marion beginnt in eigener Sache gegen die Rassenideologie an zu argumentieren, reizt die 'Ziegen' damit aber nur, sie erst recht zu mobben. Auf wen kann sie sich nun noch verlassen? Was ist überhaupt noch sicher, echt, gut, schön, wahr in ihrer aus den Fugen geratenden Welt. Stillhalten soll ihre einzige Chance sein?! Marion wäre nicht Marion und auch nicht fünfzehn, wenn ihr nicht noch ein letzter Ausweg einfiele.

Neugierig geworden? Hier findet ihr Leseproben:
** Vorschau im epubli Buch-Shop
https://www.epubli.de/shop/buch/49367
** Kapitel IX auf meinem Blog zum Buch
http://lea-krambeck.de

Lust darauf mitzulesen? Dann los! Vielleicht mögt ihr mit ein paar worten zu euch selbst anfangen? Das gemeinsame Lesen soll Mitte Februar beginnen und rund einen Monat dauern.

Wenn ihr gerne eine Rezension verfassen und dazu eins von den sechs Rezensionsexemplaren ergattern möchtet, schreibt bitte bis zum 10. Februar ein paar Sätze über eine kleine Szene aus einer der beiden Leseproben, wie zum Beispiel über die mit der Frau mit den Schnee in den Augen oder eine ähnlich kurze. Wie findet ihr den Text? Was lest ihr zwischen den Zeilen über Akteure, Gefühle, angeschnittene Themen ...?

Freue mich auf euch
Lea C. Krambeck

Autor: Lea C. Krambeck
Buch: Nachtigallentrauer - Hamburg 1934.

Julitraum

vor 2 Jahren

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Die Leseproben haben mir schon einmal sehr gut gefallen. Marion ist ein sehr intelligentes Mädchen und auch schon sehr selbstbewußt für ihr Alter. Das führt natürlich dazu, daß sie aneckt. Gerade sie als Kind mit jüdischen Großeltern ist natürlich sehr gefährdet in dieser Zeit. Furchtbar wie die neue Lehrerin agiert. Sofort werden die beiden Schülerinnen jüdischen Glaubens in die letzte Reihe gesetzt. Ich hatte nie so richtig verinnerlicht, wie früh die Repressalien schon gegen unsere jüdischen Mitbürger losging. Hier wird versucht, Freundschaften zu trennen oder sogar im Keim zu ersticken. Der aufkeimende Nationalsozialismus und der Rassenhass vergiften alles. Wie schnell sich die Menschen verändern können. Es ist beängstigend.

Wir leben auf dem Land und ich kenne Begebenheiten aus der NS-Zeit nur von meiner Großmutter und von meinem Vater. Er hat mir auch von der Hitlerjugend erzählt und wie die kleinen Kinder schon Krieg spielen mußten, über fanatische Lehrer, die wie genau hier den Hitlergruß so vehement einforderten, über Ortsgruppenführer und ihre Schikanen usw., Das Buch scheint hier am Beispiel einer anfangs noch unbeschwerten Kindheit die Anfänge des Nationalsozialismus gut zu zeigen. Ich bin gespannt.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Kann es kaum erwarten, mit dem gemeinsamen Lesen anzufangen. Dabei hatte ich bis eben noch so ein Gefühl wie kurz vor einer Party, wenn alles bereit ist und man denkt es kommt keiner. Das ist dank dir, Julitraum, nun zu meinem großen Glück zwar vorbei, nur sofort los gehen kann es leider noch nicht. Müssen noch auf den Buchstapel von epubli (drucken dauert bei denen immer eine Woche) warten und auf die übrigen "Gäste".

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Icelegs

vor 2 Jahren

Kapitel 9 und 10
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Booky-72 schreibt:
Für die Rezi lasse ich mir noch ein paar Tage. Da muss ich ein bisschen dran feilen, aber im Großen und Ganzen hat mir das Buch immer besser gefallen.

So geht es mir auch, die Geschichte hat sich mit der Zeit gesteigert :)

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Ich habe das Buch nun auch fertig gelesen und war sehr berührt, besonders von dem Gebet Marions am Ende und dem Gang auf das Eis.

Besonders gut gefallen hat mir auch die letzte Deutschstunde, also insbesondere die gemeinsame Aktion der Mädchen und dass endlich mal die Lehrerin hilflos war.

Ihr habt schon so viel Wichtiges und Interessantes gesagt. Bevor ich jetzt viel redundanten Text produziere noch eine Frage an Lea:

Gibt es noch etwas, wozu du dir (weitere) Rückmeldungen wünscht?

Eine Rezension schreibe ich natürlich auch noch, es kann nur etwas dauern.

Lg Inachis

Icelegs

vor 2 Jahren

Schlussrunde

http://www.lovelybooks.de/autor/Lea-C.-Krambeck/Nachtigallentrauer-Hamburg-1934-1218850157-w/rezension/1232772004/

Nun auch meine Rezension - umfangreicher als geplant weil ich immer weiterschreiben hätte können :) Folgt auch noch auf Amazon wenn ich mich bei Gelgenheit mal wieder einlogge. Danke, dass ich mit Mitlesen durfte! Für die Schlussrunde stehe ich natürlich zur Verfügung :)

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Schlussrunde

So, hier folgt nun meine Meinung zu dem Buch:

Mir hat das Buch alles in allem gut gefallen. Ich fand es emotional gewaltig, es hat mich berührt und an einigen Stellen auch verstört. Generell interessiere ich mich sehr für Bücher die im Nationalsozialismus angesiedelt sind. Ich kann für mich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat, allerdings fand ich es z.T sehr Physiklastig. Ich hatte an einigen Stellen leider echt Probleme zu verstehen worum es geht. Trotz allem 4 Sterne weil es mir wirklich gut gefallen hat.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Kapitel 1 bis 3
@Ein LovelyBooks-Nutzer

Hallo Lea,
was du über die Anfänge der NS-Zeit schreibst, erinnert mich an eine Diskussion an der Uni. Ein jüngerer Mann fragte erstaunt, warum die Juden sich ohne Gegenwehr haben abführen lassen. Ihm war nicht klar, dass dem eine lange Entwicklung vorausgegangen ist: eine Abfolge kleiner Einschränkungen von Freiheiten und Grundrechten, die im Ergebnis um so wirkungsvoller war. Man hat sich halt punktuell arrangiert, angepasst und nicht gemerkt, in welch unheilvollen Sog man geraten war. Insofern ist dein Buch ganz wichtig.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Kapitel 1 bis 3

Ein LovelyBooks-Nutzer schreibt:
Man hat sich halt punktuell arrangiert, angepasst und nicht gemerkt, in welch unheilvollen Sog man geraten war.

Hallo Wagnerova! Eine neue Stimme, fein.

Wahrgenommen, denke ich, haben die von Verfolgung betroffenen Gruppen ihre Bedrohung schon, nur nicht wahr haben wollen, dass es immer noch schlimmer kommen könnte. Und sich auch nicht vorstellen können, dass "ihr" Staat ihnen wirklich so übel wollen könnte, und das noch längst, nachdem sie eigentlich wussten, dass dem so war.

"..., dass dem eine lange, Entwicklung vorausgegangen ist, ..." wie du schreibst, ist ganz richtig ein zentrales Anliegen des Buches. In der Diskussion war auch schon von dem "allmählichen Zuziehen der Schlinge" die Rede und dem Prinzip Hoffnung bzw. der Ungewissheit über die Grenzen und weitere Entwicklung und von der diffusen Drohung als Methode von Diktaturen.

Neben der "Abfolge kleiner Einschränkungen von Freiheiten und Grundrechten" geht es auch darum, dass das, was in Köpfen vorgeht und in einer Gesellschaft Akzeptanz findet, eine Jahrhunderte zurück reichende Geschichte widerstreitender Diskurse hat, und Diktaturen die Macht haben, diesen Diskurs abzuwürgen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Schlussrunde

Habe unsere Diskussionen nun mehrfach nochmal durchgelesen und eure vielen, engagierten Rückmeldungen sacken lassen. Was für eine Leserunde! Ihr habt meine Erwartungen bei weitem übertroffen! Tausend Dank euch allen!

Schreibe zum Abschluss jetzt mal ganz freihändig, was so im Wesentlichen bei mir hängen geblieben ist.

Das Wichtigste scheint mir, dass die emotionale Geschichte bei euch allen angekommen ist, dass ihr Marions Ausgrenzungserfahrung beim Lesen nachempfunden habt, sie euch wütend und fassungslos machen konnte, dass ihr genau registriert habt, wer zu ihr gehalten hat, und welche Palette von NS-Anhängerschaft bis Widerstand es in Marions Umfeld gab.

Wunderbar soweit.

Gegen Marions Blick auf manche Zeiterscheinungen habt ihr euch gesperrt, ihren Blick auf andere aber gerne mitgelesen. Besonders die 'Einstein-Schiene' (Unendlich-Spielereien, Welle-Teilchen-Dualismus, Nobelpreise und so) bescherte nur einer 'leuchtende Augen', den meisten war sie ein Gräuel. Über Marions Exkursionen in künstlerische Gefilde (Sezession, Swing ...) haben sich dagegen die meisten mit amüsiert und ihr auch ihre Kirchen- und Hausmusikbegeisterung freundlich zugestanden. Der hintersinnige Schulstoff war euch teils zu viel, besonders am Anfang fanden viele von euch ihn gewöhnungsbedürftig, von Kapitel zu Kapitel hat er euch aber immer weniger gestört.

Die rassistischen und NS-lastigen Texte habt ihr angewidert bis ungläubig kopfschüttelnd quittiert; sie haben aber höchst interessante Diskussionsbeiträge ausgelöst. Die Lektüre muss demnach anregend gewesen sein, wenigstens zum Nachdenken über die Zeit damals. Angemahnt haben einige nur, die "Mein Kampf" - Passagen am Ende zu kürzen.

Was mich auf unsere Überlegungen bringt, was sich an einer eventuellen Neuauflage verbessern ließe.
Gemerkt habe ich mir:
• Größere Schrift mit Serifen
• Personenregister
• Blick auf Zeiterscheinungen, Weltanschauliches, Philosophisches
> gehört zwar zu diesem Buch, verlangsamt Lesen aber sehr
> daher sollte Redundantes und für die Story Überflüssiges raus
> aber nicht zu viel ändern. Buch wirkt auch so, wie es ist, "fertig"

Einig soweit? Fehlt was?

Eine Frage noch:
Sollte ich ganz am Ende noch kurz was dazu schreiben, wie es Herta F. und vielleicht auch anderen historischen Vorbildern von Romanfiguren weiter ergangen ist? Im Prinzip bin ich kein Freund von einem Abspann, der erklärt, wie es weiter ging. Besonders bei Filmen stören mich solche meistens. Aber vielleicht wäre etwas in der Art hier tatsächlich angebracht.
Was meint ihr?

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