Lea Gerstenberger

 3,8 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorenbild von Lea Gerstenberger (©privat)

Lebenslauf

Lea Gerstenberger, Jahrgang 1994, hat in Freiburg Medienkulturwissenschaft und Geschichte studiert. Inzwischen lebt sie in München und arbeitet im Marketing eines Verlages. Schon seit ihrer Kindheit begeistert sie sich für Bücher und die Vergangenheit und kombiniert ihre beiden Leidenschaften auf Instagram unter @geschichteingeschichten. Wenn sie gerade kein Buch in der Hand hält, schwingt sie die Häkelnadel oder reist an geschichtsträchtige Orte.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Gesang des Falken (ISBN: 9783426564301)

Der Gesang des Falken

(52)
Neu erschienen am 01.06.2026 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch.

Alle Bücher von Lea Gerstenberger

Cover des Buches Der Gesang des Falken (ISBN: 9783426564301)

Der Gesang des Falken

(52)
Erschienen am 01.06.2026

Neue Rezensionen zu Lea Gerstenberger

Cover des Buches Der Gesang des Falken (ISBN: 9783426564301)
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Rezension zu "Der Gesang des Falken" von Lea Gerstenberger

Penangi
Das Leben am Königshof

Der Gesang des Falken von Lea Gerstenberger ist ein Historischer Roman der im 16. Jahrhundert am französischen Hof angesiedelt wurde. 

Die Hauptcharaktere sind die fiktiven Figuren Jean, Sohn des Großfalkners und Marcelle die uneheliche Tochter des Großstallmeisters. Eine der Nebenfiguren ist die, historisch verbürgte, Anne Boleyn Tochter eines Diplomaten. Beide sind Ehrenmädchen im Dienst der Königin Claude und entwickeln eine tiefe Freundschaft in ihren Jugendjahren. Hauptsächlich erhalten wir Einblicke in die Sorgen, Ängste und Träume von Marcelle. 

Im Laufe der Geschichte erfahren wir viel über das Leben am Hof mit der Königsfamilie inkl. Hofstaat. Mittendrin die zwei Ehrenmädchen. Das Leben bestand aus Klatsch und Tratsch, Intrigen und dem Kampf seinen Platz neben dem Königspaar zu verteidigen. 

Der Roman ist ein Sittengemälde am Hofe des Königs François I mit feministischen Zügen, welcher mich gut unterhalten hat. Gewünscht hätte ich mir allerdings etwas mehr über Anne Boleyn zu erfahren, wie es vom Klappentext vermittelt wurde. 

Wer also gerne mal Einblicke bekommen möchte wie es so gewesen sein könnte als Ehrenmädchen bei einer Königsfamilie groß zu werden, wie das Leben von Frauen in dieser Zeit und am Hof wohl ausgesehen hatte und noch obendrauf eine kleine Liebesgeschichte lesen möchte, all denen sei dieses Buch empfohlen. 

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Rezension zu "Der Gesang des Falken" von Lea Gerstenberger

peanut
Historisches Panorama statt Anne-Boleyn-Biografie

Ich muss  sagen, dass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Zu Beginn empfand ich die Handlung als eher zäh, und ich hatte Schwierigkeiten, die zahlreichen Figuren sowie ihre familiären und höfischen Beziehungen auseinanderzuhalten. Dass mehrere Charaktere denselben Namen tragen, machte die Orientierung zusätzlich anspruchsvoll.

Auch fehlte mir zunächst ein klar erkennbarer roter Faden. Die Erzählung verzweigt sich in verschiedene Handlungsstränge und Themen, wodurch sich für mich erst nach und nach ein Gesamtbild ergab. Wer bereit ist, sich auf diese Erzählweise einzulassen, wird jedoch belohnt, denn besonders die zweite Hälfte des Romans konnte mich deutlich mehr fesseln. Sobald ich die Figuren besser kannte und ihre Beziehungen nachvollziehen konnte, entwickelte ich zunehmend Interesse an ihren Schicksalen. Vor allem Jean und Françoise sind mir im Verlauf der Geschichte ans Herz gewachsen, sodass ich ihre Entwicklung mit großer Anteilnahme verfolgt habe.

Besonders gelungen fand ich die vielfältigen Einblicke in das höfische Leben. Der Roman greift zahlreiche Aspekte der damaligen Zeit auf – von der Falknerei über die Rolle der Frauen am Hof bis hin zu Fragen von Mutterschaft, höfischen Pflichten und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Gerade diese thematische Vielfalt vermittelt ein lebendiges Bild der Epoche und macht den historischen Hintergrund greifbar. Obwohl moderne Begriffe wie Feminismus historisch nur eingeschränkt anwendbar sind, wird der Wunsch der weiblichen Figuren nach mehr Eigenständigkeit und Selbstbestimmung überzeugend herausgearbeitet.

Etwas zwiespältig empfand ich hingegen die Gewichtung der Figuren. Aufgrund des Klappentextes hatte ich erwartet, dass Anne Boleyn deutlich stärker im Zentrum der Handlung stehen würde. Tatsächlich nimmt sie jedoch eher eine Nebenrolle ein, während andere Figuren den erzählerischen Fokus erhalten. Das ist grundsätzlich kein Kritikpunkt an der Geschichte selbst, führte bei mir aber zu einer anderen Erwartungshaltung, die letztlich nicht vollständig erfüllt wurde.

Insgesamt ist dieser Roman weniger eine klassische Biografie Anne Boleyns als vielmehr ein vielschichtiges Panorama des Hofes. Wer Freude an atmosphärischen historischen Romanen mit zahlreichen Figuren und unterschiedlichen Perspektiven hat, sollte dem Buch Zeit geben. Für mich hat sich das Durchhalten gelohnt – insbesondere, weil die Geschichte in ihrer zweiten Hälfte deutlich an erzählerischer Kraft gewinnt.

Cover des Buches Der Gesang des Falken (ISBN: 9783426564301)
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Rezension zu "Der Gesang des Falken" von Lea Gerstenberger

marie_d
Historischer Roman mit starken Ansätzen, aber ohne Tiefgang.

Der Gesang des Falken erzählt die Geschichte von Marcella, die an den französischen Hof kommt und dort zur Hofdame der Königin wird. Inmitten von Intrigen, höfischen Konventionen und politischen Machtspielen lernt sie Anne Boleyn kennen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft, die Marcella prägt und ihr einen neuen Blick auf das Leben am Hof eröffnet. Anne wird als kluge, ehrgeizige und unkonventionelle Frau dargestellt, die sich nicht ohne Weiteres den Erwartungen ihrer Zeit beugt. Gerade ihre Gespräche mit Marcella und die gemeinsamen Erlebnisse gehören für mich zu den stärkeren Momenten des Romans.

Allerdings hatte ich aufgrund der Ankündigung erwartet, dass Anne Boleyn eine deutlich größere Rolle spielen würde. Sie wird im Vorfeld so präsent beworben, dass ich davon ausgegangen bin, sie würde die Handlung maßgeblich mittragen. Tatsächlich bleibt sie aber eher ein Nebencharakter, der zwar interessante Impulse setzt, letztlich jedoch nur punktuell im Mittelpunkt steht. Das fand ich etwas enttäuschend, denn gerade ihr Handlungsstrang hätte viel Potenzial für mehr Tiefe und Spannung geboten.

Generell ließ mich die Geschichte leider etwas unberührt. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass sich das Buch schnell lesen lässt. Trotzdem fehlte mir über weite Strecken ein klarer Spannungsbogen. Es gab für mich kaum Momente, in denen ich wirklich mitgefiebert habe oder unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Viele Ereignisse wirken eher episodisch, ohne dass sich daraus eine echte Dynamik entwickelt.

Besonders der Prolog hat bei mir Erwartungen geweckt, die der eigentliche Roman anschließend nicht erfüllen konnte. Rückblickend wirkt er auf mich fast wie der Auftakt zu einer ganz anderen Geschichte, da die Spannung und Dramatik, die dort angedeutet werden, im weiteren Verlauf kaum aufgegriffen werden.

Positiv hervorheben möchte ich den feministischen Ansatz. Die Darstellung der Frauenfiguren, ihre Freundschaften und ihr Wunsch nach Selbstbestimmung haben mir gut gefallen. Allerdings bleibt auch dieses Thema für meinen Geschmack eher an der Oberfläche. Es werden spannende Gedanken angestoßen, ohne sie wirklich weiterzuentwickeln.

Insgesamt ist Der Gesang des Falken ein angenehm zu lesendes Buch mit interessanten historischen Figuren und guten Ansätzen. Leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen, da mir sowohl ein mitreißender Spannungsbogen als auch eine stärkere Einbindung von Anne Boleyn gefehlt haben. Deshalb war es für mich zwar eine nette Lektüre, die ich nicht bereut habe, aber letztendlich auch keine Geschichte, die ich weiterempfehlen würde.

Gespräche aus der Community

Anne Boleyn schrieb in England Geschichte. Doch ihr Charakter wurde in Frankreich geformt.

Am königlichen Hof in Paris lernen sich Marcelle, Tochter des Großstallmeisters, und Anne Boleyn 1514 kennen. Sie verbindet ihr Scharfsinn und ihr Freiheitsdrang. Lea Gerstenberger erzählt in ihrem opulenten und atmosphärischen Roman von Freundschaft, vom Erwachsenwerden und dem beeindruckenden Umfeld, das die junge Anne Boleyn prägte.

942 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  peanut

Danke, dass ich das Buch lesen durfte :) Meine Rezension ist online und ich werde sie auch noch auf anderen Plattformen veröffentlichen.

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