Die Maurin

von Lea Korte 
4,4 Sterne bei126 Bewertungen
Die Maurin
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Neue Kurzmeinungen

Margarete-van-Marviks avatar

Ein tolles Buch. Konnte es kaum zu Seite legen. Wer historische Romane mag ist hier richtig.

LaDragonias avatar

Ein phantastisches Buch, ich habe die Ehre an der Testleserunde teilnehmen zu dürfen. Und ich kann nur sagen, es lohnt sich wirklich.

Alle 126 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Maurin"

Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …

Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426509647
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:663 Seiten
Verlag:Droemer Knaur
Erscheinungsdatum:12.09.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Minjes avatar
    Minjevor 6 Monaten
    eindrucksvoller Roman

    "Die Maurin" von Lea Korte erschien 2010 bei Knaur.

    Inhalt
    Das Buch spielt 1478 bis 1491 in verschiedenen spanischen Städten wie Granada, Sevilla und Cordoba.
    Es geht um zwei Königsfamilien, um die maurische und die kastilische Königsfamilie und was zwischen ihnen vorgefallen ist.

    Meinung
    Das Cover meines Buches ist nichtssagend, leider. Aber ich wollte etwas über die spanische Geschichte wissen, also kaufte ich es. 

    Aufbau
    Das Buch ist gut strukturiert. Da es sich um einen historischen Roman handelt, sind ja die Jahreszahlen wichtig. Bei jedem der vier Teile ist angegeben, welche Jahre behandelt werden. 
    Bei den einzelnen Kapiteln sind Ort sowie Datum angegeben. Sehr, sehr schön!

    Konflikt zwischen Christentum und Islam
    Ich finde es erschreckend, was damals passiert ist. Wer besonders negativ auffällt, ist Padre Tomas de Torquemada. Ich bin der Meinung, wenn man in eine Familie hineingeboren wird, ist es das Recht der Eltern, das Kind dann in seinem Glauben zu erziehen. 
    Das Torquemada sich über solche Grenzen hinwegsetzte, finde ich erschütternd und respektlos den Eltern gegenüber. Ein Missbrauch seiner Machtposition sozusagen.

    Charaktere
    Außer Torquemada hat mich Isabella von Kastilien erschreckt, wegen ihrer Eifersucht und dem, was als Konsequenz daraus folgte (und Torquemada ja gut passte, um seine Ziele zu erreichen...). Na ja, gleichfalls ein Machtmissbrauch, was sie tut.
    Von Aischa , Boabdil (ihr Sohn) und Isabel de Solis (zweite Frau Hassans, Emir von Granada) habe ich nun ein völlig anderes Bild bekommen.
    Zahra (eine fiktive Person) gefällt mir als Protagonistin sehr gut, sie verkörpert eine starke Frau, die sehrwohl ihren eigenen Willen hat, und diesen auch durchsetzt.

    Fazit
    Ich kann jedem Leser historischer Romane nur raten, sich Thematiken aus verschiedener Perspektive anzuschauen. Das wurde mir nach Lesen dieses Buches klar

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    ElkeKs avatar
    ElkeKvor einem Jahr
    Rezension zu "Die Maurin"

    Inhaltsangabe:

    Zahra lebt im 15.ten Jahrhundert in der maurischen Stadt Granada. Schon früh kann sie als Hofdame Aischa, Hauptfrau des Emirs, dienen und kann so viele politischen Vorgänge aus erster Hand erfahren. Doch es steht nicht gut um das andalusische Land. Die Christen bezeichnen die Mauren als Heiden und beabsichtigen sie, aus Kastilien zu zu vertreiben.

    Inmitten dieser politischen Unruhen lernt sie Don Gonzalo kennen, einen christilichen Ritter und enger Berater der Königin Isabel von Spanien. Sie verliebt sich in Gonzalo, obwohl ihr bewußt ist, das ihr als islamische Frau kein selbstbestimmtes Leben gegönnt ist. Ihr Vater will sie nach Marokko verheiraten, aber zu dieser Heirat kommt es nie.

    Die politischen Unruhen ziehen sie mit hinein und sie erlebt Abenteuer und schwere Zeiten. Flucht, Kerker und waghalsige Rettungsaktionen erlebt sie, aber das größte Abenteuer, nämlich die Liebe, steht ihr noch bevor.

    Mein Fazit:

    Dies ist ein wahrhaftig interessanter Roman. Zu Anfang war es mir sehr verwirrend durch die vielen arabischen Namen und verwandtschaftlichen Verhältnisse. Zahra’s Familie ist groß. Aber mit jeder Seite kam ich mehr und mehr in die Geschichte hinein.

    Zahra ist jung, hat aber den Mut einer Kriegerin. In jeder Situation behält sie die Nerven und versucht das Beste aus sich zu machen. Obwohl ihr vieles nicht zusteht, tut sie es im Namen der Politik und in der Hoffnung, das ihr der strenge Vater verzeihen möge. Die Familienbande ist groß, sie hält stets zu ihnen, obwohl die Lage mehr als brenzlig war. Und sie hat sehr viel Ehre in sich, konnte ihre Halbschwester nicht verraten und hat ihr ebenso zur Flucht verholfen. Das war für mich echt stark.

    Inwiefern es tatsächlich solche Charaktere in der damaligen Zeit gab, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber jede Zeit hatte ihre Mutigen. Die politischen Vorgänge in dem Buch, die auch eng mit Zahra verknüft sind, sind wohl geschichtlich belegt und neben der abenteuerlichen Geschichte um Zahra kann man seine Geschichtskenntnisse auffrischen. So macht das Lernen Spaß!

    Ich habe das Buch sehr genossen und konnte mich voll und ganz in die Personen hineinversetzen. Und irgendwann konnte ich es nur noch schwer aus der Hand legen. Ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung dazu gäbe. Dafür würde ich mich in jedem Falle erwärmen.

    Eine Lesegenuß, den ich mit 5 Sternchen bewerte.

    Anmerkung: Die Rezension stammt aus März 2010.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 4 Jahren
    dunkle Seite der spanischen Geschichte

    Andalusien im 15. Jahrhundert. Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe - und mittendrin steht die junge Zahra. Als Hofdame und enge Vertraute -Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler -Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Zahra, Tochter einer spanischen Sklavin beherrscht beide Sprachen und wird von Aischa als Spitzel und Botin missbraucht.

    Gleich vorweg, ein gutes, leicht zu lesendes Buch, nur zu empfehlen!
    Bei Geschichtsromanen kommt man um Liebesgeschichten meist nicht drum herum, leider oft im Pilcherstil und die Historie ist Randerscheinung. Hier nicht! Die Liebesgeschichte beginnt im letzten Drittel des Buchs und dient Zweck des Verständnisses der geschichtlichen Ereignisse und ist auch nicht kitschig. Historisch hat Lea Korte sehr gut recherchiert und die den Verfall des Maurenreichs in Spanien beschrieben, alle Figuren (bis auf die der Protagonistin und ihrer Familie) sind historisch und glaubwürdig beschrieben. Korte schlägt sich nicht auf eine Seite, sondern versucht die Position der Spanier und der Mauren aufzuzeigen. Die Mauren hatten grosse Kenntnisse in Naturwissenschaft, Architektur, hervorragende Geisteswissenschaftler, das kommt mir ein wenig kurz.

    Guter Stil und Erzähltalent lassen in das Buch eintauchen. Die Geschichte ist ein wenig konstruiert, worüber ich grosszügig hinwegsehen kann. Die 15jährige Zahra reist im Auftrag der Sultanin in Jungenverkleidung durch die Gegend, nur mit einem Diener begleitet, die Eltern wissen von nichts, sie büchst diverse Male aus… real hätte der Vater sie nicht mit Hausarrest bestraft, sondern schlicht getötet. Es wird hier ein paarmal das Damals mit dem Jetzt verwechselt: Die lehnt sich auf, will einen Mann nicht heiraten, dem sie Versprochen ist, Vergewaltigung in der Ehe usw. Das war zu der Zeit kein Thema. Jaime, ein Hidalgo der Königin, anerkannter Heerführer, verlässt wegen einer Maurin, die des Hochverrats verdächtigt wird, Haus und Hof? Er verzichtet auf Titel, Macht und Geld und zieht gejagt durch die Lande? Das hätte kein spanischer Edelmann getan. Da hat es mit der Liebe zu dem Buch ein wenig gekriselt. ;-))) Die Sprache ist teilweise sehr salopp und modern, was manchmal etwas verwirrt, die dritte Person hätte der Geschichte wohl mehr Charakter gegeben. Trotzdem lesenswert, es ist ein ausgedachter Roman, ein bisschen Fantasy sei erlaubt.

    Mir fehlte am Ende des Buchs die Auseinandersetzung mit der Inquisition. Da hatte ich zu weit gedacht, denn das ist, wie ich sehe, Thema des 2. Teils ist: Das Geheimnis der Maurin. Klar lese ich den Band auch noch.

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    Narayan7s avatar
    Narayan7vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Lea Korte bekannt geworden durch die Nonne mit dem Schwert. Begibt sich in diesem Roman auf orientalische Pfade. Ihre Protagonistin Sarah, eine geborene Adelige, dient in dem maurischen Königshaus. Doch eines Tages erfährt sie etwas, was sie hätte hören dürfen. Lea Korte gelingt es wunderbar eine Brücke zwischen dem Christentum und den Muslimen zu bauen. Doch verliert sich die Maurische Welt etwas in der Geschichte, die ihre Protagonistin durchläuft. Trotzdem gelingt es Lea Korte auf faszienierende Weise ein modernes Frauenbild widerzuspiegeln. Es lohnt sich diesen Roman zu lesen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Dieses Buch habe ich in einer Leserunde gelesen, die von der Autorin betreut wurde. Mit viel Spaß und zusätzlichen Informationen stand Lea Korte mir und meinen Mitleserinnen immer wieder hilfreich zur Seite.

    Danke, Lea! 

    Inhalt:
    Andalusien im 15. Jahrhundert.
    Als Hassan, Emir von Granada sich weigert, weiterhin Tributzahlungen an die spanische Krone zu entrichten, nehmen Isabel, Königin von Kastilien und ihr Gemahl Fernando (Ferdinand II.) das zum Anlass, einen Eroberungsfeldzug gegen die Mauren zu beginnen.
    In dieser Zeit des Umbruchs wächst das maurische Mädchen Zahra as-Sulami auf. Als vertraute der Hauptfrau des Emirs gerät sie immer wieder zwischen die Fronten. Vor allem, als sie sich ausgerechnet in einen Christen verliebt…

    Meinung:
    Zahras Familie war mir nicht durchweg sympathisch, aber selbst bei den „Bösewichten“ konnte ich – mit der Zeit – deren Beweggründe nachvollziehen und verstehen.

    Der Roman ist hervorragend recherchiert. Selbst, wenn man – so wie ich – keine Ahnung von den geschichtlichen Hintergründen hat, ist das deutlich herauszulesen. Für mich war es außerdem ein besonderes Vergnügen, so viel über die maurische Kultur zu erfahren und zu lernen.

    Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. An keiner einzigen Stelle kam Langeweile auf. Lea Korte versteht es, politische Ränke und Schlachtenszenen so geschickt in die Handlung einzubauen, dass man das Gefühl hat, selbst dabei gewesen zu sein.

    Im Buch findet man neben einer Auflistung der vorkommenden Personen (sowohl historischen als auch fiktiven), ein Glossar, diverse Stammbäume und eine Liste der Bücher, die die Autorin für ihre Recherche verwendet hat.

    Außerdem gibt es noch eine tolle und informative Homepage (http://www.leakorte.com/). ;-)

    Fazit:
    Ein tolles Buch, das ich jedem historisch Interessierten (oder denen, die es noch werden wollen) wärmstens empfehlen kann.

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    detlef_knuts avatar
    detlef_knutvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Exotisch, orientalisch, bezaubernd, temperamentvoll, spannend, zärtlich – das sind nur einige Attribute, mit denen man diesen historischen Roman von Lea Korte und/ oder seine Protagonistinnen beschreiben kann. Im Andalusien des 15. Jahrhunderts herrschen erbitterte Kämpfe zwischen den Muslimen und Christen, die nicht spurlos am Leben der Maurin Zahra vorbei gehen. Sie ist Hofdame und Vertraute der Hauptfrau des mächtigen Emirs, ihre Familie gehört zum engeren Kreis der Herrschersfamilie. Die junge Zahra gerät dabei zwischen die Fronten in ein barbarisches Spiel aus Intrigen und Machtkämpfen. Ihre Liebe zu dem christlichen Kastilier Gonzalo bringt sie schließlich in tödliche Gefahr. Aber nicht nur diese Liebe, sondern auch der Umstand, dass sie selbst zu einem Viertel von einer Christin abstammt, sorgt für Ungemach. Ihre Halbgeschwister werden zu erbitterten Feinden der eigenen Familie.
    Der 650 Seiten starke Wälzer zeigt ein etwas anderes Mittelalter, als man ansonsten von vielen historischen Roman gewohnt ist. Die orientalische Note auf der iberischen Halbinsel, die über acht Jahrhunderte von dem maurischen Volk beherrscht wurde, lässt beim Lesen scheinbar sanfte orientalische Klänge im Ohr säuseln und an die Märchen von 1001 Nacht denken.
    Lea Korte hat die fiktive Handlung geschickt mit den historischen Fakten verbunden. Ihre bildhafte Beschreibung erinnert an die blumenreiche Erzählweise der Orientalen und lässt Bilder aus 1001 Nacht im Kopf entstehen. Über die Handlung hinaus sind die ergänzenden Anmerkungen am Ende des Romans eine sehr gute Hilfe beim Verständnis der historischen Zusammenhänge. So fehlt ein Glossar ebenso wenig wie ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Quellen. Eine Zeitleiste und die beiden Stammbäume der maurischen und der christlichen Herrscherfamilien der damaligen Zeit hilft der Orientierung des Lesers.
    „Die Maurin“ ist ein exotisch, faszinierender Roman, der das europäische Mittelalter der iberischen Halbinsel in den Mittelpunkt stellt. Er ist Abenteuer- und Liebesroman zugleich, bei dem Arglist und Treue ausgewogen miteinander spielen. Man darf auf weitere Romane dieser Art von Lea Korte gespannt sein.

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2011

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    Marfas avatar
    Marfavor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    "Die Maurin" spielt im Andalusien des 15. Jahrhunderts. Die spanische Königin Isabella und ihr Mann Ferdinand sind dabei, die noch von Mauren beherrschten Gebiete zurückzuerobern. In dieser Zeit wächst in Granada Zahra heran. Ihre Familie gehört zu den einflussreichen in Granada und Zahra selbst ist eine Vertraute von Aisha, der Frau des Emirs. Zahras Vater hat die damals üblichen Pläne für sie: an einen, der ein gutes Angebot macht, verheiraten. Zahra ist damit allerdings gar nicht einverstanden, und so erklärt sie sich bereit, die ein oder andere, auch durchaus gefährliche Mission für Aisha zu erfüllen, solange sie damit die Verwirklichung der Pläne ihres Vaters hinauszögern kann. Dabei begegnet sie mehrmals einem Kastillier, der ihr viel sympatischer und netter erscheint, als der maurische Mann, den ihr Vater für sie ausgesucht hat. Doch werden die beiden in dieser Zeit eine Zukunft haben. Wenn Christen und Mauren sich gegenseitig bekämpfen?

    Der Roman ist gut erzählt, allerdings kann ich mir Zahra nicht wirklich in dieser Zeit vorstellen. Sie erscheint mir zu modern in ihren Ansichten und vor allem in ihrem Verhalten. Und auch nicht wirklich konsequent. Widerstrebt es ihr ziemlich, als sie es soll, die christliche Kleidung mit großzügigem Dellekote anzuziehen und unverschleiert herumzulaufen, hat sie kaum einen Gedanken an ihre Ehre verwendet, als es um noch ganz andere Dinge geht, als nur die Kleidung. Auch dass ihr späterer Lebensstil allen Kriegswirren zum Trotz von ihr und ihrer Familie so akzeptiert wird, kommt mir leicht unwahrscheinlich vor. Wen das bei einem historischen Roman nicht stört, wird gut unterhalten.

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    Siiris avatar
    Siirivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Inhalt:
    Andalusien, 1478. Die junge Maurin Zahra, Tochter einer wohlhabenden Adelsfamilie, ist Hofdame und Vertraute der Sultanin Aischa. Da Aischas Ehemann, der Emir Hassan, ihr das Verlassen des Comaresturms in der Alhambra nicht gestattet, beauftragt sie Zahra, für sie am Hof zu spionieren und sie so mit Neuigkeiten bezüglich der politischen Geschehnisse zu versorgen. Auf diese Art dringen besorgniserregende Nachrichten zu ihnen: die Mauren wollen sich fortan weigern, ihre Tributzahlungen an ihre christlichen Lehnsherren zu entrichten. Dies kann nur eines bedeuten: die friedlichen Zeiten sind fortan vorbei und ein Krieg zwischen Mauren und Christen naht. Aischa, die schon lange beeindruckt ist von Zahras Ungestüm und ihrem Mut, betraut sie immer wieder mit riskanten Aufträgen, die für Zahra nicht selten sogar lebensbedrohlich sind. Hinzu kommen ihre Gefühle für einen Kastilier, mit dem sie aufgrund der Gesetze ihres Glaubens keine Verbindung eingehen darf. Vielmehr soll sie nach dem Willen ihres Vaters mit dem reichen Ibrahim verheiratet werden, der sich bereits bei ihrem ersten Zusammentreffen als Widerling entpuppt. Kann Zahra diesem Schicksal entgehen und ihre Träume von Freiheit und Selbstbestimmtheit verwirklichen? Wird ihr alles gelingen, was Aischa ihr aufträgt?

    Meine Meinung:
    „Die Maurin“ war der erste historische Roman über die maurische Geschichte, den ich gelesen habe und er hat es geschafft, mein Interesse für diese faszinierende Zeit und diese faszinierende Kultur zu wecken, so dass ich mich in Zukunft noch vertiefend mit diesem Thema beschäftigen möchte.

    Die Handlung des Romans beginnt im Jahre 1478 in Zahras Heimatstadt Granada. Der Leser lernt Zahras respekt- und doch auch vertrauensvolle Beziehung zu der Sultanin Aischa kennen, die diese schon seit ihrer Kindheit kennt. Auch wird Zahras Familie gelungen eingeführt und ich spürte sofort das innige Verhältnis, das Zahra zu den meisten ihrer Familienmitglieder, insbesondere aber zu ihrer älteren Schwester Hayat hat. Somit konnte ich nicht umhin, das ganze Buch über mit Zahra und ihren Lieben zu hoffen und zu bangen und die Protagonisten schnell in mein Herz zu schließen.

    Das Buch hat es problemlos geschafft, mich die gesamten 650 Seiten lang bei der Stange zu halten und die Seiten flogen nur so dahin. Anhand der fiktiven Figur Zahra und deren Familie zeigt Lea Korte die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des blutigen Religionskrieges zwischen den Muslimen und den Christen auf – eine Thematik, die leider auch heute noch große Aktualität hat. Dabei ergreift sie weder für die Mauren noch für die Christen Partei, sondern hebt vielmehr immer wieder hervor, dass es auf beiden Seiten skrupellose und grausame Fanatiker gibt, aber zum Glück auch tolerante und hilfsbereite Menschen. Bisweilen nimmt der Leser auch selbst die Perspektive der anderen Seite ein, nämlich diejenige der Christen, da einige Passagen aus der Sicht des Kastiliers Gonzalo geschrieben sind.

    Während Zahra und die Ihren fiktive Figuren sind, spielen auch historisch verbürgte Persönlichkeiten eine Rolle, so zum Beispiel die Sultanin Aischa, deren Sohn und späterer Emir Boabdil, die katholische Königin Isabel von Kastilien und deren Ehemann Fernando sowie der oben bereits genannte Gonzalo und noch einige andere. Sie alle sind glaubwürdig dargestellt, so dass für mich kein Zweifel bestand, dass sich die Geschehnisse genauso oder ganz ähnlich wie in dem Buch geschildert abgespielt haben könnten.

    Zudem bringt Lea Korte ihren Lesern die maurischen Sitten und Gebräuche näher und gewährt uns einen aufschlussreichen Einblick in die muslimische Kultur der damaligen Zeit. Der Roman ist voll von lehrreichen Informationen, die jedoch so geschickt eingestreut werden, dass es nie aufdringlich oder überladen wirkt.
    Der Leser merkt dem Roman an, dass die Autorin äußerst sorgfältig und genau recherchiert hat und die historischen Ereignisse und die damaligen politischen Verhältnisse so realitätsgetreu wie möglich wiedergibt. In der Nachbemerkung am Ende des Buches erfährt man, wo kleine Anpassungen vorgenommen wurden.

    Ein großes Lob verdienen auch die liebevoll und facettenreich gezeichneten Charaktere, die es mir leicht machten, mit ihnen zu leiden und zu zittern. Viele von ihnen machen während der Zeitspanne, in der das Buch spielt, eine persönliche Entwicklung durch, die mich so manches Mal zu überraschen wusste.

    Bis zum Schluss kann die Autorin den aufgebauten Spannungsbogen halten und auch der Schluss selbst ist sehr emotional und stimmungsvoll und lässt mich mit dem Gefühl zurück, einen wirklich guten historischen Roman gelesen zu haben. Die geplante Fortsetzung des Romans erwarte ich denn auch mit großer Vorfreude, wobei ich auch anmerken möchte, dass „Die Maurin“ sehr wohl in sich abgeschlossen ist und deshalb problemlos auch von solchen Lesern gelesen werden kann, die keine Fans von Mehrteilern sind und Einzelbände bevorzugen.

    Lobend hervorheben möchte ich schließlich auch noch die Ausstattung des Taschenbuches: vom Personenverzeichnis über eine Zeittafel, den Stammbäumen des Hauses Aragón-Kastilien und der letzten Emire des Königreichs der Nasriden von Granada bis hin zu einem hilfreichen Glossar ist so ziemlich alles dabei, was das Leserherz begehrt. Der eigentlichen Geschichte wird ein Abschnitt „Was zuvor geschah…“ vorangestellt, was besonders für Leser, die (wie es bei mir der Fall ist) nicht so gut über die spanische Geschichte Bescheid wissen sehr hilfreich ist, um in das Buch zu finden.

    Die Lektüre von „Die Maurin“ hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, da mich das Buch einerseits natürlich hervorragend unterhalten hat, mir aber gleichzeitig auch eine historische Epoche und Kultur nähergebracht hat, mit der ich mich vorher noch nicht beschäftigt hatte. Somit konnte ich durch das Buch auch gleich meinen Horizont wieder einmal ein Stück erweitern.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt … Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe (Quelle: Amazon)

    Frau korte schafft mit diesem Werk einen historischen Roman der es in sich hat.
    Sie erzählt die Geschichte der Mauren, des alten muslemischen Volkes, über das es nach ihrer Auskunft nur wenige Dokumente aus dieser Zeit gibt.
    Historisches schmückt sie mit eigenen Figuren und macht daraus eine Geschichte die es in sich hat.
    Der Fokus liegt hierbei zunächst klar auf den Familiengeschichten . Die Beziehung der Familienmitglieder zueinander,ihre Moral und Wertvorstellungen geprägt durch ihre Kultur wird genaustens durchleuchtet. Das die ein oder andere Figur vom Klischee und Muster jender Zeit abweicht ist daher schon fast ein Muss.
    Frau Korte erzählt alles in allem ungefähr 10 Jahre, da werden aus Mädchen Frauen und aus Jungen Männer so dass natürlich Liebesdinge wenn wundert es auch eine Rolle spielen.
    Genau so werden die typischen brutalen Eroberungskämpfe in aller Genauigkeit geschildert.
    Der Stil macht die Geschichte flüssig und locker lesbar, durch die vielen Familiengeschichten und Nebenschauplätze fand ich das Buch trotz eines gewissen Charmes manchmal anstrengend zu lesen. Das ein oder andere Mal hätte ich mir einen kürzeren Spannungsbogen gewünscht.
    Dennoch muss ich zugeben das gerade die Außergewöhnlichkeit einiger Charaktere das Buch reizbar macht und den Leser doch irgendwie verführt weiter zu lesen.

    FAZIT : Ein nicht ganz gewöhnlicher historischer Roman der auch viele andere Facetten zu jener Zeit durchleuchtet und nicht auf das reine Kampfgeschehen reduziert werden darf.

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    Henriettes avatar
    Henriettevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Maurin" von Lea Korte

    Die Maurin spielt hauptsächlich in Granada (Andalusien) im 15. Jahrhundert. Die Geschichte begleitet Zahra as-Sulami in der wohl aufregendsten Zeit ihres Lebens. Zahra kommt aus einem maurisch, muslimischen Elternhaus. Ihr Vater ist Maure, ihre Mutter war eine christliche Sklavin.
    Es herrscht nun grausamer Krieg zwischen den Christen und den Mauren. Und Zahra erlebt alles hautnah mit, da sie Hofdame bei Aischa, der Hauptfrau des Emirs, ist.
    Während Verhandlungen und Machtkämpfen zwischen Christen und Mauren lernt Zahra den christlichen Kastilier Gonzalo kennen. Und verliebt sich in ihn.

    In Büchern, die im Ausland spielen und in denen es viele landestypische Namen gibt, habe ich häufig Schwierigkeiten mit der „Aussprache“ der Namen. Für mich waren es früher richtige Stolperfallen, mit denen ich mich inzwischen aber angefreundet habe.
    Die Maurin hat zu Beginn ein sehr umfassendes Personenverzeichnis. Zu Anfang der Lektüre habe ich oft nachgeschaut, wer wie mit wem zusammenhängt. Ein sehr aufwendiges Unterfangen. Schnell bin ich aber in die Geschichte herein gekommen und hatte recht bald den Überblick über die wichtigsten Personen.
    Lea Korte hat mich mit ihrer Geschichte über Zahra und deren Liebe zu ihrer Heimat, der erst unerwiderten Liebe zu einem Andersgläubigen gefesselt. Durch den hervorragend leichten Schreibstil habe ich das Buch sehr gut und flüssig lesen können.
    Es ist ein historischer Roman, der historisch belegte Ereignisse mit schriftstellerischer Freiheit sehr gut verflochten ist.

    [B]Fazit:[/B] Für diese gute und spannende Unterhaltung kann ich besten Gewissens fünf von fünf Sternen vergeben. Der Roman ist empfehlenswert.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    MacBaylies avatar
    Hallo Lea. Ich lese eigentlich so ziemlich alles querbeet, muss aber gestehen, dass Historische Romane doch noch außen vor stehen. Wie könntest du mir deinen Roman schmackhaft machen? Ich weiß, dass ist eine gemeine Frage. ;-)
    Windpferds avatar
    Letzter Beitrag von  Windpferdvor 8 Jahren
    Na, jetzt setz ich es aber doch auf meine Wunschliste :-)
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