Der Anfang der Geschichte hat mich schon sehr an Twilight erinnert: Ein mysteriöser, gut aussehender Junge taucht in der Schule der Protagonistin auf und scheint eine gewisse Faszination für sie zu hegen. Nach dem Kennenlernen, begegnet sie ihm immer wieder. Das Ganze geht soweit, dass eines Morgens sogar ihr Fenster offen steht, obwohl sie überzeugt davon war, dass sie es am Vorabend geschlossen hat. (Soweit ich mich an Twilight erinnern kann, ist Edward doch auch immer durch Bellas Fenster geklettert, oder verwechsle ich da was?). Auf jeden Fall wirkte die Idee für mich nicht neu und abgekupfert.
Irgendwann nimmt die Geschichte dann aber zum Glück einen anderen Verlauf, denn statt um Vampire geht es in diesem Buch um Dämonen und Menschen, mit übernatürlichen Fähigkeiten. Der Schauplatz wird schliesslich nach Irland verlegt und der Leser erfährt einiges über die Hintergrundgeschichte von Caitlyn und ihr zukünftiges Schicksal, das damit einhergeht. Das hätte meiner Meinung nach als interessante Grundlage dienen können, aber leider nutzt die Autorin das Potential nicht und die Geschichte plätschert nur noch vor sich hin. Statt einer echten Handlung, geht es im gesamten Mittelteil nur darum, Caitlyn bei ihrem Training mit Aidan zu beobachten, was schlicht und ergreifend uninteressant war - na ja, vielleicht bis auf den Umstand, dass sich die beiden durch die körperliche Nähe auch emotional näher kommen. Aber dass das passieren würde, war von Beginn an absehbar.
Am Ende kommt es dann zu einem kleineren Showdown, der aber eher unspektakulär bleibt. Positiv muss ich hier allerdings einen geschickten Plot Twist erwähnen, in dem etwas über die Identität eines Charakters enthüllt wird, das ich so nicht erwartet hätte. Ansonsten bleibt die Handlung aber sehr vorhersehbar.
Was mich etwas verärgert zurückgelassen hat, war der Cliffhanger am Ende. Erst als ich das Buch beendet hatte, war mir klar, dass es sich vermutlich um einen Reihenauftakt handelt. Ich bin aber stets davon ausgegangen, dass "Himmelstochter" ein Standalone ist. Als solches funktioniert es in meinen Augen allerdings nicht, denn die Geschichte hört genau dort auf, wo es eigentlich gerade spannend geworden wäre. Die Handlung ist zwar an sich abgeschlossen, aber eher im Rahmen einer Einleitung, die die Grundsteine für eine Fortsetzung legt. Ich weiss nicht, ob tatsächlich noch Fortsetzungen geplant sind, denn über Google konnte ich dazu leider keinerlei Informationen finden, oder ob das bloss die Hoffnung der Autorin wäre.
Zu den Charakteren kann ich gar nicht so viel sagen, denn es handelt sich um typische Protagonisten aus dem Young Adult Genre. Caitlyn hat mich ein bisschen an eine Bella-Swan-Kopie erinnert, denn sie braucht ständig Aidan an ihrer Seite, um gerettet zu werden. Und ganz ehrlich: Schwache Protagonistinnen sind doch einfach uncool. Aidan dagegen widerspiegelt den typischen 0815 Sexy Book-Boyfriend, der vor allem durch physische Attribute, wie seinem durchtrainierten Körper und seinem guten Aussehen punktet, anstatt einem vielschichtigen Charakter. Daran ist grundsätzlich nichts verkehrt, aber solche Protagonisten findet man in gefühlt jedem zweiten Buch aus dem Genre.
Zum Schreibstil der Autorin kann ich gar nicht so viel sagen. Man merkt, dass es sich um ihr Debütroman handelt und es bleibt noch definitiv Luft nach oben, allerdings habe ich schon viel Schlechteres von anderen jungen DebütautorInnen gelesen, da empfand ich Ringpfeils Schreibstil als völlig okay und angemessen für ihr Erstlingswerk.
Fazit: Mit ihrem Debütroman im Urban Fantasy Genre hat die Autorin ein solides Buch abgeliefert, das aber leider kaum Neues bietet und sich nicht aus der Masse an ähnlichen Büchern aus dem Young Adult Bereich abhebt. Das Buch ist derzeit als Standalone angepriesen, liest sich aber eher wie ein Reihenauftakt, was mich etwas frustriert zurückgelassen hat, denn das Buch endet eigentlich genau dort, wo die Handlung endlich an Fahrt aufgenommen hat. Insgesamt ist das Buch okay, aber mehr leider auch nicht. Deshalb gibt es von mir für das Buch durchschnittliche 3 Sterne.



