Vielleicht im Himmel einmal

von Lea Söhner 
4,5 Sterne bei15 Bewertungen
Vielleicht im Himmel einmal
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Kritisch (1):
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Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht stand halten

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Inhaltsangabe zu "Vielleicht im Himmel einmal"

Zwölf Frauen und ein Mann. Ihre Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein und doch
entstammen alle derselben Familie. Jede der Frauen ist auf ihre Art geprägt vom Charisma
des mächtigen Ehemanns, Vaters und Großvaters Heinrich. Eindringlich verwebt Lea Söhner diese Lebensgeschichten zu einem farbenprächtigen Familienroman, der sich quer durch die
letzten achtzig Jahre zieht.
Da ist etwa Elfriede, die nach dem achten Kind lieber abtreiben würde. Ihr Kind Christel wird
trotzdem geboren, doch sie kann es nicht lieben. Christel ihrerseits kann später ihre Tochter
Maren nicht annehmen. Gelingt es Maren, das Trauma des ungeliebten Kindes bei ihrer
eigenen Tochter zu durchbrechen?
Vielleicht im Himmel einmal entdeckt das pralle Leben voll Liebe, Schmerz und Schönheit
unter dem grauen Teppich einer sinnenfeindlichen Religion.
Mit bildhaft-klarer Sprache, die ob ihrer Direktheit den Lesern zuweilen den Atem raubt,
erzählt die Autorin, wie Frauen um ihren eigenen Weg ringen. Manche finden heraus aus
religiöser und familiärer Klammer, andere gehen an Heinrichs Anspruch zugrunde.
Ungeschönt, ohne niedliches Beiwerk, gelingen Lea Söhner prägnante, unverwechselbare
Frauengestalten, deren Leben sich mit dem Weltgeschehen ihrer Zeit verbinden.
Ein zu Herzen gehendes Debüt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783842520516
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:384 Seiten
Verlag:Silberburg
Erscheinungsdatum:01.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    animsle1510s avatar
    animsle1510vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Mich hat das Buch total fasziniert. Dadurch, dass es in kurzen Beirägen aus der Sicht einzelner Familienmitglieder schreibt ist es genial!
    Faszienierender Familienroman über die Weltkriege in Deutschland

    Mich hat das Buch sehr bewegt. Es beschreibt sehr gut, wie das Leben zwischen und während der beiden Weltkriege im ländlichen Deutschland auf den Bauernhöfen sich abgespielt hatte. Auch dass der Glaube sehr wichtig war, und über allem stand. Es handelt von sehr starken Frauen, die wirklich versucht haben immer alles richtig zu machen, und immer versucht haben, ihrem Vater/Großvater gerecht zu werden. Sie mussten auf so vieles verzichten, hatten meist wirklich kein schönes Leben, das einzig schöne war, dass sie in einer großen Familie lebten und dadurch sich untereinander hatten. Sehr traurig fand ich, dass wirklich in jeder Generation durch, die Religion, den Menschen soviel Lebensfreude genommen hat, und sie dadurch oft sehr unglücklich und verbittert wurden. Ein toller Roman, der zeigt, wie wichtig die Freiheit ist, und dass man wirklich froh sein muss, wenn die Religion nicht zuviel "Macht" bekommt.

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    deidrees avatar
    deidreevor einem Jahr
    Dominanter, christlicher Vater prägt Töchter und Enkelinnen

    „Vielleicht im Himmel einmal“ von Lea Söhner beschreibt uns die Frauen der Familie Schneider. Heinrich der dominante, sehr in seinem Glauben verhaftete Vater, zwingt seine Töchter in die unterwürfige Frauenrolle der damaligen Zeit. Obwohl sie alle starke Frauen sind, können sie dem Vater nichts entgegensetzen.


    Rosa, Heinrichs dritte Tochter aus erster Ehe, bringt es fast am Ende ihres
    Lebens auf den Punkt: „Heinrich Schneider war furchtbar. Man hatte
    bei ihm keine Chance.“ Und dennoch wurde er von allen auf ihre
    eigene Art geliebt und verehrt.


    Bis hin zu den Enkeltöchter reicht sein Blick, sogar noch nach seinem
    Tod. So sehr sind die Frauen geprägt, dass sogar der Gedanke an
    Selbstmord – wäre er denn keine Sünde – in dem einen oder
    andern Geist auftaucht, nur um endlich dem Gefühl des „nicht genug
    seins“ entschwinden zu können.


    Die Familie wird durch einen Stammbaum im Buch sehr gut erklärt. Auch zu Beginn gibt es eine kurze Beschreibung der einzelnen Personen, sodass man leicht den Überblick über alle 12 Frauen behält.


    In meinen Augen wechselt der Schreibstil je nach Charakter der Person. Von einem langsamen Erzählen bis hin zu einem fast hektischen, schnell alles sagenden, bevor man es sich anders überlegt. Das untermauert gut die verschiedenen Persönlichkeiten, die doch alle eines gemeinsam haben. Nicht ihr Leben leben zu dürfen wie sie es wollen.


    Lea Söhner zeichnet 13 verschiedene Persönlichkeiten in einem
    Familienverband. Sie bringt das Wesentliche gut zur Anschauung. Auch das Frauenbild der damaligen Zeit wird bildhaft und manchmal sehr emotional vermittelt. Die Schicksale der Frauen sind interessant zu lesen. Für die volle Punktzahl fehlt mir persönlich lediglich die
    Abrundung. Der Bogen der Einstiegsszene zum Ende ist für mich nicht klar genug. Dennoch tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.


    Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die einen Einblick in das bäuerliche, im Glauben verwobene Leben der Landbevölkerung, vor allem der Frauen, seit den 20iger Jahren erhalten wollen.


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    abetterways avatar
    abetterwayvor einem Jahr
    Vielleicht im Himmel einmal

    Inhalt:
    "Zwölf Frauen und ein Mann. Ihre Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein und doch
    entstammen alle derselben Familie. Jede der Frauen ist auf ihre Art geprägt vom Charisma
    des mächtigen Ehemanns, Vaters und Großvaters Heinrich. Eindringlich verwebt Lea Söhner diese Lebensgeschichten zu einem farbenprächtigen Familienroman, der sich quer durch die
    letzten achtzig Jahre zieht.
    Da ist etwa Elfriede, die nach dem achten Kind lieber abtreiben würde. Ihr Kind Christel wird
    trotzdem geboren, doch sie kann es nicht lieben. Christel ihrerseits kann später ihre Tochter
    Maren nicht annehmen. Gelingt es Maren, das Trauma des ungeliebten Kindes bei ihrer
    eigenen Tochter zu durchbrechen?
    Vielleicht im Himmel einmal entdeckt das pralle Leben voll Liebe, Schmerz und Schönheit
    unter dem grauen Teppich einer sinnenfeindlichen Religion.
    Mit bildhaft-klarer Sprache, die ob ihrer Direktheit den Lesern zuweilen den Atem raubt,
    erzählt die Autorin, wie Frauen um ihren eigenen Weg ringen. Manche finden heraus aus
    religiöser und familiärer Klammer, andere gehen an Heinrichs Anspruch zugrunde.
    Ungeschönt, ohne niedliches Beiwerk, gelingen Lea Söhner prägnante, unverwechselbare
    Frauengestalten, deren Leben sich mit dem Weltgeschehen ihrer Zeit verbinden.
    Ein zu Herzen gehendes Debüt."

    Meinung:
    Das buch besteht aus mehreren Geschichten au der Sicht der Tochter. Es ist abwechslungsreich und sehr lesenwert. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen.
    Mir hat das buch im großen und ganzen sehr gut gefallen, wobei ich sicher bin das das Buch nicht ein Fall für jederman ist.

    Fazit:
    Ein Buch mit vielen Geschichten und Gesichtern.

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    familybooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht stand halten
    Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht stand halten

    Ich hatte mich richtig auf dieses Buch gefreut. Das es sich um ein christliches Buch handelt, hab ich aus der Beschreibung nicht raus gelesen und das stört mich eigentlich auch nicht. Gestört hat mich eher die extrem komische Art und Weise des Glaubens. 


    Heinrich war irgendwie richtig besessen und ich hatte immer wieder das Gefühl hier wird von einer Sekte gesprochen.


    Die verschiedenen Kapitel sind leider nur so dahin geplätschert ohne das das Buch mich in seinen Bann ziehen konnte.

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor einem Jahr
    Kurzmeinung: berührende Familiengeschichte
    berührende Familiengeschichte

    Klapptext;
    Zwölf Frauen und ein Mann. Ihre Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein und doch entstammen alle derselben Familie. Jede der Frauen ist auf ihre Art geprägt vom Charisma des vom Pietismus durchdrungenen und von einem einschneidenden persönlichen Schicksal gebeutelten Ehemanns, Vaters und Großvaters Heinrich.
    Da ist etwa Elfriede, die nach dem achten Kind lieber abtreiben würde. Ihr Kind Christel wird trotzdem geboren, doch sie kann es nicht lieben. Christel ihrerseits kann später ihre Tochter Maren nicht annehmen. Gelingt es Maren, das Trauma des ungeliebten Kindes bei ihrer eigenen Tochter zu durchbrechen?

    Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.Die Autorin erzählt uns hier die Geschichte einer religiösen Familie über einen langen Zeitraum hinweg.In den einzelnen Kapiteln wird er Lebensweg von  Frauen aus dieser Familie geschildert.Ihre Schicksale haben mich sehr berührt und emotional sehr bewegt.Ihre Lebenswege waren sehr unterschiedlich und doch wurden alle Frauen geprägt und beeinflusst durch Heinrich.Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Ich bin mit dem Lesen sehr gut voran gekommen.Die Seiten flogen nur so dahin und ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen.Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Die Frauen hatten alles unterschiedliche Charaktere welche hervorragend ausgearbeitet wurden.Das hat mir sehr gut gefallen.Durch die  sehr gefühlvolle und beeindruckende Erzählweise der Autorin wurde ich förmlich in die Geschichten hinein gezogen.Auch wurden viele Szenen sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Ich mit gefühlt,mit gebangt und mit gelitten.Teilweise haben sie sich Ihrem Schicksal ergeben und mussten sich unterordnen.Sie hatten viele Träume doch durften Sie nicht verwirklichen.Sehr authentisch erzählt uns die Autorin darüber.Ich habe mit großem Interesse dieses Geschichten gelesen und sie haben mich sehr zum Nachdenken angeregt.Ich  habe auch gespürt das die Autorin sehr viel Wärme und Herzblut in dieses Buch gelegt hat.Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt sehr gut zu diesem Werk.Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und vergebe glatte 5 Sterne

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    UteChristines avatar
    UteChristinevor einem Jahr
    Vor Gott sind alle gleich

    Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Heinrich ist in einem strengen Elternhaus groß geworden und wäre gerne Priester geworden. Es reichte dann nur zum Laienpriester. Seine Frau Wilhelmine wird nach dem Tod tabuisiert, er hätte sie nicht lieben dürfen meint er bzw. wired ihm eingeredet.

     Die Töchter bestrafen sich selbst, die eine Tochter darf ihren Verehrer nicht heiraten, als sich rausstellt, dass er eine andere Konfession hat. Sie heiratet dann einen Mann, der ihr nicht gut tut.

    Die einzelnen Kapitel sind der jeweiligen Tochter gewidmet. Es ist sehr übersichtlich, durch die Auflistung vorne und den Stammbaum hinten im Buch.

    Das Cover und der Schreibstil von Lea Söhner haben mir sehr gut gefallen.


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    Ginger0303s avatar
    Ginger0303vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine mitreisende Familiengeschichte.
    "Vielleicht im Himmel einmal" von Lea Söhner

    Inhalt: Zwölf Frauen und ein Mann. Ihre Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein und doch entstammen alle derselben Familie. Jede der Frauen ist auf ihre Art geprägt vom Charisma
    des mächtigen Ehemanns, Vaters und Großvaters Heinrich. Eindringlich verwebt Lea Söhner diese Lebensgeschichten zu einem farbenprächtigen Familienroman, der sich quer durch die letzten achtzig Jahre zieht. Da ist etwa Elfriede, die nach dem achten Kind lieber abtreiben würde. Ihr Kind Christel wird trotzdem geboren, doch sie kann es nicht lieben. Christel ihrerseits kann später ihre Tochter Maren nicht annehmen. Gelingt es Maren, das Trauma des ungeliebten Kindes bei ihrer eigenen Tochter zu durchbrechen?
    Vielleicht im Himmel einmal entdeckt das pralle Leben voll Liebe, Schmerz und Schönheit unter dem grauen Teppich einer sinnenfeindlichen Religion. Mit bildhaft-klarer Sprache, die ob ihrer Direktheit den Lesern zuweilen den Atem raubt, erzählt die Autorin, wie Frauen um ihren eigenen Weg ringen. Manche finden heraus aus
    religiöser und familiärer Klammer, andere gehen an Heinrichs Anspruch zugrunde. Ungeschönt, ohne niedliches Beiwerk, gelingen Lea Söhner prägnante, unverwechselbare
    Frauengestalten, deren Leben sich mit dem Weltgeschehen ihrer Zeit verbinden.
    Ein zu Herzen gehendes Debüt.

    Meine Meinung: Das besondere an diesem Buch ist. Jedes Kapitel erzählt die Geschichte von jemand anderem. Trotzdem sind alle Geschichten mit einander verbunden. In jeden Kapitel lernt man einen anderen tollen Charakter kennen und lieben. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Wünsche und seine eigenen Fehler. Trotz den vielen Charaktere wusste ich genau welcher wer ist. Denn am Anfang des Buches werden alle Charaktere kurz beschrieben. Was übrigens eine sehr tolle Idee ist. Auch ein großes Lob an die Autorin. Sie hat wirklich einen wunderbaren Schreibstil.

    Fazit: Ein sehr emotionales Buch mit einer spannenden Familiengeschichte.

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    chrikris avatar
    chrikrivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hier sieht man ziemlich genau, das jeder auf eine andere Art und Weise an Gott glaubt und dadurch es zu verschiedenen Lebensansichten kommt.
    Eine schöne Familiengeschichte

    Jedes Kapitel wird aus Sicht einer Tochter erzählt.

    Somit kommen verschiedene Schicksale zu Tage. Eine Familie und doch so verschiedene Lebenansichten.

    Alle Charaktere und auch die Schauplätze und deren Gegebenheiten sind sehr gut beschrieben. Auch wurden die Emotionen recht authentisch dargestellt.

    Auch wenn ich nicht so gläubig bin, hat es mich nicht gestört das das Buch sehr auf Gott und dem Glaube an Ihm, aufgebaut ist.

    Ich bin aber der Meinung das es doch vermerkt werden sollte das es sich hier um eine religiöse Familiengeschichte handelt.

    Aber ich fühlte mich sehr unterhalten und mochte die Geschichte und empfehle das Buch jedem, der Familiengeschichten mag und sich nicht daran stört das "Gott" hier eine große Rolle spielt.

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    Waschbaerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Familiengeschichte, bei der einzelne Mitglieder durch falsch verstandene Gottesfurcht ihrem eigenen Glück keine Chance geben.
    Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese Drei. Aber das Höchste unter ihnen ist die Liebe.

    Das vorliegende Buch "Vielleicht im Himmel einmal" von Lea Söhner ist ein Familienroman der anderen Art.

    Der Prolog, ein Paukenschlag. Bei der Beerdigung ihrer Tante Luise holt Sonja den Großvater Heinrich mit wenigen, aber ausgewählten Worten von seinem angestammten Sockel. Unerreichbar war er für seine Familienmitglieder, die sich nie erlaubten sein Denken, Handeln und seine Entscheidungen über ihr Leben in Frage zu stellen. Man fügte sich. Über seinen Tod hinaus reichte noch immer sein langer Arm. Doch damit soll nun Schluss sein. 

    Heinrich, dieser Übervater wäre am liebsten Priester geworden. Doch aus armen Verhältnissen stammend reichte es nur zum Laienprediger. Doch Gott schenkte ihm zum Ausgleich eine tiefe Liebe zu einer Frau, die ihm die gleichen tiefen Gefühle zurückgab. Wilhelmine, die er später auch heiratet glaubte schon nicht mehr daran, dass es das Leben jemals wieder gut mit ihr meinen könnte.  Doch dann begegnete ihr die Liebe. Ein Gottesgeschenk. Im Grunde könnten sie ein glückliches Leben führen, wären da nicht die engen Auslegungen des christlichen Glaubens der damaligen Zeit. Ein guter Christ war, wer die fleischliche Lust unterdrückt.

    Wilhelmine stirbt an Schwindsucht und Heinrich heiratet kurze Zeit später Elfriede. Er braucht eine Ehefrau und auch eine Mutter für seine 4 Kinder. Nachdem er selbst an Krebs erkrankte und geheilt wurde glaubt er, dies sei die Strafe für seine erste Ehe gewesen, weil seine Ehefrau ihn lockte und er seine fleischliche Lust nicht hätte zügeln können. Deshalb habe Gott diese Ehe nicht gewollt, sagte ein Priester. Heinrich saugt diese Worte auf  und findet sich und vor allem Wilhelmine schuldig. Von dem Moment an wurde seine erste Ehefrau, die ihn so glücklich machte, totgeschwiegen. War er doch überzeugt seine Leidenschaft zu ihr, ihre gegenseitig körperliche Erfüllung war Sünde.

    Von da an ist er allgegenwärtig - der strafende Gott.

    Seine Kinder leiden unter der Last dieses "christlichen" Glaubens. Darf man nicht glücklich sein? Ist es verboten einen Mann zu lieben, nur weil er einer anderen Konfession angehört? Heinrich verlangt unzählige, unsinnige Opfer von seinen Töchtern, die deshalb anfangen und sich selbst geißeln, bis sie todunglücklich sind.

    Erzählt werden die einzelnen, oftmals traurigen Lebensgeschichten aus Sicht der jeweiligen Tochter. Einen strafenden Gott - kann man den lieben oder nur fürchten? Oder erträgt man ihn nur, wenn man sich von ihm abwendet? Der liebende Gott - wo war sein Platz in Heinrichs Leben, dem Leben seiner Kinder?

    Das Buch ließ mich teilweise sprachlos werden.  Trotzdem konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Aber so war es wohl einmal.

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    Lesewunders avatar
    Lesewundervor einem Jahr
    Kurzmeinung: berührende Geschichte der Frauen einer Familie und zugleich historisch informativ
    Frauenschicksale in der Zeit von 1918 bis jetzt in einer männer dominierten Gesellschaft


    Geschildert wird das Schicksal  der Frauen der Familie über mehrere Jahrzehnte. Seinen Anfang nimmt die Erzählung mit der Heirat des streng pietistischen Heinrichs mit der lebensfrohen Wilhelmine kurz nach Ende des 1. Weltkrieges. Sie führen eine glückliche und sexuell erfüllte Ehe. Sie bekommen 3 Mädchen und einen Sohn. Kurz nach dessen Geburt stirbt Wilhelmine an Krebs. Heinrich bleibt mit den 4 Kindern allein zurück. Die Familie ist durch die Arztkosten völlig überschuldet. Wenige Monate später heiratet er - wie früher üblich -erneut. Die neue Frau - Elfriede wird gebraucht, um die Kinder zu versorgen und auf dem Hof mit zu helfen. Als auch Heinrich an Krebs erkrankt, sucht er seine Heilung bei einem Pfarrer. In langen Gesprächen kommt Heinrich zu der Überzeugung, dass seine Ehe mit Wilhelmine Sünde war und alle folgenden Ereignisse die Strafe Gottes dafür. Endlich versteht er,  warum er mit so viel Unglück geschlagen wurde. Fortan existiert Wilhelmine nicht mehr. Nach seiner überraschenden Gesundung, führt er ein Gottesfürchtiges Leben und achtet bei der Erziehung der Kinder darauf, sie streng religiös zu erziehen. Alles, was nicht Gottes Lob dient, ist des Teufels. Die Mädchen und dazu gehören weitere 6 aus der 2. Ehe helfen auf dem Hof, besuchen die Volksschule und machen nur im Ausnahmefall eine Ausbildung. Und alle neun finden kein persönliches Glück im Leben und scheitern jede auf ihre Weise. Besonders die Mädchen aus der 1. Ehe glauben, dass besondere Schuld auf ihnen lastet. Und als ob sie sich selbst bestrafen müssten, finden sie sich in Ehen wieder, die nicht glücklich werden. Erst in der Generation der Enkelinnen gibt es Versuche gibt es Versuche, sich aus diesen Zwängen zu befreien.
    Ich fand das Buch interessant und traurig. Interessant, weil es durch die Schilderung der Lebensumstände der Frauen auch historische Einblicke in das bäuerliche Leben gibt. Viele Geschehnisse sind typisch für die jeweilige Zeit und nicht nur durch eine pietistische Lebenseinstellung bedingt. Aber vor allem war ich traurig zu lesen, wie wenig Einfluss Frauen auf ihre Lebensgestaltung hatten. Pflicht, Gehorsam, Verzicht gepaart mit schwerer Arbeit waren die Lebensinhalte und wurden nicht in Frage gestellt. Wenn dann noch religiöse Zwänge und die Verteufelung des Geschlechtlichen der Frau hin zu kommen, muss das fast zwangsläufig zu seelischen Problemen führen.
    Positiv bleibt noch zu erwähnen, dass die sachliche Erzählweise keine Wertungen der Ereignisse vornimmt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Lea5858s avatar

    Wie löse ich mich von meinen Ahnen? Wie finde ich zu mir? Ob Maren überleben wird, ist unsicher. Während sie sich von der Brücke stürzt, entsteht wie ein Kaleidoskop das Bild einer Familie über drei Generationen.
    Schuld, Liebe, Zweifel – Vielleicht im Himmel einmal erzählt und verwebt die Lebenswege der Familienmitglieder, die bei allen Unterschieden etwas gemeinsam haben: die Suche nach dem eigenen Weg unter widrigsten Umständen.

    Da ist Heinrich, der einzige männliche Protagonist, der den Tod seiner ersten Frau Wilhelmine als göttliche Strafe betrachtet, weil seine Liebe zu ihr größer war als seine Liebe zu Gott. Wie die Tabuisierung ihrer Mutter den vier Kindern Wilhelmines den Boden unter den Füßen wegzieht, erzählt dieser Roman. Auch die Töchter der zweiten Frau ebenso wie die Enkelinnen werden von diesem Tabu geprägt.

    Der Familienroman lüpft ich den grauen Teppich einer sinnenfeindlichen Religion und entdeckt darunter das pralle Leben voll Schönheit, Schmerz und Sinnlichkeit.

    Es ist ein Buch über die Kräfte zwischen Frau und Mann, zwischen Eltern und Kindern und zwischen dem Menschen und seinem Gott.

    Meine Verlosungsfrage: Kennt Ihr das Phänomen, dass Familienkonflikte oder Tabus das Leben aller Familienmitglieder prägen? Und dass sich diese teilweise über mehrere Generationen ziehen?

    Die Autorin Lea Söhner: (lea-soehner.de)
    Ich studierte Diakonie und Religionspädagogik und arbeitete zehn Jahre als Diakonin in der kirchlichen Sozialarbeit. Ausbildung zur Psychotherapeutin. Mehrere Jahre hielt ich mich in England, Israel, Indien und Südamerika auf.
    Nach Aufbau und Führung von zwei Instituten für Tantramassagen (Dakini) zwischen 1996 und 2015, lebe ich heute als Unternehmerin in Zürich und in Ammerbuch bei Stuttgart.

    Falls Ihr mehr von mir erfahren oder Texte lesen möchet, besucht mich gerne auf meinem Blog: lea-soehner.de


    deidrees avatar
    Letzter Beitrag von  deidreevor einem Jahr
    RaLo? Ich nehme an du bis Lea. Gerne geschehen. Hier findest du auf fb den Link zur Rezi: https://www.facebook.com/profile.php?id=100012884620218&hc_ref=ARQB0D8fBE3_hPbv71D5-dRotYcSoE0Pg3wUjjumJRZ1Z2uMU1wU_JswDbJsNnsr85o&pnref=story Natürlich würde ich mich über ein like auf meiner Seite freue - unter: https://www.facebook.com/DeidreeC/?ref=bookmarks Alles Liebe und einen schönen 1. Adventsonntag. Deidree Nachtrag: Habe die Rezi auch noch auf der Facebook-Seite "Buchtipps und Rezensionen" gepostet. https://www.facebook.com/groups/633609766672776/
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