Lea Streisand Im Sommer wieder Fahrrad

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Inhaltsangabe zu „Im Sommer wieder Fahrrad“ von Lea Streisand

Wo die strahlende Lea ist, da ist das Leben – bis sie plötzlich, mit gerade dreißig, schwer erkrankt. Während ihre Freunde Weltreisen planen, aufregende Jobs antreten, heiraten, Kinder kriegen, kreisen ihre eigenen Gedanken um Krankheit und Tod. Als sie fast die Hoffnung verliert, muss Lea an ihre Großmutter Ellis denken. Ellis Heiden war Schauspielerin und Lebenskünstlerin, „eine Frau wie ein Gewürzregal“, lustig, temperamentvoll und furchtlos. In den 1940er Jahren etwa schummelte sie ihren Bräutigam, einen „Halbjuden“, in einer abenteuerlichen Aktion nach Berlin und rettete ihm damit das Leben. Auch die Nachkriegswirren, Mauerfall und Wendezeit meisterte sie mit einer umwerfend unkonventionellen Haltung zum Leben. Die Erinnerung an diese besondere Frau stärkt Lea in einer schweren Zeit den Rücken. Mit leichter Feder, Herz und Humor erzählt Lea Streisand die Geschichte zweier unverwechselbarer, starker Frauen. „Schwierig, dieses Buch zu lesen und sich nicht in diese Frau zu verlieben, für ihre knallharte Herzlichkeit und all den schönen Trotz. Welche Frau, fragen Sie, die Erzählerin oder die Großmutter, über die sie schreibt? Gute Frage. Beide.“ Margarete Stokowski „Sehr nah und unerschrocken blättert Lea Streisand ihre Hauptfiguren auf. Während man mit ihnen wächst, wachsen sie einem ans Herz. Große Themen wie Krieg und Krebs, Theater und das Schreiben: alles handelt letztendlich von der Liebe.“ Kirsten Fuchs "Locker und lässig wirbelt Lea Streisand die Geschichte der Autorin als beinahe Sterbender und ihrer Großmutter als beinahe Unsterblicher zu einem Teppich zusammen, auf dem wir Leser fliegen können." Jakob Hein

Macht nachdenklich...

— Stadtratte85

die Geschichte von starken Frauen, die nicht aufgeben

— coffee2go

Zwei fesselnde Biographien aus einer Familie in einem Buch mit einer Zeitreise durch Berlin ...

— VeraHoehne

So viel Schnoddrigkeit in guter Literatur habe ich selten gelesen. Für meine Berliner Seele ein Happening der besonderen Art

— Nil

Schwieriges Thema beeindruckt!

— silvia1981

Berührender wie unterhaltsamer Roman über eine waschechte, gesundheitlich in akute Bedrängnis geratene Berlinerin und ihre Großmutter.

— Marapaya

Im Sommer wieder Fahrrad, ein Titel, der nicht erwarten lässt, welche ergreifende Geschichte sich dahinter verbirgt.

— barbwire1de

Ein beeindruckendes Buch das einem Lebensmut geben kann. Es sprüht vor Hoffnung, Humor und Lebensfreude zweier Frauen.

— claudi-1963

Der Funke sprang nicht über...

— Sommerregen

Ehrlich, offen und faszinierend ;)

— Sumsi1990

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  • Das Leben meiner Großmutter oder wie sie es schaffte mein Leben zu verändern

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. March 2017 um 10:02

    Im Sommer wieder Fahrrad, der Titel alleine sagt nicht viel um Inhalt aus daher kurz hier zum Inhalt: Wo die strahlende Lea ist, da ist das Leben – bis sie plötzlich, mit gerade dreißig, schwer erkrankt. Während ihre Freunde Weltreisen planen, aufregende Jobs antreten, heiraten, Kinder kriegen, kreisen ihre eigenen Gedanken um Krankheit und Tod. Als sie fast die Hoffnung verliert, muss Lea an ihre Großmutter Ellis denken. Eine Geschichte zweier unverwechselbarer, starker Frauen. Das Buch, der Plot und vor allem seine charmanten Hauptdarsteller haben mir sehr gut gefallen. Luftig und leicht was den Lesefluss positiv beeinflusst, liest sich der Roman um Enkelin und Oma und konnte mich gleich von Anfang an überzeugen. Immer wieder musste ich bei manchen Stellen innehalten und an meine geliebte Großmutter denken, und das ist es auch schon was mich an diesem Buch so fasziniert hat, jeder kann sich in die Figur hineinversetzen der am Leben seiner Großeltern teilhaben durfte. Gut gefallen haben mir auch die Geschichtsträchtigen Zeilen. Gut und verständlich beschrieben boten sie einen guten Eindruck vom damaligen Leben. Alles in allem ist Im Sommer wieder Fahrrad sehr zu empfehlen, ich habe die ehrliche schonungslose Herangehensweise mit dem Thema Krankheit auch als sehr gut empfunden, daher gibt einem dieser Roman beim Lesen Hoffnung, Zuversicht und Mut schwierige Situationen im Leben so gut und vor allem gelassen zu meistern wie die Hauptdarstellerin. Fazit: Ich mochte diesen Roman sehr da ich beim Lesen immer wieder an meine Großmutter erinnert wurde kurz konnte ich abtauchen inj das Leben von Früher, einziges Manko, für mich hätte der Roman noch etwas länger sein dürfen, ich werde mir aber nach dem Lesen dieses Buches weitere Romane von Lea Streisand besorgen in der Hoffnung dass diese genau so gut sind wie Im Sommer weder Fahrrad! 

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  • Die Kolumnistin mal ganz anders

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Stadtratte85

    07. February 2017 um 15:15

    In dem Buch "Im Sommer wieder Fahrrad" geht es um Lea, die an Krebs erkrankt und sich von heute auf morgen in einem neuen Alltag wiederfindet. Die alten Zukunftspläne sind (zumindest vorläufig) nicht mit wichtig und an ein normales Leben ist nicht zu denken. Um nicht den Mut zu verlieren, setzt sich Lea mit den Erinnerungen an ihre Großmutter auseinander. Das Buch verbindet zwei Biographien miteinander und gefällt mir sprachlich gut. Mir ging am Anfang nur die permanente Bezeichnung "Mütterchen" ein wenig auf die Nerven, aber das soll jetzt kein Kritikpunkt sein. Dem Leser wird einerseits das Leben mit der Krankheit verdeutlicht, was ein ziemlich beklemmendes Gefühl und manchmal auch Gänsehaut verursacht und andererseits vermittelt dieses Buch unglaublich viel Lebensfreude und macht Mut.

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  • ein buch- zwei leben... zwischen hoffnung und loslassen

    Im Sommer wieder Fahrrad

    bri114

    03. February 2017 um 13:39

           das cover vereinigt gleich 2 stile miteinander- auf einer fotographie abgebildet ist eine junge elegante frau mit einer zigarette. sie liegt in einer röhre/rolle und stellt wohl die im buch beschriebene oma= mütterchen dar.  im kontrast dazu gibt es eine gezeichnete pusteblume, deren schirmchen z.t. aufsteigen. als ein ausdruck des vergehens?- da es im buch auch um eine schwere erkrankung sowie das verrinnen des lebens geht. beim ausräumen der wohnung ihrer großmutter ellis, liebevoll mütterchen genannt, die nun mit 92 lebensjahren ins heim zieht, entdeckt lea einiges interessante aus deren bewegtem leben.  deshalb entschließt sie sich, das leben ihrer großmutter in einem buch zu bewahren. diese hatte nur den einen großen traum: sie wollte unbedingt schauspielerin werden. und hat es trotz krieg, ungewollter schwangerschaft und diverser weiteren widrigkeiten auch erreicht. lea selbst, erst anfang 30, erhält etwa zeitgleich die diagnose lungenkrebs und so wird die beschäftigung mit dem schreiben des buches zu einer art therapie. in erinnerung an ihre oma und deren leben kann sie ihr eigenes schweres schicksal besser verkraften und verzweifelt auch nicht, als ihr kinderwunsch durch die aggressive therapie infrage gestellt wird. die rückblenden zu mütterchen's leben, gemeinsame erinnerungen von lea und die sprünge in die gegenwart sind spannend erzählt und nie verwirrend.  eine weitere wichtige person in diesem (autobiographischen?) werk ist paul, lea's partner. immer an ihrer seite gibt er nie auf, ist der fels in der brandung und man ertappt sich dabei, wie man schon fast mit einer spur von neid darauf hofft, genau so einen paul auch an seiner seite zu haben, falls man selbst so eine schwere zeit durchstehen müßte. einen partner, der nie den mut verliert, der uns um unserer selbst willen ohne bedingungen liebt und das vertrauen nie erschüttert wird. der roman liest sich sehr flüssig und spannend. trotz der durchaus schweren themen schafft es lea streisand durch ihre lockere, humorvolle schreibweise, daß die balance zwischen hoffnung, loslassen, traurigkeit und lebenslust stimmt. ein buch, das berührt und zugleich traurig, lustig, (be-)rührend, spannend ist- voller emotionen, voller leben. 

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  • zwei starke Frauen

    Im Sommer wieder Fahrrad

    coffee2go

    01. February 2017 um 11:10

    Kurze Inhaltszusammenfassung: Lea ist 30 Jahre alt, lebenslustig und steht mitten im Leben – bis sie plötzlich erfahren muss, dass sie an Krebs erkrankt ist. Die Autorin beschreibt den Umgang mit ihrer Krankheit, mit Höhen und Tiefen. Gleichzeitig gedenkt sie ihrer verstorbenen Großmutter, indem sie durch ihre intensive Beschäftigung mit den Hinterlassenschaften in Form von Bildern und Briefen „Mütterchen“, wie sie von allen genannt wurde, wieder lebendig werden lässt.   Meine Meinung zum Buch: Lea Streisand hat eine sehr mitreißende Art zu schreiben, sodass ich das Buch quasi in einem Rutsch gelesen habe und kaum weglegen konnte. Trotz der ernsten Themen, war es schön, das Buch lesen zu dürfen und auch die negativen Seiten zu erfahren. Lea Streisand schreibt mal humorvoll, mal zynisch, mal frech – treffend, wie es für die Situation gerade passt. Super gelungen finde ich die Idee, dass sie zwei Lebensgeschichten in einem Buch verpackt hat: Einerseits ihre Erfahrungen und ihr Umgang mit ihrer plötzlich aufgetretenen Krebserkrankung und auf der anderen Seite die Erinnerungen an ihre verstorbene Großmutter, die in ihrem Leben als Schauspielerin und Regieassistentin sowie während der Kriegsjahre sehr viel erlebt hat. Beide Lebensgeschichten ergänzen sich so gut und vor allem die Erinnerung an ihre Großmutter gibt Lea während ihrer Zeit der Krankheit und der Chemotherapie sowie danach Kraft und Stärke.   Titel und Cover: Den Titel habe ich schon von Beginn an sehr schön gefunden, wenn man dann mitten im Lesen ist, erfährt man auch die tiefere Bedeutung und dann ist er wirklich sehr treffend und gelungen. Am Cover gefällt mir die Farbe, die mich persönlich gleich angesprochen hat und das Foto von Mütterchen.   Mein Fazit: „Im Sommer wieder Fahrrad“ ist ein Buch mit einem wunderschönen Titel und beschreibt das wahre Leben mit Höhen und Tiefen von damals und heute, sodass ich eine klare Leseempfehlung aussprechen muss!

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  • "Der Lappen muss hoch" (The Show Must Go On)

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Gise

    30. January 2017 um 23:50

    Lea Streisand ist niedergeschmettert, als sie die Diagnose Krebs erhält. Es beginnen einige Monate mit Chemotherapie, Ängsten, dem Gefühl ausgeliefert zu sein, sich schwach zu fühlen und allem, was sonst noch dazu gehört. Um mit diesen Ängsten fertig zu werden, wendet sie sich dem Projekt zu, die Lebensgeschichte ihrer Großmutter aufzuschreiben. Diese war eine begnadete Schauspielerin und Regieassistentin und für Lea eine wichtige Bezugsperson in ihrer Kindheit. Anhand von einem geerbten Koffer mit allerlei Erinnerungen lernt Lea das Leben ihres „Mütterchens“ neu kennen. Es ist eine ergreifende Geschichte, die Lea Streisand hier erzählt, vor allem in ihrem Erleben mit dem Krebs, der ihr ein Leben wie bisher, mit Reisen, Arbeiten, Kinder kriegen verwehren möchte. Leas Gedanken kreisen um das nackte Überleben, um das Wiedergewinnen von Lebensqualität. Als Gegenpol dazu entwirft sie das Leben ihrer Großmutter, eine starke Frau, die sich auch in schweren Zeiten nicht die Butter vom Brot nehmen ließ. Durch die Verquickung dieser beiden Erzählebenen wird die Geschichte leichter, lässt sich trotz aller Rückschläge durch die Krankheit leicht und flüssig lesen. Die Geschichten, die Lea Streisand berichtet, haben mich teilweise tief berührt, die geschilderten lustigen Anekdoten waren dazu ein guter Kontrapunkt. Insgesamt ein gelungenes Buch über zwei starke Frauen, sehr empfehlenswert.

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  • Ein Buch, das ich ungern aus der Hand gelegt habe - autobiographisch, lustig und traurig zugleich

    Im Sommer wieder Fahrrad

    VeraHoehne

    28. January 2017 um 17:18

    Autorin:Lea Streisand, Jahrgang 1979, ist Ur-Berlinerin. Sie studierte Neuere Deutsche Literatur und Skandinavistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Bereits seit 2003 ist sie nicht nur auf den Berliner Lesebühnen zu Hause, sondern auch gern gesehener Gast auf Lesebühnen und Poetry Slams in Österreich und der Schweiz. Ihre heiteren Stories über Menschen und Berlin im Speziellen hat sie bereits auf mehreren Hörbüchern vertont. In Textform sind diese Erzählungen in den Büchern „Berlin ist eine Dorfkneipe“ (2012) und „War schön jewesen“ (2016) erschienen. Sie hat eine monatliche Kolumne in der Tageszeitung „taz“ sowie eine wöchentliche Hörfunk-Kolumne auf Radio Eins des RBB. „Im Sommer wieder Fahrrad“ ist ihr erster, zudem autobiographischer Roman. Handlung:Lea, gerade mal 30, steht mitten im Leben, ist Queen der Berliner Erzählbühnen und befindet sich kurz vor Abschluss ihres Magisters, als die lebensbedrohliche Diagnose Lymphdrüsenkrebs sie plötzlich ausbremst. Während für ihre Freunde das Leben mit neuen Jobs, Familiengründung und Wohneigentum weiter geht, dreht sich Leas Leben ein Jahr lang um Chemotherapie und Todesangst. Um sich davon abzulenken, beschließt sie, endlich das Versprechen einzulösen, dass sie einst der hochbetagten Großmutter – der Schauspielerin Ellis Heiden – gab und deren Lebensgeschichte niederzuschreiben. Sie widmet sich dem alten Koffer, den sie einst aus dem Abstellraum ihrer Oma geerbt hat und der prall gefüllt ist mit Erinnerungen und überraschenden Geschichten aus deren Leben. Fazit:Als ich davon hörte, dass Lea Streisand Ende 2016 bei Ullstein neben dem Kurzgeschichten-Band „War schön jewesen“ auch diesen autobiographischen Roman veröffentlicht, war für mich von vornherein klar, dass ich den natürlich auch lesen muss, auch wenn mir Lea bisher natürlich in erster Linie durch ihre lustigen Kolumnen und Erzählungen ein Begriff war.Das Cover hat einen ansprechenden türkisen Farbton, Textil-Optik mit Stickerei (wie Notizbücher früher mal) und ein Porträt-Foto von Leas Oma festgehalten mit einem der im Buch oft erwähnten „Schnipsgummis“. Die Umschlaggestaltung ist sehr ansprechend und ein wenig an die Zeit, in der Leas Oma lebte, angepasst.Das Schriftbild ist angenehm großzügig. Die 270 Seiten umfassen Prolog, 24 Kapitel von sehr angenehmer Leselänge, Epilog und Quellennachweis.Dies war ein Buch, dass mich vom 1. Kapitel an gefesselt hat, obwohl ich zunächst ein wenig skeptisch war, ob es nicht vielleicht für meinen Bedarf zu viele tragische Elemente, wie Leas Krebserkrankung und das Leben ihrer Oma mit Weltkriegen und deutscher Teilung enthalten könnte. Trotz dieser tragischen Fakten, ist es Lea Streisand bestens gelungen, die Leser für die Dauer des Buches herzlich mit in ihre Familie, in ihr Leben aufzunehmen und daran teilhaben zu lassen. Sie beweist, dass man trotz Todesangst auch Ironie und Galgenhumor nicht verlieren sollte und macht damit sicher auch anderen, selbst von Krebs Betroffenen Mut.Parallel zu ihrem eigenen Schicksal nimmt sie ihre Leser mit auf Zeitreise in das Leben ihrer mutigen und unkonventionellen Oma, der Schauspielerin Ellis Heiden, Jahrgang 1912, in den 30er und 40er Jahren als Schauspielerin tätig. Man erfährt viel über das Leben in Berlin damals und die Theaterszene in dieser Zeit, über den 2. Weltkrieg, die deutsche Teilung und die Rolle der Frau und Alleinerziehenden in diesen Zeiten.Ich hatte vor der Lektüre dieses Buches einige Rezensionen gelesen, in denen bemäkelt wurde, dass dem Buch der klassische Plot mit Protagonist und Antagonist, Spannungsbogen und das Heldenprinzip fehlt. Ehrlich gesagt, kann ich diese Kritikpunkte und die Erwartungshaltung dieser Rezensenten nicht so ganz nachvollziehen, da es sieht bei diesem Buch weder um einen Unterhaltungs- noch einem Kriminalroman handelt, sondern ganz klar, wie auch der Klappentext vermuten lassen muss, um einen autobiographischen Roman zweier Lebensgeschichten innerhalb einer Familie. Und Heldinnen hat dieser Roman ja nun wirklich gleich zwei: Die sympathische Lea, die ihre Krebserkrankung überwunden hat und ihre mutige, unkonventionelle Oma, die in ihrem langen Leben so viele „Eisberge umschifft“ hat.Für mein Empfinden war dies ein ganz großartiges Buch, das ich trotz der traurigen Momente darin für meine Verhältnisse wirklich aufgesogen habe. Von mir gibt hierfür glatte 5***** Sterne!

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  • Flott geschriebenes Buch

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Dominikus

    10. January 2017 um 16:50

    Hier erzählt ein Berliner Mädel von sich, selbstbewusst und forsch. Lustig ist ja auch schon das Cover mit Lea in der Tonne. Was vordergründig so leicht und munter wirkt, hat aber auch eine andere Seite, zum Beispiel eine Krebserkrankung. Lea Streisand geht mit den wichtigen Themen nicht leichtfertig um. Eine wichtige Person für Lea ist ihre Großmutter, die ein aufregendes Leben führte. Mütterchen, wie ihre Großmutter genannt wird, ist eine starke Frau, dickköpfig, lebensklug und mit viel Humor. Eine die immer wieder aufsteht. Es wechseln die Handlungsabschnitte zwischen Leas Krankheitsverlauf und Therapie und Mütterchens Lebensgeschichte, und damit auch die Welt des Theaters im 20 Jahrhunderts, denn sie war ehemals Schauspielerin und Regieassistentin. So wird es ein flott geschriebenes Buch über zwei liebenwerte Menschen, die schweres durchmachen mussten, aber nie ihren Humor und ihren Mut verloren.

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  • Nicht der erwartete Roman - trotzdem großartig

    Im Sommer wieder Fahrrad

    DasLeseschaf

    07. January 2017 um 17:01

    Vor ein paar Jahren, beginnend im November 2013, erschien in der taz, für die Lea Streisand auch heute noch regelmäßig schreibt, der Fortsetzungsroman "Der Lappen muss hoch. Versuch eines Romans über meine Großmutter". Über viele Wochen hinweg berichtete die Autorin von ihrer Großmutter, der Schauspielerin Ellis Heiden, von der Familie Mütterchen genannt. Sie erzählte von den Briefen und Aufzeichnungen dieser Frau und davon, wie sie das Leben der Großmutter zu rekonstruieren versuchte. Es entstand eine Biografie samt Making-of. Nach Abschluss des Fortsetzungsromans kündigte Lea Streisand bereits eine Buchfassung an, auf die ich sehr gespannt wartete.Als der Roman "Im Sommer wieder Fahrrad" angekündigt wurde, erwartete ich nach der Lektüre der Verlagsankündigung nun endlich den "Mütterchen-Roman". Es ist jedoch keineswegs der Fortsetzungsroman aus der taz sondern vielmehr etwas neues, das auf denselben Stoff zurückgreift.Lea Streisand erzählt zwei Geschichten parallel: die von ihrer eigenen Krebserkrankung und die ihrer Großmutter, an die sich während der Behandlung immer wieder erinnert und durch deren Aufzeichnungen sie stöbert. Trotz des schweren Themas Krebserkrankung ist es kein bedrückender, trauriger Roman geworden, was neben den Einschüben aus dem Leben der Großmutter auch an Lea Streisands großartigem Erzählstil liegt. Es wird sogar witzig, aber nie albern. Insgesamt ein großes Lesevergnügen, gerade weil es nicht ganz das Buch ist, das ich erwartet hatte.Anders als manche KolumnenschreiberInnen oder LesebühnenautorInnen, die ihre Texte sammeln und dann in einem Buch zusammenfassen, hat Lea Streisand hier einen neuen Text verfasst, der nicht vorher schon bekannt war. Auch der Tatsache, das Romane etwas anders funktionieren als Texte für die Lesebühne, hat sie auf hervorragende Weise Rechnung getragen, sodass sich das Buch wunderbar lesen und genießen lässt.Auf den nächsten Roman kann man gespannt sein, auch wenn ich die Texte für die taz und Radio Eins nicht missen möchte. Und "Der Lappen muss hoch" sollte immer noch als Buch erscheinen...

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  • Gelungenes Debut

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Forti

    30. December 2016 um 13:08

    Lea Streisand verknüpft in ihrem Roman-Debut "Im Sommer wieder Fahrrad" Krebserkrankung und Familiengeschichte der Hauptfigur Lea - in wieweit es sich um eine autobiografische Geschichte handelt, bleibt ungeklärt. Die Autorin wird aber kaum abstreiten können, dass das Buch zumindest autobiografisch geprägt ist. Im Mittelpunkt steht neben Lea die Großmutter, genannt Mütterchen.Die Geschichte wird dabei nie weinerlich oder selbstmitleidig. Die Krebserkrankung und die Auswirkungen von Krankheit und Therapie auf die Hauptprotagonistin und ihr Umfeld werden aber schonungslos beschrieben. Falls dieses Buch den Leser durch eine Krebserkrankung hindurch begleiten soll, vielleicht besser nicht von Anfang an. Noch interessanter als die Geschichte Leas fand ich die Lebensgeschichte Mütterchens, die fast das gesamte wechselhafte zwanzigste Jahrhundert hautnah durchlebt hat. Sowohl im Nationalsozialismus, in der DDR als auch in der Bundesrepublik hatte sie immer ihren eigenen Kopf und ging ihren Weg als Schauspielerin und Regieassistentin am Theater.Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr. Er ist intelligent und flüssig. Gegen Ende hat die Geschichte der Krebstherapie einige Längen. Insgesamt aber eine lesenswerte, gut geschriebene Geschichte über zwei starke Frauen.

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  • Ein wunderbares Debüt einer starken Frau!

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Nil

    30. December 2016 um 08:02

    Man nehme eine Berliner Schnauze mit Herz am rechten Fleck und einem großen Schreibtalent schüttle gut und man erhält den tolle Roman: "Im Sommer wieder Fahrrad" von Lea Streisand. Von den viele Romanen, die ich in 2016 gelesen habe, ist dies recht spät hinzugekommen, aber definitiv unter den Top 5 des Jahres! Lea Streisand hat mit ihrem Debüt "Im Sommer wieder Fahrrad" ein phänomenal überzeugendes Werk geschaffen! Es ist ein autobiografisches Buch über die Krebserkrankung der Autorin mit Anfang 30 und die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, einer Lebefrau des Theaters in Ost-Berlin. Eine gewagte, aber gelungene Kombination. Geschichten der Chemotherapie haben an sich viel Trauer- und Tragikpotential und laden ein über die eigenen Sterblichkeit zu sinnieren, aber Lea Streisand schafft es einerseits ungeschminkt ihr Leid dazustellen und zur gleichen Zeit wahnsinnig humorvoll zu beschreiben was vor sich geht. Das Leben der Oma ist einfach ein Knaller! Wie eine Wundertüte des Lebens in dem eine furchtlose Frau alle Gelegenheiten am Schopf packt. Sehr erfrischend! Ich freue mich Lea Streisand für mich entdeckt zu haben und würde mich sehr freuen, wenn der Fankreis weiter wächst! Es loht sich auf die Autorin bei YouTube zu stalken, den sie ist ein Highlight zum Lauschen! Und für alle die den Luxus haben in Berlin zu sein: geht zu Ihren Lesebühnen! Fazit: So viel Schnoddrigkeit in guter Literatur habe ich selten gelesen. Für meine Berliner Seele ein Happening der besonderen Art. Unglaublich gut und mit ganz viel Berliner Charme! Unbedingt lesen!

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    • 2
  • Sehr beeindruckende Geschichte über zwei starke Frauen

    Im Sommer wieder Fahrrad

    silvia1981

    29. December 2016 um 16:41

    Das Buch "Im Sommer wieder Fahrrad" von Lea Streisand hatte mich vom ersten Blick an in seinen Bann gezogen. Nicht nur der Titel, auch das wunderschön gestaltete Cover forderte mich intensiv auf zu entdecken, was dahinter steckt. Als ich gelesen habe, dass es um das Thema Krebs geht, und die Autorin selbst die Erkrankte ist und erzählt, wie sie mit der Krankheit umgegangen ist, war mein Interesse nochmal größer. Man hört so viel von dieser Krankheit, aber kann sich gar nicht vorstellen, was es für die Betroffenen wirklich bedeutet, woher sie die Kraft nehmen, an eine gute Zukunft zu denken, wie sie die Behandlungen überstehen, was ihnen Mut macht und letztendlich ob sie den Kampf gewinnen und als welcher Mensch sie daraus hervor gehen. Der Schreibstil und die Art, wie Lea Streisand erzählt, gefällt mir sehr. Ich konnte sehr mit ihr mitfühlen und nicht nur ihrer Großmutter, sondern auch ihr nur meinen größten Respekt zollen. Die Autorin erzählt einiges aus dem Leben ihrer geliebten Großmutter. Diesem kommt sie durch Hinterlassenschaften in einem Koffer auf die Spur. Ihre Großmutter hat ein selbstbestimmtes Leben geführt voller Selbstironie. Sie hat viel erlebt - neben persönlicher Probleme auch die Nazizeit und den Kalten Krieg. Für Lea Streisand wird ihre Großmutter zum großen Vorbild und macht sie stark im Kampf gegen ihre Krankheit, in dem sie auch von ihrem Partner Paul und ihrer Mutter unterstützt wird. Mehr möchte ich hier auch nicht verraten, man muss dieses Buch einfach selbst gelesen haben. Man lernt zwei starke Frauen kennen, die sich trotz großer Schicksalsschläge nicht unterkriegen lassen. Wäre man selbst in der Situation, kann man sich nur wünschen, wie die beiden leben und handeln zu können. Eine tief beeindruckende Geschichte, die lange im Gedächtnis bleiben wird und definitiv fünf Sterne verdient!

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  • Ein Mütterchen gegen die Angst

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Marapaya

    28. December 2016 um 01:03

    Nach zu Hause fühlt es sich an, wenn man ein Buch von einer Autorin liest, deren Geschichten „War schön jewesen“ man seit einer gefühlten guten Ewigkeit jede Woche morgens vor der Arbeit im Radio hört. Jedes einzelne Wort aus Lea Streisands Roman höre ich beim Lesen in ihrer Stimme, mit ihrer Betonung und dem leicht kodderischen Berliner Dialekt. Ich fühlte mich so, als säße sie neben mir auf der Couch und liest mir vor, und ich werde zu keiner Zeit müde davon (sonst leider immer mein Dilemma mit Hörbüchern – liest mir jemand vor, dämmere ich nach wenigen Minuten ins Land der Träume hinüber). Im Sommer wieder Fahrrad liest sich leicht und unterhaltsam, obwohl mir die Thematik die Schuhe auszog. Lea Streisand erzählt von sich, von ihrer Krebserkrankung mit gerade Anfang 30 und von ihrem Mütterchen, ihrer Oma, die eine Schauspielerin war und nach dem Zweiten Weltkrieg als Regieassistentin an den Berliner Bühnen arbeitete, über 90 Jahre alt wurde und die Familie zusammen hält. Lea Streisand ist dabei so ehrlich, offen und schonungslos mit sich, ihrer Familie und ihrer Oma, dass ich fast vergesse, einen Roman zu lesen und am Ende sicherheitshalber nochmal google, ob, ...neinnein, das Ende verrate ich nicht. Die Angst hält Lea fest im Arm, und es ist keine trostvolle Umarmung. Es ist eine Klammer, die ihren Alltag bestimmt und keinen Raum mehr für all die Dinge lässt, die ihr wichtig waren. Selbst das Fahrradfahren verbieten die Ärzte, jede Selbstbestimmung ist dahin, alles ordnet sich der Krankheit unter. Da kommt der Koffer aus Mütterchens Nachlass gerade recht. Die Briefe und Reisetagebücher ihrer beherzten, pragmatischen Großmutter helfen Lea über die schlimmste Zeit hinweg und sind auch für mich als Leser ein kurze Atempause zu Leas Geschichten über Ärzte, Chemotherapien und Schuldgefühlen. Dieser Wechsel in unterschiedliche Erzählzeiten vollzieht sich dabei fließend und manchmal fast unbemerkt. Es ist, als ob ich Mäuschen spielen darf in einer Berliner Familie, die viel erlebt und durchgemacht hat, aber vor allem zusammenhält – Berliner Mauer hin oder her.

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  • Geht an die Substanz

    Im Sommer wieder Fahrrad

    barbwire1de

    25. December 2016 um 12:32

    Inhalt:  Lea ist eine lebensbejahende junge Frau, die immer ein Lachen auf den Lippen hat. Da bekommt sie eine Hammerdiagnose, sie hat Krebs. Wie soll sie damit fertig werden? Warum straft das Leben sie so hart? Wird sie jemals Kinder haben oder war´s das schon. Lea ist sehr traurig und verzweifelt. Paul, ihr Lebensgefährte, ist ihr eine große Stütze während der Chemotherapie. In den schweren Momenten kommt ihr die Großmutter in den Sinn, deren Leben sehr turbulent und alles andere als einfach war. Leas Großmutter war Schauspielerin von Beruf. Sie war außergewöhnlich und hat für ihre Vorstellungen vom Leben gekämpft. In einem Koffer findet Lea eine wahre Fundgrube mit zahlreichen Briefen und Fotos ihrer Großmutter. Indem sie sich mit der Geschichte dieser interessanten Frau befasst, gelingt es ihr, sich von ihrer schweren Krankheit und den Strapazen der Behandlung abzulenken. Meine Meinung: Im Sommer wieder Fahrrad, ein Titel, der nicht erwarten lässt, welche ergreifende Geschichte sich dahinter verbirgt. Man muss dieses Buch intensiv lesen, um es zu begreifen und zu verstehen. Mich hat die autobiographische Geschichte der Autorin Lea Streisand sehr berührt, sie ist so anders, als erwartet. Sie dürfte anderen Frauen in ähnlichen Situationen eine Unterstützung sein. Fazit: Dieses Buch muss man gelesen haben, auch eine Verfilmung würde ich mir sehr wünschen. Autorenportrait: Lea Streisand studierte Neuere deutsche Literatur und Skandinavistik an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 2003 liest sie Geschichten auf Berliner Lesebühnen. Sie ist Mitglied von Rakete 2000 und begründete 2013 die Veranstaltungsreihe Hamset nich kleina? in Berlin Friedrichshain. Rakete 2000 wurde im Frühjahr 2012 vom „Kreis der Freunde und Förderer des Masterstudiengangs Angewandte Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin“ zur besten Berliner Lesebühne 2012 gewählt. 2009 erschien Lea Streisands erstes Hörbuch „Wahnsinn in Gesellschaft“ in der Edition Mundwerk des Periplaneta Verlags. 2010 folgte die erweiterte 2. Auflage als Medienkombination (Buch mit 2 CDs). Mit „Berlin ist eine Dorfkneipe“ erschien im Februar 2012 ihr zweites Buch, ebenfalls als Medienkombination (Buch und CD). Texte von Lea Streisand sind in zahlreichen Anthologien erschienen. Seit 2005 schreibt sie Artikel und Kolumnen für die tageszeitung u. a. Seit 2014 spricht sie die wöchentliche Kolumne „War schön jewesen“ bei Radio Eins. (Quelle: Wikipedia)

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  • Das Leben kann so schön sein!

    Im Sommer wieder Fahrrad

    claudi-1963

    22. December 2016 um 10:49

    Zwei Frauenbilder wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist zum einen die starke Ellis Heiden eigentlich Schauspielerin und Lebenskünstlerin. Sie ist humorvoll, hat Temperament, weiß was sie will und fürchtet sich vor nichts. In den Kriegsjahren rettet sie ihren halbjüdischen Mann mit einer gefährlichen Aktion das Leben, in dem sie ihn aus dem Arbeitslager holt. Sie erlebt die Nachkriegszeit, die Mauer, den Mauerfall und die Wende. Und da ist Lea Streisand eine junge dreißigjährige Frau, mitten im Leben. Sie plant eigentlich schon ihre Familie, Weltreise mit Freunden, einen Job nach dem Studium. Doch da wird sie von der schweren Morbus Hodgkin Erkrankung regelrecht erfasst. Fortan ist nichts mehr so wie vorher, nun bestimmen Ärzte, Chemo und Krankenhaus ihren Alltag. Lediglich die Briefe und Alben ihre Großmutter bringen noch etwas Lichtstrahlen in ihren Alltag. Aber auch Paul und ihre Familie sind in dieser Zeit ihr größter Halt. Meine Meinung: Dieses Buch von Lea Streisand schafft den Spagat zwischen Humor, Lebensmut und Freude, während es auf der anderen Seite um Trauer, Lebensängste und Verzweiflung geht. Sie erzählt die unterschiedlichen Leben von zwei starken Frauen, die eine so lebensbejahend und starke Ellis während auf der anderen Seite die am Boden zerstörte, ängstliche und kranke Lea ist. Ellis ist Leas Großmutter und ihre Briefe, Erinnerungen aber auch ihre lebensbejahende Art schaffen es Lea wieder ins Leben zu katapultieren. Deshalb hat sie auch dieses Buch geschrieben, sicherlich auch um anderen Mut zu machen, nicht aufzugeben. Zwei wunderbarere Sätze aus dem Buch lauten: "Krebs ist die Krankheit der leeren Zeit. Der Langeweile. Und wenn wir irgendwas überhaupt nicht mehr beherrschen heutzutage, ist es, Langeweile zu haben." oder "Bei der Therapie gegen Hodgkin haut man dem Krebs die Bratpfanne auf den Schädel. Dass er umfällt und haut dann möglichst lange und ausgiebig weiter, damit er nie wieder aufsteht." Für mich ist dieses Buch ein grandioses Lebenszeugnis und bekommt 5 von 5 Sterne.

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  • Der Funke sprang nicht über...

    Im Sommer wieder Fahrrad

    Sommerregen

    18. December 2016 um 00:09

    Die lebensfrohe Lea erhält mit dreißig Jahren eine erschütternde Diagnose: Krebs. So muss sie in Behandlung, während ihre Freunde ein unbekümmertes Leben führen, Familien gründen und das Leben einfach genießen. Immer wieder werden Leas eigentlicht recht glückliche Gedanken durch Angst, Melancholie und Todesfurcht getrübt, sodass sie nach einem haltbringenden Anker suchen muss. Diesen findet sie ein Stück weit in ihrem Lebensgefährten; ihre verstorbene Großmutter ist es allerdings, die ihr besonders viel Kraft, Hoffnung und Mut schenkt.Denn bevor Lea erkrankte, hatte sie sich das Ziel gesetzt, "Mütterchens" Leben aufzuzeichnen und ihr somit eine Art letzter Ehre zu erweisen. Großmutter Ellis war Schauspielerin aus Leidenschaft und mutig, lustig, tapfer, abenteuerlustig und nicht klein zu kriegen.So umfasst dieses Buch zwei mehr oder weniger voneinander unabhängige Erzählstränge - einmal den, des Lebens von Ellis und den, von Leas Therapie.Bei "Im Sommer wieder Fahrrad" handelt es sich um ein Werk mit autobiografischen Zügen, was zu wissen interessant sein mag. Generell berührt es mich sehr häufig, wenn (ehemalige) Krebspatienten über ihre Erkrankung und Genesung schreiben, in diesem Falle konnte mich die Erzählung jedoch nicht mitreißen oder bewegen...Zunächst möchte ich auf den Erzählstrang zu Lea eingehen, da dieser meines Erachtens die Geschichte an sich eher bildet als der andere. Selbstverständlich ist eine derart harte Diagnose furchtbar, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen, allerdings verliert sich die Autorin meines Erachtens zu sehr in den Ausführungen zu ihrer Leidensgeschichte. Zwar klagt sie nicht permanent weh, jedoch springt der Funke auch nicht wirklich über. Mal sehr betrübt, dann wieder zu gewollt lustig - so wirkte das Gesamtbild nicht stimmig. Darüber hinaus blieben die Figuren für mein Empfinden zu farb- und gestaltlos. Über Lea erfährt der Leser kaum mehr als dass sie ein großer Fan ihrer Großmutter ist, sie als humorvoll beschrieben wird und dass sie sich vornimmt, den Krebs zu besiegen. Was tief in ihr vor geht, bleibt recht schwammig und auch Figuren wie ihr Partner Paul bleiben blass und schemenhaft.Da diese Handlung stetig unterbrochen wird, kann sich kein zusammenhängendes Bild entwickeln, was sehr schade ist. Dass ich das Erzählte als bruchstückhaft und puzzleteilartig empfand, mag auch darauf zurück zu führen sein.Der Erzählstrang um "Mütterchen" konnte mich leider nicht mehr begeistern, da die Ausführungen meines Erachtens ins Unbedeutsame abschweifen. Die Großmutter scheint keinen Liebhaber abgewiesen und allgemein viel gelebt zu haben... Die Bezeichnung "Mütterchen", welche ständig gebraucht wurde, war mir irgendwann auch zu viel... Sympathisch wurde sie mir leider ebenso wenig wie die anderen Charaktere, obwohl man hier sicherlich mehr hätte herausholen können. Für mich waren Szenen, in denen das "Mütterchen" der jugendlichen Lea Kondome aus den 80ern geradezu aufzwängen wollte, nicht sonderlich ansprechend...Allgemein fehlte mir beim Lesen die Spannung, denn es gab keine wirklichen Konflikte die es zu lösen galt oder Ähnliches. Die Krebserkrankung wurde zwar etwas beschrieben, aber nicht erfahrbar, erlebbar oder greifbar gemacht, sodass ich gewissermaßen auf Distanz blieb. Selbstverständlich kann man nicht erwarten, dass man durch ein Buch spürt, wie sich Krebs anfühlt. Nicht wirklich zumindest. Aber es gibt einige Bücher, die einen packen und mit einer Gefühls- und Gedankenwelt konfrontieren, die man nicht ignorieren oder von sich weisen kann, sodass man automatisch mit den Protagonisten mitfühlt. Hier konnte ich mich nicht in die Erzählerin versetzen...Der Schreibstil ist soweit ganz angenehm, weswegen sich das Buch, wäre es vom Inhalt her packender, sehr schnell lesen ließe. Leider war das Ende auch sehr vorhersehbar, was der Spannung erneut einen Dämpfer setzte... Die Idee, Berliner Mundart mit einfließen zu lassen, hat mich hingegen sehr angesprochen und sorgte für Abwechslung.Durch das Buch ziehen sich zudem Insider, beispielsweise aus Gesprächen mit der Großmutter, sodass hin und wieder mal ein Element aus den vorangegangenen Erzählungen aufgegriffen wird. Die "Schnipsgummis" werden einem so unter anderem immer wieder begegnen...Alles in allem ein Buch, welches ein schweres Schicksal beschreibt, dieses für den Leser allerdings nicht wirklich greifbar macht. Für ihr Durchhaltevermögen und den Kampfgeist gegen die Erkrankung gebührt der Autorin mein Respekt. Allerdings konnte mich das Buch aufgrund der nicht gerade packenden Handlung nicht sonderlich überzeugen. Der Schreibstil ist hingegen angenehm. Wer Bücher zu dem Thema Krebs sucht, findet wohl eine Reihe einfühlsamerer und spannenderer Werke...

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