Dieses Buch schmerzt. Der 14jährige hochintelligente Paul wird jahrelang von seinen Mitschülern gedemütigt und gequält und weder Lehrer noch Eltern bemerken seine Not. Alle Versuche, sich Gehör zu verschaffen, scheitern. Können Lehrer, Beratungslehrer, Ärzte und Psychologen tatsächlich so blind sein, dass sie nicht merken, was da läuft? Eine herbe Kritik auch an die Eltern, die voll im Wahlkampf des Vaters aufgehen und lieber einen sportlichen, rauflustigen Sohn hätten als diesen introvertierten, sensiblen Paul. Wenn es da nicht ein paar Lichtblicke gäbe in dem Email-Partner Erick, der Nachbarin Roswitha und dem Hund Jackson und später in den Fünftklässlern, dann könnte man als Leser mit Paul verzweifeln. Eine Zeitlang habe ich Paul die Daumen gedrückt, dass sein Rachefeldzug gelingen möge. Die Szene, in der Paul seinen Lehrern von der Bombe berichtet und um Evakuierung der Schule fleht, enthält groteske Züge, weil ihm auch hier nicht geglaubt wird.
Nicht so gut gefallen hat mir das Ende, das war meines Erachtens nicht schlüssig und vor allem keine Problemlösung. Zwischendrin gab es zahlreiche Wiederholungen des Mobbing-Geschehens, das war mir zu viel.
Meine Fragen: Hätte es geholfen, wenn Paul sich mit der vollen Wahrheit Roswitha oder seinem Mail-Partner Erick anvertraut hätte? Wäre die Umschulung auf eine Schule für Hochbegabte die Lösung schlechthin gewesen?

