Projekt Empathie

von Leander Rose 
4,7 Sterne bei19 Bewertungen
Projekt Empathie
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Leider wieder viel zu aktuell

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Ein Buch das einen an die eigenen Grenzen bringt. Ein Muss in der heutigen Zeit. Lest es!

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Inhaltsangabe zu "Projekt Empathie"

"Eine Kerze verliert nichts von ihrem Licht, wenn sie eine andere Kerze ansteckt." Syrien: Armut. Krankheit. Leid. Tod. Als Samir aus seiner Heimat flüchtet, hat er nichts mehr, zu dem er zurückblicken kann. Der Krieg hat ihm alles genommen, was er liebte. Nur die Hoffnung, auf eine bessere Zukunft, hat er nicht verloren. Gießen: Eine Stadt. Viele Wege, die sich kreuzen. Vier Schicksale, die miteinander verflochten sind. Und ein Neuanfang für sie alle, frei von den Schatten der Vergangenheit. "Projekt Empathie" ist eine Geschichte über Toleranz, Freundschaft und Offenheit. Sie erzählt von schweren Zeiten. Von dunklen Tagen. Doch sie erzählt auch von dem Moment, in dem man erkennt, dass es sich lohnt, für das Leben zu kämpfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781520827889
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:358 Seiten
Verlag:Independently published
Erscheinungsdatum:07.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Faltines avatar
    Faltinevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Leider wieder viel zu aktuell
    Tief Bewegend

    Meine Meinung:

    Das Cover finde ich sehr schön, da es eigentlich sehr schlicht gehalten ist, sodass man gar nicht auf den aufwühlenden Inhalt schließen kann. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, genauso wie das Buch keine Seite zu viel und keine zu wenig hat.



    Da ich bisher noch nichts von Leander Rose kannte, bin ich auch mit null Erwartungen an die Geschichte ran gegangen. Ich hatte nur direkt schon einen großen Respekt vor ihr, weil sie sich getraut hat, sich in der jetzigen Zeit mit diesem Thema zu beschäftigen. Nach den ersten paar Seiten war ich dann sprachlos. Ich hatte nicht mit einer solchen Menge an Gefühlen gerechnet, die diese atemberaubende Story bei mir ausgelöst hat. Da dieses Thema leider wieder so aktuell ist, trifft es auch genau den richtigen Nerv :)



    Die Charaktere fand ich einfach großartig. Maya ist eine starke Frau und ich wünschte, ich hätte ihre Stärke. Ihre Geschichte hat mich wirklich tief beeindruckt. Mit Samir habe ich sofort mitgelitten und er ist mir sofort ans Herz gewachsen. Ich bin sicher, dass die beiden noch lange in meinem Kopf herum schwirren werden.



    Diese Geschichte fühlt sich so unglaublich real an, weil es solche Geschichten leider immer häufiger tatsächlich so gibt. Deshalb regt dieses Buch auch so zum Nachdenken an. Jeder von uns hätte in eine solche Situation hineingeboren werden können, Krieg bricht immer wieder aus. Wir sollten anfangen uns daran zu erinnern, wie wir selbst in einem solchen Fall behandelt werden wollen – denn wir sind alle Menschen.



    Vielen Dank an die Autorin, dass ich ihr Buch lesen durfte ♥



    ♥♥♥♥♥ von ♥♥♥♥♥


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    Caramelis avatar
    Caramelivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch das einen an die eigenen Grenzen bringt. Ein Muss in der heutigen Zeit. Lest es!
    Mehr als eine Geschichte...

    Dieses Mal wird es keine typische Rezension. Denn dieses Buch ist mehr als eine Geschichte. 
    Dieses Buch verkörpert drei Wörter: Toleranz, Respekt, Empathie. Eigenschaften die in der heutigen Gesellschaft zwischen Hass und Wut verloren gehen. Aber meiner Meinung nach, sind dies ausschlaggebende Eigenschaften, die uns Menschen ausmachen sollten. 

    Zu allererst einmal großen Respekt und großen Dank an Leander Rose, die sich mit diesem schwierigen und sensiblen Thema beschäftigt hat. In unserer Gesellschaft ist das nicht selbstverständlich. 

    Obwohl man weiß, dass alles nur fiktiv ist, ist einem tief drinnen sofort bewusst, dass sehr wohl eine große Portion Wahrheit dahintersteckt. Denn dieses Buch stellt ein so aktuelles Thema so authentisch und realistisch dar.  Die Geschichte schockiert und nimmt einen erschreckend viel mit, sodass man einfach Pausen während dem Lesen einlegen muss, da man sonst Gefahr läuft, daran zu zerbrechen. Während dem Lesen empfindet man die verschiedensten Emotionen. Man ist traurig, man ist wütend und man leidet. Gerade im letzten Drittel verspürte ich immer wieder Hass und Traurigkeit. Traurigkeit auf einige Mitmenschen, die kein Verständnis und besonders keinen Respekt vor anderen bzw. andersartigen Menschen haben.

    Maya ist eine bewundernswerte junge Frau, deren Wandlung mehr als beeindruckend ist. Am Ende wünscht man sich selbst so stark, mutig und selbstlos wie sie zu sein. Sich ab einem bestimmten Punkt, nicht mehr zu sehr auf die eigenen Probleme zu konzentrieren, sondern auch das Leid und die Probleme der Anderen zu sehen und das Wichtigste daran: auch zu helfen.

    Und auch Samir hat meine Bewunderung verdient. Was dieser junge Mann in seinem kurzen Leben schon alles verarbeiten musste ist erschreckend. Man leidet während dem Lesen immer wieder mit ihm mit. Dennoch spürt man immer wieder seine aufkeimende Hoffnung auf ein neues Leben und man hofft mit, dass dieser tolle Mann all seine Träume erfüllen kann und sich eine neue bessere Zukunft für ihn ergibt.

    Leander Rose trifft einen mit dieser Geschichte direkt ins Herz und ins Gewissen. Eine Geschichte die einen reflektieren lässt. Man fängt an nachzudenken, viel nachzudenken. Sie zeigt, wie fixiert man auf seine eigenen kleinen Probleme ist und man das Große und Ganze nicht mehr wahrnimmt. Man nimmt seine eigenen Probleme meist viel zu wichtig und kümmert sich nicht mehr um das Wohl anderer Menschen. 

    Fazit:
    Dieses Buch hat mich an meine eigenen Grenzen gebracht. Mich zum nachdenken gebracht und mir noch einmal deutlich aufgezeigt, was im Leben wichtig ist und wie egoistisch wir teilweise durch unser Leben laufen. Dieses Buch ist Pflicht für jeden, denn es zeigt, dass wir Menschen alle gleichbehandelt werden sollten und jeder mit Respekt, Toleranz und Empathie handeln soll. Daher mein Rat: Seid alle mehr wie die neue Maya. Ich für meinen Teil werde dies auf jeden Fall versuchen und nicht mehr ganz so selbstlos durchs Leben laufen.  

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    aileensbuecherblogs avatar
    aileensbuecherblogvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eins meiner absoluten Herzensbücher, dessen Geschichte definitv einen Weg in mein Herz gefunden hat!
    5/5 Einhörnern

    Als ich das erste Mal den Inhalt des Buches gelesen habe war ich etwas skeptisch. In dem Buch geht es um Flüchtlinge, was ja heutzutage ein sehr heikles und mit Vorurteilen belegtes Thema ist. Ein Thema bei dem man viel falsch machen kann. Man ja, aber Leander Rose nicht! Ich habe mich an das Buch gewagt und damit genau die richtige Entscheidung getroffen.

    Leander Roses Schreibstil konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite packen. Das Buch war angenehm zu lesen, emotional und hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Einige Sätze und Zitate hatten es in sich und haben mir so getroffen, dass ich ich weiß nicht wie oft ich das Lesen unterbrechen musste, um Luft zu holen und über das gelesene nachzudenken. Das ein oder andere mal flossen auch die Tränen und die Geschichte von Samir und Maya hat meine Art über dieses Thema zu Denken verändert.

    In dem Buch geht es wie Anfangs schon erzählt um das Thema Flüchtlinge. Der junge Samir hat in seiner Heimat Syrien alles außer seinem Leben verloren und flieht. 

    "Doch hinter ihm lag nur ein Trümmerhaufen aus Leid, Krankheit und Tod. Kein Zuhause, zu dem er zurückgehen konnte, keine geliebten Menschen, die seinen Fortgang mit Tränen in den Auge verfolgten. Dort war niemand der an ihn dachte. Samir war allein auf der Welt. Der Krieg hatte ihm alles genommen."  

    Zur gleichen Zeit beginnt noch ein zweiter Handlungstrang und zwar die Geschichte von Maya. Maya versucht sich das Leben zu nehmen. Diesen Selbstmordversuch sieht Mayas Großmutter als einen stummen Hilfeschrei und zwingt sie zur ehrenamtlichen Arbeit in einem Flüchtlingsheim. Und so treffen auch Samir und Maya aufeinander. Eine emotionale Geschichte um das Leben zweier junger Menschen beginnt, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch einander helfen und etwas verändern. In dem Buch werden viele bestehende Vorurteile aufgegriffen und an die Offenheit und Toleranz eines jeden Menschen appelliert.

    "Ich verstehe nicht, wieso Menschen einander hassen nur, weil sie aus unterschiedlichen Ländern kommen. Wir sind doch trotzdem alle Menschen. Wir sind alle gleich. Wir atmen die- selbe Luft, wie Laufen auf derselben Erde. Wir sind alle aus Fleisch und Blut."

    Samir war für mich ein sehr faszinierender Charakter. Er hat in seiner Heimat alles verloren und kommt mit einem durch sein Trauma ausgelösten Erinnerungsverlust nach Deutschland. Trotz allem ist er dankbar für die Hilfe die er bekommt und findet schnell einen besten Freund. Gemeinsam mit Jussuf lernt er das Leben in Deutschland kennen und versucht sich zu erinnern. Er ist meiner Meinung nach ein sehr starker Charakter, den man leicht in sein Herz schließen kann. Maya tat mir zu Beginn echt Leid. Ihre Familie gehört zu der gehobenen Gesellschaft in Frankfurt, doch Maya fühlt sich dort nicht wohl. Ihre Großmutter zwingt sie in dem Heim zu arbeiten und so lernt Maya Samir kennen, der ihr wertvolle Dinge beibringt und das wahre Leben und die wirklichen Probleme der Menschen vor Augen führt. Ihre Entwicklung fand ich großartig.

    Abschließend möchte ich euch noch mein absolutes Lieblingszitat vorstellen, welches so viel Wahres in so wenigen Worten mit sich bringt.

    "Eine Kerze verliert nichts von ihrem Licht, wenn sie eine andere  Kerze ansteckt"

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    Mareike_Oikils avatar
    Mareike_Oikilvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich spannendes Konzept in einer wichtigen Geschichte!
    Eine fast schon parabelhafte Geschichte, die mir viel geben konnte

    "Projekt Empathie" ist eine etwas ungewöhnlich geschriebene Geschichte zweier vollkommen unterschiedlicher Protagonisten, die beide vor einem großen Wandel in ihrem Leben stehen. Während Maya ein privilegiertes Leben genießt und selbstzentriert an (vergleichsweise) nichtigen Probleme verzweifelt, durchlebt Samir eine erschütternde Leidensgeschichte und muss sich sein Leben Stück für Stück wieder aufbauen - verliert dabei aber nicht den Mut oder den Glauben an die Menschen. Das Buch beschäftigt sich mit der äußerst aktuellen Flüchtlingsthematik, wobei es gleichzeitig verschiedene Schicksale und die Problematik an der westlichen Sicht aufzeigt.


    ****


    Zuerst lernen wie Samir kennen, der in Syrien lebt. Er hat Familie, steht kurz vor der Heirat mit seiner Verlobten und besucht gemeinsam mit seinem besten Freund die Universität, um Medizin zu studieren. Bis die Schrecken des Krieges, der von der einfachen Bevölkerung beinahe unmerklich ausbricht und dann unaufhaltsam wütend, auch ihn einholt und sich nach und nach alles holt... In Deutschland kommt Samir in einem Flüchtlingsheim unter, sieht sich allerdings einem Verlust gegenüber, der für ihn erstmal ein Schock ist. Doch er findet auch Freundschaft und den Mut, sich dem allen zu stellen.
    Samir ist ein sehr einfühlsamer Mensch, der sich für andere Menschen in seiner Umgebung interessiert, Anteil nimmt. Er ist emotional und handelt mitfühlend. Seine Geschichte hat mich als Leser sehr bewegt, gleichzeitig war sein Werdegang gut nachzuvollziehen.
    Daneben tritt Maya auf, die Tochter eines relativ wohlhabenden Unternehmers. Neben Samirs Problemen wirken Mayas geradezu lächerlich, doch da ihre Sicht zu Anfang des Buches sehr beschränkt ist, ist sie sich dessen nicht bewusst und nur auf ihr eigenes Selbst konzentriert, mit dem sie unzufrieden ist. Und genau darum geht es: Das "Projekt" Empathie, zuerst erzwungen, soll ihr helfen, dies zu erkennen. Maya macht im Laufe des Buches eine unglaubliche Wandlung durch und ihre Geschichte ist dabei ebenso spannend wie die Samirs, einfach weil man sich sehr gut damit identifizieren kann.


    Zu den Protagonisten und den Figuren insgesamt kann ich sagen, dass sie auf mich sehr parabelhaft wirkten, also weniger die Person als Individuum selbst im Fokus stand, sondern die Botschaft dahinter. Genau dieses Konzept finde ich bei diesem Buch aber interessant, da es die Charaktere keinesfalls ersetzbar macht, auch wenn sie auf ihre Art Prototypen sind. Sie haben zugleich ihre individuelle Geschichten, tragen mit dieser aber eine allgemeine Botschaft, die diese beinahe überdeckt.
    Einziger kleiner Kritikpunkt ist in diesem Zusammenhang, dass die Figuren dadurch häufig sehr formelhaft sprechen, die Schlüsselcharaktere fast zu weise rüberkommen und die Dialoge so zu sehr ausschweifenden Reden wurden - die aber wieder ihren eigenen Wert hatten.


    Es wird mittels personalem Erzähler abwechselnd durch Samir und Maya erzählt. Obwohl sich die beiden im Flüchtlingsheim begegnen, haben sie zuerst wenig miteinander zu tun, und auch später, als sie sich öfter miteinander auseinandersetzen müssen, liegt der Fokus nicht auf der Interaktion der beiden. Zu einem Schlüsselerlebnis in ihrer Beziehung kommt es erst gegen Ende des Buches. Für Maya sind es neben Samir auch zwei andere wichtige Figuren, die sie auf den richtigen Pfad lenken. Über diese Fokussierung auf die zwei Geschichten als einzelne war ich sehr positiv überrascht, da ich eine stärkere Bindung zwischen Maya und Samir erwartet hätte. Dass diese nicht so auftrat, war meiner Meinung nach aber absolut richtig und logisch und hat den Fokus einmal mehr auf die eigentliche Botschaft gerichtet.


    Das ganze Buch lässt sich sehr angenehm lesen, gleichzeitig fordert es (Selbst-)Reflexion. Auffällig war allerdings, dass sehr viele recht lange Erzählungen als Rückblicke innerhalb der Geschichte auftauchten, was zumindest bei mir immer zu einer kleinen Flaute während des Lesens geführt hat. Gleichzeitig haben diese Monologe aber auch Geschwindigkeit rausgenommen, was hier wiederum wichtig ist. Auch die starke innere Ebene hat dies geschafft.
    Vereinzelte Rechtschreib- und Tippfehler sind ein winziger Kritikpunkt, den ich in der Bewertung aber nicht berücksichtigen möchte, da die Geschichte trotzdem sehr gut lesbar war. Man ist eben nur ab und zu über einzelne Satzteile gestolpert.


    Insgesamt bin ich unglaublich begeistert von "Projekt Empathie" und kann es nur jedem ans Herz legen. Man merkt beim Lesen, wie viel Recherche die Autorin in das Werk gesteckt hat und wie wichtig ihr war, genau das auszusagen, was "Projekt Empathie" aussagen möchte. Und das ist ihr sehr gut gelungen.
    Abschließend möchte ich meine Lieblingstextstelle zitieren, die mich neben der Hauptaussage am meisten zum Nachdenken gebracht hat:
    "Und das ist es, was der Krieg mit uns macht, nicht wahr? Er wirft uns um Jahre in der Zeit zurück und lässt nichts mehr von unserer modernen Zivilisation übrig. So fühlte es sich in Syrien an."

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    R
    rapunzelbooksvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch welches Augen öffnet.
    Tolles Buch!

    Samir hat keinen anderen Ausweg als aus seiner Heimat, Syrien, zu flüchten. Er geht allein, denn es gibt niemanden mehr, der mit ihm gehen könnte. Der Krieg hat ihm jeden genommen, den er liebte. Er macht sich auf den langen und beschwehrlichen Weg nach Deutschland und kommt tatsächlich in ein Asylbewerberheim in Gießen. Dort wird er einer ärztlichen Untersuchug unterzogen und muss feststellen, dass er sich an nichts erinnert. Er ist alleine, ohne Erinnerungen in einem fremden Land.

    Paralell liest man von Maya- sie bewegt sich in den höchsten Kreisen der Frankfurter High Society. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch nimmt nach langer Zeit ihre Großmutter Kontakt zu ihr auf und will ihr ihr Erbe versprechen. Unter einer Bedingung: Maya soll 6 Monate in einem Heim für Geflüchtete freiwillig arbeiten. Nur dann bekommt sie das Erbe, doch Maya kann sich nichts Schlimmeres vorstellen…


    Meine Meinung zum Buch:

    Ich hatte einige Startprobleme am Anfang des Buches und bin recht langsam in die Story reingekommen, ich konnte mich dementsprechend nicht so schnell an die Charaktere gewöhnen.

    Doch dann bekam die Geschichte schnell einen Lauf und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

    Die erschreckenden Ereignisse und Erzählungen über die Brutalität des Krieges treiben einem Tränen in die Augen und lassen einen über den Tellerrand blicken. Wenn man dachte; Jetzt ist es am Schlimmsten, jetzt geht es nicht mehr schlimmer, hat die Autorin noch einen draufgesetzt und einen quasi dazu gezwungen der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und die Augen zu öffnen.


    Dieses Buch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich konnte auch häufig meine eigene Meinung bestätigt sehen, was mir sehr geholfen hat.


    Ab und zu hat mich das Fehlen natürlicher, aus dem Alltag gegriffener Dialoge gestört, doch die verschiedenen Erzählungen über die Vergangenheiten der Geflüchteten haben das fast wettgemacht.

    Ich werde die Geschichte nicht so schnell vergessen und kann sie jedem empfehlen, der eine berührende Geschichte über einen Flüchtling aus Syrien und ein oberflächliches Mädchen, die aufeinander treffen, lesen möchte.


    Ich gebe 4 Sterne für dieses atemberaubende Buch.


    Es ist nur zu empfehlen!

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    laurasbuchliebes avatar
    laurasbuchliebevor 7 Monaten
    Projekt Empathie - Leander Rose

    Allgemeines 
    Dieses wundervolle Buch hat mir die Autorin als Rezensonsexemplar zu Verfügung gestellt und ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich dafür! ♥ 

    Titel: Projekt Empathie Autor: Leander Rose Gerne: Roman Erscheinungsdatum: 07.01.2018Seitenzahl: 358 Preis: Taschenbuch 10.99 € ; e-book 0.99 € 
    Independently published


    Inhalt 
    "Eine Kerze verliert nichts von ihrem Licht, wenn sie eine andere Kerze ansteckt." 
    Syrien: Armut. Krankheit. Leid. Tod. Als Samir aus seiner Heimat flüchtet, hat er nichts mehr, zu dem er zurückblicken kann. Der Krieg hat ihm alles genommen, was er liebte. Nur die Hoffnung, auf eine bessere Zukunft, hat er nicht verloren. 
    Gießen: Eine Stadt. Viele Wege, die sich kreuzen. Vier Schicksale, die miteinander verflochten sind. Und ein Neuanfang für sie alle, frei von den Schatten der Vergangenheit. 
    "Projekt Empathie" ist eine Geschichte über Toleranz, Freundschaft und Offenheit. Sie erzählt von schweren Zeiten. Von dunklen Tagen. Doch sie erzählt auch von dem Moment, in dem man erkennt, dass es sich lohnt, für das Leben zu kämpfen.




    Mein Eindruck 
    Als die liebe Leander Rose mich fragte, ob ich ihr ebook lesen möchte, habe ich mich riesig gefreut und sagte sofort zu! Ich hatte ein wenig Angst vor der Thematik dieses Buches, da ich zwar nie die Augen vor dem Thema verschlossen habe, jetzt aber auch nicht unbedingt jemand bin, der sich groß mit dem Thema beschäftigt, weil es mir viel zu groß für mich vorkommt. Doch schon auf den ersten Seiten hat mich dieses Buch so gefesselt, dass ich einfach immer weiterlesen musste. Samir hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich wollte erfahren, wie es mit ihm weitergeht und was er denkt. 

    Maya hingegen war das komplette Gegenteil von Samir. Sie wuchs behütet auf, ohne Geldprobleme oder dergleichen. Dennoch ging es auch ihr nicht gut. Aufgrund eines Ultimatums soll sie genau das tun, worauf sie am allerwenigsten Lust hat: Gemeinnützige Arbeit. Maya mochte ich von Anfang an. Manchmal schimmerte sogar ihr Andersdenken heraus, auch wenn ihr das selber da noch gar nicht so bewusst war. Auch ihre Entwicklung in der Geschichte ist sehr gut zu beobachten und es macht Spaß gemeinsam mit ihr zu wachsen. 
    Ich muss zugeben, ich fand Mayas Großmutter am Anfang sehr unsymphatisch. Die Art und Weise, wie sie das alles getan hat, hat mich doch etwas wütend werden lassen. Erst später im Verlauf der Geschichte gefiel sie mir immer besser. 
    Auch die anderen Charaktere, die eine wichtige Rolle in diesem Buch einnehmen, mochte ich sehr und zwischendurch hatte ich sogar den Gedanken, dass ich gar nicht möchte, dass diese Geschichte überhaupt endet. Vielleicht gerade deswegen, kam mir das Ende ziemlich plötzlich vor. Die letzen Seiten über hatte ich ständig das Gefühl, das Buch musste unbedingt ganz schnell fertig werden und es fehlten mir die Details, die im ersten Teil des Buch so gut ausgearbeitet waren. 
    Zu beobachten wie die Charaktere wachsen, sich gegenseitig beeinflussen und wie unterschiedlich sie mit den Situationen umgehen, gefiel mir sehr gut und ich bin froh, dass ich dieses Buch lesen durfte. Man sieht hier die ganze Sache mal aus einer Perspektive, die uns hier in Deutschland gar nicht so bewusst ist und das, finde ich, macht das Buch so wichtig! 


    Bewertung 
    5 von 5 Herzen 



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    Janinezachariaes avatar
    Janinezachariaevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Diese Geschichte geht unter die Haut und regt zum Nachdenken an
    Schwieriges Thema

    Diese Rezension fällt mir sehr schwer. Denn es geht um Flüchtlinge und all das, was der Krieg mit einer Familie angerichtet hat.

    Leander Rose hat in dieser fiktiven Geschichte über das Schicksal von Samir geschrieben. Seinen Weg von Syrien nach Deutschland und dieser war nicht leicht. Ganz und gar nicht. Denn durch all das, was ihm widerfahren ist, verlor er sogar sein Gedächtnis und das lastete schwer auf ihm.

    Auf der anderen Seite aber lernen wir Maya kennen und erfahren, wieso sie sich das Leben nehmen wollte und was ihre Großmutter schließlich für Maßnahmen unternahm, um sie wieder 'auf den richtigen Weg' zu bringen. Denn die Gründe, weshalb Maya so gehandelt hatte, waren nicht so schwerwiegend, wie man es sich vorstellt. Denn Maya ist sehr privilegiert aufgewachsen. Geldsorgen kannte sie nicht. Nur den Druck ihrer Mutter spürte sie tag täglich - und der war wirklich heftig.

    Dass diese zwei Gegensätze sich in dieser Geschichte begegnen, ist nun kein Geheimnis mehr. Doch Maya hatte eine Meinung über all das, die ihr von ihrer Mutter (und dem Vater) eingeredet worden ist.

    Es ist erstaunlich, was alles in diesem Buch passiert und welche Tragödien noch ans Licht kommen.

    Das ich dieses Buch nicht so rezensieren kann, wie ein anderes, spricht hier nur für sich. Denn ich bin so an meine emotionalen Grenzen gekommen, dass ich oftmals aufhören musste zu lesen, denn es hätte mich zerbrochen. Und doch ... die Hoffnung, die diese Geschichte einen gibt und schenkt, ist beeindruckend. Leander Rose hat etwas erschaffen, was mich hat innehalten ließ. Ich bin niemand, der gleichgültig durch die Welt marschiert - mit Scheuklappen. Im Gegenteil. Ich sehe und fühle, spüre und leide. All die Berichte aus dem Fernsehen, all die Gefahren, die man uns vermitteln möchte. All das haben auch mich geprägt und all dies wird mich nicht mehr loslassen.

    Wir alle sind Menschen und haben ein Recht zu leben. Wir atmen die gleiche Luft, sehen dieselben Sterne und den Mond, die Sonne und das Leuchten in der Ferne. Doch vor vielen vielen Jahren oder Jahrhunderten hat sich die Welt gespalten.

    Vielleicht sollten wir kurz innehalten und für das dankbar sein, was wir haben.

    In dieser Geschichte lernen wir alle Seiten dieser Flüchtlingswelle kennen. Die Guten und Schlechten. Die, die unser Herz zerreißen und jene, die Wut in uns aufkeimen lässt. Oder einfach nur die Hoffnung, die irgendwie doch dazwischen zu finden ist.

    Es mag nicht alles perfekt sein in diesem Buch. Manchmal musste auch ich mit dem Kopf schütteln und doch kann ich nur sagen:

    LEST DIESE GESCHICHTE

    Noch nie war mir etwas so wichtig und ernst bei einem Buch, welches ich gelesen habe. Noch nie wollte ich, dass man etwas so dringend lesen sollte.

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    A
    annis_booklovevor 7 Monaten
    Außergewöhnliche und extrem berührende Geschichte

    Titel: Projekt Empathie

    Autor: Leander Rose

    Preis: 10,99€ Taschenbuch, 2,99€ Kindle Variante

    Verlag: Selbstpublisher


    Inhalt: Der junge Syrer Samir hat alles verloren, Familie, Freunde, Heimat. Er möchte nur noch weg, weg vom Krieg und der Zerstörung. Doch die Flucht ist alles andere als einfach, denn Hass und Ausgrenzung verfolgen ihn bis nach Deutschland.

    Maya hat alles, Geld, einen tollen Studienplatz und ein sicheres Zuhause, doch der Schein trügt. Nach einem misslungenen Suizidversuch wird sie von ihrer Großmutter gezwungen in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge zu arbeiten. Dort gerät sie an ihre Grenzen, weil das Leben und die Schicksale der Menschen dort sich komplett vom Luxus ihres eigenen Leben unterscheiden...

    Eigene Meinung: WOW,einfach nur WOW! Ich weiß überhaupt nicht wie ich diese unfassbar tolle, gefühlvolle Geschichte in Worte fassen soll! Ein Buch dieser Art habe ich wirklich noch nie gelesen.

    Das Thema Flüchtlinge sorgt in Deutschland ja schon seit einigen Jahren für jede Menge Diskussionen, aber ich persönlich hatte (noch) keinen direkten Kontakt mit Geflücheten und kenne deshalb nur das Bild, welches einem die Medien vermitteln. Durch dieses Buch hatte ich die Möglichkeit einige ( teilweise) reele Einzelschicksale kennen zu lernen, was mich wirklich sehr berührt hat. Es ist einfach der Wahnsinn, was diese Menschen erleben und durchmachen mussten. Die Geschichten von Samir und Joussuf haben mich echt zu Tränen gerührt.

    Obwohl ich normalerweise eher keine Romane lese, habe ich dieses Buch innerhalb von 24 Stunden durchgesuchtet.

    Besonders toll finde ich es, dass Maya die andere Hauptperson aus deren Sicht Teile des Buches geschrieben sind den wirklich kompletten Gegensatz zu den Flüchtlingen darstellt, da sie mit viel Luxus aufgewachsen ist. Ich finde den Wandel den sie im Laufe des Buches macht richtig toll!

    Interessant fand ich es auch, dass durch sie auch die Sicht der Betreuer in Aufnahmelagern gezeigt wurde. Generell wirkte alles sehr gut recherchiert und wahreitsgetreu.

    Fazit: Lest dieses Buch!!! Ich denke, dass jeder egal wie viel er mit der Thematik schon zu tun hatte und wie seine Meinung gegenüber Flüchtlingen ist wirklich was aus dem Buch mitnehmen kann.

    5/5 Sterne

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    _wordsmeetheartbeats_s avatar
    _wordsmeetheartbeats_vor 7 Monaten
    Eine berührende Geschichte, die ich nur empfehlen kann

    Klappentext
    Sie kommen aus zwei verschiedenen Welten. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch hat das Schicksal sie zusammengeführt.Aus seiner syrischen Heimat vor dem Krieg geflüchtet, erreicht Samir Deutschland in einem fatalen Zustand. Zur selben Zeit unternimmt Mayas Großmutter einen letzten, verzweifelten Versuch, ihrer selbstmordgefährdeten Enkelin den Weg zurück ins Leben zu zeigen und zwingt sie zur sozialen Arbeit in einer Einrichtung für Geflüchtete. Es ist Samir, der sie erkennen lässt, dass es sich lohnt für das Leben zu kämpfen. Und es kommt der Tag, an dem Maya die Einzige ist, die ihn vor den Schatten seiner Vergangenheit retten kann.

    Cover
    Das Cover von Projekt Empathie ist sehr schlicht gehalten. Dargestellt ist eine - vermutlich syrische - Stadt, über der sich der Himmel erstreckt. Die vorherrschenden Blau- und Brauntöne harmonieren perfekt miteinander.  Das Cover gefällt mir trotz, oder vielleicht auch gerade wegen seiner Schlichtheit sehr gut.

    Inhalt
    In Projekt Empathie begegnen uns zwei Charaktere, deren Schicksale nicht gegensätzlicher sein könnten: Samir, Flüchtling aus dem vom Krieg zerstörten Syrien, und Maya, Tochter aus gutem Hause in Frankfurt.

    Samir verliert im Krieg alles: seinen besten Freund, seine Familie und schließlich ach seine Verlobte Irsa. Völllig ausgehungert und ohne Erinnerungen an seine Vergangenheit kommt er in Deutschland an und wird in Gießen in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete gebracht. Die Tatsache, dass er sich an fast nichts mehr aus seinem früheren Leben erinnern kann, macht es ihm schwer, sich an sein neues Leben in Deutschland zu gewöhnen und so verbringt er die meiste Zeit zurückgezogen in seinem Zimmer. Allein seinem Zimmergenossen Jussuf, ebenfalls Geflüchteter aus Syrien, gelingt es, Samir von Zeit zu Zeit aus dem Zimmer zu locken. Ausgelöst durch Jussufs Erzählung über seine eigene, dramatische Flucht, kann Samir sich langsam wieder an Teile seiner Vergangenheit erinnern, jedoch bleibt der Großteil immer noch im Dunkeln.

    Mayas Leben hingegen könnte nicht unterschiedlicher sein: ihr Vater ist ein hart arbeitender, aber erfolgreicher Geschäftsmann aus Frankfurt und so gehört ihre Familie der Frankfurter High-Society an. Die besucht eine private Universität und in ihren Kreisen dreht sich alles nur um Geld und Karriere. Von ihren Eltern erhält sie nur wenig Zuspruch und Liebe, und auch zu ihrer Großmutter Kornelia hat sie ein gespanntes Verhältnis. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch, mit dem Maya sich eine Flucht aus der Scheinwelt, in der sie lebt, erhoffte, stellt sie ihre Großmutter vor ein Ultimatum: entweder Maya arbeitet sechs Monate lang ehrenamtlich in einer Unterkunft für Geflüchtete, oder Kornelia verwährt ihrer Familie das Erbe. Nur widerwillig und auf Druck ihrer Mutter willigt 
    Maya ein und begibt sich nach Gießen.

    In der Unterkunft kreuzen sich die Wege der beiden Protagonisten. Wie Samir auch, fühlt sich Maya in ihrer neuen Umgebung sichtlich unwohl und versucht des Öfteren ihre Großmutter zu besänftigen, diese bleibt jedoch hart. Erst als sie von mehreren Menschen - darunter auch Samir - ihr Verhalten vor Augen geführt bekommt, fängt Maya an, sich darüber bewusst zu werden und ist entschlossen, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Schnell entsteht eine wunderbare Freundschaft zwischen Maya, Samir, Jussuf und Onur, einem in der Unterkunft beschäftigten Sozialarbeiter. Die vier erleben viel Zusammen - Gutes wie Schlechtes. Wie die Geschichte der Freunde weitergeht, und ob Samir seine Erinnerungen schließlich wieder zurückerlangt, lest ihr am besten selbst!

    Meine Meinung
    Die Thematik, die das Buch behandelt ist unglaublich komplex und sensibel - und Leander Rose hat es auf wunderbare Weise geschafft sie zu verarbeiten! Der Schreibstil ist trotz des schweren Inhalts locker und flüssig, daher lässt sich die Geschichte leicht lesen. Die Schicksale, die hier beschrieben werden sind dramatisch und emotional zugleich, ich konnte mir also die ein oder andere Träne während des Lesens nicht verdrücken. Die Idee, dass die beiden Protagonisten derart verschiedene Lebensweise führen bzw. führten, hat mir sehr gut gefallen und ich mochte es sehr, wie sich Samir und Maya im Laufe der Geschichte weiterentwickelten.

    Lieblingszitate
    "Eine Kerze verliert nichts von ihrem Licht, wenn sie eine andere Kerze anzündet."

    "Jeder Mensch hat seine Fehler. Wir sind nicht perfekt. Das müssen wir auch nicht."


    "Ich verstehe nicht, wieso Menschen einander hassen, nur, weil sie aus unterschiedlichen Ländern kommen. Wir sind doch trotzdem alle Menschen. Wir sind alle gleich. Wir atmen dieselbe Luft, wir laufen auf derselben Erde. Wir sind alle aus Fleisch und Blut."

    Fazit
    Eine aufwühlende Thematik, die wunderbar umgesetzt wurde. Ich lege es jedem ans Herz, dieses Buch zu lesen - aber legt euch bitte ein paar Taschentücher bereit! ;-)

    Das Buch wurde mir von der Autorin kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Sterne: 5/5

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    Buecherkaetzchens avatar
    Buecherkaetzchenvor 7 Monaten
    Berührend und einfühlsam

    Projekt Empathie - Inhalt

    Der Syrer Samir hat alles verloren: Sein bester Freund wurde ermordet, seine Verlobte ist geflohen und schließlich stirbt auch seine Familie bei einem Attentat. Also macht sich Samir auf den Weg in die Türkei - ohne Geld, ohne Vorräte und ohne Auto - um seine Verlobte zu suchen. Nur um dort festzustellen, dass auch sie gestorben ist.

    Durch dieses Leid verliert Samir sein Gedächtnis und kann sich erst wieder erinnern, als er in Deutschland angekommen ist. Hier kommt er in ein Flüchtlingsheim, in dem er Maya kennenlernt - ein verwöhntes Mädchen, für das nur ihre eigenen Probleme im Mittelpunkt stehen. Doch auf Befehl ihrer Großmutter hin arbeitet sie jetzt in eben diesem Flüchtlingsheim und wird hier mit ganz anderen Schicksalen konfrontiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich zwischen den beiden eine wunderbare Freundschaft. Und nicht nur Samir findet hier Hilfe auf ganz unerwartete Art.

    Projekt Empathie - Bewertung

    Auf Instagram habe ich es ja schon in aller Kürze erwähnt, aber ich wollte unbedingt nochmal etwas genauer zu meiner Meinung über Projekt Empathie eingehen.


    Stil

    Der Stil der Autorin ist einfach und flüssig. Dadurch lässt sich das Buch schnell lesen und wer mich kennt weiß, dass ich gerade nach einem langen Tag genau das mag. Projekt Empathie lässt sich wunderbar lesen - ich war innerhalb von zwei Tagen durch - auch Abends direkt vor dem schlafen.

    Die Autorin schreibt über dieses hochbrisante Thema - das Schicksal der Flüchtlinge - sehr sensibel und mit viel Gefühl und wirft einen Blick darauf, wie die Menschen mit ihrem Schicksal umgehen und was sie überhaupt erleben. Für viele (ich spreche hier beispielsweise von meiner Oma) ist das ein fremdes Thema: Sie haben keinen Kontakt mit Flüchtlingen und hören nur was man in der Zeitung liest - so beispielsweise den Amoklauf im Münchner Einkaufszentrum.

    Neigt man dann dazu die Schuld sowieso nur bei "den Ausländern" zu suchen, ist sowas gefundenes Fressen. Und auch solchen Leuten lege ich dieses Buch ans Herz: Viele reagieren aus Unwissenheit mit Angst, aber wenn das einen Effekt hat, dann macht es alles nur schlimmer. Also wenn ihr Angst habt, wie sich "unsere Gesellschaft durch die Flüchtlinge verändern" könnte, lest das Buch und denkt in Ruhe darüber nach. Aber auch alle anderen: Es lohnt sich wirklich und gibt einen Einblick in die Schicksale, die uns tagtäglich begegnen.


    Figuren

    Samir ist Kriegsflüchtling und steht eigentlich vor dem Nichts: Er hat seine Familie, seine Freunde und seine Verlobte verloren. Und trotzdem gibt er seinen Lebensmut und seinen Lebenswillen nicht auf - nein, er macht trotzdem immer weiter. Und auch wenn er in Deutschland nicht freundlich empfangen wird, sucht er nach Gründen dafür, anstatt die Menschen einfach für schlecht zu halten. Von dieser positiven Einstellung kann man für das eigene Leben viel lernen - auch ich selbst, ich nehme mich von diesem Kommentar nicht aus.

    Maya ist genau eine der Personen, die sich von Samirs Lebenseinstellung eine Scheibe abschneiden kann - und für sie ist das "Projekt Empathie" ihrer Großmutter gedacht. Sie soll lernen, über den eigenen Tellerrand zu schauen, das Leid anderer Menschen zu sehen und für das eigene Leben dankbar zu sein. Mit der Zeit gelingt ihr das, wodurch sie mir im Laufe des Buches immer sympathischer geworden ist.


    Hintergrund

    Auf den politischen Hintergrund möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, dazu finden sich an anderen Stellen genug Infos. Was mir aber wichtig ist, ist auf den Empfang und das Leben der Flüchtlinge in Deutschland nochmal kurz einzugehen. In Projekt Empathie werden Flüchtlinge angefeindet, während der Großteil der Bevölkerung schweigt. 

    Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache und arbeite jeden Tag mit Migranten europäischer Herkunft aber auch mit Flüchtlingen. Ganz egal ob Irak, Iran oder Syrien. Letztes Jahr hatten wir im Unterricht das Thema "wie ist das Leben für euch in Deutschland" und einer meiner Flüchtlinge hat mir auf diese Frage geantwortet (aus dem Gedächtnis wiedergegeben). "Es macht mir vor allem Angst. Ich kenne die Menschen nicht, ich verstehe die Kultur und die Sprache nicht. Zu Hause hatte ich ein Haus und eine Familie. Jetzt sitze ich alleine in meiner Ein-Zimmer-Wohnung und weiß nicht, wie es meiner Familie geht oder ob ich sie jemals wieder sehe. Ich kenne hier niemanden. Wenn ich versuche Kontakte zu knüpfen wenden sich die Leute von mir ab, weil sie kein Englisch können oder weil sie nicht mit mir sprechen wollen". 

    Das macht mich traurig wenn ich sowas höre - und er ist nicht der Einzige, der mir sowas erzählt hat. Bei uns ist es noch gar nicht so lange her, dass wir selbst Krieg hatten. Meine Oma ist Kriegsflüchtling und mein Urgroßonkel war in Auschwitz. Was sie mir erzählt, finde ich immer wieder schockierend. Wir können dankbar sein, dass es uns gut geht und wir in Frieden leben dürfen. Aber wir sollten nie vergessen anderen Menschen zu helfen, denen das nicht vergönnt ist.


    Fazit

    Von mir gibt es für dieses sensible und berührende Buch, das mit viel Herz geschrieben ist 5 von 5 möglichen Sternen. Auch möchte ich mich bei Leander Rose für den netten Austausch auf Instagram und die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken.

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