Leander Sukov Warten auf Ahab

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Inhaltsangabe zu „Warten auf Ahab“ von Leander Sukov

Eine neue Radikalität der Sprache hat Leander Sukov für seinen Roman gefunden. Wie in einem Taumel erzählt Marie, die Protagonistin des Romans, in einem Monolog
von ihrer Suche nach Liebe. Um Nähe zu erlangen, braucht es für sie die sexuelle Interaktion.
Liebe kann Marie nicht geben. Denen, von welchen sie ganz offensichtlich geliebt wird, bleibt sie fern. Verzweifelt sucht sie nach dem Menschen, der die Mauer durchbrechen kann.
Hinter dem Roman über Liebe und Aussichtslosigkeit aber verbirgt sich der politische. Bedrückt von Gegenwart und Vergangenheit, gepeinigt von Wachträumen und Assoziationen ist Marie ein Spielball ihrer Ängste und ihres Zorns.
Sukov hat die Stadt als Wal definiert, als jenen weißen Wal, den ein Ahab jagen soll, der Mann, auf den Marie wartet. Eine Allegorie übrigens, die nicht nur in der Literatur immer wieder
auftaucht. Auch die RAF-Gefangenen in Stammheim gaben sich Namen aus „Moby Dick“: Für Gudrun Ensslin war die weiße Mauer des Gefängnisses der Wal und Andreas Baader war
Ahab.

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  • Rezension zu "Warten auf Ahab" von Leander Sukov

    Warten auf Ahab

    Kult-Literaten

    04. January 2013 um 23:46

    Selten findet sich ein Autor, der mit solcher Leichtigkeit in der Sprache schreibt, wie Leander Sukov es tut. Von Anfang an begleitet der Leser die Protagonistin Marie durch Berlin des Jahres 2009, betritt mit ihr Kneipen, Wohnungen und Läden, kann die Luft schmecken, die Räume miterkunden und freundet sich mehr oder minder mit den Figuren an, die an Maries abweisendem Wesen verzweifeln. Gleichzeitig zeichnet der innere Monolog der Hauptfigur ein umfangreiches Psychogramm dieser, der, um so länger das Buch gelesen wird, immer radikaler das Innenleben Maries aufblättert. Sie ist intelligent, politisch links und geistig hoch gebildet, doch ihre Libido wird ihr immer mehr zum Problem, denn fühlen kann sie nichts. Aber befreien will sie sich von dieser inneren Leere, die gesellschaftlich bedingt ist. Für Sukov ganz klar ein politisches Problem. Ohne in Pathos oder eine mitleidige Anklage zu verfallen gelingt es ihm, die politischen Wendezeit der letzten 1980er Jahre in Berlin einzustreuen und ein charakteristisches Bild der Deutschen dieser Zeit zu zeichnen, die DDR, Stasi und Mauer am eigenen Leib erlebt und gelebt haben. Ein wirklich toller Roman über die Hauptstadt und sehr zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Warten auf Ahab" von Leander Sukov

    Warten auf Ahab

    Kulturmaschinen_Verlag

    15. May 2012 um 19:20

    Ein Berlin-Roman eigentlich. Marie, Anfang 20, kommt hierher um zu studieren. Auf einen Studienplatz wartet sie allerindgs noch und auf Ahab. Ahab ist ihr Retter in dieser Stadt, die wie ein Wal ist. Er ist der, den sie wirklich lieben kann. Ohne ihn findet sie keine Liebe - sie weiß gar nicht, was das ist -, immer nur etwas Nähe, Sex. So taumelt sie durch die Stadt, macht Station in diversen Betten, stolpert durch die Geschichte und zieht sich zurück von Zeit zu Zeit, in ihre kleine Wohnung, liest dort und surft und denkt, denkt politisch vor allem, und will fühlen eigentlich.

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