Leena Krohn Stechapfel

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Inhaltsangabe zu „Stechapfel“ von Leena Krohn

Im Rausch der Erkenntnis Eine Frau mit gesundem Menschenverstand gibt sich der Wirkung einer geheimnisvollen Pfl anze hin, mit deren Hilfe sie eigentlich ihr Asthma kurieren will. Allmählich verschiebt sich ihre Wahrnehmung, und sie bekommt eine Ahnung vom wundersamen Wesen der Welt. Lalaika ist Redaktionsassistentin der Zeitung Der Neue Anomalist. Erstaunt hört sie sich die genial verworrenen Ideen des Stimmenverschluckers an, lässt sich von einem kleinen Jungen Infrarot-Galaxien, Supercluster und die Struktur des Universums erklären oder macht die Bekanntschaft mit einem Vampir. So absurd all diese Begegnungen auch sind - im Grunde, so glaubt Lalaika, werfen sie Fragen nach den Bedingungen der menschlichen Existenz auf. Doch während sie sich etwa auf die Spur des Wissenschaftlers Nicola Tesla begibt oder das Voynich-Manuskript zu entschlüsseln versucht, bringt sie eine Blume fast vollkommen um den Verstand. Der Stechapfel (botanisch: Datura), ein Geschenk ihrer Schwester, verströmt einen modrig süßen Duft, der berauschende Eigenschaften hat. Und auch die schwarzen Samenkörner, mit Meersalz auf das abendliche Tomatenbrot gestreut, mildern nicht nur die asthmatischen Hustenanfälle Lalaikas. Sie versinkt immer mehr in einen tranceartigen Zustand, durchsetzt von Momenten großer Klarheit. Sie erkennt, dass nichts ist, wie es scheint - und die Realität ein brüchiges Konstrukt ist. Bald kann sie nicht mehr entscheiden, ob die Frau in Weiß, die an ihrem Fenstersims sitzt, real ist. Mit eigenen Augen sieht sie eine Autoschlange, die fahrerlos unter einer Brücke hindurch fährt. Schließlich scheinen sämtliche Bilder von der Welt, eines nach dem anderen, lautlos verschluckt zu werden. Ein poetischer Roman vom Abenteuer, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ein Buch, bei dem man gelegentlich aufblicken muss - um nachzusehen, ob die Welt noch da ist. Der Roman ist eine gelungene Tour de Force durch die erstaunlichen Abgründe der Esoterikszene, die den Leser teils hysterisch lachen, teils auch betroffen über den grenzenlosen Wahnsinn dieser Welt nachdenken lässt." Welt am Sonntag "Durchaus bewusstseinserweiternd: Leena Krohn mischt in STECHAPFEL Drogentrip mit Fantasy und einem Schuss Horror ... ein spannender, gut lesbarer Roman.. den man auch einfach als gut kombiniertees Fantasy-Ornament auf den Spuren von Lovecraft und Poe lesen kann." Süddeutsche Zeitung

Über die Sehnsucht der Menschen nach mehr.

— tinderness

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  • Rezension zu "Stechapfel" von Leena Krohn

    Stechapfel

    Dornroeschen

    05. August 2010 um 01:21

    "Stechapfel" handelt von einer Redaktionsassistentin einer Zeitung, die sich "Der Neue Anomalist" nennt, der Job lässt die Protagonistin, die aus der ersten Person durch das Buch führt, mit den unterschiedlichsten Personen mit den unterschiedlichsten Theorien zum Weltbild und zur Wirklichkeit interagieren. Zum Geburtstag erhält sie eine außergewöhnliche Pflanze, eine Datura - einen Stechapfel - deren Samen/Blätter sie anfängt wegen ihres Asthmaproblems zu nehmen und immer mehr in den Sog des Rausches der Pflanze kommen lässt. Im Laufe des Buches verschmelzen immer mehr Wirklichkeit und Wahnvorstellungen und man weiß nicht was genau den Gedanken der Protagonisten oder der Wirklichkeit entspricht. Dieser Roman, der der erste übersetzte der finnischen Autorin ins deutschte ist, enthält viele außergewöhnliche Theorien und philosophische Gedanken, die einen zum Nachdenken anregen. Viele Sätze des Buches sind in sich einfach schön und das Buch liest sich wunderbar runter! Hoffentlich werden bald weitere Bücher übersetzt.

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  • Rezension zu "Stechapfel" von Leena Krohn

    Stechapfel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. March 2010 um 21:45

    „ Den Winter mag ich auch heute noch; er ist wie eine Tasche, in die man sich verkriechen kann, und schafft eine der besten Illusionen, die es gibt: dass die Zeit stillsteht.“ ~ Dies ist mein liebster Satz (als Winter-Liebhabrin finde ich ihn wunderwunderschön) aus einem Buch, welches poetisch und unendlich bizarr und ver-rückt rüberkommt. Der Leser begleitet Lalaika durch die absurdesten Szenen, die wohl ihrer Fantasie und der berauschenden Wirkung der Datura entspringen. Man weiß nie, ist es jetzt eine Halluzination oder Realität, was beschrieben wird!? Und immer wieder beschreiben ihre Gedankengänge das Große, den Sinn des Lebens, die Raum- und Zeitfrage, esoterische sowie schlichtweg fantastische Fragen, z.B. die nach dem Wesen der Vampire. ~ Ein Kapitel hat mir besonders gut gefallen, und zwar: "Die Pfütze". Das fand ich soo schön und eigen, wie da über den Sinn einer Pfütze nachgedacht wird; und ja, ich kann das nachfühlen, warum und wieso genau diese eine Pfütze so besonders ist. Zitat: "Ich warf einen Blick auf die Pfütze und begriff,dass Benjamin recht hatte. Es war wirklich eine tolle Pfütze, auch wenn ich das vorher nie auf diese Art gesehen hatte. Ein erstaunlicher Spiegel, vom Himmel gefallen. Die Pfütze lag zwar im Schatten des Fabrikgebäudes, aber der wolkenlose Herbsttag, den sie spiegelte, ließ sie rein und tief erscheinen. Wie kann etwas Flaches so tief sein? Etwas Dreckiges so klar? Der Vogel, der über uns seine Bahn zog, schwamm gleichzeitig in der Pfütze. Mein Hof hatte einen kleinen Himmel! Ich war Benjamin sehr dankbar, dass er mir geholfen hatten, den Wert der Pfütze zu erkennen." ~ Und so geht es in einem fort und in jedem der drei Samenkapseln (das Buch ist gegliedert in 3 Teile) werden in kürzesten Sätzen ganze Welt- und Wissenschaftsprobleme angedacht und das ist ganz wunderbar, weil es zu eigenem Nachdenken verleitet, bei aller Absurdität, die der Roman bietet. ~ Oder auch: Betrachtungen zur Zeit und Endlichkeit: Zitat: " Wie tief doch die Wurzeln des Menschen seine Gegenwart durchdringen! Die Anfänge meines Gastes liegen ebensoweit zurück wie meine, im Dämmerlicht der Geburt der Gattung, ach, noch viel weiter weg: in den sich gerade erst verdichtenden Gaswolken der Sterne. Der Mann der Zeit ist lang wie eine Lotschnur, ist wie ein Anker, der in das Geheimnis eines unbekannten, abgrundtiefen Stoffes eintaucht, ins Dunkel der Lichtjahre. Der Anfang ist in der Tat fern, dachte ich, aber das Ende ist immer nah. Und dies ist die Bedeutung der Zeit - jedenfalls für den Menschen. " ~ Allein die Bezeichung der Kapitel ist beachtenswert. So lautet ein Kapitel: Die vorauseilende Alte. Das Thema dieses Kapitels: Die Zukunft. Das ist schon eine sehr bemerkenswerte Metapher (und noch bemerkenswertere Umsetzung), meine ich! Zitat: "Zur Zeit geht die Frau fast täglich vor mir her, und jedesmal gruselt es mich. Noch ist mir nicht gelungen, ihr Gesicht zu sehen. Verblüffend, wie schnell sie geht! Die Frau ist zierlich, hochbetagt. Trotzdem bringt sie es fertig, ihren Rhythmus, ihre Geschwindigkeit mehrere Häuserblocks lang beizubehalten. Wie bewundernswert zielstrebig sie sich bewegt! ... Seltsame Alte! Ihre Aura hat beinahe etwas Furchterregendes. Kaum dass ich beginne, sie zu verfolgen, verliere ich sie im Gewimmel." ~ Wer mal etwas ganz anderes lesen möchte, philosophisch und esoterisch durchsetztes, nachdenkenswertes, abstruses sowie surreales, sollte ruhig zu diesem Buch von Leena Krohn greifen und sich überraschen lassen.

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  • Rezension zu "Stechapfel" von Leena Krohn

    Stechapfel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. September 2008 um 13:58

    In diesem Roman steckt die Normalität eines Mädchens, welches in einem Keller unter der Leitung eines kuriosen Zeitungsherausgebers am Erscheinen des "Neuen Anomalisten" mitwirkt, einer Zeitschrift für alle Anomalien der Welt: Übernatürlichem, Paranormalem, alternativen Lebenswegen etc. Als sie von ihrer Schwester zum Geburtstag eine Datura, auch Stechapfel genannt, geschenkt bekommt, von dessen Samen bei Verzehr man eine Unmenge an wundersamen Gedanken und einen höllischen Durst bekommt, gerät das strikte Leben der Redaktionsassistentin gehörig aus den Fugen. Die Gedankengänge der jungen Frau und das Leben als solches in seiner obskuren Beschreibung sind einfach köstlich und unbedingt zu empfehlen!

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