Leena Parkkinen Nach dir, Max

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Inhaltsangabe zu „Nach dir, Max“ von Leena Parkkinen

Max und Isaak kommen 1899 in Deutschland als siamesische Zwillinge auf die Welt. Sie sind an der Hüfte miteinander verwachsen. Ihre Familie verkauft sie an einen Zirkus. Ein Glücksfall für die Zwillinge! Denn dort treffen Max und Isaak auf andere Menschen mit Handicaps und fühlen sich als Gleiche unter Gleichen. Darüber hinaus finden sie – später im Cabaret und Varieté – als Artisten Anerkennung und Wertschätzung. Schließlich gelangen die Zwillinge nach Helsinki. Dort begegnen sie Iris, einer Frau, der die Männer nicht nur zu Füßen liegen, sondern die sie auch skrupellos ausnutzt. In sie verliebt sich Isaak Hals über Kopf. Eine Geschichte voller Dramatik und Sinnlichkeit.

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  • Rezension zu "Nach dir, Max" von Leena Parkkinen

    Nach dir, Max
    Eselsohren-Werner

    Eselsohren-Werner

    28. June 2012 um 12:10

    Inhalt: Max und Isaak kommen 1899 in Deutschland als siamesische Zwillinge auf die Welt. Sie sind an der Hüfte miteinander verwachsen. Ihre Familie verkauft sie an einen Zirkus. Ein Glücksfall für die Zwillinge! Denn dort treffen Max und Isaak auf andere Menschen mit Handicaps und fühlen sich als Gleiche unter Gleichen. Darüber hinaus finden sie – später im Cabaret und Varieté – als Artisten Anerkennung und Wertschätzung. Schließlich gelangen die Zwillinge nach Helsinki. Dort begegnen sie Iris, einer Frau, der die Männer nicht nur zu Füßen liegen, sondern die sie auch skrupellos ausnutzt. In sie verliebt sich Isaak Hals über Kopf. Eine Geschichte voller Dramatik und Sinnlichkeit. (Pressetext) Kurzkritik: „Nach dir, Max“ ist ein tragikomisches Buch. Man liest es wahrscheinlich mit einem Lächeln auf den Lippen, während man ergriffen ist. Alle Figuren sind ebenso sympathisch wie unsympathisch, sind liebevoll beschrieben und liebenswert. Wir erfahren, was es wirklich heißt, Außenseiter zu sein, und wie es sein muss, auf Gedeih und Verderb mit jemand anderem verbunden zu sein. Doch der Roman hat keine Moral und keine verbindliche Aussage. Leena Parkkinen erzählt „einfach“ ein ungewöhnliche Geschichte mit ungewöhnlichen Menschen, in denen man sich selbst wiederfindet. Wie man damit umgeht, ist wohl Sache jeder und jedes Einzelnen. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand von „Nach dir, Max“ nicht fasziniert und angetan ist.

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  • Rezension zu "Nach dir, Max" von Leena Parkkinen

    Nach dir, Max
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    20. March 2012 um 17:06

    „Wie empfindet man es? (…) Das Anderssein, die Fremdheit? Dass man nie allein sein kann?“ (…) „Schwer zu sagen. Ich kenne es nicht anders.“ Max und Isaak, 1899 in Deutschland geboren, sind siamesische Zwillinge. Sie teilen alles, selbst eine Niere, sind dabei aber trotzdem eigenständige Persönlichkeiten. Max ist der Körper, Isaak die Seele. Nur Max kann Sex haben, aber Isaak fühlt mit. Muss einer pinkeln, geht der andere zwangsläufig mit, wird einem wehgetan, schreit der andere. Von ihren Eltern beim Großvater und einer Tante abgeschoben, verbringen Max und Isaak eine recht ungestörte Kindheit auf dem Land, lernen das gemeinsame Klettern und verziehen sich zum Lesen. „Immer wieder lasen wir Bücher über im Tower eingesperrte kleine Prinzen, über Castor und Pollux, Romulus und Remus. Aber in keinem einzigen Buch fanden wir Helden unserer Art. In allen Büchern und Märchen hatten die Kinder zwei Arme, zwei Beine und ein Herz. Das irritierte uns, es kam uns vor, als hätten die Schriftsteller sich nicht angestrengt.“ Max und Isaak wissen, dass es außerhalb ihres Gehöfts andere Kinder gibt, aber sie beneiden sie nicht. „Langweilige zweiarmige Kinder, die Mutter und Vater hatten. Bestimmt war ihr Leben furchtbar.“ Denn diese Kinder wissen nicht wie es ist, über etwas zu lachen, während der eigene Bauch schon vom Lachen des Bruders wackelt. Die Brüder sehen ihre Verbundenheit als etwas Positives; als sie einen Film über die chirurgische Trennung eines siamesischen Zwillingspaares sehen, müssen sie weinen. „Leiden ist etwas für Fachleute“, befinden die beiden und sie geraten in die Gesellschaft ebenso Fühlender. Ihre Tante verkauft sie an einen Zirkus, und das ist ein Glücksfall für Max und Isaak. Denn in der damaligen Zeit waren Kuriositätenkabinette in Mode und die Brüder nicht die einzigen mit körperlichen Auffälligkeiten. Anderssein wurde kurz zuvor noch als Segen Gottes gesehen, erst seit kurzem galten Abweichungen als Krankheit. Max und Isaak treten in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts im Zirkus, im Caberet und im Varieté auf, leben in Helsinki, Berlin und Paris, zusammen mit anderen Freaks. Und Isaak verliebt sich in eine Frau, von der er besser die Finger gelassen hätte. Den Niedergang der Kuriositätenkabinette, die in den dreißiger Jahren vom Aufkommen des Films und von den medizinischen Fortschritten verdrängt werden, bekommen die Zwillinge nur noch am Rand mit. Leena Parkkinen ist es gelungen, nicht über Monströsitäten zu schreiben, sondern über Menschen, die ihr Anderssein wertschätzen. Einfühlsam und berührend führt sie uns in eine selten betrachtete Welt, mit viel Sympathie und Respekt für ihre Charaktere, die außerhalb der normalen Gesellschaft und unter schwierigen Bedingungen ein gar nicht schlechtes Leben führen. Es ist kein deprimierendes Buch, sondern eines voller Hoffnung und Selbstbewusstsein, voller Erotik und Lebenslust. Dass die Vielfältigkeit der Menschen das Leben reicher macht, ist eine Einsicht, die in unserer Zeit leider mehr und mehr verloren geht. Abweichungen von der Normalität werden seltener und auch weniger akzeptiert. Dieses wunderbar geschriebene Buch ist ein Appell für mehr Toleranz und Menschlichkeit im Umgang mit Außenseitern, dem ich viele Leser wünsche.

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