Leif Davidsen Der Tod des Patriarchen

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Inhaltsangabe zu „Der Tod des Patriarchen“ von Leif Davidsen

Der 37-jährige Däne Gabriel Lassen, ein enger Vertrauter des russischen Patriarchen Tichon II., wird in einem Moskauer Hinterhof zu Tode geprügelt. Sein Zwillingsbruder Adam ist fassungslos: Ist es Zufall, dass der Patriarch nur wenige Stunden zuvor ebenfalls starb, angeblich friedlich in seinem Bett? Umgehend bricht Adam in Begleitung seiner Mutter Anastasia, einer gebürtigen Russin, nach Moskau auf. Bei der Suche nach den Umständen von Gabriels Tod stößt er auf eine unheilige Allianz von Kirche, Politik und Wirtschaft. Und auf die faszinierende Geschichte seiner eigenen Familie.

Vergessen Sie es. Nicht Ihrer Zeit und des Geldes wert.

— Zmei

Machtspiele und Korruption - das Bild unserer Welt

— dieFlo

Skandinavische Thrillerliteratur mit ganz neuen Facetten und riussischen Einflüssen! Es lohnt sich! Unbedingt Lesen!

— Floh

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  • Unglaubwürdiger Klischeebrei, schlecht geschrieben noch dazu

    Der Tod des Patriarchen

    Zmei

    15. January 2016 um 17:35

    Den Anfang der Geschichte fand ich verlockend. Die Leseprobe war schnell ausgelesen und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Nicht unbedingt, wie es dem Schönling Adam bei seinen Recherchen über den Tod seines Zwillingsbruders in Moskau ergehen wird, sondern vielmehr, wie sich die Geschichte seiner Mutter entwickelt. Sie ist eine gebürtige Russin, die in den 70-ger Jahren als junge Frau das Land verlassen musste und den Rest ihres Lebens in Dänemark verbracht hat. Also habe ich das Buch geholt, musste aber leider feststellen, dass kaum über die Länge der Leseprobe hinaus, ließ die Qualität prompt nach. In jeder Hinsicht. Die Story plätscherte vor sich her, endlose Erklärungen und Infoeinschübe ließen den Verlauf der Geschichte stellenweise gänzlich erlahmen, ein Klischee über Russland und seine Politik, damals wie heute, überdeutlich ins Negative gerückt, jagte den anderen, und insgesamt stieg Ekel bis zum Hals auf. Ein Teil des Romans spielt in den 70-ger Jahren in Russland, als die Mutter von Adam noch eine junge Frau war, und erklärt, warum sie das Land damals verließ. Im Grunde ist dieser Teil eine Liebesgeschichte a lá Groschenroman vor politischem Hintergrund. Etwas vom anfangenden Ölgeschäft ist dazu auch beigemischt worden. Dabei outet sich der Autor als jemand, der eine unzureichende, eher erbärmliche Vorstellung vom Geschäftemachen hat. Was ich ebenso störend fand:  die Ereignisse wurden recht chaotisch dargestellt. Die Zeitsprünge: was später geschah, wird zuerst erzählt und umgekehrt, auch der Übergang von damals zu heute ist zu abrupt und eher verwirrend. All das und noch weitere Punkte ließen das Buch immer wieder aus der Hand legen. Die Sprache strotzte auf der ganzen Länge vor tollpatschigen, platten Formulierungen, Wortwiederholungen, regem Gebrauch der Hilfsverben, etc. Ein verunglückter Aufsatz eines Mittelstufenschülers. Unglaubwürdigkeit und blanker Blödsinn vielerorts gesellten sich dazu und blieben die treuen Begleiter bis zum Schluss. Bestimmt über dutzend Merkzettel kleben an etlichen Seiten, die lauten: „Was für ein Schwachsinn!“, „Wieder ein Klischee“, „Unglaubwürdig!“, „Blödsinn!“, „Primitive Schreibe!“, „Untere Schublade“, „Was für ein Mist!“, etc. Auch zu der russischen Politik der Gegenwart äußert sich der Autor - in einer stark anti-russischen Manier. Schlicht widerwärtig sind einige Bemerkungen des Autors. Besonders den Teil 3 und den Schluss fand ich schwachsinnig, schlecht konstruiert, vorausschaubar und unglaubwürdig. Ganz zum Schluss wird alles wieder und mit einer ordentlichen Portion Antirussismus nochmals zusammenfassend nacherzählt. Dies zeigt sehr deutlich, wofür der werte Autor seine Leser hält: für einen Haufen hirnamputierter Idioten, denen man jeden Müll verkaufen kann, indem man den Inhalt samt Gesinnung fertigbreiartig mundgerecht verabreicht. Da tauchte die Frage auf: warum meinen manche ehemalige Journalisten, dass sie Romane über Russland schreiben können, in dem sie genug Klischees zusammengetragen, diese mit ihrem unverhohlenen Antirussismus, ihren ekligen Ergüssen zur heutigen russischen Politik vermischen und in den Rahmen einer drittklassigen Lovestory, wie einigen begleitenden Affärchen mit Bettszenen dazu hineinpressen? Gleich nebenbei werden die arglosen Leser, die lediglich etwas zum Thema Russland lesen wollen, auch entsprechend geimpft. Perfekt: Unfug angerichtet. Und der Mist wird auch noch übersetzt und von einem bekannten Verlag herausgegeben! Unfassbar. Fazit: Vergessen Sie es. Nicht Ihrer Zeit und des Geldes wert. Habe das Ding in Papiermüll getan, wo es hingehört. Vllt. wird es dort zu etwas Nutz.

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  • Macht und Spiele

    Der Tod des Patriarchen

    dieFlo

    31. December 2015 um 15:27

    Ich hatte eine wunderbare Rezension zu diesem buch bei jemanden gelesen und so war es ein "Must" für mich und irgendwie kann ich diese Euphorie nicht teilen .... Leif Davidsen entführt den Leser nicht in eine fremde Welt, nein er zeigt, wie unsere Welt ist. Eine Welt voll Eigensinn, Egoismus und Selbstverherrlichung.  Der Thriller spielt in Russland, wo ein Vertrauter des Patriarchen zu Tode geprügelt wird. Warum? Eine Frage, die sein Bruder gern gelöst haben möchte und so beginnt er zu suchen. Gemeinsam mit seiner Mutter Anastasia entdeckt er das Moskau, wie es ist. Eine Welt aus Lügen, einem Netz aus Koruptheit zwischen Kirche, politischer Macht und der Konsumgesellschaft. Wird er in ihr genauso untergehen? Geschichtliche Erklärungen bereichern das Buch und geben ihm eine besondere Note.  Fazit:  @lesenswert und er zählt für die Challenge 

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  • Rezension zu Moskau - Washington

    Moskau - Washington: Thriller

    KruemelGizmo

    Welchen Verlauf hätte die Weltgeschichte genommen, wenn die ersten beiden Atombomben nicht durch die USA 1945 abgeworfen worden wäre, sondern schon 1943 von Nazi-Deutschland über Moskau und Washington. Als man beim Manhattan-Projekt herausfindet wie sich die gezielte Kettenreaktion erzeugen lässt und welche Art die kritische Masse und erforderliche Menge sein muss, verrät ein deutschstämmiger Spion die Daten an die Nazis. Der junge Physiker Klaus von Münsterberg entwickelt für die Nazis in Nordhausen die Bombe. Nach Abwurf der Bomben über Washington und Moskau kapitulieren die Alliierten vor Hitler und eine neue Weltherrschaft scheint zu beginnen. Doch an Hitlers 54. Geburtstag nimmt die Weltgeschichte einen überraschenden Verlauf.  Bei diesem Buch habe ich irgendwie was anderes erwartet. Der Klappentext versprach die fiktive Geschichte des Physikers Klaus von Münsterberg eingebettet in teils reale Ereignisse. Auch dachte ich da es sich um einen Thriller handelt das der Versuch der Alliierten dies zu verhindern ein Teil der Geschichte ausmachen wird.  Klaus von Münsterberg nimmt aber nur einen Teil der Geschichte ein, wie er in dem naiven Glauben durch den Bau ein Gleichgewicht der Mächte zu erreichen, durch die reine Abschreckung durch die Bombe.  Aber für mich schwer zu lesen bzw. zu ertragen war das große Teile des Buches aus der Sicht von Goebbels geschrieben wurde, und auch Hitler kommt hier zu reichlich Wort. Diese Ergüsse, die in ihrer Art tatsächlich von ihnen hätte stammen können, sind einfach nur schwer in ihrer Menschenverachtung und Wahn zu ertragen. So etwas wollte ich nicht lesen, und ich muss zugeben hier überflog ich die Seiten nur. Gelungen fand ich dagegen die Beschreibungen des zerstörten Washington, sie ging mir wirklich unter die Haut und zeigte in aller Deutlichkeit die Zerstörung und Grausamkeit eines Atomkrieges und die Folgen der Verstrahlung.  Über den überraschenden Verlauf der Geschichte an Hitlers Geburtstag weiß der Leser schon ab ca. der Mitte des Buches Bescheid, was auch gut ist, sonst hätte ich die Geschichte auch nicht bis zum Ende lesen können. Mein Fazit: Dieses Buch war nichts für mich. Ganze Teile des Buches waren für mich einfach nur schwer zu ertragen, da ich sowas nicht lesen wollte. 

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    • 9
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    kubine

    01. December 2015 um 17:12
  • Das ist skandinavische Spannungsliteratur mit ganz neuem Gesicht: Ein Däne schreibt in Moskau!

    Der Tod des Patriarchen

    Floh

    Ich liebe skandinavische Spannungsliteratur, das lässt sich in meinem Leserleben wohl nicht mehr ändern. Doch der ganz neuartige Thriller „Der Tod des Patriarchen“ vom dänischen Autor Leif Davidsen zeigt mir einmal eine ganz neue und besonders intensive Art der skandinavischen Thrillerebene. Mit seinem politisch-, religiös- und russischuntermaltem Thriller „Der Tod des Patriarchen“ zeigt sich der Autor von einer ganz spannenden, intensiven, durchdachten und actionreichen Seite. Historisches und fundiertes Wissen paaren sich hier mit Spannung, Fakten, Rasanz und viel Atmosphäre von Skandinavien bis in die Weiten Russlands und dessen Regierungsarm. Hier gibt es rasante Action, Hetzjagden, verborgene Forschungen, Verschwörungen und das unwürdige Spiel um Macht und Herrschaft. Mit seinem packenden Thriller hat Leif Davidsen einen hochbrisanten, thematisch stets aktuellen und grandios anspruchsvollen Polit- und Historienthriller erschaffen. Alles vermengt, entstand dieser mitreißende und sehr bedacht temporeiche Thriller, der von angenehmer Sprache und Umsetzung zeugt. Das Buch besitze ich nun schon länger, aber nachdem ich vor drei Wochen in unserer hiesigen Tagespresse über eine mehr als vielversprechende Pressestimme gestoßen bin, musste ich das Buch doch sogleich auf meinem Lesestapel nach ganz oben bringen. Es hat sich gelohnt, diesem Thriller den Vortritt zu lassen! Erschienen im dtv Verlag (http://www.dtv.de/) Inhalt / Klapptext: „Ein Polit-Thriller der Extraklasse Der 37-jährige Däne Gabriel Lassen, ein enger Vertrauter des russischen Patriarchen Tichon II., wird in einem Moskauer Hinterhof zu Tode geprügelt. Sein Zwillingsbruder Adam ist fassungslos: Ist es Zufall, dass der Patriarch nur wenige Stunden zuvor ebenfalls starb, angeblich friedlich in seinem Bett? Umgehend bricht Adam in Begleitung seiner Mutter Anastasia, einer gebürtigen Russin, nach Moskau auf. Bei der Suche nach den Umständen von Gabriels Tod stößt er auf eine unheilige Allianz von Kirche, Politik und Wirtschaft. Und auf die faszinierende Geschichte seiner eigenen Familie.“ Handlung: Dieser Thriller beginnt mit einem vielversprechenden Prolog und einem grausamen Mord, der Fragen aufwirft und erste Mutmaßungen anstellt. Wir lernen neben Gabriel Lassen, auch seinen Zwillingsbruder Adam kennen. Beide führen ein ganz gegensätzliches Leben. Adam ist Meteorologe, die Todesumstände seines Bruders in Moskau lassen ihm keine Ruhe. Zu viele Fragen stellen sich dem ambitionierten Wettermann und so beschließt er kurzerhand mit seiner Mutter Anastasia nach Russland zu reisen, um die letzten Stunden seines Zwillingsbruders Gabriel zu rekonstruieren und Antworten zu finden. Die Umstände können einfach kein Zufall sein. Was hat die Familie zu verbergen? Wo liegen die Wurzeln der Familie? Gibt es eine alte Schuld? Was haben der Geheimdienst und der längst vergessene „eiserne Vorhang“ mit all den Umständen zu tun? Musste Gabriel zu Recht sein Leben lassen? Adam will und muss es wissen. Auf seinen Nachforschungen begibt er sich selbst in Gefahr und muss mehr als einmal um sein Leben fürchten. Unglaubliche Verstrickungen aus Macht, Politik, Regime und Korruption tun sich auf. Ein Blick hinter Russlands Pforten. Teils fiktiv dargestellt, mit realen Bezügen untermauert und mit einer Authentizität, die Gänsehaut und Nervenkitzel bringt! Dieser Fall entführt uns Thrillerleser ins tiefste Russland und Putins Regierung, zeigt behördliche Einrichtungen, Land und Leute und bietet eine erstaunliche, teils zögerlich anlaufende, dann unheimlich rasante und facettenreiche Ermittlung in einem ungewöhnlichen Team, mit ungewöhnlichen Mitteln, Gesetzen und Facetten. Die Hintergründe und Motivationen dieser Tat sind erst der Anfang tiefster menschlicher und seelischer Abgründe… Fesselnd, stark, innovativ und von ganz neuer Präsenz. Schreibstil: Das knapp 465 Seiten starke Buch beginnt gleich zu Beginn sehr fesselnd und dubios. Der Schreibstil des Autors ist unheimlich erfrischend, da es mal eine ganz andere Art des Thrillers ist. Aus Russland ist mir bisher noch keine Spannungsliteratur begegnet, schon gar nicht von einem skandinavischen Autor und umso neugieriger war ich natürlich. Hier spürt man in jeder Zeile die Erfahrung des Autors Davidsen als Korrespondent und Journalist mit dem Schwerpunkt Moskau. Er hat weitreichendes Wissen, baut auf wahre Fakten und lässt diese gekonnt in fiktive Handlungen einfließen. Hat man sich erst einmal an die neuen Ämter, Behörden, Hierarchien, Hintergründe der Gegenwart und Vergangenheit, fremden Namen und Ortsbezeichnungen gewöhnt, so liest es sich doch erstaunlich flüssig und mitreißend. Der Fall ist so verzweigt konstruiert, dass der Leser von reinster Neugier ergriffen wird und das Buch kein Stoppen zulassen will. Bis auf ganz wenige Längen kann der Autor mit verblüffenden Spannungsspitzen glänzen und versorgt den Leser mit Lokalcharakter, Atmosphäre, Verstrickungen und sonderbare Ermittlungsarbeit. Wie erwartet handelt die Geschichte sowohl von der Gegenwart und auch verborgenen Familiengeheimnissen und Offenbarungen, Geschichtliche und historische Hintergründe, fundiert und voller Fakten. Diese Mischung gefällt mit sehr gut und ist ein geschickter Schachzug der Abwechslung und Schwung bringt. Hier lernen wir neben den verstrickten Ermittlungen auch die schleierhafte Regierung Russlands unter der Hand von Wladimir Putin und längst vergessenen Herrschern kennen. Das Verbrechen selbst basiert auf einer interessanten Idee, wohingegen die Ermittlungen erst sehr spät die richtige Richtung einnehmen und Adam oft selbst mit dem Leben ringen muss um seine Antworten zum Tod seines Bruders zu bekommen. Den absoluten Nervenkitzel gibt es dann im großen Showdown und Finale, in dem sich die Handlungsstränge bündeln und für einen gekonnt abgeschlossenen Fall sorgen. Meinung / Leseeindrücke: Absolutes Plus für mich in diesem Thriller sind die Facetten und der Lokalcharakter aus Schilderungen und Beschreibungen örtlicher Gegebenheiten in Moskau und Russland, typischer Alltagssituationen der Menschen, die Ebenen der Behörden und authentischer lokaler Hierarchien, historische Hintergründe und viele Einblicke, Tagesnachrichten, alte Aufzeichnungen, Recherche, die politische und russische Atmosphäre und vieles mehr. Die Eindrücke und Hintergründe waren für mich nahezu greifbar gewesen. Da ich sonst eher zu skandinavischer Literatur greife, war dies ein ganz besonders neues und intensives Erlebnis für mich. Hier verzeihe ich auch gern die erst spät aufkommende Spannung und Rasanz im eigentlichen Ermittlungsfall. Das Konstrukt der Zusammenhänge und Hintergründe ist wirklich verblüffend. Ich habe auch den Wechsel aus Privatleben von Adam und seiner Mutter Anastasia und der beklemmenden Ermittlung und Suche bezüglich der Todesumstände des Bruders Gabriel Lassen sehr genossen. Die Geschichte selbst zog sich jedoch stellenweise hin, da geschichtliche Rückblicke und politische Erklärungen viel Raum und Umschreibung in Anspruch nehmen (ist aber zum Verständnis sicherlich sehr hilfreich). Das ist ein kleines Manko und kostet dem Thriller einen halben Stern in der Wertung zum 5 Sterne Thriller. Stellenweise liest es sich wirklich wie ein Roman, wie ein Lokalbericht und Zurschaustellung sämtlicher Einrichtungen und Vorgänge der Regierung, Kirche und Macht, das konnte mich lange nicht ganz fesseln, dafür aber sehr informieren. Später wird man aber mit einem grandiosen Showdown voller Tempo, Verblüffung und Aufklärung belohnt! Pressestimme: „Ein tiefgründiger, aufschlussreicher und fesselnder Einblick in das Russland von gestern und heute.“ (gelesen in der Lokalpresse, den Westfälischen Nachrichten von Dienstag den 06.10.2015) Charaktere: Die Familienhintergründe um Adam und Gabriel Lassen sind sehr interessant und lassen sich auf die heutige Zeit und einigen Personen adaptieren. Adam lässt der ominöse Tod seines Bruders keine Ruhe. Er muss Antworten finden. So macht sich Adam auf den Weg nach Russland und gerät in einen Sog aus Korruption, Verschwörung, Vertuschung und Macht und setzt sein eigenes Leben aufs Spiel. Neben den gut skizzierten handelnden Personen und Charakteren gibt es viele weitere wichtige Nebenrollen, die sehr stimmig in Einklang gebracht werden. Interessant dagegen sind auch der geschilderte typisch russische Alltag und die Beobachtungen und Gedanken, die der Meteorologe Adam über Moskau und seine familiären Wurzeln anstellt. Die Namen der Haupt- und Nebenrollen sind für mich ein wirklicher Zungenbrecher. Viele Charaktere heißen für mich ähnlich, und da wurde es schwierig, den Überblick zu behalten. Diese Schwierigkeit wird einfacher, je mehr man über einzelne Darsteller erfährt. Denn die Charaktere weisen so typische Psychogramme und Charakterstudien auf, dass eine Verwechselung später ausgeschlossen ist. Einige der Charaktere wird man richtig mögen, andere hingegen nehmen eine ganz andere Seite ein, wenige andere wiederrum sind im großen Finale schon gar nicht mehr am Leben. Der Autor: „Leif Davidsen 1950 in Otterup geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in Kopenhagen. Zuvor arbeitete er als Journalist, u. a. als Korrespondent in Spanien und Moskau, und als Nachrichten-Redakteur fürs Fernsehen. Für seine literarische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise.“ Mein Fazit: An diesem Thriller gibt es außer minimaler störender Längen und ein spät durchschaubares Spannungsniveau eigentlich nichts auszusetzen. Die Charaktere, die Umstände, die Konstellationen, der Lokaltouch, die Konstruktion von Mordfall und Motiv, sowie der ziemlich verblüffenden Aufklärung des Falls sind einzigartig und der neue Landcharakter macht die einzige Schwäche im Buch fast schon wieder wett. 4,5 wohlverdiente Thriller-Sterne für historische Fakten, Aufklärung und geschichtliche Hintergründe in einem aktuellen Thriller vereint, der Bezug zur Gegenwart hat! Unbedingt Lesen!

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    • 9
  • Klischeehafter Thriller

    Der Tod des Patriarchen

    bieberbruda

    09. November 2015 um 11:31

    Ein Däne schreibt über verschwörerische und korrupte Verstrickungen von Kirche, Politik und Wirtschaft in Russland. Entstanden ist leider ein recht klischeehafter Thriller, der mich nicht überzeugen konnte. Die Story: Gabriel Lassen war ein Vertrauter des Patriarchen in Moskau - bis er in einem dunklen Hinterhof zu Tode geprügelt wurde. Der Mord wirft einige Fragen auf, denen sein Zwillingsbruder Adam auf den Grund gehen möchte. Gemeinsam mit seiner Mutter Anastasia reist er nach Moskau und gerät schnell in eine verschwörerische Verstrickung von Kirche, Politik und Wirtschaft... Meine Meinung: Ein dänischer Wettermann, der in Russland korrupte Machenschaften aufdeckt und nebenbei auf dunkle Geheimnisse der familiären Vergangenheit stößt. Klingt irgendwie abgedroschen? Ist es auch! Der dänische Sunnyboy Adam will so gar nicht ins kühle Moskau passen und stolpert durch die ziemlich konstruierte Geschichte um das Ableben seines Zwillingsbruder mitten in eine große Verschwörung. Dabei jagt ein (russisches) Klischee das nächste und die Spannung bleibt aufgrund der vielen politischen und geschichtlichen Erklärungen weitesgehend auf der Strecke. Irgendwie konnte mich die Geschichte nicht fesseln und auch zu den meisten Charakteren gelang mir kein Zugang. Die vielen englischen Begriffe haben mich nach einer Weile etwas genervt, weil sie so gar nicht ins Buch passen wollten ("Make love not war. Das ist ihre Botschaft"). Und um den Charakter tiefgründig erscheinen zu lassen, wird fleißig Bob Dylan zitiert... Fazit: Ein klischeehafter und nur mäßig spannender Thriller über ein korruptes, russisches Regime. Hat man alles irgendwo schon einmal (besser) gelesen, deshalb kann ich dieses mal nur 2 Sterne vergeben.

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