Leif GW Persson

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Der sterbende Detektiv

Der sterbende Detektiv

 (15)
Erschienen am 20.04.2011
Eine andere Zeit, ein anderes Leben

Eine andere Zeit, ein anderes Leben

 (12)
Erschienen am 04.06.2007
In guter Gesellschaft

In guter Gesellschaft

 (15)
Erschienen am 05.05.2008
Zweifel

Zweifel

 (6)
Erschienen am 01.02.2010
Der glückliche Lügner

Der glückliche Lügner

 (5)
Erschienen am 13.03.2017
Die Profiteure

Die Profiteure

 (4)
Erschienen am 05.12.2005
Verrat

Verrat

 (3)
Erschienen am 12.02.2018

Neue Rezensionen zu Leif GW Persson

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MichaelSterziks avatar

Rezension zu "Verrat" von Leif GW Persson

Spannung auf der Fahndungsliste
MichaelSterzikvor 5 Monaten

In den letzten Jahren ist die Flüchtlingspolitik ein brisantes und noch immer aktuelles Thema geworden. Ist die islamistische Terrorgefahr dadurch stark vergrößert worden? Schon längst ein heikles, politisches Thema, dass viele Länder in ganz Europa betrifft. Die Rechtspopulisten wittern die Chance sich zu profilieren – Angst zu schüren und die inzwischen, doch entspannte Situation zu verschärfen und zu dramatisieren. Fakt ist leider allerdings auch, dass die Terrorgefahr allgegenwärtig hoch ist, allerdings gibt es dabei auch Einzeltäter, Amokläufer die nicht dem Islam angehören und auf ihrer ganz eigenen Frequenz leben und sterben wollen.

Spätestens seit 9/11 – ist Welt der Geheimdienste in und außerhalb Europas zu einem digitalen Dorf geworfen. Gemeinsame Datenbanken, die Verdächtige Personen identifizieren und jeden Ihrer Schritte dokumentieren und überwachen. Kameras in Großstädten, nicht nur auf öffentlichen Plätzen, die den Alltag der Menschen im Auge haben, von der üblichen digitalen Überwachung der Messangerdienste, Email usw. einmal ganz zu schweigen.

Auch wenn wir es nicht gerne zugeben wollen – wir Normalbürger in ganz Europa wissen wenig, ein medialer Bruchteil eines Konstrukts, dass wir dimensional auch überhaupt nicht bewerten können. Das ist auch gut so – alles andere würde alle Kritiker, Angstmacher und Wutbürger – nur noch mehr außer Kontrolle bringen.

Der schwedische Erfolgsautor Leif GW Persson thematisiert in seinem neuesten Thriller „Verrat“, die Bedrohung eines anstehenden Terrorangriffs und die akribischen Ermittlungs- und Überwachungstätigkeiten des Geheimdienstes. Der Autor ist ein Typ – der weiß wovon er schreibt – schließlich war er lange Zeit als Profiler im Polizeidienst tätig und ist Professor der Kriminologie. Ein perfekter Insider- der den Leser also kleinere Momentaufnahmen präsentieren kann.

In seinem neuesten Werk „Verrat“, befasst sich der Autor mit einer Vielzahl von politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen – allerdings in Kombination mit einem geplanten Terrorangriff. Diese brisanten Themen sind komplex und nicht einfach in einem Thriller zu implementieren. Leif GW Perssons Versuch diese aktuellen Themen unterhaltsam und auch informativ, dem Leser beizubringen gelingt nur Phasenweise.

Unterhaltsam? Na ja – wer sich sowieso schon mit dem Arbeitsumfeld der Nachrichten- und Geheimdienste beschäftigt hat, für den wird dieser Roman wenig unterhaltsam sein. Auch wenn das Thema interessant ist – der Autor verrennt sich in seiner Beschreibung und Schilderung der prozessualen Ermittlungs- und Überwachungsmethodik der Geheimdienste. Eine atmosphärische Spannung vermisst man. Obwohl die Bedrohung durch einen Anschlag allgegenwärtig zu sein scheint, verliert sich diese und ordnet sich faktisch einer akribischen Dokumentation unter. Wenigstens weiß der Leser am Ende des Romans, mehr über die gewissenhafte und anstrengende Tätigkeit der Außenagenten und sieht so manches politische Thema mit anderen Augen.

„Verrat“ ist kein Highlight der Spannungsliteratur – vielleicht ein punktuelles Glühwürmchen. Es ist vielmehr ein Buch voller Fakten, dass kann ja auch gut sein, aber wenn die Ausarbeitung der Charaktere nur oberflächlich ist, die Spannung auf der Fahndungsliste auftaucht und es eigentlich doch nur ein Sachbuch ist – sieht eine spannende Unterhaltung anders aus.

Der Autor schreibt dennoch gut. Stil, Ausdruck und Sprache sehr angenehm.
„Verrat“ von Leif GW Persson ist mehr ein Sachbuch, wie ein Roman. Für seine Studenten der Kriminologie sicherlich ein Pflichtwerk, als Spannungsroman allerdings ein klassischer Versager.

Selbst die Zeichnung der Charaktere sind nicht mehr als Oberflächlich. Die Ermittlerin so verspricht es das Cover: „hart im Nehmen, entschlossen, klug – und höllisch cool – wer das geschrieben hat, könnte eine Verwandtschaft mit Pinocchio dadurch erklären, dass seine Nase nun ein ganzes Stück länger ist.

Sorry – Als Sachbuch absolut TOP, als Politthriller, oder auch Kriminalroman gesehen ist „Verrat“ nicht zu empfehlen.

Michael Sterzik


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Rezension zu "Verrat" von Leif GW Persson

Akribische Ermittlungsarbeit mit Längen
michael_lehmann-papevor 8 Monaten

Akribische Ermittlungsarbeit mit Längen

„Mein Name ist Alexander. Jeremy Alexander“. Was natürlich eine kleine Anspielung auf den MI6, James Bond und die Welt der Geheimdienste ist.

Wobei jener „Alexander“ den Rest des Buches eher im Hintergrund, indirekt verbleibt, de3nnoch aber in den Überlegungen von Lisa Mattei, der leitenden Ermittlerin in diesem Fall auf schwedischer Seite, immer wieder eine Rolle spielt.

Denn, ist diesem Mann zu trauen? Warum erzählt er nur das Nötigste über die drohende Gefahr? Will er wen schützen?

Dennoch, die Hinweise auf ein geplantes Selbstmordattentat in Schweden sind ernst zu nehmen, auch wenn der Hauptverdächtige ein stetiges, ruhiges. sorgloses, hochbegabtes Leben zu führen scheint.

Oder einfach nur perfekt getarnt eine Terrorzelle leitet? Wo sein Vater doch der „Boss“ aller Somalier in diesem sozialen Problembereich einiges vor den Toren Stockholms ist. Auch wenn bei diesem Vater „alles korrekt und in Ordnung scheint“.

Und welche Rolle spielt eine verschwundene Engländerin, in England Vermieterin des Verdächtigen und wohl auch Geliebte?

Alles Fragen, die in einem sehr, sehr weiten Bogen langsam, aber stetig im Thriller angegangen werden. Ein Bogen, der nicht nur die langsamen, zähen Ermittlungsarbeiten an sich dezidiert beschreibt, sondern sich auch Zeit nimmt für alle handelnden Figuren, vor allem die Riege der sehr individuellen, sehr differenziert (auch in ihrem Privatleben) beschriebenen Personen auf Seiten der schwedischen Ermittler.

Denn eines wird auch klar, und zwar schnell. Es kann sein, es liegt nahe, so wenig das auch jemand zu glauben vermag, ein Doppelagent scheint in den eigenen Reihen in Kontakt zum Verdächtigen zu stehen. Und das, wo in Schweden überhaupt je nur ein solcher Doppelagent existiert hat (der jedoch noch lebt und, merkwürdigerweise, am gleichen Ort wie die Familie des Verdächtigen).

Auch wenn Persson wirklich lange Anlauf nimmt und das ein oder andere fast dazu treibt, Seiten auch einmal zu überblättern, in der Konstruktion des Falles, in der vielfältigen Figur der Lisa Mattei samt Mutter, sieben Jahre jüngerem Ehemann und Kind, für das sie selten bis nie wirklich Zeit findet, im Zusammenspiel der anderen Ermittler mit Harmonie einerseits, aber auch Spannungen und Reibungen andererseits, wird der Thriller zu keiner Zeit langweilig, nur eben an manchen Stellen langwierig.

Insgesamt eine anregende, umfangreiche und intelligente Lektüre.

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anchsunamuns avatar

Rezension zu "Der sterbende Detektiv" von Leif GW Persson

Thriller mit ganz viel Gefühl trotz aller Härte
anchsunamunvor 10 Monaten

Der sterbende Detektiv handelt - wie der Titel auch schon vermuten lässt - von einem Ermittler, der hier seinen letzten Fall erlebt. Er hat einen Schlaganfall und im Krankenhaus bittet ihn seine behandelnde Ärztin ihr bei einem Fall zu helfen. obwohl gesundheitlich angeschlagen und eigentlich auch schon in Rente macht er sich an die Ermittlungen. Er hat sich ein wenig verändert, doch seine Frau, seine ehemaligen Kollgen - noch arbeitende als auch Rentner - unterstützen ihn. Er schafft es, den Fall aufzuklären und er schafft es auch, dass der Täter seine Strafe bekommt, obwohl der Fall verjährt ist. Es ist alles wunderbar einfühlsam erzählt, man bekommt das Gefühl, der Autor weiß genau, wovon er schreibt. Das Titelbild passt hervorragend zum Inhalt. Ein auf jeden Fall sehr sehr lesenswerter Thriller. Meine Mutter starb an einem Schlafanfall, mein Vater hatte zwei, lebt aber noch, hat sich jedoch total verändert. Dank des Buches habe ich einiges jetzt besser verstehen können. Dafür danke ich dem Autor.

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Leif GW Persson wurde am 12. März 1945 in Stockholm (Schweden) geboren.

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